# Geschichten aus alten Zeiten (Sipurei Maasiyot)

מקור: https://rabenu.app/books/geschichten-aus-alten-zeiten-sipurei-maasiyot/

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## INHALTSANGABE

Bitte bewahren Sie die Heiligkeit dieses Buches!

In Memoriam des wahren Bewahrers der Breslover Tradition

**Rabbi Jisrael Dov Odesser **OBM

Schüler des **Rabbi Jisrael Karduner **OBM

Schüler des **Rabbi Mosche Breslover **OBM

Schüler des **Rabbi Nathan von Breslov **OBM

Schüler des heiligen Meisters

Rabbi Nachman von Breslov

Na Nach Nachma Nachman Meuman

Und in Memoriam von

Rabbi Amram Josef Horowitz OBM

Aaron Ben Jaakov Patz OBM

Meir Akiva Yemini OBM

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Eine kritische, exakte und wortgetreue Übersetzung, die dem Originaltext folgt, oft das Jiddische eher berücksichtigend als das Hebräische, oder eine Repräsentation beider.

Grußwort (von der ursprünglichen Titelseite)

Einleitung

Vorwort

Geschichte 1 Wie eine Königstochter verloren ging

Geschichte 2 Von einem König und einem Kaiser

Geschichte 3 Die Geschichte vom Lahmen

Geschichte 4 Von einem König, der Häresie befahl

Geschichte 5 Von einem Königssohn, der aus Edelsteinen bestand

Geschichte 6 Von einem demütigen König

Geschichte 7 Von einer Fliege und einer Spinne

Geschichte 8 Von einem Rabbi und seinem einzigen Sohn

Geschichte 9 Von einem Klugen und einem Einfachen

Geschichte 10 Vom Bürger und einem einfachen Mann

Geschichte 11 Von dem Königssohn und dem Sohn einer Magd, die vertauscht

wurden.

Geschichte 12 Der Meister des Gebets

Geschichte 13 Die sieben Bettler

Nachwort zu den Geschichten

Zusätzliche Geschichten und Lehren

Tikun Haklali

## Einleitung

Geh hinaus und siehe die Macht deines Meisters, der die Himmlische Thora für uns erleuchtet hat, um uns zu beleben, so (sicher) es dieser Tag ist, für die unvergängliche Welt. Unser G-tt hat uns nicht verlassen in unserer Knechtschaft, Er hat uns Güte erwiesen in jeder einzelnen Generation und hat uns Erretter geschickt, Rabbis und Zadikim, die das Fundament der Welt sind, um uns den Weg zu weisen.

Seine ersten (Gnaden) haben sich begeben, trotzdem haben Seine Gnaden nie, in keiner Periode, zu keiner Zeit, aufgehört. Er hat uns Güte erwiesen, indem Er Wasser schöpfte aus den Quellen der Erlösung, uralte Dinge, Worte, die das Geheimnis der Welt bergen in wundersamer, Ehrfurcht gebietender Art. Siehe und verstehe und schaue auf seine wundersamen und eindrucksvollen Wege, die für uns eine Erbschaft sind von unseren heiligen Vorvätern, die in uralten Zeiten in Israel lebten.

Denn so ist der Weg der übernatürlichen Heiligen, die Mäher des Feldes, die ihre Hände und ihr Herz erhoben zu G-tt, die des Königs Schatzkammern verbargen in Geschichten, passend zu den Generationen und den Zeiten. „Sie erkannten das Wissen des Verstehens der Zeiten, zu wissen, was Israel tun sollte“ (Chroniken 2:12:33), bis der Messias kommt und Zion erlöst und zurückkommt und die Ruinen von Ariel wieder aufbaut. „Zu der Zeit wird man sagen (die dienenden Engel) zu Jakob und israel ‚Was hat G-tt bewikt?‘“(4.Buch Mose 23:23)

Na Nach Nachma Nachman Me Uman

## Vorwort

Nachdem er uns die Lehren übergab, welche die Quellen, Konstruktionen und die Einfuhr der Geschichten aus uralter Zeit erklärte (Likutei Maharan, Thora 60), machte Rabbi Nachman eine geistreiche Bemerkung:

Heute sage ich drei Dinge, die das Gegenteil dessen sind, was die Welt sagt:

1 Die Welt sagt, Geschichten zu erzählen, fördert das Einschlafen. Und ich sage, Geschichten zu erzählen, dient dazu, Menschen aus dem Schlaf zu rütteln.

2 Die Welt sagt, davon, dass man über Dinge spricht, entsteht keine Schwangerschaft. Und ich sage, die Sprüche eines Zadiks wecken Menschen aus ihrem Schlaf, was unfruchtbaren Frauen ermöglicht, zu empfangen.

3 Die Welt sagt, ein Zadik von vollendetem Format benötigt nicht viel Geld. Und ich sage, ein wirklicher Zadik braucht alle Schätze dieser Welt.

Rabbi Nachman drückte sein Verlangen aus, dass die Geschichten auch in gesprochenem Jiddisch herausgegeben werden. Und er sagte, es sei sehr leicht für eine unfruchtbare Frau, eine der Geschichten zu lesen und dadurch würde sie eine gute Empfängnis haben und es wird ihr vergönnt sein, Kinder zu bekommen. (Das Leben unseres Meisters, Rabbi Nachman, Artikel 25)

„Was auch immer er war, seine Namen wurde schon gegeben und es ist bekannt, er ist ein Mann“. (Kohelet 6:10)

Dies ist die Thora des Mannes von Heiligkeit, dem es vergönnt war, das menschliche Bild zu vervollständigen, denn dies ist der ganze (Zweck) des Menschen: namentlich seine Ehren, unser Herr, Lehrer und Rabbi, Krone unserer Herrlichkeit, Stolz unserer Stärke, der heilige und Ehrfurcht gebietende Rabbi, der wesentliche Erleuchter, das höhere und heilige Licht heiligen Ruhmes, unser Lehrer Rabbi Nachman, möge die Erinnerung an die Gerechten und Heiligen uns zum Segen gereichen. Er war der Enkel des heiligen und ehrwürdigen Rabbis, des Baal Schem Tov, möge die Erinnerung an die Gerechten und Heiligen ein Segen sein, dessen Licht Israel schon genossen hat durch seine wundervollen Schriften, die bereits ans Licht gekommen sind. Viele werden sehen und beglückt werden, die Aufrechten werden erfreut werden und die Wahrheit wird den Weg weisen.

Und siehe, was sich sonst noch in unserem Sack befindet: Wundervolle und Ehrfurcht gebietende Geschichten, bei denen wir das Privileg genossen, sie direkt aus seinem heiligen Munde zu hören, die er abwägte, sondierte und er erstellte viele Allegorien, indem er erhabene und mächtige Wahrnehmungen auf wundervolle und eindrucksvolle Weise in Geschichten kleidete.

Denn „Dies ist die Art, wie es in Israel bezüglich auf Erlösung und Austausch (Ruth 4:7) stattgefunden hat“. Wenn sie über verborgene Dinge G-ttes sprechen wollten, pflegten sie in Rätseln und Allegorien zu sprechen und kleideten die Geheimnisse der Thora, die Schätze des Königs, in vielerlei Arten von Kleidung. Das wird erklärt nach der Geschichte von dem „Königssohn und dem Sohn einer Magd“ (Nr.11 in diesem Buch), als unser Rebbe, seligen Angedenkens sagte, dass in den frühen Tagen, als Menschen über Kabbala diskutierten und sprachen, pflegten sie in solcher Sprache zu sprechen. Denn bis zu *Rabbi Schimon Bar Jochai* pflegte man Kabbala nicht offen zu diskutieren.

Zumeist, nach mehreren Geschichten, pflegte er ein wenig zu enthüllen, weniger als einen Tropfen im Ozean, mit einigen Hinweisen, die er nach jeder Geschichte später, an den jeweiligen Orten erklärte.

Und siehe, bis jetzt wurden diese Dinge in unseren privaten Dateien verwahrt. Doch seit einige zu uns sagten: Wenn uns nur jemand das Gute zeigen würde!“ (Psalmen 4:7). Denn es gibt viele unter uns, zwischen unseren Freunden, deren Seelen sich ständig sehnten, Worte des lebenden G-ttes zu hören, die aus dem Mund des heiligen Rabbi kamen, möge sein Angedenken zum Segen sein. Besonders diese Geschichten, die er erzählte, welche sie noch nie erreicht hatten, außer in handgeschriebenen Kopien durch verschiedene Schreiber, durch welche die Fehler sich sehr vermehrten und die Bedeutung korrumpiert wurde. Daher verpflichtete uns ihr großes Verlangen, bis wir gezwungen waren, ihre Wünsche zu erfüllen und sie drucken zu lassen.

Und auch deshalb, auf den ausdrücklichen Wunsch aus dem Mund unseres Rabbis, möge sein Angedenken ein Segen sein, der einmal offenbarte, er wolle Geschichten drucken.

Er offenbarte es in den folgenden Worten: „Ich gedenke ein Geschichtenbuch zu drucken und es soll oben geschrieben sein in der heiligen Sprache (Hebräisch), unten in der allgemeinen Sprache (Jiddisch).

Er sagte: „Wahrhaftig, was kann die Welt gegen sie sagen? Sind sie nicht, auf jeden Fall, nette Geschichten zum Erzählen?“

Solche Worte hörte man ausdrücklich aus seinem heiligen Mund und dies inspirierte uns, sie drucken zu lassen.

Und obwohl wir wussten und es war nicht verborgen vor unseren Augen, dass viele gegen ihn aufstanden, nichtsdestotrotz ist die Wahrheit ihr eigener Zeuge und wir sind verpflichtet, Seinen Willen zu erfüllen. „Und Haschem wird tun, was gut ist“. (Chroniken 1:19:13)

„Wer hören will, wird hören und wer es nicht will, wird es lassen“ (Hezekiel 3:27)

Und auch, weil G-tt sei gepriesen, bis jetzt Seine Gnaden uns geholfen haben, denn Seine heiligen Schriften haben sich verstreut unter Seinem heiligen Volk, in jeder Gemeinschaft und jeder Gemeinde des Volkes Israel und Seine Worte waren eine Quelle der Freude und des Glücks für sie und waren wie Honig in ihrem Mund.

„Alle werden gesättigt und vergnügt durch Seine Güte“ (Sabbatgebet – Amida Freitagabend)

„Ihre Seelen werden befriedigt werden wie von Fett und Öl und mit freudigen Lippen wird ihr Mund preisen“ (Psalmen 63:6)

Und die Mehrzahl hält zu uns, mehr als zu ihnen, denen die gegen die Wahrheit argumentieren, die „arrogant sprechen über den Zadik in Stolz und Verachtung“ (Psalmen 31:19), die in ihren Herzen Dinge erfunden haben, die ihm nie eingefallen sind. Doch wir sollten nicht lange darüber sprechen, denn das gehört zu den versteckten Mysterien G-ttes. Und wie viele Worte sind verdreht worden und die vielen Kontroversen, die sich in unseren Zeiten zwischen Thoragelehrten und den Gerechten vermehrt haben.

„Denn wer ist der Mensch, den König zu verfolgen (und zu annullieren), was Er bereits vollbracht hat?“ (Kohelet 2:12)

Es sollte jedoch betont werden, dass unser Vorhaben, diese Geschichten zu drucken, nur für unsere Freunde bestimmt ist (unsere gleichgesinnten Chassidim), die Schutz finden in seinem (des Rebbes) Schatten, die begehren und hoffen und sehnen, heilige Worte zu hören.

Obwohl Worte, die in Buchform gedruckt werden, wie für ein großes Publikum geschaffen sind, haben wir andererseits schon gesehen, dass die Worte durch handgeschriebene Kopien verbreitet wurden und es gibt keinen Unterschied zwischen geschriebenen und gedruckten Worten. Und von Anfang an wurden sie nie geheim erzählt.

Denn wer Augen hat, wird sehen und wer ein Herz hat, wird verstehen. „Denn es ist keine leere Angelegenheit für dich“ (Devarim 32:47). Und wenn es leer erscheint, ist das wegen dir‘ (Jerusalem Talmud, Traktat Pea 1:5). Denn diese Worte stehen an der Spitze der äußersten Höhe. Und wir hörten aus seinem heiligen Mund ausdrücklich, dass jedes einzelne Wort dieser Geschichten große Bedeutung hat und jeder, der ein einziges Wort dieser Geschichten verändert und sie anders erzählt, als er sie erzählte, verursacht großen Mangel an den Geschichten. Und er sagte, diese Geschichten seien sehr, sehr wundervoll und bergen Ehrfurcht gebietende Offenbarungen, die außergewöhnlich tiefe Wege und Geheimnisse enthalten und sie seien geeignet, vor einer Zuhörerschaft erzählt zu werden, oder sie in einer Synagoge zu erzählen, denn sie sind sehr, sehr hohe und eindrucksvolle Neuerungen.

Auch einer, dessen Herz ganz ist und der völlig bewandert ist in den Heiligen Büchern, besonders in den Büchern des Heiligen Sohar und den Schriften des* Ari*, gesegneten Angedenkens, kann ein wenig von den Andeutungen in manchen Geschichten verstehen, wenn er sein Herz und seinen Verstand einsetzt. Meistens enthalten sie vielerorts auch wundervolle, gewaltige Erweckungen (ethische Lektionen).

Ein intelligenter Mann wird sie von selbst verstehen, denn so gut wie alle erwecken und ziehen das Herz zu dem gesegneten G-tt, um in äußerster Wahrheit und ständig nur mit Thora und Andachten beschäftigt zu sein und zu dem gesegneten G-tt zurückzukehren, sein Antlitz ganz und gar abzukehren von den Eitelkeiten der Welt. So werden Sie gesehen werden von einem, der sie mit den Augen seines Intellekts betrachtet, wenn er mit Wahrheit in sie blickt.

Jedoch ist das höchste Ziel der Absicht in diesen Geschichten sehr weit von dem Wissen über Sterbliche entfernt und „tief, tief, wer kann es finden?“ (Kohelet 7:24)

Und das Preisen der Pracht der Größe dieser Geschichten sollte nicht verlängert werden, da sie über unser Wissen erhaben sind und wer zusätzlich preisend über ihre Größe und Tiefe spricht, lenkt davon ab. Wir haben es nur erwähnt, um die Herzen unserer Freunde ein wenig zu erwecken, damit sie die Wunder, die wir aus der Ferne gezeigt haben, nicht vergessen. Wie einer, der mit einem Zeiger hinweist, wie weit diese Dinge reichen, mit einigen Hinweisen, die er nach dem Erzählen jeder Geschichte unseren Augen offenbart. Denn obwohl einige der Hinweise, die wir aus seinem heiligen Mund gehört haben, gedruckt wurden, wird es einem intelligenten Menschen klar sein, dass man nicht vergleichen kann zwischen einem, der es selbst aus dem Mund des Weisen gehört hat und den Worten, die er in einem Buch gelesen hat. Umso mehr, als einige dieser Hinweise nur im Zusammenhang mit Bewegungen der Glieder, mit Kopfnicken, einem Blinzeln des Auges oder Handbewegungen verständlich sind. Besonders durch sie kann die verständige Person ein wenig verstehen und von der Sicht erstaunt sein „und seine Augen sehen von weitem“ (Job 39:29) über die Größe G-ttes und die Größe unserer heiligen Thora, die in verschiedene Kleidungsstücke gekleidet wird, wie in den heiligen Büchern erklärt wird.

So weit können wir mit einigen Worten gehen, obwohl sie so viel enthalten. Unsere Herzen werden nach jedem Erzählen der Geschichten mit Ehrfurcht nachdenken. Wo ist der Schreiber, wo ist derjenige, der abwägt? Wer wird uns Unterstützung geben? Ein verschlingendes Feuer! Wer wird sich für uns einsetzen? Lasst uns unser Herz mit unseren Händen dem Allmächtigen im Himmel entgegenstrecken. In Seine Hände lasst uns unseren Geist lagern. Zu Dir, G-tt, lasst uns unsere Seelen erheben. Deine Gnaden haben uns bis jetzt geholfen. Du bist unser Helfer, wir lehnen uns an Dich. Lasst die Freundlichkeit G-ttes, unseres Gebieters, über uns sein. Bis der Lehrer der Gerechtigkeit zu unserer Gemeinde kommt und unser Haus der Heiligkeit und unserer Pracht baut. „Siehe auf Zion, die Stadt unserer Feste“ (Isa 33:20). „Unsere Augen werden den König in seiner Schönheit erblicken“ (Isa 33:17), schnell, in unseren Tagen, Amen.

Dies sind die Worte des Schreibers, Bearbeiters und Kopisten „die bis zur Sättigung gegessen werden sollen und bekleidet mit Vortrefflichkeit“ (Isa 23:18)

Gezeichnet von Nathan, dem Kleinen, Sohn unseres Herrn, mein Vater, unser Lehrer, der Rabbiner, Rabbi Naftali Hertz von Groß – Nemirov, Schwiegersohn des Rabbiners, des Genies, des Frommen, berühmt in allen Ecken des Landes, seine ehrwürdige Heiligkeit, Rabbi David Zwi, möge des Gerechten gedacht werden, zu Ehren des Lebens auf der zukünftigen Welt, der oberster Richter der heiligen Gemeinde von Kremnitz und Umgebung war, wie auch der heiligen Gemeinde von Machliv und Umgebung.

Bevor er uns die erste Geschichte in diesem Buch erzählte, sprach er und sagte: „In den Erzählungen, die die Welt erzählt, gibt es viele verborgene Dinge und sehr erhabene Angelegenheiten.

Die Geschichten wurden jedoch verdorben, weil vieles darin fehlt und sie sind auch durcheinander, man erzählt sie nicht in der richtigen Reihenfolge; was an den Anfang gehört, sagt man am Ende und umgekehrt. In Wahrheit jedoch gibt es sehr erhabene, verborgene Angelegenheiten in den Geschichten, welche man auf der Welt erzählt. Und der Baal Schem Tov, möge die Erinnerung an die Gerechten zum Segen sein, konnte durch eine Geschichte spirituelle Vereinigung herbeiführen. Wenn er sah, dass obere Kanäle dem Verfall ausgesetzt waren und man konnte sie nicht durch Gebete richten, pflegte er sie mittels der Erzählung einer Geschichte vereinheitlichen. (Siehe Likutei Maharan, Thora 5)

Und wisse, dass die Geschichten, die unser Rebbe erzählte – sozusagen alle sind ganz neue Geschichten, die noch nie zuvor gehört wurden. Nur er selbst erzählte sie, aus seinem Herzen und seinem heiligen Wissen, nach der erhabenen Wahrnehmung, die er durch seinen heiligen Sinn erreichte. Er pflegte diese Wahrnehmung mit der Geschichte einkleiden. Und die Geschichte selbst war eindrucksvoll und sehr erhaben durch die Wahrnehmung, die er erreichte und an dem Ort sah.

Manchmal pflegte er auch Geschichten aus der Folklore zu erzählen, er fügte jedoch viel dazu und veränderte und verbesserte die Reihenfolge, bis die Geschichten ganz verändert wurden von denjenigen, welche die Welt erzählt, wie schon erwähnt. In diesem Buch jedoch, wurden die Geschichten nicht geschrieben, bis auf eine oder zwei, alle restlichen Geschichten sind absolut neu und wurden nie zuvor gehört.

Zu der Zeit, als unser Rebbe, gesegneten Angedenkens, begann, sich in die Geschichten zu vertiefen, sagte er ausdrücklich diese Worte: „Jetzt werde ich beginnen, Geschichten zu erzählen (*Ich wel schoin* *unheiben maisiois derzeilen*)“

Die Absicht hinter seinen Worten war, sozusagen: „Da es nicht wirksam war, euch durch meine heiligen Lehren und Konversationen usw. zu dem Gesegneten G-tt zurückzubringen“ – in die er mit großer Anstrengung alle seine Tage vertieft war, um uns zu dem Gesegneten G-tt in absoluter Wahrheit zurückzubringen und da all dies nicht effektiv war, daher beginnt er, Geschichten zu erzählen.

Und dann, zu dieser Zeit, sagte er die Lehre, die beginnt mit: „Rabbi Schimon begann und sagte: ‚Es ist Zeit, um Haschems Willen zu tun, sie haben dein Gesetz nichtig gemacht…‘ ‚Das ist die Lehre der uralten Tage…‘“, gedruckt in (Likutei Maharan) 1.Band, Seite 157 (Thora 60).

Dort erklärt er am Ende der Abhandlung ein wenig über das Thema der Geschichten über den wahren Zadik, der Menschen aus tiefem Schlummer erweckt, die eingeschlafen waren und ihre Tage verschlafen, siehe dort. Und es gibt Geschichten aus jüngerer Geschichte und es gibt solche aus uralten Zeiten, die den Aspekt der uralten Jahre enthalten. Sieh dort gut nach und sei aufgeklärt von der Quelle, wie weit die Worte dieser Geschichten reichen und was seine heilige Absicht damit war. Und wahrhaftig, es ist eine sehr große Erweckung zu dem Gesegneten G-tt in diesen Geschichten, an den meisten Stellen, sogar nach der einfachen Bedeutung, außer dem Esoterischen, denn alle bergen eindrucksvolle Geheimnisse und sie haben große Macht, jeden zu dem Gesegneten G-tt zu erwecken. *Chazak* (es ist stark/ sei stark).

Na Nach Nachma Nachman von Uman

## Vorwort

Während wir mit dem ersten Druck dieser Geschichten beschäftigt waren, hörten wir einen Aufruhr, der sagte, es sei nicht ziemlich, solche Erzählungen zu drucken und ihre Worte zu wiederholen wäre ganz überflüssig. Außerdem sind wir (dem) bereits in der (früheren) Einleitung zuvorgekommen mit den Worten unseres Rebbes, gesegneten Angedenkens, der sagte, es sei sein Wille, Geschichten zu drucken und „Was kann die Welt darüber sagen, sind es denn nicht in jedem Fall nette Geschichten?“

Und es wurden bereits viele, viele Geschichten gedruckt in der Welt, zu viele, um sie zu zählen und niemand öffnete seinen Mund, um zu protestieren. Besonders da die Geschichten unseres Meisters, Führers und Lehrers, gesegneten Angedenkens, ausdrücklich erzählen über sehr wundervolle Erweckungen zu *Mussar, *wie in der Erzählung über den Meister des Gebets (#12) und der Geschichte über die 12 Bettler (#13). Desgleichen befinden sich in den meisten Geschichten ausdrückliche Worte der Weisheit und *Mussar, *zusätzlich zu den esoterischen Botschaften, die darin enthalten sind. Auch werden in den meisten Geschichten schon Glossare und kleine Brocken wundervoller, Ehrfurcht gebietender Hinweise gedruckt, die unser Rebbe, gesegneten Angedenkens, selbst enthüllt hat, wie vorher erklärt. Zusätzlich habe ich mich entschieden, mehrere Notizen anzubringen, wie weit diese Geschichten, nach meinem schwachen Verstand, Dinge andeuten. Wer immer noch etwas dazuzufügen hat, sei er willkommen, es hinzuzufügen.

Es ist in allen Büchern des Sohar und den Tikunim und allen Schriften des Arisal bekannt, dass „Die Tochter des Königs“ ein Alias für die Schechina (G-ttliche Anwesenheit) ist und Knesset (die Versammlung) Israels, sozusagen. Und die Erlaubnis, so zu sprechen, wurde uns schon von den Vorgängern vor uns erteilt, aus deren Mündern wir Leben erhalten (das heißt, laut ihrer Anweisungen verhalten wir uns im Leben).

Auch König David, möge er in Frieden ruhen und Salomon, sein Sohn benützten diese Ausdrücke sehr oft, wie geschrieben steht: „Alle Kleider (buchstäblich Ehre) einer Königstochter (die sich benimmt) innerlich (das heißt mit Schamhaftigkeit)…“ (Psalmen 45:14) und viele andere Fälle. Und das ganze Buch *Schir Haschirim *(Lied der Lieder), das heiligste Heiligkeit ist und die Welt ist seiner nicht würdig, (Mischna, Traktat Jadajim 3:5) ist auf diesem Geheimnis aufgebaut.

Und alle Schriften des Arisal und die Bücher des Sohar sind erfüllt davon, wie dort erklärt wird (*Tikunei Sohar*, Tikun 13, 29b), „Wer die Schlange erlegt, dem wird die Königstochter gegeben, das bedeutet Gebet“.

Und besonders in der Abhandlung des „*Saba De-Mischpatim*“ (aus dem Sohar, Seite 95a) der von „einer schönen Maid“ sprach, die „keine Augen hatte“ und noch viele solche Beispiele, zu viele, um sie zu zählen.

Und wir sagen in „Möge es Dein Wille sein“ (*Jehi Ratzon*) vor den Psalmen, „…und die Frau seiner Jugend mit ihrem Liebhaber für immer zu vereinen“ usw.

Und ebenfalls in „um der Vereinigung willen“ (*Lescheim Jichud) *vor dem Anlegen der Tefillin (Phylakterien), das in *Schaarei Zion* gedruckt ist, sagen wir „Der Bräutigam“ usw. siehe dort.

Und wer ein wenig in den Schriften des Arisal nachsieht, wird dort ausdrücklich sehen, dass die ganze Grundlage der Kabbala so ist, den Aspekt von Braut und Bräutigam zu vereinen, das Männliche und das Weibliche. Und alle heiligen Namen und *Sefirot *(G-ttliche Ausstrahlungen) und die ganze absteigende Kette der Welten werden laut des Bildes des männlichen Antlitzes erklärt. Und alle ihre Glieder werden detailliert erklärt, sowie alle Angelegenheiten der Vereinigung, der Begattung, der Schwängerung, der Geburt, des Stillens und des Wachstums des (männlichen) Kindes und des weiblichen Kindes, bis sie erwachsen werden usw. usw. …

Dies wird in großem Detail durch den *Eitz Chajim* und den *Pri Eitz* *Chajim* (Buch der Lurianischen Kabbala) erklärt. Auch die *Idra Raba* (ein Teil des Sohar, Thora Abteilung Nosoi, Seite 127b) und Ha’asinu (Seite 287b) sprechen durch diese Art von Anspielungen. Auch das ganze Buch Lied der Lieder ist voll davon, wenn es alle Glieder des Bräutigams aufzählt, während die Braut ihn preist. Genauso werden die Glieder der Braut aufgezählt, während der Bräutigam sie preist.

Auch unsere Rabbiner, seligen Angedenkens, verglichen das Geben der Thora mit einer Hochzeit, wie sie sagten (*Shir Hashirim Raba* 3:11, Taanit 26b). „‘Am Tage seiner Vermählung (Lied der Lieder 3:11)‘ – das ist das Erhalten der Thora“ usw.

Sie sagten auch (Mechilta Jitro 19:17) hinsichtlich des Verses „Um G-tt zu treffen (Exodus 19:17) – wie ein Bräutigam, der hinausgeht, seine Braut zu treffen“. Denn der heilige Sabbat wird Braut genannt und Königin, wie es geschrieben steht (Gebete, Traktat Sabbat 119a): „Komm Geliebter, die Braut zu begrüßen“ usw. … Also ist es klar erkennbar, dass alle Rabbis auf alle Generalisationen und Verbindungen der Welten mit ihren Wurzeln mit der Terminologie von Bräutigam und Braut hinwiesen, denn „im Abbild G-ttes schuf Er den Menschen (Bereschit 9:6)“ und alle Glieder von Mann und Frau sind Abbilder G-ttes, wie es geschrieben steht (Bereschit 1:21). „Und G-tt erschuf den Menschen als Sein Abbild, als Abbild G-ttes erschuf er ihn, männlich und weiblich schuf Er sie“.

Und wie wir in dem Hochzeits - Segenspruch sagen: „Der den Menschen als Sein Abbild erschaffen hat, im Abbild der Ähnlichkeit Seines Formates und etablierte aus ihm eine unvergängliche Struktur“ usw. …

Denn der Mann (Adam) – der Mann (Isch) und die Frau (Ischa) sind ein tatsächlicher Teil G-ttes in der Höhe und darin ist mit eingeschlossen der Name HaVaJa“H, gelobt sei Er.

Und wenn sie es verdienen, wird zwischen ihnen die Schechina wohnen, denn er hat in seinem Namen den (hebräischen Buchstaben) *Jud* (Isch) und sie (Ischa) hat in ihrem Namen den (hebräischen Buchstaben) *Heij* (Sota 17a/ Jud und Heij ist der Namen G-ttes).

All dies ist elementar und jedem augenscheinlich. Schon früh haben die alten Weisen diese Terminologie benützt, um Israels Annäherung an seinen Vater im Himmel zu beschreiben, bezüglich der Verbindung zwischen Mann und Frau. Denn alle unsere Dienste in den oberen Wurzeln, sind Anspielungen auf den übernatürlichen Bräutigam und die Braut, welche die Aspekte der Vereinigung des Heiligen, gelobt sei Er mit Seiner Schechina darstellen *(Jichud Kudscha* *Brich Hu u’Schechinte*) und alle Bücher des heiligen Sohar und die Schriften des Arisal sind voll davon.

Ebenfalls, am *Tischa B’aw* (der neunte des Monats Aw), in den *Kinot *(Wehklagen), wenn wir über den Verlust der Schechina und Knesset Israel klagen, sagen wir: „Dann, als (Jeremias) ging… fand er eine schöne Frau, entehrt“. Und so, in dem Gebet (Tikun) der drei Nachtwachen, aus dem *Sohar Chadasch*, wird in solchen Ausdrücken gesprochen: „Wie eine Frau, die über ihren Mann die Totenklage hält“ usw., siehe dort.

Aus all dem und noch mehr, ist es offensichtlich (für das Auge), dass das Exil der Schechina und Knesset Israel ein Aspekt des Verlustes der Königstochter und die Entfremdung von ihrem Geliebten ist, usw. …

Und siehe in dem Buch* Bahir* (62-63, gebracht) in den Auslassungen (#44) des Sohar (Thora Teil von Bereschit 265b Seite 49a) steht geschrieben bezüglich „Komm mein Geliebter, lass uns hinausgehen ins Feld…“ (Lied der Lieder 7:12)

„Dies ist eine Parabel über einen König, der in Räumen innerhalb von Räumen saß usw., und sie heiratete den König und wurde ihm als Geschenk dargebracht. Manchmal nennt er sie ‚meine Tochter‘ und manchmal nennt er sie ‚meine Mutter‘.“

Und so sagten unsere Weisen, gesegneten Angedenkens (Schemot Raba 52:4, Sohar Vajikra 262) hinsichtlich des Verses: „Mit der Krone, mit der seine Mutter ihn krönte“ – er liebte sie in einem Ausmaß, dass er sie ‚meine Tochter‘ nannte…

Und gleichermaßen, überall in dem Buch *Mischlei*, nennt man den Glauben und die heilige Thora ‚gute Frau‘ oder ‚Frau von Tapferkeit‘ und die betrügerischen Überzeugungen und Häresie nennt man ‚schlechte Frau‘ oder ‚betrügerische Frau‘, wie in den Erklärungen von *Raschi* und allen Worten unserer Rabbis, gesegneten Angedenkens, dargelegt wird.

Die Geschichte des *Baal Schem Tov*, gesegneten Angedenkens, wurde bereits gedruckt. Am Ende des Buches *Toldot Jakov Josef*, von dem Händler und seiner Frau, die sich auf See befanden usw., das beruht auf seiner Einleitung, dass „die Frau, die Haschem fürchtet“ Knesset Israel ist (Die Versammlung Israels).

Nachdem Haschem uns all dies (Anspielung auf Bereschit 41:39) durch die frühen Propheten und Zadikim, enthüllt hat, entsprechend dieser Worte kann der verständige Leser, der mit dem Auge absoluter Wahrheit in diese Geschichten hineinblicken will, durch sie erleuchtet werden und wundervolle, Ehrfurcht gebietende Dinge darin finden. Und obwohl es unmöglich ist, den Zusammenhang der ganzen Geschichte vom Anfang bis zum Ende zu verstehen, wird er gleichwohl ein wenig verstehen und es wird seine Seele sehr erfreuen.

Und siehe, die erste Geschichte von der Königstochter, die verloren ging – es ist klar, dass dies das Geheimnis der Schechina im Exil darstellt. Denn das Exil der Schechina begann schon vor der Erschaffung der Welt, in dem Geheimnis des „Zerbrechens der Gefäße“, in dem Geheimnis von „Und dies waren Könige, die regierten usw. (Bereschit 36:31).

Und sobald *Adam Harischon* (der erste Mann) erschaffen wurde, musste er all das berichtigen, alle Welten an ihren Platz zu erheben, Sein gesegnetes Königtum zu enthüllen, gleich bei der Erschaffung der Welt, genauso wie Sein Königtum bei dem Kommen des Messias enthüllt werden wird, möge er schnell, in unseren Tagen kommen. Jedoch war er nicht wachsam bezüglich des Essens vom Baum der Erkenntnis, und so weiter, was dem entspricht, was in der zweiten Geschichte steht, dass der Stellvertreter des Königs die Prüfungen nicht bestand und von dem Apfel aß. Dadurch schädigte er alle Welten und die Schechina fiel nochmals hinab und stieg ab in das Reich des Bösen (buchstäblich die andere Seite), wie bekannt.

Danach kam Noach und wollte berichtigen, er berichtigte jedoch nicht, weil er trank und betrunken wurde, in dem Geheimnis von „Und er trank von dem Wein und wurde betrunken usw. (Bereischit 9:21), wie es in den Büchern steht (Sohar Bereischit 73), dass dies der Aspekt ist von „Was ist der Mann (Psalm 8:5)“ usw. Dies entspricht dem Stellvertreter des Königs, der der die Prüfungen nicht bestand und von dem Wein trank, wie es dort geschrieben steht. Und von da an, mussten alle Zadikim und alle Generationen dieser Berichtigung unterliegen, bis unser Messias kommt, bald in unseren Tagen, dann wird die Berichtigung vollständig sein.

Diese Geschichte ist über jeden Mann und alle Zeiten. Denn für jede einzelne Person, ist diese Geschichte gültig, denn jedes Mitglied des Volkes Israel muss in diese Berichtigung einbezogen werden, um die Schechina aus dem Exil zu befreien, ‚um die Schechina aus dem Schmutz heraufzuziehen‘, um das Königreich der Heiligkeit aus der Mitte der Götzendiener und dem Reich des Bösen (wörtlich, die andere Seite) hervorzuholen, wo es zwischen ihnen umhergeht. Denn dies ist das Geheimnis unseres Dienstes und aller Mitzvot, guter Taten und Beschäftigung mit der Thora, mit denen wir uns alle unsere Tage befleißigen, die alle auf diesem Punkt gegründet sind, wie es in den Schriften des (Arisal, Schaar Hapsukim, Thora Bereschit, das Geheimnis der Sünde Adams) steht.

Und sogar einfache Menschen und die Massen, die rechts nicht von links unterscheiden können, auch sie können, wenn sie privilegiert sind, auf dem geraden Weg zu gehen, abhängig von ihrem Niveau, namentlich das Böse meiden und Gutes tun – denn sogar die einfachste Person weiß, was die Thora verboten hat und „wenn seine Augen zu der Wahrheit und dem Richtigen blicken“ (Mischlei 4:25), wird er sich vom Bösen abwenden und Gutes wählen, dann werden alle Berichtigungen auf den oberen Welten automatisch erfolgen durch ihn und er verdient es, die Schechina von ihrem Fall aufzurichten, proportionell zu seinem Verdienst, sich zu heiligen und zu läutern.

Daher ist jedes Mitglied von Israel daran beteiligt, die Tochter des Königs zu suchen, sie zu ihrem Vater zurückzubringen, damit sie zu ihm zurückkehrt, wie in ihrer Jugend, in dem Geheimnis von (Wajikra 12:13) „und wird zu ihres Vaters Haus zurückgebracht, wie in ihrer Jugend; sie kann nun ihres Vaters Brot essen“.

Denn ganz Israel als Ganzes, ist ein Aspekt von des Königs Stellvertreter, denn sie herrschen über die Welt; so wie Er die Toten erweckt und die Kranken heilt, so auch Israel; wie sie sagten (Einleitung zum Sohar, Seite 5a), „Lese es nicht (Isa 51:16) *‚Ami‘* (mein Volk), sondern *‚Imi‘* (mit Mir). ‚Genauso wie Ich den Himmel und die Erde mit meiner Sprache erschaffen habe, so tust du das‘“ usw.; und es gibt noch viele solche Passagen und ähnliche.

Und jede Person, in dem Ausmaß in dem sie es verdient, Ihm zu dienen, wodurch er sozusagen beschäftigt ist damit, die Schechina zu suchen und die Schechina und Knesset (Versammlung) Israels auffordert, sie aus dem Exil zu holen, in diesem Ausmaß (sozusagen), wird ihm die Schechina enthüllt (sozusagen) von ihrem absoluten Exil. Sie versteckt und verhüllt sich und kommt im Geheimen zu ihm und verrät ihm ihren Aufenthaltsort und was er tun kann, damit er es verdient, sie zu finden.

Dies entspricht der Tochter des Königs, wie sie dem Stellvertreter des Königs ihren Aufenthaltsort verrät und auf welche Art er sie herausholen kann. Und die Arten, die dort erklärt werden, sind sehr eindeutig klar in ihrer einfachen Bedeutung. (Denn so war die Art von Rabbeinu, gesegneten Angedenkens, in den meisten Geschichten sagt er in dem Kontext der Geschichte Worte von* Mussar* in der einfachen Bedeutung, die jedem, der hineinsieht, klar sein wird).

Denn ein Mensch muss sich einen Platz suchen und bestimmen, für Buße und Fasten und er muss sich immerzu sehnen nach Ihm, gelobt sei Er, dass er es verdiene, Ihn zu erkennen; dass Sein Königtum in der Welt enthüllt werde; „und lasse jeden Mann, der geformt wurde, erkennen, dass Du ihn geformt hast und lass allen, die Atem in der Nase haben, sagen… ‚und sein Königreich regiert über alle‘ (Psalmen 103:19) (Gebete der Hohen Feiertage)“. Denn das ist die hauptsächliche Errichtung der Schechina aus dem Exil – wenn Menschen es verdienen, Sein Königreich in totalem Glauben an die Wahrheit zu erkennen und jeder Ihn kennt, gelobt sei Er, von klein bis groß „und das Königreich wird Haschems sein (letzte Worte von *Ovadia*)“ usw.

Und wenn ein Mann beginnt, sich dem zu widmen und sich einen Platz wählt für sein *Hitbodedut* (alleine sein, um mit G-tt zu sprechen), sich dem Dienst an Haschem zu widmen, auf Ihn zu hoffen und sich nach Ihm zu sehnen, gelobt sei Er und gelegentlich verdient er es, dass es längere Zeit anhält.

Dann jedoch, wenn er sich seinem Ziel nähert – einer Offenbarung Seines Königtums, gelobt sei Er, wird ihm dann, am letzten Tag, eine Prüfung bereitgestellt, entsprechend seiner Stufe. Dann, an diesem Tag, von dem alles abhängt, stärkt sich der Ankläger (*Baal Davar* – die prozessführende Partei) mit all seiner Macht und großem Aufschwung gegen ihn und beginnt eine Diskussion mit ihm. Er zieht ihn heran und drängt ihn, seinen Rat anzunehmen.

Er sieht, dass es „ein Vergnügen für die Augen und wünschenswert“ ist (Bereschit 3:6) und er nimmt von der Frucht und isst sie, G-tt behüte und besteht die Prüfung nicht, die bereitgestellt wurde, ihn zu dieser Zeit zu prüfen und zu läutern.

Dann fällt sofort Schlaf über ihn und Schlaf ist die Abwesenheit von *Mochin* (Gehirn, Intellekt und besonders höheres Bewusstsein), wenn sein Verstand und seine Weisheit, die sein Angesicht erleuchten, von ihm entfernt sind, in dem Geheimnis von „und sein Gesicht fiel (Bereschit 4:5)“ und es steht geschrieben „Weshalb ist dein Gesicht gefallen? (Bereschit 4:6)“.

Siehe dies am Beginn der Lektion, die beginnt mit: „Rabbi Schimon eröffnete“ (*Likutei Maharan*, Thora 60). Dort spricht er darüber, dass durch den Makel der Gier, zu essen, ein Mensch sein Gesicht verliert – welches sein Intellekt ist und dann fällt er in den Aspekt des Schlafes. Siehe gut nach dortselbst und du wirst verstehen, denn dort spricht er ausführlich über Erzählungen, durch die Menschen aus ihrem Schlaf erweckt werden; siehe dort.

Und wenn ein Mensch zu solchen Zeiten sich im Aspekt des Schlafs befindet, G-tt bewahre, geschieht ihm, was ihm geschehen muss. Das deutet die Soldaten an, die an dem Vertreter des Königs vorbeimarschierten, als er in tiefem Schlaf lag. Und später wachte er auf und wurde sich bewusst, dass er so lange geschlafen hatte, da ging er nochmals zu dem Ort der Königstochter. Sie informierte ihn darüber, wieviel Erbarmen sich über ihm und über ihr befand und dass er wegen eines Tages verloren hatte, was er verlor. Und sie erleichterte ihm die Verbote, dass er nicht fasten musste, er solle nur meiden, Wein zu trinken, damit er nicht in Schlaf falle.

Wieder sehnte er sich lange Zeit, im Dienst von Haschem, um die Königstochter herausholen zu können. Jedoch am letzten Tag konnte er der leichteren Prüfung nicht standhalten, denn er sah eine Quelle von Wein und begann, davon angelockt zu werden und sagte zu seinem Diener: „Hast du gesehen? Hier ist eine Quelle, wie kommt der Wein da hinein?!“ Doch in der Zwischenzeit ging er hin und nahm ein wenig und kostete und sofort fiel er in tiefen Schlaf und schlief sehr lange.

Denn so ist der Ankläger und die Gelüste – wenn er einen koscheren Mann anstacheln will, der sich von seinen Begierden befreien will. Er verführt ihn dann nach und nach, sodass er nie in seinem Denken überrascht ist über die Dinge, die er begehrt. Und sobald er in ein Gespräch über das Objekt seiner Begierde hineinstolpert, überwältigt ihn der Ankläger und bringt ihn dazu, darüber zu fallen, wie in der Thora steht bezüglich des Baumes der Erkenntnis, wie die Schlange zu der Frau sprach: „Hat G-tt es wirklich gesehen? Und sie sah, dass der Baum gute Früchte zum Essen hatte und das Auge erfreute usw. (Bereschit 3:6)“.

Siehe und du wirst finden, dass dies der Fall ist bei allen Begierden und Prüfungen. Und wer wirklich intelligent ist und Erbarmen hat mit seiner Seele – um seine Seele vor Vernichtung zu beschützen und er will die Prüfung bestehen – er muss mit all seinem Heldenmut darauf bestehen, sich total abzulenken und auf überhaupt keine Argumente mit seinen Begierden eingehen. Er soll darüber gar nicht sprechen, sich wundern, oder über sie erstaunt sein, die Vorschläge seiner Gedanken sollen ihn überhaupt nicht alarmieren. Dies steht geschrieben in dem Alef Bet Buch (*Sefer Hamidos*, Eintrag über Zügellosigkeit, Artikel #10): „Gehe mit deinen Versuchungen in keine Argumente oder Gegenargumente ein“, siehe dortselbst.

Er soll vielmehr seine Aufmerksamkeit total davon ablenken und seinen Verstand klären mit Worten der Thora, oder Handel, oder Konversation und so weiter, bis er entrinnt, wovor er fliehen muss. Und später, wenn solche Gedanken und Ideen zurückkehren und ihn erregen und er sie neuerlich überwinden muss, um seine Gedanken davon abzulenken, muss er das sehr oft tun und er muss oft sehr hartnäckig sein, bis er den Krieg gewinnt.

(Und siehe, da er das zweite Mal die Prüfung wieder nicht bestand und von dem Wein kostete, überfiel ihn wieder ein langer Schlaf und er schlief sehr, sehr lange, nämlich siebzig Jahre). Und das Konzept des Schlafens während siebzig Jahren, kann man klar aus der Thoralehre erkennen: „Rabbi Schimon öffnete“, in dem oben erwähnten Kapitel (60). Denn es gibt Menschen, die von den siebzig Gesichtern der Thora abfallen, was den siebzig Jahren entspricht usw., siehe dortselbst. Es ist unmöglich, sie zu erwecken, außer durch Geschichten aus uralten Zeiten (wörtlich Jahren) usw. Sieh dich dort gut um.

Und die Königstochter, die seine Seele repräsentiert, als sie an ihm vorbeikommt und sieht, dass er in einen tiefen Schlaf gefallen ist, viele Tage und Jahre, da weint sie schrecklich, weil großes Erbarmen über ihm und über ihr ist. Dann lässt sie ihn wissen, wo ihr Aufenthaltsort ist, sie ist jetzt nicht mehr am ersten Ort, sondern an einem anderen Ort, namentlich auf einem goldenen Berg usw. … Und der Hinweis ist klar, er tat, was er tat und fiel, solch eine lange Zeit, nichtsdestotrotz erweckt ihn die Schechina immer wieder und sie gibt ihm immer wieder neue Hinweise, neue *Eitzes* (Heilmittel, Beratung), wie er die Wurzeln seiner Heiligkeit suchen und erbitten soll, was der Königstochter entspricht.

Und so, obwohl der Stellvertreter des Königs zweimal die Prüfung nicht bestand und in einen derart tiefen Schlaf fiel und alles, was ihm geschehen musste, geschah und nach so harten und außergewöhnlichen Mühen, Reisen und Abenteuern, die er bestehen musste, um die Königstochter zu finden und dann wegen eines Tages verlor (er) alles – und so stolperte er zweimal. Trotz all dieser Vorkommnisse ließ er es nicht zu, ganz verzweifelt zu werden, G-tt behüte. Sondern er ging und fragte nach und suchte den goldenen Berg und das Perlenschloss. Nachdem er noch mehr harte Mühen und Reisen und Suchen nach dem Berg und dem Schloss auf sich nehmen musste, fand er einen großen Mann mit einem großen Baum usw. und dieser Mann überredete ihn, dieser Berg und das Schloss existiere sicherlich nicht und er wollte ihn irreführen und davon abbringen, damit er umkehre. Doch der Stellvertreter des Königs hörte nicht auf die Hindernisse und Entmutigungen und behauptete, der Berg und das Schloss würden sehr wohl existieren, bis der große Mann gezwungen war, alle Tiere einzuberufen usw., doch sie alle behaupteten, das gäbe es nicht.

Und dann sagte er (der große Mann zu dem Stellvertreter des Königs): „Sieh mit deinen Augen, dass es nicht existiert und wofür ermüdest du dich so viel für nichts? Wenn du auf meine Worte hören willst, gehe zurück“.

Doch er beachtete das nicht und sagte, es existiere sicherlich. Dann sagte ihm der große Mann, er solle zu seinem Bruder gehen, der für alle Vögel verantwortlich sei und er strengte sich an, bis er ihn fand. Und der zweite versuchte auch, ihn davon abzubringen und er solle abdrehen – der Berg und das Schloss existiere sicher nicht. Er hörte jedoch nicht auf seine Abschreckungen und der zweite war auch gezwungen, alle Vögel einzuberufen, die antworteten aber, so ein Berg und solch ein Schloss existiere nicht auf der Welt. Und der zweite Mann sagte ihm ebenfalls: „Siehe mit deinen Augen, dass du dich umsonst mühst. Geh zurück“.

Er lieh sein Ohr auch dem zweiten nicht und sagte, er sei stark in seiner Überzeugung, das existiere. Dann sagte ihm der zweite Mann, er solle zu dem dritten Bruder gehen, der über alle Winde herrsche. Und der wollte ihn genauso stark abbringen, wie alle zuvor, doch danach versammelte er alle Winde und allen versicherten ihm, es existiere nicht. Und dann sagte dieser Dritte zu ihm: „Nun schaue und sieh, dass du dich umsonst gemüht hast, denn du wirst es ganz sicher nicht finden“.

Und da sah er, dass alle Möglichkeiten ausgeschöpft waren und er wusste nicht, ob er sich nach links oder rechts wenden sollte, um sie zu finden, in seinem Inneren jedoch war er sicher, der Berg und das Schloss, in dem die Königstochter weilte, existiere.

Dann, aus dem großen Schmerz und der Bitternis, begann er schrecklich zu weinen, Und in diesem Augenblick hate G-tt, gelobt sei Er, Mitgefühl für ihn und gerade dann kam ein Wind, der ihn informierte, er selbst habe die Königstochter zu dem Berg und dem Schloss gebracht. Und dann gab er ihm ein Gefäß, aus dem er Geld hervorholen konnte, damit er wegen Geldes auf keine Hindernisse stoßen solle.

Er ging dann dorthin und arbeitete hart, um einen Plan auszuhecken, bis er sie herausholte. Glücklich ist er!

Und wer auch immer dies mit einem Auge für Wahrheit liest, wird gründlich verstehen, wieviel ein Mensch sich in dem Dienst an G-tt stärken muss und wie sehr er hartnäckig sein muss in seinem Dienst an G-tt – ohne Grenzen, Limiten und Zahl; jeder einzelne Mann, abhängend von seinem Niveau, seinen Aufstiegen und Niederlagen – selbst wenn ihm geschehen ist, was ihm geschehen musste.

Siehe und verstehe und prüfe diese Geschichte – wie viel Mühe und Plage der Stellvertreter des Königs aufwandte und danach fiel er sehr tief, indem er eine leichte Prüfung zweimal nicht bestand, bis er in den Aspekt von Schlaf der ganzen siebzig Jahre fiel, wie erwähnt. Jedoch trotzdem verzweifelte er nicht und danach mühte er sich und ließ sich durch kein Hindernis oder Entmutigung aufhalten, durch die man ihn behindern und entmutigen wollte, damit er sie nicht mehr erwünsche und suche.

Und je mehr er sich stärkte und gegen diese Entmutigungen ankämpfte, desto mehr wurden sie rückgängig gemacht und sie halfen ihm, denn jeder von ihnen berief für ihn die Tiere oder Vögel ein, über die er herrschte. Und wenn sie ihn danach wieder entmutigten und zu ihm sagten „Siehe, es existiert nicht“, hörte er trotzdem nicht auf ihre Entmutigungen.

Dann halfen sie ihm und jeder von ihnen informierte ihn über einen Bruder, bis er zu jenem kam, der über die Winde ernannt war, durch den er an sein Ziel kam. Auch dieser entmutigte ihn sehr extrem, doch da er in seinem Verstand stark war und niemals auf irgendeine Weise aufgab, dann, in einem flüchtigen Moment, verkehrte sich die Sache und Hindernisse wurden in Unterstützung und Erlösung verwandelt. Ein Wind kam und sagte ihm, er habe die Königstochter zu dem Berg und dem Schloss getragen und danach brachte dieser Wind auch ihn dorthin.

Siehe und blick auf jedes Detail der Geschichte und verstehe die Hinweise und die wundervolle Erweckung, wie sehr man sich stärken muss zu suchen, nach der Hilfe G-ttes streben, suchen und verlangen, wie geschrieben steht: „Suche immerzu nach Seinem Gesicht“ (Psalmen 105:4) usw. Denn wenn wahrhaftig das Wesen der Geschichte jenseits unseres Wissens ist und wir überhaupt nicht wissen, was der goldene Berg mit dem Schloss bedeutet usw., oder die restlichen Konzepte, generell oder insbesondere einzeln – nichtsdestotrotz werden alle Hinweise geschrieben und dem Auge der Wahrheit aus dem Inneren der Geschichte klar gemacht. Und die Person, die dies wünscht, kann mehr Hinweise und wunderbare Erweckungen aus ihnen herableiten.

„Der weise Mann wird hören und Lebenslehren vermehren (Mischlei 1:5)“. Gleichermaßen auch aus den anderen Geschichten. (Das Konzept eines Berges aus Gold und einem Palast aus Perlen weist auf einen wundervollen Wohlstand hin, den man für (eine gewisse Stufe von) Betrachtung der Thora braucht usw., wie in den Lektionen „Rabbi Schimon eröffnete“ (Likutei Maharan, Kapitel 60, Band 1). Siehe dortselbst sehr genau hin, denn diese Lektion ist eine Erklärung für diese Geschichte, wie wir von ihm, gesegneten Angedenkens, verstanden haben).

Aufmerksamkeit auf die Geschichte von dem *Chacham *(Klugen, Anspruchsvollen) und dem *Tam *(Einfachen) (#9). Hier wird man die Absicht klar definiert sehen, dass es der Hauptzweck ist, in Einfachheit zu gehen, ohne irgendwelche Raffinesse. Also siehe dort aufmerksam auf jede Äußerung und finde wundervolle Hinweise, sich zu stärken in dem Weg der Einfachheit, der das hauptsächliche Ziel auf dieser Welt ist, umso mehr noch auf der zukünftigen Welt.

Und gleichermaßen in der Geschichte der vertauschten Söhne (#11) und noch mehr, viel mehr, in der Geschichte von den sieben Bettlern (#13) bei der bei jedem einzelnen ein wunderbarer und Ehrfurcht gebietender* Mussar* unvergleichlich dargeboten wird, denn jeder einzelne rühmt sich, wie hervorragend er im Äußersten von der Welt entfernt ist.

Denn dieser rühmte sich, ganz blind für die Welt zu sein und gar nicht auf die Welt zu blicken, denn die ganze Welt zähle für ihn weniger als ein Augenblick und so weiter.

Und der Taube rühmte sich, dass er absolut taub sei für jegliche Laute dieser Welt, die alle von Dingen abhängen, die mangelhaft seien, denn die ganze Welt sei für ihn nichts wert, um den Ton ihrer Mängel zu hören…

Und einer rühmte sich, dass er nicht die geringste Äußerung spreche, die nicht G-tt, gelobt sei Er, preise. Deshalb sei er total stumm für die Sprache der Welt.

Einer rühmte sich, er wolle keinen einzigen Atemzug auf dieser Welt lassen, so auch die anderen.

Betrachte das gut dortselbst und wenn du mit dem Auge der Wahrheit dorthin blickst, wirst du stillstehen, beben und sprachlos sein und die unvergleichlichen Wunder von *Mussar* sehen und die Ehrfurcht gebietende Erweckung zu G-tt, gelobt sei Er, in der Geschichte, zu der es nichts Vergleichbares gibt.

Und siehe unsere Worte in dem Buch *Likutei Halachot *(‚Sammlung von Gesetzen‘), an mehreren Orten, wie Haschem meine Augen erhellt hat und verschiedene Hinweise auf einige der Geschichten.

Siehe die Gesetze der *Tefillin* (Phylakterien; Halacha #5), die durch die Geschichte des ersten Bettlers, der blind war, erklärt wird. Siehe dortselbst.

Und in den Gesetzen der Morgengebete (Halacha #3), die erklärt werden durch die Geschichte der vertauschten Söhne.

Und in den Gesetzen der Gebete (Halacha #4), die erklärt werden durch die Geschichte des Meisters des Gebets.

Und in *Jore Dea *(Einer der vier Teile des jüdischen Gesetzbuches), bei den Gesetzen zu Würmern (Halacha #4), wird erklärt durch die Geschichte des sechsten Bettlers, der keine Hände hatte, der die Geschichte erzählte von der Prinzessin, die zu dem Schloss aus Wasser geflohen war usw. …

Und in *Ewen Haeser *(einem anderen Teil des jüdischen Gesetzbuches), bei den Gesetzen für die Heirat (Gesetze der Zeugung, Halacha #3:32), bezüglich der soeben erwähnten Geschichte, was dort geschrieben steht, dass die Heilung der Königstochter durch sieben Arten von Musik erfolgt; und an mehreren anderen Orten. Siehe dort und finde *Nachas *(Freude, Vergnügen an der Zufriedenheit) mit der Hilfe G-ttes, gelobt sei Er.

Und siehe in den Büchern der Gesetze zu Gelübden (Halacha 4:25), im Zusammenhang mit der Geschichte des vierten Tages, die Angelegenheit der zwei Vögel.

Und in den Gesetzen der Wohltätigkeit (Gesetze von Lehrern und Wohltätigkeit 4:13) bezüglich der Geschichte des dritten Tages, im Zusammenhang mit dem Bettler, der sprachgeschädigt war und der Frühling, der über der Zeit steht und das Herz der Welt.

Möge, G-tt, gelobt sei Er, uns Wunder in Seiner Thora zeigen, damit wir fortfahren dürfen, weitere wahre Hinweise zu finden, in den Geschichten und Worten, die wir von diesem Licht hören durften.

Dies fanden wir in einem Sack voller Schriften. Ihr Thema ist eine Entschuldigung für ihn, gesegneten Angedenkens, der die Geschichten in so direkter (einfacher/gemeinsamer) Sprache geschrieben hat und hier ist sie:

Rabbi Nathan schrieb): Ferner hielt ich es für richtig, die Herzen der Leser auf dieses Buch von Legenden zu lenken, damit sie ihm nicht grollen (Rabbi Nachman) dafür, dass gelegentlich gefunden wird, dass sich von unter seiner Zunge raue Ausdrücke in die Erzählungen einschlichen.

Zum Beispiel: „Und er wurde zornig auf sie“ in der ersten Geschichte und „er begann zu trinken“ in der Geschichte der vertauschten Kinder und noch mehr an anderen Orten.

Mögen sie ihn günstig beurteilen, denn es war „Als ob ein Irrtum vor dem Herrscher vorausgeht“ (Kohelet 10:5) unter großer Notwendigkeit, weil…

(Bis hierher ist, was wir gefunden haben und ich habe seine Worte, gesegneten Angedenkens, Buchstabe für Buchstabe abgeschrieben).

Und siehe, es ist ganz klar, dass es sein heiliger Wille war, einen Grund dafür anzugeben; aber offensichtlich hörte er in der Mitte auf, wegen eines unvermeidlichen Unfalls und es wird uns nie mehr vergönnt sein, dass G-tt, gelobt sei Er, ihn veranlassen solle, es selbst aufzuschreiben.

Gepriesen sei der Herr, dass durch Seine große Gnade diese Worte geschrieben wurden. Denn bei jeder Äußerung, die er schreiben wollte, um es der Welt zu enthüllen, gab es große Hindernisse gegen ihn. Und deshalb war er sehr, sehr in Eile bei seinem Schreiben, wie wir mit eigenen Augen sehen konnten, denn er pflegte uns immer zu sagen, wenn er sich nicht beeilen würde, die Hindernisse zu brechen und sofort zu schreiben, wisse er nicht, ob er es überhaupt schreiben könne, aus Gründen, die von ihm geheim gehalten wurden.

Und nun, da ich eine Enthüllung von ihm, seligen Angedenkens, gehört habe, es sei sein Wunsch, wenn es erneut gedruckt werde, solle man einen Grund dafür schreiben. Ich habe beschlossen, nicht zurückhaltend zu sein und wenigstens einen Grund der vielen, die verborgen waren und von ihm geheim gehalten wurden, zu veröffentlichen.

Und dies ist, was ich von ihm, gesegneten Angedenkens, gehört habe: Denn unseren Meister, Führer und Lehrer, Rabbi Nachman, möge das Angedenken an die Gerechten und Heiligen ein Segen sein, erzählte die Geschichten in dem Jiddisch, das damals in unserem Land der Volksmund war.

Und unser Anführer und Lehrer, Rabbi Nathan, möge das Angedenken an die Gerechten ein Segen sein, seine wertvollen Jünger, gesegneten Angedenkens, wählten es, sie in der heiligen Sprache niederzuschreiben (Hebräisch).

Und er senkte absichtlich seine Sprache in eine einfachere Kategorie, damit die Konzepte sich nicht unterschieden für jene, die sie in der heiligen Sprache lasen, von denen, die er, gesegneten Angedenkens, auf Jiddisch, das bei uns üblich war, erzählte. Und das ist der Grund, dass wir von seiner (Rabbi Nathans) heiligen Zunge gelegentlich an einigen Stellen solch gängige Terminologie hören.

Das ist der Grund entsprechend dessen, was ich von ihm, gesegneten Angedenkens, gehört habe, außer den verborgenen Gründen, die er hatte und die ich nicht den Vorzug hatte, von ihm, gesegneten Angedenkens, zu hören. Es ist richtig zu glauben, er habe noch andere, geheime Gründe gehabt, denn man weiß aus seinen heiligen Büchern, dass er hervorragend wortgewandt war, dennoch senkte er hier sein Niveau auf eine simple Sprache. Daher muss angenommen werden, dass er einen tiefgreifenden Grund dafür hatte. Ein Mann des Glaubens soll im Überfluss gesegnet sein (Mischlei 28:20). Amen, möge es Sein Wille sein.

## Das Jiddische Vorwort

Die Geschichten in diesem Buch enthalten große Geheimnisse der Thora; sie enthalten sehr große Dinge. Es gibt kein banales Wort darin und sogar einfache Leute können großen *Mussar* aus den Geschichten lernen. Denn die Geschichten besitzen eine große Kraft, alle Menschen aus dem Schlaf zu erwecken, um zu verhüten, dass jemand grundlos, der Himmel möge es verhüten, in den Tag hineinschläft. Und wer auch immer mit einem ehrlichen Auge in diese Geschichten hineinschaut, kann ein wenig von G-ttes Größe sehen und verstehen. Sogar einfache Menschen können Einblicke in Hinweise auf Mussar erhalten – so dass sie sich gut umschauen, was der Zweck der Welt ist; so dass sie es sich nicht gestatten, von der Welt getäuscht zu werden. Und man solle Tag und Nacht beten, von der Falschheit der Welt gerettet zu werden und es zu verdienen, so zu sein, wie G-tt, gelobt sei Er, es wünscht. Und ferner gibt es in den Geschichten esoterische Dinge, die man nicht aufschreiben oder erzählen kann, glücklich ist der, der ein wenig davon weiß. Und weil wir einmal aus seinem Mund hörten, er habe den großen Wunsch, dass die Geschichten gedruckt werden sollten, oben Hebräisch und darunter Jiddisch, deshalb haben wir seinen heiligen Wunsch erfüllt und es auf diese Weise gedruckt. Denn das allgemeine Volk muss auch mit den Geschichten bekannt gemacht werden; auch wenn sie kaum wenige der Bedeutungen verstehen werden und wie weit sie reichen. Trotzdem wird es für sie von großem Nutzen für das endgültige Ziel (des Lebens) sein, wenn sie diese mit ehrlichem Auge betrachten. Denn sie haben eine große Kraft (einen Menschen) für den Allmächtigen zu erwecken.

Wie schon erwähnt, sind die Geschichten nicht, möge es der Himmel verhüten, leere Worte. Und der Rebbe, möge er in Frieden ruhen, pflegte nach den meisten Geschichten Verse oder gewisse Konzepte erwähnen, damit die Menschen verstanden, dass er nicht, der Himmel verhüte es, leere Worte gesprochen hatte.

(Zu diesem Zweck) deutete er Hinweise an, wohin die Geschichte reichte, denn alle diese Geschichten sind vollständige Geheimnisse der Thora.

## Erklärung

Dies dient ausdrücklich als Information, dass jedes Wort, das in diesem Buch gedruckt ist, heiligstes Heiligtum ist; reine Geheimnisse der Thora. Man soll nicht denken, das seien einfache Geschichten, denn die Geschichten, die in diesem Buch präsentiert werden, wurden von dem großen Zadik von übernatürlicher Heiligkeit, dem heiligen Rebbe, Rabbi Nachman, erzählt, möge das Angedenken an den Zadik ein Segen sein; mögen seine Verdienste uns beschützen. Seine Absicht war, uns zu lehren, dem Einen oben (dem Allmächtigen), zu dienen. Und würden wir nur die großen Geheimnisse verstehen, die diesen Geschichten innewohnen, wären wir heilige Juden, wie wir es sein sollten. Und G-tt, gelobt sei Er, wird uns den Gerechten Erlöser schicken, sehr bald, in unseren Tagen, Amen.

Na Nach Nachma Nachman MeUman

## GESCHICHTEN AUS ALTEN ZEITEN

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**Inhalt**

WICHTIGER HINWEIS	4

VORWORT UND EINFüHRUNG	6

WIE DIE KÖNIGSTOCHTER VERLOREN GING	14

VON DEM KÖNIG UND DEM KAISER	30

DIE GESCHICHTE VOM LAHMEN	58

VOM KÖNIG, DER DIE KONVERSION BEFAHL	88

VOM Königssohn, der aus Edelsteinen bestand	103

VON DEM BESCHEIDENEN KÖNIG	111

VON DER FLIEGE UND DER SPINNE	118

VON DEM RABBINER UND DEM EINZIGEN SOHN	132

EIN KLUGER MANN UND EIN EINFACHER MANN	142

VON DEM BÜRGER UND DEM ARMEN	200

VON EINEM KÖNIGSSOHN UND DEM SOHN EINER MAGD, DIE VERTAUSCHT WURDEN	263

DER MEISTER DES GEBETS	313

DIE SIEBEN BETTLER	420

**Vorwort und Einführung zu dem Buch „Erzählungen“**

Rabi Nachman von Breslav, auch bekann unter dem Namen „Rabbi Nachman von Uman“ (wegen des bekannten Ortes seines Grabes) lebte vor ungefähr 213 Jahren. (1772 – 1810). Sein Leben war zwar kurz, jedoch voller Tatendrang, den er hauptsächlich dem Ziel widmete, das Geheimnis der Schöpfung zu ergründen und die ganze Welt zu verbessern.

Er wurde seinem Vater Simcha und seiner Mutter Feige im Monat Nissan geboren und war ein Enkel Des Rabbi Israel Baal Schem Tov, sein Angedenken sei zum Segen, der die Bewegung des Chassidut gründete und wuchs auch in dessen Haus auf. Seine erhabene Abstammung hinderte ihn jedoch nicht daran, sein ganzes Leben lang den Weg der Wahrheit zu suchen, der für die kommende Generation so unerlässlich ist, und den Weg der Sühne für jeden Menschen auf der Welt zu erstreben (sogar für den größten Sünder), wie auch einen Weg für alle Völker zu ebnen, wie es im Buch „Chaje Mohara’n erläutert wird.

Für diesen erhobenen Zweck ist es gestattet, Streit und Beleidigungen auf sich zu nehmen, sogar von Seiten seiner Verwandten, wie in dem Buch „Likutei Mahara“n“ (Lehre 228) erklärt wird. Wer Menschen näherbringen will, die weit von der Heiligkeit entfernt sind, oder sie zum Judentum bekehren will, darf Streitigkeiten auf sich nehmen. Einer der neuen, wunderbaren Wege ist dieses Buch, das hier vorliegt, eine herrliche Sammlung im Grunde genommen einfacher und interessanter Erzählungen, doch in Wahrheit enthalten sie wunderbare Ratschläge für das Leben, wie auch große, furchtgebietende Geheimnisse aus den Schriften der Kabbala über die Schöpfung und das Leben. Jeder, der darin lesen wird, dem wird versprochen, sein Herz werde sich öffnen für gute Taten und er werde seinen Weg ins rechte Lot bringen, bis er die ganze Welt zu ihrer ganzen Berichtigung führen wird.

Das Buch wurde erstmals im Jahre 1814, nach dem Tode des Rabbi gedruckt. Seit damals wurde es in einigen hundert Auflagen gedruckt und in viele Sprachen übersetzt. (Leider sind viele gedruckt worden, die sich nicht an das Original halten, das zeigt jedoch die große Bedeutung des Buches in den Augen der Welt). Wie wichtig dieses wundervolle Buch auch ist – so groß waren auch die Streitereien und Einwände dagegen, sogar unter den Chassidim. Wie wir schon erwähnten, wenn sich ein Pfad öffnet, der eine Heilung, einen neuen Weg und Hilfe für die Welt bedeutet, sollen wir die Streitigkeiten nicht fürchten, sondern es ist unsere Pflicht, Allen dieses Gute nahezubringen.

Daher tat Rabbi Nachman seinen ausdrücklichen Willen kund, das Buch solle in der gesprochenen Sprache (das war damals Jiddisch) gedruckt werden und auch solle das Buch übersetzt werden, damit es auch für Frauen und Kinder verständlich sei, nicht nur für große Weise. Deshalb unternahmen wir mit G-ttes Hilfe diese heilige Arbeit.

Selbstverständlich wird uns auferlegt, Vorsicht walten lassen, Einzelheiten in den Geschichten des Rabbi nicht zu verändern, denn jedes Detail weist auf höhere Dinge und große Geheimnisse hin, wie wir schon erklärt haben. Rabbi Nachman selbst warnte davor, Einzelheiten der Geschichten zu verändern. Der Rebbe selbst hat uns testamentarisch aufgetragen, seine Thora zu veröffentlichen.

Durch seine heiligen Schüler verstanden wir, wie wichtig es ist, sich mit der Übersetzung und dem Druck dieser Zusammenstellung zu beschäftigen (Rabbi Nathan führt dies in der Einleitung des Buches und in seinem Testament aus, das sich am Ende des Buches „Alim Letrufa“ befindet. Aus den Worten seines teuren Schülers, Rabbi Israel Odesser, verstehen wir ausdrücklich, es sei in siebzig Sprachen zu übersetzen7).

Daher machten wir uns mit Ehrfurcht und Respekt an die Arbeit und bemühten uns nach bestem Wissen und Gewissen, nichts zu verändern und dies ist das Einzigartige und das Authentische dieses Buches. In der Hoffnung, dass keine Fehler sich unter unseren Händen einschleichen und dass die große Hoffnung des Rabbi sich erfülle, indem dieses Buch gedruckt wird, Amen und Amen!

Wer immer einen Fehler erblickt, wird eingeladen, sich in jeglicher Sprache an uns zu wenden und wir werden versuchen, sie mit Hilfe des Himmels zu richten.

**Wichtiger Hinweis**

**Eine** kritische, exakte und wortgetreue Übersetzung, die dem Originaltext folgt, oft das Jiddische eher berücksichtigend als das Hebräische, oder eine Repräsentation beider.

Jegliche Fehler, G-tt bewahre, sowohl inhaltlich, als auch sprachlich, sind ausschließlich dem Übersetzer oder dem Editor zuzuordnen, nicht jedoch den Original – Lehren oder Gebeten.

Runde Klammern im Text geben das Original wieder, eckige Klammern stellen Bemerkungen oder Hinweise des Übersetzers dar. Die eckigen Klammern des Übersetzers werden sowohl als Klammern, wie auch als Fußnoten dargestellt. Sie sind die Worte und Auslegungen des Übersetzers und sollen lediglich als Anhaltspunkte oder Hinweise für Laien dienen.

Sie sind bestenfalls eine Interpretationsmöglichkeit von vielen, die der Herr und Meister dieser Lehren, Rabbi Nachman s.A., beabsichtigt hat. Ich entschuldige mich also im Voraus für diese möglichen Interpretationsfehler. Möge sich dem Leser der wahre Sinn dieser Geschichten erschließen, möge er den wahren Sinn für sich finden und sich entsprechend verhalten.

## WIE DIE KÖNIGSTOCHTER VERLOREN GING

Unterwegs erzählte ich eine Geschichte. Wer sie zu hören bekam, wurde von Gedanken der Buße beflügelt. Und dies ist die Geschichte:

Es war einmal ein König, der sechs Söhne hatte, jedoch nur eine Tochter. Er hatte diese Tochter sehr lieb, sie war ihm wichtig und bereitete ihm viel Vergnügen. Einmal, an einem Tag war er mit ihr zusammen und sie verärgerte ihn. Da entschlüpfte aus seinem Mund unbeabsichtigt: „Der Nicht Gute soll dich wegnehmen“. Bei Nacht ging sie in ihr Zimmer. Am Morgen war sie verschwunden und niemand wusste, wo sie sich befand. Und er (der König) war sehr verstört und lief überallhin, um sie zu suchen, jedoch umsonst.

Da kam der zweitwichtigste Mann des Königreichs, der Vizekönig und er sah, dass der König großen Kummer hatte. So bat er um einen Knecht, ein Pferd und Geld für seine Auslagen und ging sie suchen, bis er sie fand. (Jetzt erzählt er über seine lange Suche und wie er sie fand).

Nachdem er lange Zeit überall ohne Erfolg gesucht hatte, über Wüsten und Felder, sah er plötzlich einen Weg an der Seite. Er dachte lange nach und überlegte: „Da ich schon so lange in der Wüste herumwandere und sie nicht finden kann, werde ich diesem Weg folgen. Ich werde diesen Weg gehen, vielleicht wird er mich zu einer bewohnten Gegend führen“.

Nach langer Zeit gelangte er zu einem Schloss, das von vielen Soldaten umgeben war. Das Schloss war wunderschön und die Soldaten waren in viele Legionen aufgeteilt. Er hatte große Angst vor den Soldaten, die ihn vielleicht nicht in das Schloss lassen würden. Schließlich band er sein Pferd an einen Baum und ging in das Schloss. Man ließ ihn anstandslos passieren.

Er ging von Raum zu Raum, bis er zu einem Thronsaal kam, in dem ein König auf einem Thron saß. Mehrere Truppen standen um ihn herum, viele Musikanten spielten auf Instrumenten für ihn und alles war sehr feierlich und wunderschön.

Weder der König, noch jemand anderer fragte ihn nach seinem Begehr. Und er sah dort Delikatessen und gutes Essen. Also ging er hinüber und aß, danach legte er sich in einen Alkoven (d.h. ein Winkel), um zu beobachten, was nun geschehen würde.

Er sah, wie der König befahl, die Königin zu ihm zu bringen. Also gingen Diener, um sie zu holen. Großer Lärm und große Freude entstanden dort.

Musikanten spielten und sangen sehr leidenschaftlich, weil die Königin zugegen war. Man brachte noch einen Thronstuhl und setzte die Königin neben den König. Der Vizekönig erkannte sie, sie war die Tochter des Königs.

Da blickte die Königin auf und sah den Vizekönig ihres Vaters in einem Winkel liegen und erkannte ihn. Sie erhob sich von ihrem Thron, ging auf ihn zu, berührte ihn und fragte erstaunt: „Erkennst du mich“? „Jawohl, ich kenne dich“, antwortete er, „Du bist die Königstochter, die verloren gegangen ist“.

Er fragte sie: „Wie kommst du hierher“?

Da antwortete sie: „Weil meinem Vater die Worte entschlüpft sind, der >>Nicht Gute<< soll dich holen und hier, dies ist der Ort, der nicht gut ist“.

Da erzählte er ihr, dass ihr Vater sehr vergrämt sei und dass er sie viele Jahre gesucht habe. „Wie kann ich dich von hier befreien“? fragte er die Königstochter.

Da antwortete sie: „Du kannst mich nicht befreien, es sei denn, du suchst dir einen Ort aus und wirst ein Jahr lang dort sitzen. Und das ganze Jahr lang soll es deine Sehnsucht, dein Bestreben und deine Hoffnung sein, mich von hier hinaus zu führen. Zusätzlich sollst du fasten. Am letzten Tag des Jahres sollst du fasten und nicht schlafen 24 Stunden lang“.

Also ging er und tat, was die Königstochter ihn geheißen hatte. Am letzten Tag fastete er und schlief nicht und machte sich auf den Weg dorthin (zu dem Ort der Königstochter, um sie hinauszuführen). Da sah er einen Baum, auf dem wunderschöne Äpfel wuchsen. Sie waren eine Lust für seine Augen und er ging hin und aß von den Äpfeln. Sobald er von dem Apfel gegessen hatte, übermannte ihn der Schlaf und er schlief sehr lange Zeit. Soviel sein Knecht ihn auch rüttelte und schüttelte, er konnte ihn nicht aufwecken.

Später erwachte er aus seinem tiefen Schlaf und fragte seinen Knecht: „Wo auf der Welt bin ich denn“? Da erzählte ihm der Knecht die ganze Geschichte: „Du hast sehr lange Zeit geschlafen, mehrere Jahre lang. Ich ernährte mich von den Früchten“.

Da wurde er sehr bedrückt und ging zurück zu der Königstochter. Sie klagte und kränkte sich in großer Pein: „Wegen eines Tages hast du die Gelegenheit versäumt, (in anderen Worten, da du dich nicht bezähmen konntest und aßest den Apfel, deswegen hast du es verwirkt). Wärest du nur an jenem Tage gekommen, hättest du mich befreien können. Doch nicht zu essen ist sehr schwer, vor allem am letzten Tag - der böse Trieb ist überwältigend“.

(Die Königstochter versicherte ihm, sie werde nun die Verbote nachsichtiger machen und ihm nicht verbieten zu essen, denn das sei schwer einzuhalten). „Deshalb suche wieder einen Ort auf und dort sollst du wieder ein Jahr lang sitzen.

Am letzten Tag darfst du diesmal essen, nur Wein sollst du nicht trinken, um nicht einzuschlafen. Das Wichtigste ist, <<nicht zu>> schlafen“. Er ging und tat, was sie ihm aufgetragen hatte.

Am letzten Tag ging er dahin und sah eine sprudelnde Quelle, deren Aussehen rot war und den Geruch von Wein hatte. Er fragte den Knecht: „Hast du gesehen? Das ist eine Quelle und Wasser sollte in ihr fließen. Aber das Aussehen des Wassers ist rot und es riecht nach Wein“! Da ging er hin und probierte ein Wenig davon. Sofort fiel er in einen tiefen Schlaf. Er schlief sehr lange – siebzig Jahre lang.

(Während dieser Zeit) fuhren viele Legionen und Armeen mit allen nachfahrenden Wagen mit allem Zubehör vorbei. Der Knecht versteckte sich voller Angst vor den Legionen. Danach kam eine geschlossene Kutsche, in der die Königstochter saß. Sie hielt neben ihm an, setzte sich neben ihn und erkannte ihn. Sie schüttelte ihn stark, um ihn zu erwecken, er konnte jedoch nicht aufgeweckt werden.

Da fing sie an, ihn zu betrauern: „Nach so vielen Mühen und Anstrengungen, nach so vielen Jahren, in denen du littest und dich abmühtest, doch wegen eines Tages, als du mich erretten konntest, hast du es versäumt und hast alles verloren! Und sie weinte sehr darüber und schrie: „Großes Leid und Erbarmen schwebt über dir und mir. So eine lange Zeit bin ich hier und kann nicht entfliehen“. Danach nahm sie ein Tuch von ihrem Kopf und schrieb darauf mit ihren Tränen und legte es neben ihn. Dann stieg sie in die Kutsche und fuhr davon.

Als er erwachte, fragte er den Knecht, wo in der Welt er denn sei. Da erzählte der Knecht ihm alles, dass sie geweint habe und es sei großes Erbarmen über ihr und ihm. Da sah er das Tuch neben sich und fragte den Knecht, woher es komme. Darauf der Knecht: „Sie hat es hinterlassen und es mit ihren Tränen beschrieben“. Er nahm es und hielt es gegen die Sonne und sah die Buchstaben. Also las er, was dort stand, ihre Klage und ihr Wehgeschrei (wie oben erwähnt). Es stand auch dort, dass sie sich nicht mehr in besagtem Schloss befinde (wie schon vorher beschrieben), nun solle er einen goldenen Berg mit einem Schloss aus Perlen suchen. Dort würde er sie finden.

Er ließ den Knecht zurück und machte sich alleine auf die Suche. Er suchte viele Jahre. Er dachte gut nach und sagte sich: „Im Siedlungsgebiet befindet sich ganz sicher kein goldener Berg und kein Perlenschloss“, denn er kannte sich gut aus auf der Weltkarte, „daher will ich in die Wüste gehen, um zu suchen“. Also wanderte er viele Jahre in Wüsteneien, um sie zu suchen.

Plötzlich sah er einen Menschen, dessen Größe nicht als menschlich betrachtet werden konnte. Er trug einen riesigen Baum und er verstand, dass in keinem besiedelten Gebiet solch ein riesiger Baum existierte. Der Riese fragte ihn: „Wer bist du“? darauf antwortete er: „Ich bin ein Mensch“.

Der Riese wunderte sich und sagte: „Ich bin schon so lange in der Wüste, trotzdem habe ich hier noch nie ein menschliches Wesen gesehen“.

Also erzählte er ihm die ganze Geschichte und dass er einen goldenen Berg mit einem Perlenschloss suche. Der Riese antwortete ihm, das existiere ganz gewiss nicht und sagte zu ihm: „Man hat dir einen Unsinn eingeredet, denn das gibt es ganz bestimmt nicht“. Der Vizekönig fing sehr an zu weinen und sagte: „Es muss doch möglich sein, das irgendwo zu finden“!

Der Wilde Mensch wollte ihn davon abbringen und antwortete ihm: „Man hat dir dumme Geschichten erzählt“. Doch der Vizekönig bestand darauf, es sei gewiss irgendwo vorhanden.

Da sagte der Riese zu dem Vizekönig: „Meiner Meinung nach ist das alles töricht, da du aber darauf bestehst; Ich bin nämlich der Befugte über alle Tiere. Ich werde dir den Gefallen machen und alle Tiere einberufen. Sie laufen auf der ganzen Welt herum - vielleicht wird eines von ihnen Bescheid wissen über einen goldenen Berg mit einem Perlenschloss“.

Er berief alle Tiere ein, von klein bis groß und fragte sie nach dem Berg mit einem Perlenschloss. Sie alle sagten, sie hätten so etwas noch nie gesehen. „Siehst du, man hat dir unsinnige Geschichten erzählt. Wenn du auf mich hören willst, kehre um, denn du wirst es ganz sicher nicht finden, weil das auf der ganzen Welt nicht existiert“!

Der Vizekönig bestand hartnäckig darauf und sagte: „Es muss sicherlich zu finden sein“!

Da sagte er (der Riese zu dem Vizekönig): „Siehe, ich habe einen Bruder in der Wüste, der ist ein Befugter über alle Vögel. Vielleicht wissen die es, da sie so hoch in der Luft fliegen. Vielleicht haben sie den Berg und das Schloss gesehen. Geh hin zu ihm und sage ihm, ich hätte dich zu ihm geschickt.

Er ging mehrere Jahre lang, um den Bruder des Riesen zu suchen und fand wieder einen sehr großen Mann, wie schon früher. Auch er trug einen großen Baum und fragte ihn so aus, wie der andere Riese. Da erzählte er auch ihm die ganze Geschichte und dass sein Bruder ihn geschickt habe. Auch er (der Bruder) entmutigte ihn und meinte, das könne gewiss nicht gefunden werden.

Der Vizekönig flehte ebenfalls inständig und meinte, das müsse es doch geben. Da sagte der Riese zu ihm: „Ich bin verantwortlich für alle Vögel, ich werde sie einberufen, vielleicht wissen sie es“.

Also berief er alle Vögel ein und fragte alle, von groß bis klein. Sie sagten alle, sie wüssten nichts von dem Berg mit dem Schloss.

Da sagte der Riese zu ihm: „Siehst du, das gibt es sicherlich nicht auf der Welt. Wenn du auf mich hören willst, kehre um, denn es ist bestimmt nicht da“. Und er (der Vizekönig) bestand darauf, das müsse es geben. Sagte er (der zweite Riese zu dem Vizekönig): „Weiter in der Wüste befindet sich mein Bruder, er herrscht über alle Winde. Sie blasen um die ganze Welt, vielleicht wissen sie etwas darüber“.

Wieder suchte er mehrere Jahre lang und fand wieder einen großen Menschen, der ebenfalls einen Baum trug. Auch der fragte ihn aus wie die Vorhergehenden und er erzählte ihm ebenfalls die ganze Geschichte, wie schon in den vorhergehenden Fällen. Dieser Mann entmutigte ihn ebenfalls und der Vizekönig flehte sehr, da sagte ihm dieser dritte Riese, er werde ihm den Gefallen tun und seinetwegen alle Winde einberufen und sie befragen.

Er rief sie und alle Winde kamen und keiner von ihnen wusste von dem Berg und dem Schloss. Da sagte ihm der dritte Riese: „Siehst du, dass man dir törichte Geschichten eingeredet hat“! Da begann der Vizekönig sehr bitterlich zu weinen und behauptete: „Ich weiß es bestimmt, dass es existiert“!

Gerade dann sah er, dass noch ein Wind ankam. Der Herrscher der Winde ärgerte sich über ihn: „Weshalb bist du so spät gekommen, ich habe allen Winden befohlen zu kommen, warum bist du nicht mit denen gekommen“? Da antwortete der Wind: „Ich habe mich verspätet, da ich noch eine Königstochter zu einem goldenen Berg mit einem Schloss aus Perlen bringen musste“. Er freute sich sehr (der Vizekönig, dass er erleben durfte, das zu hören, was er zu hören wünschte).

Da fragte der Herr der Winde den Wind: „Was ist dort teuer“? (Das heißt, was ist dort wertvoll und von Wichtigkeit). Der Wind antwortete: „Dort ist alles wertvoll!“.

Der Herrscher über die Winde sprach: „Da du sie schon seit so langer Zeit suchst und so viel Mühsal zu ertragen hattest, vielleicht wirst du jetzt Schwierigkeiten haben wegen des Geldes. Daher will ich dir ein besonderes Geldgefäß geben. Wann immer du deine Hand hineinstecken wirst, wirst du von dort Geld herausnehmen können“.

Danach hieß er den Wind, ihn dorthin zu bringen. Also kam der Sturmwind und trug ihn zu einem Tor. Davor standen Legionen von Soldaten und ließen ihn nicht in die Stadt. Da griff er in das Gefäß, nahm Geld heraus und bestach die Wachen. Es war eine schöne Stadt und er ging hinein und fand einen reichen Mann, bei dem er Kost und Logis erhalten konnte. Denn er würde längere Zeit dortbleiben müssen, da man Weisheit und Verstand einsetzen musste, um die Königstochter aus dem Schloss zu befreien.

(Wie er sie befreite, erzählte er nicht) Aber schlussendlich befreite er sie. Amen Selah.

2. Geschichte

## VON DEM KÖNIG UND DEM KAISER

Es war einmal ein Kaiser, der keine Kinder hatte. Ebenso gab es einen König, der auch keine Kinder hatte. Der Kaiser begab sich auf eine Weltreise, um eine Behandlungsmöglichkeit zu suchen, die ihm helfen würde, Kinder zu bekommen. Der König begab sich ebenfalls auf solch eine Reise, in der Hoffnung, eine wirksame Behandlung zu finden.

Auf ihrer Reise begegneten der Kaiser und der König einander in einer Herberge und wussten nichts voneinander. Der Kaiser erkannte, dass der König königliches Benehmen hatte und fragte ihn danach. Der gab zu, er sei der König. Der König merkte dem Kaiser auch sein kaiserliches Benehmen an und der Kaiser gab ebenfalls zu, der Kaiser zu sein. Sie erzählten einander, dass sie auf der Welt herumreisten, um eine Heilmethode gegen ihre Kinderlosigkeit zu finden. Sie verabredeten, dass, sollten die Königin und die Kaiserin je ein Mädchen und einen Knaben gebären, sie diese beiden verloben wollten.

Der Kaiser fuhr nach Hause und bekam eine Tochter, der König, der sich ebenfalls nach Hause begab, bekam einen Sohn. Der König, wie auch der Kaiser vergaßen ihre Abmachung.

Der Kaiser schickte seine Tochter zum Studieren ins Ausland. Auch der König schickte seinen Sohn in die Welt, um zu studieren. Beide kamen bei einem Lehrer an und dort lernten sie einander kennen und hatten sich sehr lieb. Der Königssohn nahm einen Ring, steckte ihn auf ihren Finger und so wurden sie verlobt.

Danach schickte der Kaiser nach seiner Tochter und brachte sie nach Hause. Der König schickte ebenfalls nach seinem Sohn und auch er kehrte zurück nach Hause.

Man sprach von einer Verlobung für die Tochter des Kaisers, doch sie wollte nichts davon wissen, wegen ihres Bündnisses mit dem Königssohn. Der Königssohn sehnte sich sehr nach ihr und auch die Tochter des Kaisers wurde immer trauriger. Der Kaiser führte sie in all seine Paläste und Höfe, um ihr ihren Reichtum klarzumachen, doch sie war sehr bedrückt.

Der Königssohn sehnte sich so sehr nach seiner Braut, dass er krank wurde. Und wann immer man ihn fragte, warum er krank sei, wollte er nicht verraten, weshalb. Man fragte einen seiner Diener, ob er ergründen könne, was die Ursache seiner Krankheit sei. Da antwortete der, er wisse die Ursache, denn er war mit ihm dort gewesen, wo er gelernt hatte. (Das heißt, der Diener erzählte ihnen, warum der Prinz krank sei).

Da erinnerte der König sich, dass er schon lange eine Abmachung mit dem Kaiser hatte, bezüglich ihrer Kinder. Er schrieb sofort an den Kaiser, der möge eine Hochzeit ausrichten, denn die Verlobung sei doch eine vor langer Zeit abgemachte Sache.

Der Kaiser wollte die Verlobung nicht mehr, wagte es aber nicht, abzulehnen.

Der Kaiser schrieb zurück, der König möge seinen Sohn schicken, dann werde er ihm Ländereien übergeben, um zu sehen, ob er sie führen könne. Danach würde er ihm seine Tochter zur Frau geben.

So schickte der König seinen Sohn zu ihm. Der Kaiser gab ihm ein Zimmer und alle Papiere über Angelegenheiten des Landes, um zu sehen, ob er das Land führen könne.

Der Prinz sehnte sich sehr nach seiner Verlobten, konnte sie jedoch nie sehen. Einmal ging er an einer Spiegelwand vorüber, sah sie darin und fiel ohnmächtig zu Boden.

Sie kam zu ihm, ermunterte ihn und erzählte ihm, dass sie keine Verlobung angenommen habe, wegen des Bündnisses, das sie mit ihm hatte. Er sagte zu ihr: „Was sollen wir denn tun, dein Vater will unsere Heirat nicht“. Danach beschlossen sie, auf das Meer hinauszufahren und abzureisen. Sie mieteten ein Schiff und fuhren hinaus auf das Meer. Zuerst fanden sie kein Land, doch dann kamen sie an ein Ufer, das dicht bewaldet war. Sie stiegen ans Ufer und gingen in den Wald hinein.

Die Tochter des Kaisers zog ihren Ring aus, gab ihn dem Prinzen und legte sich schlafen. Der Prinz dachte, sie würde bald erwachen, da legte er den Ring neben sie. Danach gingen sie zurück zu dem Schiff. Doch die Tochter des Kaisers merkte, dass sie den Ring dort vergessen hatte und schickte den Prinzen, um den Ring zu holen.

Er ging hin und konnte den Ring nicht finden, ging weiter und konnte den Ring immer noch nicht finden, bis er sich verirrte und nicht mehr umkehren konnte. Er wanderte und ging weiter, bis er zu einer Siedlung kam. Dort konnte er nichts tun, also wurde er ein Diener.

Die Tochter des Kaisers ging ihm nach und verirrte sich ebenfalls. Sie beschloss, sich am Meeresufer hinzusetzen und ging dorthin. Dort gab es Fruchtbäume und sie ernährte sich von ihnen. Bei Tag pflegte sie dort herumzuwandern, in der Hoffnung, Passanten zu finden. Bei Nacht kletterte sie auf einen Baum, um vor Tieren geschützt zu sein.

Eines Tages kam ein Händler vorbei, ein sehr großer Händler, der überall in der Welt Handel trieb. Er hatte einen einzigen Sohn. Der Händler war schon alt, da sagte sein Sohn zu ihm: „Du bist schon alt und ich bin noch sehr jung. Deine Vertrauensleute achten nicht auf mich, was wird geschehen, wenn du stirbst und ich bleibe alleine, ohne zu wissen, was zu tun ist. Daher gib mir ein Schiff und viele Waren, um im Handel geübt zu werden“.

Der Vater gab ihm ein Schiff voller Waren, mit denen er in viele Länder fuhr, Waren verkaufte und neue Waren einkaufte. Als er sich auf dem Meer befand, sah er die Bäume, auf denen des Kaisers Tochter saß. Er meinte, es sei eine Siedlung, jedoch als sie sich näherten, sah er, dass es Bäume waren und wollte umkehren.

Der Händlersohn blickte auf das Wasser und dort spiegelte sich ein Baum und darauf eine menschenähnliche Figur. Er dachte, er täusche sich und sagte es den Anderen, die blickten auf und sahen ebenfalls etwas Menschenähnliches auf dem Baum.

Sie wollten sich nähern und schickten Boten mit einem kleinen Boot und sie wandten ihre Blicke dorthin, um das Boot zu ihr leiten zu können. Der Gesandte ging hin und sah, dass wirklich ein Mensch dort saß. Er sagte dem Sohn des Händlers Bescheid, der ging alleine hin und sah sie auf dem Baum sitzen.

Er bat sie, sie möge herunterkommen, doch sie sagte ihm, sie wolle keinesfalls auf sein Schiff kommen, bevor er ihr versprochen hatte, er werde sie nicht anrühren, bis sie nach Hause kämmen und er sie vorschriftsmäßig heiraten könne. Er versprach es ihr und sie ging mit ihm auf das Schiff.

Er sah, dass sie auf Instrumenten spielen und mehrere Sprachen sprechen konnte und freute sich sehr, dass sie ihm begegnet war. Bevor sie zu seinem Haus kamen, sagte sie ihm, es gezieme sich, dass er zuerst seinen Vater und seine Verwandten davon in Kenntnis setzen solle, dass er eine so angesehene Frau ehelichen werde. (Früher hatte sie ihm die Bedingung gestellt, dass sie ihm erst sagen werde, wer sie sei, nachdem sie getraut werden würden). Er war damit einverstanden. Es wäre auch Recht, sagte sie noch zu ihm, alle Matrosen, die das Schiff geführt hatten, betrunken zu machen, damit sie verstünden, welch wichtige Frau er heimführen werde.

Er folgte ihr, nahm sehr guten Wein, den er auf dem Schiff hatte und gab ihn den Matrosen. Die Matrosen betranken sich, verließen das Schiff und fielen dann betrunken nieder.

Inzwischen wurde alles vorbereitet, um mit der ganzen Familie der Frau entgegenzugehen. Inzwischen ging sie zurück zum Schiff, band das Schiff vom Ufer los, hisste die Segel und verschwand mit dem Schiff.

Die ganze Familie kam zu dem Anlegeplatz – doch sie fanden nichts. Der Händler war sehr verärgert über seinen Sohn. Der aber schrie: „Glaubt mir, ich habe ein Schiff voller Waren gebracht“! doch sie sahen nichts.

Der Sohn sagte: „Fragt doch die Matrosen“. Sie wollten die Matrosen fragen, was geschehen war, doch die lagen betrunken auf dem Boden. Als die Matrosen später aufwachten, fragte man sie und sie sagten, man habe ein Schiff gebracht mit allem, was der junge Händler gesagt hatte, sie wussten jedoch nicht, was damit geschehen sei. Der Händler war sehr verärgert über seinen Sohn, vertrieb ihn aus seinem Haus, er solle ihm nie wieder unter die Augen kommen.

Der Sohn ging weg, unstet und flüchtig, Die Tochter des Kaisers jedoch, fuhr hinaus auf das Meer.

Es gab einmal einen König, der baute sich seine Paläste am Meer, denn dort gefiel es ihm gut, wegen der Meeresbrise und wegen der Schiffe, die dort ankamen.

Die Tochter des Kaisers segelte auf dem Meer und kam in die Nähe des Palastes. Der König blickte hinaus auf das Meer und sah ein Schiff, von dem er meinte, es sei steuerlos und ohne Besatzung. Zuerst dachte er, er würde sich täuschen, da ließ er seine Leute nachsehen und sie sahen es ebenfalls. Die Königstochter sah den Palast, dachte nach und entschied: „Was nützt mir ein Palast“ und sie begann, das Schiff zu wenden. Doch der König schickte seine Leute, die brachten sie zurück und in den Palast.

Der König hatte keine Frau, denn er konnte keine auswählen. Die er wollte, wollten ihn nicht, ebenso andersherum.

Als des Kaisers Tochter zu ihm kam, sagte sie ihm, er möge schwören, dass er ihr Schiff nicht berühren würde, bis er sie gesetzmäßig geehelicht hatte. Er solle das Schiff so stehen lassen, bis nach der Hochzeit, damit alle sehen könnten, wie viele Waren sie gebracht habe und man sehen könne, dass er keine Frau vom Markt genommen habe. Er versprach ihr das alles.

Der König schrieb an alle Länder, sie sollen zu der Hochzeit kommen und er baute ihretwegen Paläste. Und sie befahl, man solle elf Edelfrauen kommen lassen, um ihre Gesellschafterinnen zu sein. Der König befahl es und man brachte elf vornehme Mädchen, Töchter von hohen Ministern und man baute jeder von ihnen einen besonderen Palast.

Sie pflegten zu ihr zum Hof zu kommen, auf Instrumenten zu spielen und Gesang zu pflegen. Einmal sagte die Tochter des Kaisers zu ihnen, sie mögen sich mit ihr auf das Schiff begeben. Sie gingen mit ihr und spielten dort.

Dann sagte sie zu ihnen, sie werde ihnen guten Wein servieren. Sie kredenzte den Wein, welcher auf dem Schiff war. Sie wurden betrunken, fielen nieder und blieben liegen.

Sie aber ging und band das Schiff los, breitete die Segel aus und segelte mit dem Schiff davon.

Als der König und seine Leute aufblickten und merkten, dass das Schiff sich nicht an seinem Anlegeplatz befand, wurden sie sehr erschrocken. Da sagte der König zu ihnen: „Seht zu, dass ihr es ihr langsam beibringt“ (denn der König wusste nicht, dass sie selbst mit dem Schiff entkommen war). Er meinte, sie dachte sich, der König habe das Schiff jemandem gegeben. Sie überlegten und beschlossen, eine der noblen Damen zu ihr zu schicken, um es ihr weise und taktvoll zu sagen. Sie gingen von Zimmer zu Zimmer, fanden jedoch keine der jungen Damen vor. Sie kamen zum Gemach der Tochter des Kaisers und auch dort war niemand aufzufinden, da wurden sie sehr verängstigt.

Inzwischen merkten die Minister, dass sie keine Briefe von ihren Töchtern bekamen. Sie schickten Briefe, es kamen jedoch keine Antworten. Da erhoben sie sich und fuhren allesamt zu dem König – und fanden nicht eine Einzige ihrer Töchter. Sie wurden sehr zornig und wollten den König an einen Ort verschicken, an den man zu Tode Verurteilte schickt, denn sie waren hohe Minister.

Dann aber dachten sie: „Es ist nicht des Königs Schuld, man kann ihn nicht verschicken, denn er kann nichts dafür“.

Man beschloss, den König seines Amtes zu entheben und ihn zu vertreiben. So geschah es, man setzte ihn ab, vertrieb ihn und er ging von dannen.

Und die Tochter des Kaisers, die mit dem Schiff und den elf noblen Damen weggesegelt war, befand sich auf hoher See.

Danach erwachten die edlen Damen, kehrten zurück zu Spiel und Spaß, da sie nicht wussten, dass das Schiff sich schon weit vom Ufer entfernt hatte. Sie sagten zu ihr: „Lasset uns heimkehren“, doch sie bat sie, noch ein wenig zu verweilen.

Plötzlich kam ein Sturmwind auf und sie wollten heimkehren. Da musste sie ihnen sagen, dass sie schon sehr weit vom Ufer entfernt waren. Da fragten sie: „Weswegen hast du das getan“? Sie sagte ihnen, dass sie Furcht gehabt habe, der Sturmwind würde das Schiff zerbrechen, deshalb habe sie es losbinden müssen.

So segelten sie auf dem Meer, des Kaisers Tochter und die elf Mädchen und pflegten dort auf ihren Instrumenten zu spielen.

Eine Zeit danach sahen sie auf dem Meer etwas, das einer Insel ähnelte. Die Mädchen baten sie, sich zu nähern, sie jedoch erzählte ihnen, dass sie es bereue, sich dem Palast des Königs, der sie heiraten wollte, genähert zu haben. Sie steuerten an das Ufer, doch dort waren zwölf Räuber, die sie töten wollten.

Die Tochter des Kaisers fragte sie: „Wer ist der Größte unter euch“? Man zeigte ihr, welcher und sie fragte ihn, was ihre Tätigkeit sei. Er sagte, sie seien Räuber. Da sagte sie zu ihm: „Wir sind auch Räuber, nur ihr seid Räuber durch eure Stärke und wir sind Räuber durch Weisheit, denn wir sind gelehrt in Sprachen und spielen viele Instrumente“.

Sie sagte: „Also, was werdet ihr gewinnen, wenn ihr uns tötet? Es wäre besser, ihr würdet uns zu euren Frauen machen, dann werdet ihr auch großen Reichtum haben“. Sie zeigte ihnen das Schiff (das noch von dem Sohn des Händlers stammte, mit viel Reichtum an Bord). Die Räuber willigten ein und zeigten ihnen ebenfalls ihre Reichtümer und die Orte, wo sie diese versteckt hielten.

Sie kam überein, dass nicht alle zugleich heiraten sollten, sondern einer nach dem anderen, wie auch, dass jeder seine Frau auswählen sollte, wie es ihm gefiel, je nachdem, wie mächtig er war.

Danach sagte sie zu ihnen, nun werde sie alle ehren und von ihrem guten Wein servieren, den sie auf dem Schiff habe, von dem sie gar keinen Gebrauch hatte. Der Wein sei bei ihr versteckt, bis G-tt ihr einen Gatten bescheren werde.

Sie goss den Wein in zwölf Becher und forderte alle auf, ihren Gatten zu trinken zu geben. Sie tranken und wurden alle betrunken und fielen nieder. Die Tochter des Kaisers sprach zu den edlen Damen: „Jetzt geht und jede soll ihren Gemahl töten“. Sie gingen hin und töteten alle. Danach fanden sie auf der Insel so großen Reichtum, wie er nicht einmal bei Königen zu finden ist.

Sie nahmen kein Kupfer und Silber, nur Gold und Edelsteine. Dann warfen sie alle unwichtigen Dinge aus dem Schiff und beluden das ganze Schiff mit dem Gold und den Edelsteinen, die sie dort fanden. Und sie beschlossen, nicht länger wie Frauen gekleidet zu sein, nähten sich männliche Kleidung und fuhren mit dem Schiff hinaus.

Der Tag kam, da gab es einen alten König, der hatte einen einzigen Sohn. Er richtete ihm eine Hochzeit aus und übergab ihm das Königtum. Einmal sagte er zu seinem Vater, er wolle mit seiner Frau auf das Meer hinausfahren, damit sie sich an die Meeresluft gewöhne, falls man irgendwann auf das Meer flüchten müsse.

Der Königssohn, seine Frau und alle Minister gingen an Bord des Schiffes und waren dort sehr fröhlich. Danach sagten sie, sie wollen ihre Kleider ablegen (das heißt, der Königssohn und seine Minister, die auf dem Schiff waren, beschlossen, vor Freude ihre Kleider abzulegen) und so taten sie es. Es blieb ihnen nicht mehr, als das Unterhemd. Und sie wetteten untereinander, wer wohl auf den Segelmast hinaufklettern konnte. Der Königssohn sprang auf den Segelmast und kletterte hinauf.

Inzwischen kam die obengenannte Kaisertochter mit ihrem Schiff näher und sah das Schiff (des Königssohnes mit den Ministern). Zuerst hatte sie Furcht, näher zu kommen, doch dann kam sie näher und sah, dass es dort fröhlich zuging, da verstand sie, dass es keine Räuber waren.

Die Tochter des Kaisers sagt zu ihren Freundinnen: „Ich kann den Glatzkopf ins Meer werfen“ (d.h. den Königssohn, der auf den Mast hinaufgesprungen war, denn der hatte eine Glatze).

Sie sagten zu ihr: „Wie ist das möglich, wir sind doch sehr weit entfernt“? Sie antwortete, sie habe ein Brennglas, damit werde sie ihn hinabwerfen. Und sie überlegte, ihn nicht hinunter zu werfen, bis er an der Spitze des Mastes angekommen war, denn solange er in der Mitte sei, würde er auf das Schiff fallen, wenn er aber an der Spitze des Segelbaumes war, würde er ins Meer fallen.

Sie wartete, bis er ganz oben war, dann nahm sie das Brennglas und hielt den Sonnenstrahl gegen sein Gehirn, bis ihm das Gehirn verbrannte.

Als er hinunterfiel, gab es dort (auf dem Schiff) großes Gepolter. Sie wussten nicht, was zu tun sei, denn der alte König würde vor Kummer sterben. Sie erwogen, sich dem Schiff (von des Kaisers Tochter) zu nähern, vielleicht gäbe es dort einen Doktor, der ihnen einen Rat geben könne. Sie näherten sich und sagten den Menschen auf dem Schiff (der Tochter des Kaisers), sie sollen sich nicht fürchten, denn sie wollen ihnen nichts antun. „Vielleicht ist bei euch ein Doktor, der uns Rat geben könnte“.

Und sie erzählten die ganze Geschichte, wie der Königssohn ins Meer gestürzt sei.

Da sagte die Tochter des Kaisers, man solle ihn aus dem Wasser holen. Sie tauchten und fanden ihn und holten ihn heraus. Dann nahm die Kaisertochter seinen Puls in ihre Hand und sagte, das Gehirn sei ihm verbrannt. Da nahmen sie sein Gehirn und zerlegten es und sahen, dass es so war, wie sie gesagt hatte. Sie wurden sehr erschrocken (d.h. es war für sie eine große Überraschung, dass der Doktor (also des Kaisers Tochter), solch eine genaue Diagnose gestellt hatte) und sie baten sie, sie solle gemeinsam mit ihnen ins Schloss kommen und dort die Position eines Arztes annehmen, eine sehr wichtige Position.

Sie wollte nicht mitgehen und sagte, sie sei kein Arzt und wisse diese Dinge einfach so. Die Leute vom Schiff des Königssohnes wollten nun nicht mehr nach Hause umkehren und beide Schiffe stachen gemeinsam in See.

Den Königsministern gefiel es sehr, dass ihre Königin (d.h. die Frau des Königssohnes, der vom Mast gefallen war), den Doktor zum Mann nähme, weil sie dachten, er sei ein großer Weiser, der in seiner Weisheit gewusst hatte, das Gehirn des abgestürzten Königssohnes sei verbrannt gewesen. Sie sahen, dass ‚er‘ überaus weise war, deshalb dachten sie, die Königin (welche die Frau des Königs gewesen war, der gestorben war) werde bei ihnen König werden und den alten König (den Vater des Königssohnes) würden sie umbringen. All dies wollten die Minister sehr. Sie schämten sich jedoch, der Königin zu sagen, sie solle einen Doktor nehmen. Der Königin gefiel es aber selbst sehr, den Doktor zu heiraten.

Nur hatte sie Furcht vor dem Land, vielleicht würden sie nicht einwilligen, dass er König werde. Und sie planten, Bälle (d.h. Bankette) zu veranstalten, damit man beim Umtrunk, bei der Heiterkeit, davon sprechen könne.

Also veranstalteten sie für jeden Bälle, an jeweils anderen Tagen. Als die Reihe an den Doktor kam (d.h. des Kaisers Tochter) gab sie ihnen von ihrem Wein, wie schon oben genannt und sie wurden betrunken.

Während der Heiterkeit sprachen die Minister: „Wie schön wäre es doch, wenn die Königin den Doktor heiraten würde“. Sagte der Doktor (des Kaisers Tochter): „Gewiss, es wäre sehr schön, wenn man es nur nicht mit betrunkenem Munde sprechen würde“. Die Königin sprach ebenfalls: „Es wäre sehr schön, den Doktor zu heiraten, nur sollte das Land auch einverstanden sein“. Da sagte wieder der Doktor: „Es wäre bestimmt sehr schön, es muss jedoch diskutiert werden, ohne betrunken zu sein!“.

Nachdem sie aus ihrer Trunkenheit erwachten, erinnerten sich die Minister, was sie gesagt hatten und schämten sich vor der Königin, dass sie so etwas vorgeschlagen hatten. In ihrem Inneren dachten sie jedoch, die Königin habe es doch auch gesagt. Inzwischen fing man an, darüber zu reden und es blieb dabei. Die Königin verlobte sich mit dem Doktor (d.h. die Kaisertochter, die man für einen Arzt hielt) und gingen zurück zu ihrem Land.

Als man sie vom Land her kommen sah, wurden die Landsleute sehr fröhlich, denn es war schon eine lange Zeit her, seit der Königssohn weggefahren war und man wusste nichts über seinen Aufenthalt. Der alte König war inzwischen gestorben, während sie fort waren.

Inzwischen bemerkten sie, dass der Königssohn, der ihr König gewesen war, nicht dabei war. Sie fragten (d.h. die Landsleute fragten): „Wo ist unser König“? Also erzählte man ihnen, der Königssohn sei schon lange gestorben und man habe schon einen neuen König angenommen, derjenige, der mit ihnen kam. (Des Kaisers Tochter).

Die Landsleute freuten sich sehr, dass man schon einen neuen König angenommen hatte. Der König (des Kaisers Tochter, die jetzt König wurde) ließ in allen Ländern ausrufen, dass überall, wo sich ein Gast, ein Flüchtling oder ein Vertriebener befinde, sollen sie zu der Hochzeit kommen, es solle keiner von ihnen fehlen. Und sie würden große Geschenke bekommen.

Weiters befahl der König (des Kaisers Tochter), man solle rund um die ganze Stadt Brunnen graben, damit jeder, der durstig war, aus einer Quelle trinken könne, die nicht weit entfernt war. Auf jeder Quelle solle man ‚sein‘ Bildnis aufmalen und man solle Wachen aufstellen, die genau aufpassen sollten, ob jemand die Gestalt auf dem Bildnis sehr genau mustern würde, oder seine Miene sich veränderte (wie jemand, der etwas genau anstarrt und geschockt oder traurig aussieht), den solle man verhaften und in den Arrest bringen.

So tat man es und es kamen alle drei: der erste Königssohn, der der wahre Bräutigam der Tochter des Kaisers war, die jetzt dort zum König wurde. Auch der Sohn des Händlers kam (welchen der Händler vertrieben hatte wegen des Kaisers Tochter, die mit dem Schiff und allen Waren entkommen war) und der König, den man vertrieben hatte (ebenfalls wegen der Tochter des Kaisers, die mit den edlen Damen entflohen war).

Jeder von ihnen erkannte, dass es ihre Gestalt war, die dort aufgemalt war und waren sehr bekümmert. Sie erkannten sie und starrten das Bild an und man verhaftete sie und brachte sie in den Arrest.

Während der Hochzeit befahl der König, (d.h. des Kaisers Tochter) man solle die Gefangenen vorführen und man brachte alle drei. Sie erkannte alle, doch die erkannten sie nicht, weil sie in Männerkleidung gewandet war.

Da sprach die Tochter des Kaisers: „Du König, dich hat man vertrieben wegen der elf noblen Damen, die verloren gegangen waren. Kehre zurück in dein Land und zu deinem Königreich. Hier hast du deine edlen Mädchen (die waren nämlich mit ihr, wie oben erwähnt).

Du, Händler, dich hat dein Vater vertrieben wegen des Schiffs mit der Ware, das verloren gegangen war. Und da du deine Waren so lange vermisst hast, deshalb hast du jetzt im Schiff mehr Reichtum, doppelt verdoppelt, viel mehr als vorher. (Denn jetzt befand sich im Schiff auch noch der Schatz der Räuber).

Und du Königssohn (d.h. der erste Königssohn, der ihr wahrer Bräutigam war) - komm her und lass uns heimfahren“. Und sie kehrten zurück nach Hause. Gelobt sei der Ewige in Ewigkeit, Amen und Amen.

3. Geschichte

## DIE GESCHICHTE VOM LAHMEN

Es war einmal ein Weiser. Vor seinem Tode rief er seine Familie und seine Kinder zusammen und übergab ihnen ein Testament, in dem stand, sie sollen stets Bäume bewässern. So stand dort: „Ihr habt die Erlaubnis, euch in verschiedenen Berufen zu betätigen, nur sollt ihr stets immerzu, Bäume bewässern“. Danach verstarb der Weise und hinterließ Kinder. Er hatte einen Sohn, der nicht gehen konnte. Stehen konnte er, jedoch gehen konnte er nicht. Seine Brüder brachten ihm Verpflegung und sorgten für seinen Lebensunterhalt. Sie gaben ihm genug, sodass ihm immer noch etwas übrigblieb. Also sparte er das, bis er eine große Summe beisammenhatte.

Er überlegte sich: „Warum muss ich von meinen Brüdern Unterhaltszahlungen bekommen, wenn es doch viel gescheiter wäre, selbst Handel zu treiben“. Obwohl er nicht gehen konnte, beschloss er, einen Wagen zu mieten, einen Kutschmeister und einen Treuhänder anzustellen, die mit ihm nach Leipzig fahren würden. So würde er den Handel führen können, obwohl er nicht gehen konnte.

Als die Familie dies hörte, gefiel ihnen der Plan sehr wohl. Und auch sie sagten: „Weshalb sollen wir ihm Unterhalt zahlen? Es wäre besser, wenn er seinen eigenen Handel betriebe“. Und sie gaben ihm noch mehr Geld dazu, damit er Handel führen könne und so geschah es.

1]Sie kamen bei einer Herberge an und der Treuhänder sagte, dass sie dort nächtigen sollten, er wollte aber nicht. Sie baten ihn inständig, er jedoch hörte nicht auf sie und sie fuhren weiter. Später verirrten sie sich in einem Wald und Räuber überfielen sie. Diese Räuber waren durch eine gewisse Begebenheit zu Räubern geworden:

Einmal gab es eine Hungersnot. Einer kam in die Stadt und rief aus: „Wer Essen haben möchte, möge zu mir kommen“. Also kamen einige. Er aber ging listig vor, indem er Menschen, denen er ansah, dass sie ihm nicht von Nutzen sein konnten, abwies. Zu einem sagte er: „Du kannst ein Handwerker sein“, zu einem anderen sagte er: „Du kannst in der Mühle behilflich sein“, und suchte nur kluge, junge Burschen aus. Er ging mit ihnen in den Wald und teilte ihnen mit, dass sie nun zu Räubern geworden waren. „Von hier aus führen die Wege nach Leipzig, Breslau und anderen Orten. Viele Händler kommen hier vorbei, wir werden sie berauben und dann viel Geld haben“.

Diese Räuber überfielen sie (den Sohn, der nicht gehen konnte und seine Leute). Der Treuhänder und der Kutschmeister konnten entfliehen, er aber blieb auf dem Wagen. Die Räuber kamen zu ihm, nahmen sein Geldkästchen weg und sagten: „Was sitzt du da“? Er sagte, er könne nicht gehen. So raubten sie ihm das Kästchen und die Pferde und er blieb auf dem Wagen.

Der Treuhänder und der Kutschmeister, die weggelaufen waren, überlegten, da sie Anzahlungen von Großgrundbesitzern angenommen hatten, warum sollten sie dann nach Hause zurückkehren, um in Ketten gelegt zu werden? Es sei besser, dort zu bleiben, wo sie waren und dort Treuhänder und Kutschmeister zu werden.

Der, der nicht gehen konnte, der auf dem Wagen geblieben war, verzehrte das trockene Brot, das er von zu Hause mitgenommen hatte, solange er noch davon hatte. Als es ihm ausging und er nichts mehr zu essen hatte, ließ er sich vom Wagen hinunterfallen, um Gras zu essen und übernachtete alleine auf dem Feld. Er wurde sehr verzweifelt und seiner Kraft beraubt und konnte sich nur noch kriechend fortbewegen. Also verzehrte er Gras, solange er noch kriechend an das Gras herankommen konnte. Auf diese Weise aß er eine Zeitlang Gras.

Einmal kam er zu einer Art von Gewürzkraut, das er noch nie gegessen hatte. Dieses Gras gefiel ihm sehr, denn er kannte sich mit Gräsern gut aus, weil er so lange Zeit Gras gegessen hatte. Solch ein Gras hatte er noch nie gesehen und er wollte es mit der Wurzel ausreißen. Unter der Wurzel fand er einen Diamanten, der viereckig war. Auf einer Seite des Diamanten stand geschrieben, er habe die Segula (Fähigkeit) denjenigen, der ihn an dieser Seite hielt, dorthin zu bringen, wo Sonne und Mond zusammenträfen.

Als er das Gras mitsamt der Wurzel (wo der Diamant sich befand) herausriss, geschah es, dass er ihn an der Seite hielt (die die Fähigkeit hatte, ihn dorthin zu tragen, wo Tag und Nacht zusammentreffen) und er trug ihn dorthin, wo Tag und Nacht zusammenkommen.

Er sah sich um und sah, dass er schon angekommen war, wo Tag und Nacht, also Sonne und Mond zusammenkommen.

Er hörte, wie die Sonne mit dem Mond sprach und die Sonne beklagte sich bei dem Mond, es gäbe einen Baum, die viele Zweige, Äste, Früchte und Blätter besitze. „Jeder Zweig, jeder Ast, jede Frucht und jedes Blatt besitzen besondere Fähigkeiten (Segula). Eines ist (mesugal), dass man Kinder bekommt, ein anderes für den Lebensunterhalt. Das Eine kann eine gewisse Krankheit heilen, ein Anderes heilt eine andere Krankheit. Jede Einzelheit des Baumes ist gut für eine andere Angelegenheit. Und dieser Baum bedarf der Bewässerung. Würde man ihn bewässern, wäre er sehr wirksam. Es ist nicht nur so, dass ich ihn nicht bewässere, sondern noch dazu scheine ich auf ihn und trockne ihn aus“.

Da antwortete der Mond: „Du sorgst dich um Andere?! Ich möchte dir meine Sorgen erzählen: Ich habe nämlich tausend Berge und rund um die Berge befinden sich noch tausend Berge. Dort ist der Ort der Dämonen und die Dämonen haben Hühnerfüße. Sie haben keine Kraft in ihren Füßen, deshalb nehmen sie sich Kraft aus meinen Füßen, daher habe ich keine Kraft in meinen Füßen.

Ich habe ein Pulver und dieses Pulver ist die Heilung für meine Füße, doch der Wind kommt und trägt es weg“.

Erwiderte die Sonne: „Dies ist deine Sorge?! Ich werde dir ein Heilmittel sagen, das folgend ist: Es gibt einen Weg und von diesem Weg führen mehrere Wege. Ein Weg ist der Weg der Gerechten (Zaddikim). Sogar dem Gerechten, der sich hier befindet, streut man auf diesem Weg das Pulver bei jedem Schritt unter seine Füße. Bei jedem Schritt, den er geht, tritt er auf dieses Pulver.

Es gibt auch einen Weg von Häretikern, der sich dort befindet. Man streut ihm bei jedem Schritt ein Pulver, sogar dem Häretiker, der sich her befindet, streut man dieses Pulver auf seinen Weg.

Und es gibt einen Weg der Verrückten (Meschuggene), sogar einem Verrückten, der sich hier befindet, streut man ein Pulver auf seinen Weg usw.

Auf diese Weise gibt es mehrere Wege. Ferner gibt es einen Weg von Zaddikim, die Qualen auf sich nehmen und Großgrundbesitzer führen sie in Ketten. Und sie haben keine Kraft in den Füssen, also streut man ihnen Pulver unter die Füße, dann bekommen sie Kraft in den Füssen.

Geh also dorthin, denn es gibt viel von dem Pulver und du wirst Heilung für deine Füße finden“. (Das alles erzählte die Sonne dem Mond). Und er hörte alles (d.h. der, der nicht gehen konnte und keine Kraft in den Füssen hatte, hörte alles).

Inzwischen blickte er auf eine andere Seite des Diamanten und sah, dass dort geschrieben stand, dass er ihn zu dem Weg bringen würde, von dem mehrere Wege abzweigten. (Genau der oben erwähnte Weg, von welchem die Sonne dem Mond erzählt hatte).

Also hielt er den Diamanten auf jener Seite und der trug ihn dorthin. Er legte seine Füße auf den Weg, dessen Pulver Heilung für die Füße versprach und er wurde sofort geheilt.

Dann ging er und nahm Pulver von allen Wegen und band jedes Pulver in einen besonderen Beutel. Das Pulver von dem Weg der Gerechten packte er getrennt ein und so tat er es mit jedem Pulver separat, jedes für sich und nahm alle mit.

Er besann sich und kam zu dem Weg, wo man ihn beraubt hatte. Als er dort ankam, suchte er sich einen hohen Baum, nahe von dem Weg, von dem die Banditen sich auf Raubzug begaben. Er nahm vom Pulver der Gerechten und dem Pulver der Verrückten, mischte sie miteinander und streute dies auf den Weg. Danach kletterte er auf den Baum, setzte sich dorthin, um zu beobachten, was sich ereignen würde.

Er sah die Räuber aufbrechen, der früher genannte, älteste Räuber schickte sie los, um zu rauben. Als die Räuber auf den Weg traten und auf das Pulver, wurden sie sofort zu Gerechten. Und sie begannen zu schreien, über Jahre und Tage, dass sie bisher viele Seelen beraubt und getötet hatten. Aber da das Pulver mit jenem für Verrückte vermischt war, wurden sie verrückt und begannen, miteinander zu streiten. Der Eine sagte: „Wegen dir haben wir getötet“, der Andere: „Wegen dir“! So stritten sie, bis sie einander gegenseitig umbrachten.

Und der älteste Bandit schickte wieder neue Räuber und es geschah das Gleiche, wie schon vorher, sie brachten Einer den Anderen um. So geschah es mehrere Male, bis alle Räuber getötet waren. Bis er verstand (jener, der früher keine Kraft in den Füssen gehabt hatte und auf den Baum geklettert war), dass keiner von den Räubern mehr übriggeblieben war (bis auf den einen, den ältesten Räuber, der sie verführt hatte usw.) und noch Einen. Er kletterte von dem Baum hinunter, kehrte das Pulver von dem Weg ab. Nun streute er nur das Pulver der Gerechten, danach setzte er sich wieder auf den Baum.

Und der älteste Räuber (der seine Leute geschickt hatte und sie waren nicht zurückgekehrt) wunderte sich sehr, dass er die Leute losschickte und sie kehrten nicht wieder. Er beriet sich und ging mit dem Einen, der noch bei ihm übrig war und gleich, als sie diesen Weg betraten, (auf dem das Pulver der Gerechten ausgestreut war), wurde er zu einem Gerechten und er begann über all seine Jahre und Tage zu schreien, dass er so viele Seelen getötet habe und so Viele beraubt hatte. Und er hatte große Reue.

Als er sah (der, der auf dem Baum saß), dass er sehr große Reue habe und es büße, stieg er herab von dem Baum. Als der Räuber den Menschen sah, fing er an zu schreien: „Weh mir, dies und dies habe ich getan. Ach! Erteile mir Buße“.

Antwortete der ihm: „Gib mir das Kästchen zurück, das ihr mir geraubt habt“, denn bei den Räubern war genau aufgezeichnet, wann und von wem es geraubt worden war.

Sagte der Räuber zu ihm: „Ich werde es dir sofort zurückgeben und sogar alle geraubten Schätze werde ich dir schenken, nur bitte erteile mir Buße“!

Er sagte zu dem Räuber: „Deine Buße ist nur, zurückzugehen in die Stadt, zu schreien und zu beichten: ‚Ich bin derjenige, der damals ausgerufen hat usw. und dadurch etliche zu Räubern gemacht hat und ich habe etliche Seelen getötet und beraubt‘ – dies ist deine Buße“.

Der Räuber gab ihm alle Schätze und ging mit ihm in die Stadt hinein und tat, wie er ihm befohlen hatte.

In der Stadt urteilte man, dass er, aufgrund seiner vielen Verbrechen gehenkt werden sollte, damit man Bescheid wisse und andere davon lernen konnten.

Danach überlegte er (der früher keine Kraft in den Füssen gehabt hatte) zu den oben genannten zweitausend Bergen zu gehen, um zu sehen, was dort vor sich ging. Als er dort ankam, verweilte er in einem gewissen Abstand der Berge und sah, dass es dort Tausende Myriaden von Dämonenfamilien gab, denn sie vermehren sich und haben Kinder, wie Menschen. Und er sah deren König auf einem Thron sitzen – auf einem Thron, wie kein vom Weibe Geborener saß (d.h. kein Mensch). Und sie spotteten: Einer erzählte, wie er einem Kind geschadet habe, ein anderer, wie er die Hand eines anderen geschädigt habe. Noch einer erzählte, wie er dem Fuß eines Menschen geschadet habe und noch derlei andere Gemeinheiten.

Inzwischen sah er, wie ein Vater und eine Mutter kamen und weinten. „Was weint ihr“? fragte man sie. Sie antworteten, sie hätten einen Sohn, der pflegte unterwegs zu sein und immer nach einer gewissen Zeit zurückzukommen. Nun sei er schon lange Zeit nicht dagewesen und sei noch immer nicht wiedergekehrt. (Das waren alle Dämonen, Vater, Mutter und Sohn). Man brachte sie zum König und der befahl, man solle Boten in die ganze Welt schicken, um ihn ausfindig zu machen.

Als der Vater und die Mutter zurückkamen vom König, begegneten sie einem, der mit ihrem Sohn zusammen gegangen war. Er fragte sie: „Was weint ihr“? Und sie erzählten ihm die ganze Geschichte. Er antwortete: „Ich werde euch etwas erzählen: Wir hatten nämlich eine Insel im Meer, auf der sich unser Ort befand. Der König, dem diese Insel gehörte, wollte dort Paläste bauen und legte dort bereits Fundamente. Euer Sohn sagte zu mir, dass wir ihm schaden sollen, also gingen wir und nahmen dem König seine Kraft weg. Er kannte viele Doktoren, doch die konnten ihm nicht helfen. Da fing er an, sich mit Hexen zu beraten. Dort gab es einen Zauberer, der seine Familie kannte – meine Familie kannte er nicht, deshalb konnte er mir nichts antun. Seine Familie jedoch kannte er, fing ihn ein und folterte ihn sehr“.

Also brachte man ihn zum König (d.h. man brachte den Dämonen, der das alles erzählt hatte, zu ihrem König). Er erzählte dem König ebenso alles. Der König sagte: „Lasset dem einen König die Kraft zurückgeben“!

Er widerte er: „Es gab bei uns jemanden, der keine Kraft hatte, also gaben wir ihm diese Kraft“.

Sagte der König: „Nehmt ihm die Kraft weg und gebt sie diesem König zurück“. Antwortete man dem König: „Er wurde zu einer Wolke (d.h. der Dämon, dem sie die Kraft eines Königs gegeben hatten, war zu einer Wolke geworden).

Da sagte der König, man solle die Wolke herbeirufen. Also schickte man einen Boten, um die Wolke zu holen.

Sagte er sich (der, der anfangs keine Kraft in den Füssen gehabt hatte und das alles gesehen hatte): „Ich werde nachgehen und sehen, wie aus ihnen Wolken werden“. Also ging er dem Boten nach und kam zu der Stadt, wo die Wolke sich befand. Er fragte die Städter: „Warum gibt es hier eine Wolke in der Stadt“?

Sie antworteten ihm: „Ganz im Gegenteil, in dieser Stadt gab es noch nie eine Wolke, nur seit einiger Zeit bedeckt diese Wolke die Stadt“.

Der Bote kam und rief die Wolke, dann ging er weg. Er überlegte sich (der, der anfangs keine Kraft in den Füssen hatte), ihnen nachzugehen um zu hören, was sie redeten. Und er hörte, wie der Bote ihn fragte: „Wie kommst du dazu, hier eine Wolke zu sein“?

Erwiderte er: „Ich werde dir eine Geschichte erzählen: „Es war einmal ein Weiser und der Kaiser des Landes war ein großer Häretiker und machte das ganze Land zu Häretikern.

Also ging der Weise, berief seine ganze Familie und sagte zu ihnen: „Ihr seht doch, dass der Kaiser ein großer Häretiker ist und das ganze Land zu Häretikern gemacht hat, sogar einige von unserer Familie hat er zu Häretikern gemacht.

Deswegen lasset uns fortgehen und in die Wüste ziehen, damit wir bei unserem Glauben an G-tt, gelobt sei Er, bleiben können“.

Sie waren mit ihm einverstanden und der Weise sagte einen Namen (d.h. er sprach einen von den heiligen Namen aus), der sie zu einer Wüste brachte. Die Wüste gefiel ihm nicht und er sagte wieder einen Namen, welcher sie in eine andere Wüste brachte. Auch diese Wüste gefiel ihm nicht, also sprach er noch einen Namen und sie wurden zu noch einer Wüste gebracht. Diese gefiel ihm sehr wohl und sie befand sich in der Nähe der oben genannten zweitausend Berge.

Also ging der Weise und machte einen Kreis um sie herum, damit keiner sich ihnen nähern könne.

„Und es gibt einen Baum, wenn man ihn bewässern würde, so bliebe von uns (d.h. von den Dämonen) gar nichts übrig. Deswegen stehen immerzu einige von uns, Tag und Nacht und graben, um das Wasser nicht an den Baum heranzulassen.

Fragte ihn der andere: „Weshalb muss man Tag und Nacht stehen und graben? Denn einmal zu graben, um das Wasser nicht heranzulassen, wäre doch genug“?

Er antwortete: „Es gibt nämlich unter uns Redner und diese Redner gehen und stiften Streit zwischen einem König und einem anderen König und dadurch entstehen Kriege. Durch die Kriege entstehen Erdbeben und die Erde um den Graben fällt ein. Dadurch könnte Wasser zu dem Baum gelangen. Deswegen muss man immer stehen und graben. Und wenn unter uns ein König ernannt wird, führt man ihm alle Gemeinheiten vor und er erfreut sich daran. Dieser spöttelt, wie er ein Kind schädigt und wie die Wöchnerin das betrauert und jener zeigt einen anderen Unfug, auf diese Art allerlei Niederträchtigkeiten.

Wenn der König dann fröhlich wird, geht er mit den königlichen Fürsten spazieren und versucht, den Baum auszureißen. Denn wenn dieser Baum gar nicht existieren würde, ginge es uns sehr gut. Und der König stärkt sein Herz sehr, um den Baum gänzlich auszureißen. Als er sich dem Baum nähert, stößt der Baum ein großes Geschrei aus. Dann überfällt ihn die Furcht und er muss umkehren“.

„Einmal gab es bei uns einen neuen König (d.h. bei den Dämonen, denn das alles erzählt die Wolke dem Boten) und man führte ihm viel Gespött vor. Er geriet in große Freude und stärkte sein Herz enorm, um den Baum ganz und gar auszureißen. Er ging mit seinen Fürsten spazieren, versammelte viel Kraft in seinem Herzen und ging, um den Baum auszureißen. Als er sich dem Baum näherte, wallte riesengroßes Geschrei über ihn und er wurde von Angst erfüllt. Er kehrte um, zürnte sehr und ging zurück.

Inzwischen sah er Menschen sitzen (den obengenannten Weisen und seine Familie). Der König schickte seine Leute, um ihnen etwas anzutun (d.h. ihnen zu schaden, wie es ihre Art war). Als die Angehörigen des Weisen sie sahen, fiel große Furcht über sie. Doch der Alte (der Weise) sagte zu ihnen: ‚Schreckt euch nicht‘.

Als die Dämonen dorthin kamen, konnten sie sich wegen des Kreises, der rund um sie war, nicht nähern. Also schickte man andere Gesandte, doch auch sie konnten sich nicht nähern. Der König geriet in großen Zorn und ging selbst hin, doch auch er konnte sich nicht nähern. Da bat er den Alten, ihn zu sich hineinzulassen“.

Der Alte sagte zu ihm: „Weil du mich darum bittest, werde ich dich hereinlassen. Da es jedoch nicht ziemlich ist, dass ein König alleine gehe, werde ich dich mit noch jemandem hereinlassen“.

Er öffnete ein Türchen, sie gingen hinein und er verschloss sogleich wieder den Kreis.

Sagte der König zu dem Alten: „Wie kommst du dazu, auf meinem Platz zu sitzen“?

Antwortete der: „Weshalb ist es dein Platz? Mein Platz ist es“!

Der König fragte den Alten: „Fürchtest du dich nicht vor mir“?

Antwortete er: „Nein“!

Sagte er wieder: „Du hast keine Angst“? – und er streckte sich und wurde sehr groß – bis zum Himmel und wollte ihn verschlingen.

Sagte der Alte: „Trotzdem habe ich keine Angst vor dir. Allerdings, wenn ich das möchte, wirst du vor mir Angst haben“. Er ging und betete ein Wenig, es entstanden große Wolken und es donnerte sehr stark. Der Donner tötete sie alle, alle königlichen Fürsten, die mit ihm waren, wurden getötet und es blieb nur der König und der Eine, der mit ihm in den Kreis hineingegangen war. Er bat ihn (der König bat den Alten), der Donner möge aufhören und er hörte auf.

Da sagte der König zu dem Alten: „Da du solch ein Mensch bist, werde ich dir ein Buch von allen Dämonenfamilien schenken. Denn es gibt Namensmeister, (Ba’alei Sheimot) die nur über eine Familie Bescheid wissen, sogar diese Familie kennen sie nicht vollständig.

Ich werde dir ein Buch geben, in dem alle Familien stehen, denn beim König sind alle aufgeschrieben, sogar wer geboren wird. Also schickte der König den Einen, der mit ihm war, das Buch zu holen. (Es stellte sich heraus, dass es sehr klug gewesen war, einen mit dem König hereinzulassen, wen hätte er sonst geschickt?)

Er brachte das Buch und darin standen abertausende Myriaden von deren Familien. Der König sicherte dem Alten zu, dass sie niemals jemanden der Familie des Alten schädigen würden. Und er hieß sofort, Bilder aller seiner Anverwandten zu bringen. Sogar wenn bei ihnen ein Kind geboren wurde, sollte man sofort dessen Bild bringen, damit keiner der Familie des Alten geschädigt werde.

Hernach, als die Zeit des Alten gekommen war, von der Welt zu gehen, rief er seine Kinder und sagte folgendes zu ihnen: „Ich überlasse euch dieses Buch. Ihr seht, dass ich die Macht habe, dieses Buch mit Heiligkeit zu benutzen. Nichtsdestotrotz mache ich keinen Gebrauch davon, sondern habe Glaube an den Gelobten. Also machet auch ihr keinen Gebrauch davon, auch wenn sich einer bei euch befindet, der es mit Heiligkeit verwenden könnte. Trotzdem sollt ihr keinen Gebrauch davon machen, nur Glauben an den Gelobten haben“.

Danach starb der Weise, das Buch wurde vererbt und gelangte an seinen Enkel. Der hatte die Macht, das Buch mit Heiligkeit zu gebrauchen, doch er hatte Glauben an den Gelobten und verwendete es nicht, so wie sein Großvater es in seinem Testament befohlen hatte.

Doch die Redner unter den Dämonen bedrängten den Enkel: „Da du doch erwachsene Töchter hast und sie weder ernähren, noch sie verheiraten kannst, mache doch Gebrauch von dem Buch.

Er wusste nicht, dass sie es ihm einredeten, er glaubte, es wäre sein Herz, das ihm das befahl. Also fuhr er zu dem Grab seines Großvaters und fragte ihn: „Du hast doch ein Testament hinterlassen, das Buch nicht zu benützen, wir sollten nur Glauben an den Gelobten haben“.

Antwortete ihm der Großvater (der verstorben war): „Obwohl du dazu befähigt bist, es mit Heiligkeit zu nutzen, ist es besser, dass du einfach Glaube an den Gelobten haben sollst, es nicht benützen sollst und Er wird dir helfen“. Also tat er es so.

Es kam der Tag, an dem der König des Landes, in welchem der Enkel sich aufhielt, sehr krank wurde. Er konsultierte viele Doktoren, doch sie konnten ihm keine Heilung bringen. Wegen der großen Hitze in jenem Lande wirkten die Medikamente nicht.

Also ordnete der König an, die Juden mögen für ihn beten. Sagte unser König (d.h. der König der Dämonen): „Da der Enkel die Macht hat, das Buch mit Heiligkeit zu benützen, doch er nützt es nicht, werden wir ihm einen Gefallen tun“. Und er befahl mir, dort eine Wolke zu werden, damit der König des Landes geheilt werde durch die Heilmittel, die er bereits eingenommen hat und die, die er noch nehmen wird“. Und der Enkel wusste nichts davon. (Das alles erzählte die Wolke dem Boten).

Und der, der anfangs keine Kraft in den Füssen gehabt hatte, ging ihnen nach und hörte alles. Und man brachte ihn zum König (d.h. den, der zu einer Wolke geworden war, brachte man zum König). Der König befahl, man solle ihm die Kraft wegnehmen und jenem König zurückgeben (welchem sie die Kraft weggenommen hatten, weil er auf ihrem Gebiet gebaut hatte usw.). Also gab man ihm die Kraft zurück, worauf der Sohn der Dämonen zurückkam (über den der Vater und die Mutter geweint hatten) und er kam sehr abgezehrt und erschöpft an, weil man ihn dort sehr gepeinigt hatte. Er wurde sehr erbost über den Zauberer, der ihm solche Qualen bereitet hatte, also gebot er seinen Kindern, diesem Zauberer immer und überall aufzulauern.

Aber unter den Dämonen gab es die Redner und die gingen und verrieten dem Zauberer, dass sie ihm auflauerten, er möge sich hüten. Der Hexer ging listig vor, rief noch weitere Zauberer, die noch mehr Familien kannten, um sich vor denen zu hüten.

Der Sohn und seine Familie wurden sehr verdrossen über die Redner, dass sie dem Zauberer das Geheimnis verraten hatten.

Einmal trug es sich zu, dass Angehörige der Familie des Sohnes und solche der Redner, zusammen beim König Wachdienst hatten. Die Angehörigen des Sohnes stifteten eine Verleumdung über die Redner an und der König tötete daraufhin alle Redner.

Das verdross die übrigen Redner sehr, also verursachten sie eine Revolution zwischen allen Königen und es ward bei den Dämonen Hungersnot, Schwäche, Schwert und Seuchen. Es entstanden Kriege zwischen allen Königen, dies führte zu Erdbeben, die ganze Erde fiel ein und der Baum wurde gänzlich bewässert. Von den Dämonen blieb gar nichts übrig und sie wurden zunichte gemacht. Amen.

Das Geheimnis dieser Geschichte wird im ersten Kapitel der Psalmen angedeutet. „Heil dem Manne…usw., Weg der Frevler, Weg der Gerechten, usw., dies entspricht den Wegen, auf die man das Pulver streute usw. „Und er wird einem Baum gleichen, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht gibt zur rechten Zeit und seine Blätter…, und Alles, was er tut, gedeihet“. Also der Baum, dessen Früchte und Blätter alle miteinander sehr wirksam sind usw. Sehe nach und du wirst noch mehr Andeutungen finden. „Heil dem Manne, der nicht gehet“, denn anfangs konnte er nicht gehen; „nicht stehet“, denn später konnte er auch nicht stehen; Und im Kreis der Spötter, die Spötteleien treiben usw.; Gleich der Spreu, die der Wind wegträgt.

Und all diese sind nur beiläufige Andeutungen, weil er (Rabbi Nachman) unsere Augen ein wenig erleuchtet, damit wir ein bisschen verstehen, wie weit diese Begebenheiten reichen. Die Begebnisse sind jedoch immer noch voll verschlossen, denn alle diese Geschichten, die er erzählte, übersteigen weit, weit jegliche menschliche Erkenntnis und sind vor den Augen aller Lebewesen verborgen.

4. Geschichte

## VOM KÖNIG, DER DIE KONVERSION BEFAHL

Eine Wundergeschichte

Es war einmal ein König, der erließ ein Dekret, nach dem man entweder konvertieren musste, oder man werde deportiert werden. Das heißt, wer im Lande bleiben wollte, musste konvertieren. Sollte er das Dekret nicht befolgen, werde er des Landes verwiesen werden.

Es gab so manche, die ihr ganzes Hab und Gut zurückließen und von dort mittellos weggingen, um bei ihrem Glauben bleiben zu können und Juden zu sein. Anderen tat es leid um ihr Vermögen und sie blieben dort. Sie waren Marranen (Anusim) >>erzwungene Konvertiten, das waren Kripto - Juden<<. Im Verborgenen befolgten sie die Gesetze der Juden, in der Öffentlichkeit durften sie sich jedoch nicht wie Juden benehmen.

Danach starb der König und sein Sohn folgte ihm auf den Thron. Er führte das Land mit großer Strenge, eroberte viele Länder und war sehr weise. Er unterdrückte seine Fürsten und sie unterlagen sehr strengen Regeln, deshalb verbündeten sie sich gegen ihn und schmiedeten ein Komplott, dass sie den König und alle seine Kinder ermorden wollten.

Unter diesen Fürsten befand sich einer der Marranen. Er überlegte sich: „Weswegen bin ich denn ein Marrane? Weil ich mein Hab und Gut und meinen Reichtum nicht verlieren wollte. Wenn man nun den König tötet, wird einer den anderen verschlingen, denn ein Land kann nicht ohne König sein“.

Daher entschloss er sich, zum König zu gehen und ihm den Plan zu verraten, ohne dass die anderen es wussten. Er ging und berichtete dem König, dass man sich gegen ihn verbündet hatte.

Der König überprüfte die Fakten, sah, dass sie stimmten und stellte Wachen auf. Als die Fürsten bei Nacht kamen, um den König zu überfallen, wurden sie gefangen genommen und jeder bekam sein persönliches Urteil.

Der König sagte zu dem Fürsten, der ein Marrane war: „Welche Ehre soll ich dir erweisen, dafür dass du mich und meine Kinder gerettet hast? Soll ich dich zu einem Fürsten machen? Du bist doch schon ein Fürst. Soll ich dir Geld geben? Du hast selbst viel Geld. Sag mir bitte, welche Ehre ich dir erweisen kann und ich werde deinen Wunsch erfüllen“.

Da fragte der Marrane: „Aber wirst du meinen Wunsch wirklich erfüllen“?

Der König versprach es ihm und sagte: Was du willst, deinen Wunsch werde ich mit Sicherheit erfüllen“!

Der Marrane sagte zu ihm: „Schwöre es mir bei deiner Krone und deinem Königreich“ und der König schwor es ihm.

Da sagte der Marrane zu ihm: „Meine ganze Ehre ist, dass mir erlaubt sei, in aller Öffentlichkeit Jude zu sein, dass es mir erlaubt sei, Tallit (Gebetsmantel) und Tefillin (Phylakterien) in aller Öffentlichkeit anzulegen“. Dies ärgerte den König sehr, denn im ganzen Lande war es verboten, Jude zu sein. Nun hatte er keine Wahl, denn er hatte geschworen, ihm seinen Wunsch zu erfüllen.

Am nächsten Morgen schon ging der Marrane und legte in aller Öffentlichkeit Tallit und Tefillin an.

Später starb der König und sein Sohn folgte ihm auf den Thron. Dieser führte das Land mit Güte, denn er hatte gesehen, dass man seinen Vater und dessen Familie hatte vernichten wollen. Er nahm viele Länder ein und wurde ein weiser König.

Eines Tages rief er alle Sterndeuter zusammen, sie sollten ihm verraten, wodurch sein Samen ausgerottet werden könne, damit sie sich vor dieser Gefahr schützen konnten.

Die Sterndeuter sagten, der Same werde nicht abgeschnitten werden, man solle sich nur hüten vor dem Ochsen und dem Lamm. Also schrieb man dies in das Buch der Chroniken. Der König befahl seinen Kindern, das Land ebenfalls mit Güte zu führen, so wie er, danach starb er.

Sein Sohn wurde nun König und führte das Land mit aller Strenge, wie sein Großvater. Er eroberte viele Länder und war so klug, einen Erlass in seine Länder zu verschicken, es solle sich nirgendwo ein Ochse oder ein Lamm befinden, damit sein Same nicht ausgerottet werde. Nun war er zufrieden und dachte, vor nichts mehr Angst haben zu müssen. Er führte das Land sehr streng und wurde zu einem großen Weisen.

Eines Tages fiel ihm etwas Kluges ein, wie er die ganze Welt ohne Kriege erobern könne. Die Welt ist in sieben Teile geteilt und es gibt sieben Wandelsterne (also sieben Sterne, die sich um die sieben Tage der Woche drehen) und jeder Stern leuchtet in einem der sieben Teile der Welt.

Und es gibt sieben Sorten von Metall (Gold, Silber, Kupfer, Zinn usw.) und jeder Stern der sieben Sterne leuchtet auf eine bestimmten Metallsorte. Also ging der König und nahm von allen Metallsorten und ließ Portraits aller Könige, die in ihren Palästen hingen, zu ihm bringen. Aus den Metallen fertigte er einen Menschen. Der Kopf war aus Gold, der Körper aus Silber, alle anderen Glieder aus den anderen Metallsorten. Er stellte diesen Menschen auf einen hohen Berg und alle sieben Wandelsterne leuchteten in dem Menschen.

Wenn jemand einen Rat brauchte, ob er zum Beispiel einen Handel ausführen solle, dann stellte er sich zu dem Teil, der zu dem Teil der Welt gehörte, aus dem er stammte, und wenn er es tun sollte, leuchtete das entsprechende Glied auf und schien auf diesen Menschen. Wenn er es nicht tun sollte, verfinsterte sich das Glied. All dies tat der König und dadurch eroberte er die Welt und häufte viele Schätze an.

Jedoch diese Menschenfigur, die der König aus den verschiedenen Metallsorten hatte anfertigen lassen, hatte die oben genannten Fähigkeiten nur unter folgenden Umständen: Wenn der König die Stolzen erniedrigte und die Niedrigen erhöhte (d.h. erhabene Menschen sollte er von ihrer Höhe hinabwerfen, die kleineren Leute sollte er erheben). Also schickte der König Befehle an alle Generäle und Regenten, die etwas verwalteten oder eine Behörde befehligten und nahm ihnen ihre Rechte weg. Er entzog ihnen sogar Rechte, die sie von ihren Urgroßvätern geerbt hatten, die schon für ihn gearbeitet hatten. Und kleine Leute erhob er an ihre Stelle. Unter den Regenten, die der König entmachtete, befand sich auch der oben genannte Marrane. Der König fragte ihn: „Was verwaltest du“? Der antwortete ihm: „Meine Aufgabe ist es, vor aller Welt Jude sein zu dürfen, wegen des Gefallens, den ich dem alten König getan hatte“. Der König entzog ihm dieses Recht und er wurde wieder zum Marranen.

Einmal legte der König sich zum Schlafe nieder. Er sah im Traum einen klaren Himmel und alle zwölf Sternzeichen. (Die Sterne am Himmel sind in zwölf Sternzeichen geteilt, entsprechend der Monate des Jahres. Ein Sternzeichen (Masal) ist wie ein Lamm, dies ist das Sternzeichen des Monats Nissan. Und das Sternzeichen des Monats Ijar wird als Stier bezeichnet, d.h. ein Ochse.

Und ebenso hat jeder Monat ein Sternzeichen). Und er sah, wie der Ochse und das Lamm, die sich unter den Sternzeichen befinden, ihn auslachten.

Er erwachte mit großem Zorn, war sehr erschrocken und befahl, das Buch der Chroniken zu bringen. (Das Buch, in dem alles aufgeschrieben steht). Er sah dort geschrieben, dass durch einen Ochsen oder ein Lamm sein Same abgeschnitten werden würde. Da überfiel ihn große Furcht und er erzählte es der Königin. Auch über sie und die Kinder fiel eine große Furcht und sein Herz raste. Er ließ alle Traumdeuter rufen, die deuteten es jeder auf seine Weise, doch nichts Kluges fiel ihnen ein und er hatte große Angst.

Ein Weiser kam zu ihm und sagte dem König, er habe eine Überlieferung von seinem Vater, dass es 365 verschiedene Wandelbahnen der Sonne gebe (d.h. die Sonne habe 365 Bahnen) und es gebe einen Ort, auf den alle 365 Bahnen leuchten, dort gebe es eine Eisenrute. Und wenn einer Angst habe und käme zu dieser Rute, so werde er vor seiner Angst gerettet. (Dies sprach der Weise zum König)

Das gefiel dem König sehr wohl und er begab sich mit der Königin, seinen Kindern und all seinen Nachkommen zu diesem Ort. Auch der Weise ging mit ihnen.

In der Mitte des Weges steht ein Engel. Er ist der Befugte für den Zorn, denn durch Zorn erschafft man einen Zerstörungsengel (einen Engel, der ein Schädling, ein Verderber ist) und dieser Engel herrschte über alle Zerstörer. Diesen Engel fragt man nach dem Weg, es gibt nämlich einen guten Weg für Menschen, auch einen Weg voller Schlamm, einen Weg voller Gruben und noch viele weitere Wege.

Auch gibt es einen Weg, auf dem es Feuer gibt, das einen schon vier Meilen vor dem Feuer verbrennt. Sie fragten den Engel nach dem Weg und er gab ihnen jenen an, auf dem sich das Feuer befindet.

Der König sah, dass viele Könige auf diesem Pfad wandelten, da sagte er, er werde auch dort gehen.

Sie gingen (der König mit allen seinen Nachfahren und mit dem Weisen) und der Weise blickte immer wieder nach vorne, ob das Feuer da wäre, denn sein Vater hatte ihm überliefert, dass dort dieses Feuer existiere.

Und er sah, dass Könige und Juden durch das Feuer gingen. (Bei diesen Königen waren Juden sesshaft in ihrem Land, darum konnten sie unversehrt durch das Feuer gehen). Da sagte der Weise zum König: „Ich besitze eine Überlieferung von meinem Vater, dass man vier Meilen vor dem Feuer verbrannt wird. Wenn du willst, gehe du weiter. Ich habe eine Überlieferung von meinem Vater, deshalb will ich nicht weitergehen“. Also ging der König mit allen seinen Nachkommen und das Feuer ergriff sie und sie wurden alle ausgerottet.

Als der Weise heimkam, wunderten sich die Regenten, wie es dazu gekommen war, dass der König mit allen seinen Nachkommen vernichtet worden war, da er sich doch vor Ochsen und Lämmern geschützt hatte. Antwortete der Marrane: „Durch mich wurde er vernichtet, weil die Sterndeuter sahen, (dass durch ein Lamm und einen Ochsen sein Samen abgeschnitten werden würde) und sie wussten nicht, was sie sahen. Denn aus einem Ochsen – aus dessen Haut macht man Tefillin; und ein Lamm – aus dessen Wolle macht man Zizit (Schaufäden) für den Tallit. Durch sie wurde der König abgeschnitten mit seinem Samen. Denn diejenigen Könige, in deren Ländern Juden wohnten, die mit Tallit und Tefillin angelegt gehen durften, konnten durch das Feuer gehen, ohne dass es ihnen schadete.

Aber jener König, in dessen Land Juden keinen Tallit und Tefillin besitzen durften, er wurde ausgerottet mit seinem Samen. Deswegen hatten der Stier und das Lamm ihn ausgelacht, denn die Sterndeuter sahen, dass durch Stier und Lamm sein Samen ausgerottet werden würde, sie wussten jedoch nicht, was sie sahen.

Und der König und sein Same wurde vernichtet. Amen, so mögen Ewiger, alle deine Feinde untergehen.

**Anmerkungen nach der Geschichte**

(Psalm 2): „Warum lärmen die Völker usw., Du zerschellst sie mit eisernem Stabe… Dass Er nicht zürne und ihr irregehet auf dem Wege usw.“

Diese Begebenheiten sind uralt und sehr verschlossen… Alles dies hörte ich (Rabbi Nathan). Weiters habe ich ein paar Andeutungen dieser Geschichte in diesem Psalm gefunden: „Zerreißen wir ihre Bande“. Bande sind Leder, dies entspricht den Tefillin; „Ihre Seile“, Seile entsprechen Zizit, so wie unsere Weisen diesen Vers im Traktat Avoda Zara (3b) im Bezug zu Zizit und Tefillin erläutert haben.

„Der in dem Himmel thronet, der lachet“, denn der Stier und das Lamm am Himmel lachten ihn aus.

„Dann wird Er zu ihnen sprechen in seinem Grimme und in seiner Zornesglut schreckte Er sie“, der Zorn und die Angst, wie beschrieben.

„Ich habe ja gesalbt Meinen König auf Zion, Meinem heiligen Berge“, vielleicht ist das eine Andeutung, dass die Menschenfigur, die der besagte König auf den hohen Berg stellte; das böse Gegenstück des Heiligen und dies ist das Gegenstück zu dem heiligen König auf dem Berge Zion, dem heiligen Berge, weil dort alle Teile der Welt enthalten sind usw. und das entspricht dem „Berge“ in dem Psalm.

„Nasachti“ (Ich habe gesalbt), das ist ein Begriff, wie in „Nesech vajitzak“ >>Gießen und gießen-Formen der Statue<< (Bereschit 35:15)

„Verlange von mir“ all die Ratschläge, wie besagt. „Völker Dir zum Eigentum und Dir zum Besitze die Enden der Erde“ – alle Enden der Erde zusammenhalten, d.h. alle sieben Teile der Welt und alle Könige und Völker werden Ihm zu Eigentum. „Dienet“ ist Zizit, „In Furcht“ ist Tefillin und „Und frohlocket mit Zittern“ – das besagte Zittern.

Die ganze Geschichte wird in diesem Kapitel angedeutet. Glücklich ist derjenige, der etwas begreift von diesen Geschichten, sie sind alle große Geheimnisse der Thora.

5.Geschichte

## VOM Königssohn, der aus Edelsteinen bestand

Es war einmal ein König, der keine Kinder hatte. Also konsultierte er Doktoren, um sein Königtum nicht an Fremde zu verlieren. Die Ärzte halfen ihm nicht, also erließ er ein Dekret, die Juden mögen für ihn beten, er solle Kinder haben.

Die Juden suchten und fand einen verborgenen Zaddik (Gerechten), sie sagten ihm, dass er beten solle und bewirken, dass der König Kinder haben solle. Er erwiderte, er wisse gar nichts. Sie meldeten es dem König (dass es einen verborgenen Zaddik gibt, nur sagt er, er wisse gar nichts). Da schickte der König ihm einen Befehl und man brachte ihn vor den König. Der König begann, gütig mit ihm zu sprechen: „Du weißt doch, dass die Juden in meiner Hand sind, ich kann mit ihnen tun, was ich möchte. Daher bitte ich dich gutmütig, bitte bete für mich, ich solle Kinder haben“. Der Zaddik versprach ihm, er werde in diesem Jahr ein Kind haben und ging nach Hause.

Die Königin gebar eine Tochter und diese Königstochter war eine große Schönheit. Als sie vier Jahre alt war, kannte sie alle Weisheiten, konnte alle Sprachen sprechen und auf Instrumenten spielen. Alle Könige aller Länder fuhren hin, um sie zu sehen und der König genoss viel Freude an ihr.

Hernach wünschte der König sich sehr, einen Sohn zu haben, damit sein Königtum nicht an einen Fremden gehe. Er schickte wiederum ein Dekret an die Juden, für ihn zu beten, dass er einen Sohn haben solle. Sie suchten den ersten Zaddik, fanden ihn jedoch nicht, da er schon gestorben war. Sie suchten weiter und fanden noch einen verborgenen Zaddik und überbrachten ihm den Befehl, zu beten, der König solle einen Sohn haben. Der sagte auch, er wisse gar nichts und wieder meldeten sie das dem König. Der König sagte dem Zaddik das Gleiche: „Du weißt doch, dass die Juden in meiner Macht sind usw.“

Da sagte ihm der Weise (der Zaddik): „Wirst du aber tun können, was ich dir anordnen werde“?

Der König versprach es. Da sagte der Weise zu ihm: „Ich verlange, dass du alle Sorten von Edelsteinen bringst, da jeder Edelstein eine andere Wirksamkeit hat“. (Segula – Kraft), Es gibt nämlich bei Königen ein Buch, in dem alle möglichen Edelsteine aufgeschrieben sind.

Da sagte der König: „Ich würde die Hälfte meines Königreichs hergeben, um einen Sohn zu haben“. Und er ging und brachte ihm alle Sorten von Edelsteinen. Der Weise nahm sie und zerrieb sie. Danach nahm er einen Becher Wein und streute das Edelsteinpulver hinein. Eine Hälfte des Weines gab er dem König zu trinken, die andere Hälfte der Königin. Und er sagte ihnen, sie würden einen Sohn bekommen, der ganz aus Edelsteinen bestehen und in sich alle Eigenschaften (Segulot) vereinen werde, welche den Edelsteinen innewohnen. Dann ging er nach Hause.

Die Königin gebar einen Sohn und dem König wurde große Freude zuteil. Der Sohn war jedoch nicht aus Edelsteinen…

Als er vier Jahre alt war, war er sehr hübsch, gebildet in allen Weisheiten und kannte alle Sprachen. Und alle Könige fuhren dorthin, um ihn zu sehen.

Der Königstochter schien es, dass sie nicht mehr so wichtig war und sie wurde sehr eifersüchtig. Es war ihr einziger Trost, dass der Weise gesagt hatte, er werde aus Edelsteinen bestehen, dass er zwar schön und klug war, jedoch nicht aus Edelsteinen bestand.

Einmal schnitzte der Königssohn ein Stück Holz und schnitt sich am Finger. Die Königstochter lief schnell zu ihm, um seinen Finger zu verbinden und sah dort einen Edelstein. Sie wurde sehr neidisch auf ihn und stellte sich krank.

Es kamen mehrere Doktoren, doch die konnten sie nicht heilen. Man rief Zauberer, dabei war eine Hexe, der verriet sie die Wahrheit, dass sie sich krank stelle wegen des Bruders, usw. Sie fragte sie, ob es möglich sei, einen Menschen so zu verzaubern, dass er Lepra bekommen solle und sie sagte, das sei möglich.

Da sagte sie zu der Hexe: „Vielleicht wird er sich einen anderen Hexer suchen, der den Zauber nichtig macht und er wird geheilt“?

Die Hexe antwortete, wenn man den Zauber ins Wasser werfe, könne er nicht annulliert werden.

Sie tat es so und warf den Zauber ins Wasser. Der Königssohn wurde sehr leprös und hatte Aussatz an der Nase, am Gesicht und am restlichen Körper.

Der König konsultierte Doktoren und Hexer, doch die halfen ihm nicht. Er erließ wieder ein Dekret an die Juden, sie sollen beten. Die suchten den Zaddik (der gebeten hatte, der König solle einen Sohn bekommen usw.) und brachten ihn vor den König. Und dieser Zaddik betete ständig zum Ewigen, gelobt sei Er – da er doch dem König versprochen habe, dass der Sohn gänzlich aus Edelsteinen beschaffen sein werde und es wurde nicht erfüllt. Und er argumentierte mit dem Gelobten: „Habe ich es etwa meiner Ehre wegen getan? Ich habe es doch nur Deiner Ehre wegen getan und nun wurde das, was ich versprochen habe, nicht erfüllt“.

Und der Zaddik kam zum König und betete bezüglich des Aussatzes des Königssohnes, dass er geheilt werden solle, aber es half nicht. Man verkündete ihm, es wäre der Zauber einer Hexe. Doch der Zaddik war höher als alle Zauberer.

Also kam er zum König und verkündete ihm, es sei ein Zauber, den man ins Wasser geworfen habe und dass der Königssohn nicht geheilt werden könne, es sei denn, man würde die Hexe, die den Zauber verhängt hatte, ins Wasser hineinwerfen.

Da sagte der König: „Ich bringe dir alle Hexer, man soll sie alle ins Wasser hineinwerfen, nur dass mein Sohn geheilt werden möge“!

Die Königstochter bekam große Angst und lief zum Wasser, um den Zauber herauszuholen, denn sie wusste, wo er sich befand und fiel in das Wasser hinein. Es gab einen großen Aufschrei, dass die Königstochter ins Wasser gefallen sei.

Der Zaddik kam und verkündete, der Königssohn werde nun geheilt werden. Er wurde geheilt, der Aussatz trocknete aus und fiel ab und die ganze Haut schälte sich ab. Er war vollkommen aus Edelsteinen und vereinte in sich alle Wirksamkeiten der Edelsteine. Denn als die Haut sich von ihm ablöste, sah man, dass er gänzlich aus Edelsteinen war, wie der Zaddik gesagt hatte.

6.Geschichte

## VON DEM BESCHEIDENEN KÖNIG

Es war einmal ein König, bei dem gab es einen Weisen. Der König sprach zu dem Weisen: „Es gibt einen König, dessen Siegel (Unterschrift) besagt, er sei ein großer Held, ein Mensch von Wahrheit und Bescheidenheit. (D.h. ein wahrheitsliebender Mensch und er hält nichts von sich selbst). Ein großer Mann ist er – das weiß ich, da das Meer sein Land umringt. Auf diesem Meer stehen Armeen auf Kanonenschiffen und lassen niemanden näherkommen. Vor dem Meer ist ein großer Sumpf, in dem man ertrinken kann, rund um sein Land, da gibt es nur einen kleinen Weg, so dass nur ein einzelner Mensch durchgehen kann. Auch dort stehen Kanonen. Wenn jemand mit kriegerischen Absichten kommt, wird mit den Kanonen geschossen, sodass man sich nicht nähern kann.

Dass er sich unterzeichnet als Mensch von Wahrheit und als Bescheidener, das weiß ich nicht. Ich will, dass du mir das Gemälde dieses Königs bringst. Er hat die Portraits von allen Königen, sein Bild jedoch befindet sich bei keinem anderen König, weil dieser König vor den Menschen verborgen ist. Er sitzt hinter einem Vorhang und ist von den Bürgern seines Landes weit entfernt.

Der Weise ging in jenes Land. Er überlegte, dass er das Wesen des Landes kennenlernen wollte. Wie wollte er die Art des Landes erkennen? Durch seinen Humor. Denn wenn man etwas erkennen will, muss man den Humor dieser Sache kennen. Denn es gibt verschiedene Arten von Humor. Eine Art von Humor ist, jemandem mit seinen Worten zu schaden und wenn derjenige es dann ernst nimmt, sagt man zu ihm: „Ich wollte doch nur scherzen“.

Wie es geschrieben steht (Sprüche 26): Wie einer, der zum Zeitvertreib Brandgeschoße verschießt und danach sagt: „Ich habe doch nur gescherzt“. Und ebenso gibt es einen Humor, der es wirklich scherzhaft meint und trotzdem dem anderen schadet mit seinen Worten. So gibt es mehrere Arten von Humor.

Unter allen Ländern gibt es ein Land, das alle Länder umfasst (d.h. dieses Land ist die Hauptsache und der Kernpunkt aller Länder). In diesem Land gibt es eine Stadt, die umfasst alle Städte dieses Landes, das alle Länder umfasst. In dieser Stadt gibt es eine Stube, die alle Stuben der ganzen Stadt umfasst und diese Stadt umfasst usw.

Dort gibt es einen, der alle Witze und Streiche der ganzen Stadt treibt.

Der Weise nahm sehr viel Geld mit und ging dorthin. Er sah, dass man dort einige Arten von Witzen und Gespött trieb. Aus der Art des Humors verstand er, dass das ganze Land voller Lügen war. Denn er sah, dass man darüber lachte, wie man Menschen in Geschäften betrügt und wie der dann zu dem zuständigen Amt kommt, um anzuklagen. Dort ist jedoch alles korrupt und sie nehmen Bestechungen an. Dann geht er zum höheren Amt und auch dort ist alles voller Lügen. Und sie verspotten alle diese Dinge in ihren Witzen und ahmen sie nach.

Der Weise verstand aus dieser Art von Humor, dass das ganze Land voller Lügen und Betrug war und es überhaupt keine Wahrheit gab in diesem Land. So ging er und machte Geschäfte in dem Land und ließ sich in den Geschäften betrügen. Dann ging er, um sich im Amt zu beklagen. Dort war alles voller Lügen und sie nahmen Bestechung – heute war er es, der sie bestach, doch am Morgen danach kannten sie ihn nicht mehr.

Er ging zum höheren Amt und dort war auch alles voller Lügen, bis er vor den Senat kam. Auch dort war alles voller Lügen und Bestechung. So ging es weiter, bis er vor den König selbst kam.

Als er vor den König kam, rief er aus und sagte: „Über wen bist du König? Das ganze Land ist mit Lügen überfüllt und es gibt darin überhaupt keine Wahrheit“. Und er begann, die ganze Falschheit des Landes darzulegen. Als der König diese Worte hörte, neigte er sein Ohr näher zu dem Vorhang hin, um seine Worte genau zu hören.

Dem König erschien es ein großes Wunder, dass sich ein Mensch finden ließ, der über die ganze Falschheit des Landes Bescheid wusste. Die Minister des Königs hörten seine Worte und wurden sehr verärgert über ihn.

Der Weise erzählte weiter über die Verlogenheit des Landes und sprach: „Man hätte meinen können, der König wäre auch wie seine Bürger, dass er ebenfalls Lügen liebe, wie sein Land. Aber das Gegenteil ist der Fall, gerade dadurch sieht man, dass du ein Mensch der Wahrheit bist, weil du weit entfernt von ihnen bist – weil du die Verlogenheit des Landes nicht ertragen kannst“. Und er begann, den König sehr zu loben.

Der König war sehr bescheiden und an der Stelle seiner Bescheidenheit befand sich die Stelle seiner Größe, denn so zeigt sich die Art und Weise des Bescheidenen. Je mehr man ihn lobt, desto bescheidener wird er in seinen Augen.

Und da der Weise den König so sehr lobte und hochschätzte, gelangte der König zu so großer Bescheidenheit und Kleinheit, dass er sich nicht mehr zurückhalten konnte und den Vorhang abwarf, um zu sehen, wer dieser Weise war, der alles wusste und verstand.

Und das Gesicht des Königs ward enthüllt, der Weise sah ihn und malte sein Portrait und brachte es zu seinem König.

7.Geschichte

## VON DER FLIEGE UND DER SPINNE

Ich machte eine Reise, von der will ich euch erzählen:

Es war einmal ein König, der viele Kriege auszufechten hatte, doch er gewann sie und nahm viele Gefangene. (Inmitten seiner Worte, als er anfing diese Geschichte zu erzählen, sagte er: „Vielleicht denkt ihr, dass ich euch alles erzählen werde und ihr werdet es verstehen können“).

Jedes Jahr, an dem Tag, als er den Krieg gewonnen hatte, veranstaltete er einen großen Ball. Auf diesem Ball waren alle königlichen Minister und Regenten zugegen, so wie es bei Königen üblich ist. Man führte dort Komödien vor und spottete über alle Nationen, über die Türken und andere Völker. Sie imitierten das Benehmen, wie auch die Sitten jeder Nation. Höchstwahrscheinlich spottete man auch über die Juden.

Der König ließ sich das Buch bringen, in dem die Sitten und das Verhalten jeder Nation aufgeschrieben stehen. Der König merkte, dass auf jede Seite, die er aufschlug, genau das Verhalten und die Sitten standen, wie man sie in der Komödie vorgespielt hatte. Wahrscheinlich hatte derjenige, der die Komödien veranstaltete, ebenfalls das Buch gelesen.

Inzwischen, während der König über dem Buche saß, sah er, wie eine Spinne an der Kante der Blätter entlangkroch. Auf der anderen Seite saß eine Fliege. Und wohin geht die Spinne? Vermutlich zu der Fliege. Während die Spinne in Richtung der Fliege kroch, kam ein Windstoß und hob das Blatt hoch, die Spinne konnte nicht mehr zu der Fliege, also kehrte sie um.

Sie tat aber nur so, als ob sie umkehrte und nicht mehr zu der Fliege hingehen wolle. Danach kehrte das Blatt an seinen Platz zurück. Wieder ging die Spinne in Richtung der Fliege, doch das Blatt hob sich wiederum und ließ es nicht zu, also kehrte die Spinne wieder um. So verlief es etliche Male.

Danach kroch die Spinne wieder zu der Fliege, so weit, bis sie mit einem Bein an dem Blatt hing. Wiederum erhob sich das Blatt und die Spinne befand sich schon fast auf dem Blatt, da legte das Blatt sich ganz flach und die Spinne wurde zwischen den Blättern eingeklemmt. Dort kroch sie herum, zwischen den Blättern, bis ganz tief hinein, bis von ihr nichts übrigblieb. (Was sich mit der Fliege getan hat – werde ich euch nicht erzählen).

Der König sah alles und wunderte sich sehr. Er verstand, dass dies keine einfache Sache sei und dass man ihm damit etwas zeigen wolle. (Alle Minister sahen, dass der König darauf schaute und sich wunderte). Der König begann darüber nachzudenken, was es zu bedeuten habe und schlummerte über dem Buche ein.

Er träumte, dass er einen Diamanten hielt und darauf schaute. Scharenweise kamen Menschen aus dem Diamanten heraus, daher warf er den Diamanten aus seiner Hand.

Bei Königen ist es üblich, dass über ihnen ein Portrait hängt und über dem Portrait hängt eine Krone. Er sah im Traum, wie die Menschen, die aus dem Diamanten hervorkamen, das Portrait nahmen und ihm den Kopf abschnitten. Danach nahmen sie die Krone, warfen sie in den Schlamm und rannten auf ihn zu, um ihn zu töten. Ein Blatt von dem Buch, auf dem er lag, erhob sich und beschützte ihn. Also konnten sie ihm nichts antun und gingen weg. Danach fiel das Blatt auf seinen Platz zurück, daraufhin wollten sie ihn wieder töten. Das Blatt erhob sich wieder, wie vorhin. So ging es etliche Male. Der König wollte sehen, welches Blatt es sei, das ihn beschützte, wessen Traditionen darauf stünden und um welches Volk es sich handle.

Der König aber fürchtete sich, nachzusehen und begann zu schreien: „Gewalt! Gewalt“!

Alle Minister, die dort saßen hörten es und wollten ihn aufwecken, es ist jedoch nicht ziemlich, einen König aufzuwecken. Also machten sie Lärm um ihn herum, um ihn aufzuwecken, aber er hörte nicht.

Inzwischen kam ein hoher Berg zu ihm und fragte ihn: „Weshalb schreist du? Ich schlafe schon so lange Zeit und niemand hat mich aufgeweckt“! (Das sagte der Berg zum König).

Darauf sagte der König: „Wie soll ich nicht schreien, da man sich gegen mich erheben und mich töten will. Nur dieses Blatt beschützt mich“. Der Berg antwortete: „Wenn dieses Blatt dich beschützt, so brauchst du vor gar nichts Angst zu haben. Denn auch gegen mich erheben sich viele Hasser, nur dass das Blatt mich beschützt. Komm, ich werde es dir zeigen“.

Er zeigte ihm, wie um den Berg herum Tausende und Myriaden von Hassern standen, sie hielten Festmahle und waren fröhlich. Musikanten spielten und es wurde getanzt. Der Grund der Freude war, dass viele der Hasser darüber nachdachten, wie man auf den Berg hinaufgehen werde. Deshalb machten sie ein großes Fest, feierten Bankette und man musizierte und tanzte.

So verläuft es bei jeder Gruppe. Nur gibt es über diesen Vorgängen das Blatt, das dich und mich beschützt.

Auf der Spitze des Berges steht eine Tafel, dort stehen die Sitten des Blattes, das ihn beschützt und von welchem Volk es ist. Da der Berg jedoch sehr hoch ist, kann man die Schrift nicht lesen. Unten am Berg steht eine Tafel, auf der steht, dass nur derjenige hinaufsteigen kann, der noch alle Zähne besitzt.

Der Ewige, gelobt sei Er, veranlasste dass dort, wo man den Berg besteigen konnte, eine Grassorte wuchs, die allen, die dorthin kamen, alle Zähne ausfallen ließ. Ob man zu Fuß kam, oder mit Wagen voll Vieh fuhr, alle Zähne fielen hinaus. Und dort lagen weiße Haufen von Zähnen, so hoch wie Berge.

Danach nahmen die Menschen aus dem Diamanten das Portrait, hängten es wieder auf wie zuvor. Die Krone nahmen sie, wuschen sie ab und hängten sie wieder an ihren Platz zurück. Der König wachte auf und blickte sofort auf das Blatt, das ihn beschützte, von welcher Art und von welchem Volk es sei. Er sah dort, dass es die Sitten der Juden waren. Er begann mit Wahrheit auf das Blatt zu blicken und verstand die echte Wahrheit. Es wurde ihm klar, dass er Jude werden würde.

Nur was sollte man tun, um die ganze Welt zum Guten zurückzubringen, sie alle zu der Wahrheit zu bekehren? Also beschloss er, zu einem Weisen zu fahren, der ihm den Traum wahrheitsgemäß deuten werde. (D.h., der ihm den Traum so deuten sollte, wie es wirklich war).

Er nahm zwei Menschen mit sich mit und fuhr nicht als König auf der Welt herum, sondern als einfacher Mensch. Er fuhr von Stadt zu Stadt und fragte: „Wie kommt man zu einem Weisen, der einen Traum wahrheitsgemäß deuten kann“? man berichtete ihm, dass sich an einem gewissen Ort ein solcher Weiser befinde.

Er fuhr dorthin, kam zu dem Weisen und sagte ihm die Wahrheit, er sei der König, habe seine Kriege gewonnen und erzählte ihm die ganze Geschichte, die sich ereignet hatte.

Da sagte der Weise: „Ich selbst kann den Traum nicht deuten. Es gibt aber eine gewisse Zeit, an einem gewissen Tag, in einem gewissen Monat, da sammle ich alle Spezereien des Räucherwerks zusammen (d.h. alle Gewürze, aus denen man Räucherwerk anfertigt) und fertige dann meine Mischung an. Man räuchert einen Menschen mit dem Räucherwerk, dieser Mensch behält in seinen Sinnen, was er sehen und wissen möchte, dann weiß er alles.

Der König überlegte, da er doch schon so viel Zeit damit verbracht hatte, könne er noch bis zu dem Tag in jenem Monat, (wie der Weise es ihm erzählt hatte) warten.

Es kam der Tag und der Weise tat es ihm so und räucherte ihn mit dem Räucherwerk. Der König begann zu sehen, sogar was mit ihm geschehen war, noch bevor er geboren worden war, damals, als seine Seele sich noch in der oberen Welt befunden hatte (d.h. auf der kommenden Welt).

Er sah, wie man seine Seele durch alle Welten führte und man rief aus: „Wer über ein Verschulden dieser Seele zu berichten hat (d.h. etwas Schlechtes erzählen) soll kommen“. Es fand sich niemand, der über eine Schuld zu berichten hatte.

Da kam einer und schrie: „Herr der Welt, höre mein Gebet. Wenn dieser auf die Welt kommt, was habe ich dann noch zu tun und wofür hast Du mich erschaffen“? Es war der Satan. (D.h. es war der Satan selbst, der dies geschrien hatte. Er schrie, wenn diese Seele herunterkäme, werde er nichts mehr zu tun haben. Man antwortete ihm: „Diese Seele muss auf die Welt kommen und du, überlege dir einen Rat“. Also ging er weg (der geschrien hatte).

Man führte die Seele weiter durch Welten, bis man sie vor das Himmlische Gericht brachte, um sie zu beschwören, auf die Welt hinunter zu gehen. Und er (der Satan, der zuvor geschrien hatte) war noch nicht gekommen, also schickte man einen Gesandten nach ihm.

Er kam und brachte einen Alten mit – einen Gebeugten, den er schon lange gekannt hatte und er lachte und sagte: „Ich habe mir schon einen Rat gegeben, die Seele kann schon auf die Welt hinunter gehen“. Also ließ man die Seele sein und sie kam auf die Welt herab.

Der König sah, was mit ihm geschehen war, vom Anfang bis zum Ende, wie er König geworden war, die Kriege, die er gefochten hatte und dass er viele Gefangene gemacht hatte.

Unter den Gefangenen befand sich eine Schönheit, auf der alle Lieblichkeit der Welt zu finden war. Nur stammte diese Lieblichkeit nicht von ihr selbst, sondern sie trug einen hängenden Diamanten, aus dem strömte dieser Liebreiz. Deswegen glaubte man, sie selbst würde diese Grazie besitzen.

Und auf den Berg kann man nicht hinaufkommen, es sei denn die Weisen und die Reichen usw. (Und weiter hat er nicht erzählt). Doch darin liegt noch viel Inhalt. (Ab „und nahm Gefangene“ bis zum Schluss wurde es nicht korrekt aufgeschrieben, wie er es erzählt hatte).

Psalm 3: Psalm von David, da er floh usw. Ewiger, wieviel sind meine Feinde, wieviel, die aufstehen gegen mich usw. Aber Du, Ewiger, beschützt mich, meine Ehre und richtesst mein Haupt empor. Mit meiner Stimme zum Ewigen rufe ich und Er antwortet mir von Seinem heiligen Berge, Selah. – Und der besagte Berg. „Ich lege mich nieder und entschlummere“ – wie gesagt – „Ich erwache usw. Ich fürchte mich nicht vor den Myriaden, die sich rund um mich aufstellen gegen mich…, denn Du schlägst allen meinen Feinden auf die Wange; die Zähne der Frevler zerbrichst Du“. Wie ihnen die Zähne ausfielen, als sie den Berg besteigen wollten. „Über Deinem Volke Segen, Selah.

Halte inne und du wirst Erstaunenswertes sehen. Wenn du eine Seele besitzt, wirst du dein Fleisch bei deinen Zähnen tragen und dein Leben wagen. Du wirst innehalten, bebend und staunend, dein Haar wird sich sträuben und du wirst dich immer wieder wundern über Dinge, die sich in den Höhen des Himmels befinden.

8. Geschichte

## VON DEM RABBINER UND DEM EINZIGEN SOHN

Es war einmal ein Rabbiner, der keine Kinder hatte. Später bekam er einen einzigen Sohn, den er großzog und dann verheiratete. Dieser einzige Sohn pflegte in einer Dachstube zu sitzen und zu studieren, wie es bei reichen Leuten üblich ist. Er pflegte ständig zu lernen und zu beten. Trotzdem fühlte er, als ob es ihm an etwas mangle, als ob ihm etwas fehle, er wusste jedoch nicht, was das war. Dadurch erfüllte ihn beim Beten und Lernen keine Zufriedenheit.

Er erzählte dies vor zwei jungen Leuten, die ihm den Rat erteilten, zu einem gewissen Zaddik (Gerechten) zu fahren. Dieser einzige Sohn erfüllte eine Mitzwa, durch die er in den Zustand des „Kleinen Lichts“ (d.h. Mond) versetzt wurde.

Der einzige Sohn ging zu seinem Vater und erzählte ihm, er fühle keinen Geschmack an seinem Dienst (bei seinem Dienst für den Ewigen, beim Beten und Lernen und anderen Geboten), ihm fehle etwas, er wisse jedoch nicht was, so wolle er zu jenem Zaddik fahren (von welchem man ihm erzählt hatte, wie oben erwähnt).

Der Vater antwortete ihm: „Was fällt dir ein, zu ihm zu fahren, du bist wohl gelehrter als er und von vornehmerer Abstammung. Es steht dir nicht an, zu ihm zu fahren. Kehre doch um von diesem Wege“ – und so hinderte der Vater ihn daran, zu dem Zaddik zu fahren. Also machte er sich wieder daran, zu lernen und spürte wiederum den Mangel.

Er ließ sich wieder von Menschen beraten und sie gaben ihm nochmals den Rat, zu jenem Zaddik zu fahren. Wieder ging er zu seinem Vater und dieser schlug es ihm wiederum ab und hinderte ihn daran. Und so verlief es etliche Male.

Der einzige Sohn fühlte weiterhin, es würde ihm etwas fehlen und er sehnte sich sehr danach, das Fehlende zu ersetzen (d.h. etwas richtig zu stellen, sodass ihm nichts fehlen möge). Und er wusste nicht, was es war, das ihm fehlte, wie erwähnt.

Nochmals ging er zu seinem Vater und bat ihn inständig, bis der Vater mit ihm fahren musste. Der Vater wollte mitfahren, da dies sein einziger Sohn war und er wollte ihn nicht alleine fahren lassen.

Der Vater sagte zu ihm: „Siehe, ich werde dir zeigen, dass er gar nichts ist (dass der Zaddik nichts wert sei)“. Also spannten sie die Kutsche an und fuhren los. Da sagte der Vater zum Sohn: „Hiermit will ich die Reise auf die Probe stellen. Wenn alles ordnungsgemäß verläuft, dann ist es vom Himmel bestimmt. Wenn nicht, ist das ein Zeichen des Himmels, dass wir nicht fahren sollen und wir werden umkehren“.

Als sie so dahinfuhren, kamen sie zu einer kleinen Brücke. Ein Pferd stürzte, die Kutsche kippte um und sie wären fast ertrunken. Da sagte der Vater zu ihm: „Siehst du, dass es nicht richtig verläuft und diese Fahrt nicht vom Himmel bestimmt ist“! Und sie kehrten um.

Abermals setzte der einzige Sohn sich ans Lernen und nochmals verspürte er, dass ihm etwas fehle und er wusste nicht, was. Wiederum flehte er seinen Vater an und wiederum musste der mit ihm fahren.

Als sie fuhren, stellte der Vater die Reise wiederum auf die Probe, so wie bei der vorhergehenden Reise. Wieder stellte er die Bedingung, dass alles ordnungsgemäß verlaufen solle usw.

Während sie fuhren, geschah es, dass beide Achsen brachen. Der Vater sprach so zu ihm: „Du siehst doch, dass es für uns nicht richtig ist, zu fahren, ist es denn naturgemäß, dass beide Achsen brechen? Wie oft sind wir schon mit dieser Kutsche gefahren und nie hat sich solches ereignet“?

Also kehrten sie wieder um.

Der einzige Sohn begann wieder zu lernen und fühlte wieder, dass ihm etwas fehlte und die jungen Leute redeten ihm weiter zu, er solle fahren. Also ging er nochmals zum Vater und bat ihn inständig, noch einmal mit ihm zu fahren. Und er sagte zu seinem Vater: „Wir werden es diesmal nicht auf die Probe stellen, denn es ist natürlich, dass gelegentlich ein Pferd stürzt, oder dass die Achsen brechen. Es sei denn, es wäre etwas wirklich Abnormales“.

Also fuhren sie los und kamen zu einer Herberge, um dort zu nächtigen. Dort trafen sie einen Händler und sie begannen, sich mit ihm zu unterhalten, wie es bei Kaufleuten üblich ist. Sie sagten ihm nicht, dass sie dorthin (zu jenem Zaddik) unterwegs waren, denn der Rabbiner schämte sich zu sagen, er sei zu jenem Zaddik unterwegs.

Sie sprachen von allerlei weltlichen Angelegenheiten, bis sie im Verlauf des Gesprächs auf Zaddikim (Gerechte) und wo diese sich befinden, zu sprechen kamen. Erzählte er (der Händler), dass sich an einem gewissen Ort ein Zaddik befinde. Sie begannen, über den Zaddik zu reden, da sagte der Händler: „Dieser (in geringschätzigem Ton), der ist minderwertig (d.h. kein koscherer Jude), eben komme ich von ihm und war gegenwärtig, als er eine Sünde beging.

Sprach der Vater (zum einzigen Sohn): „Siehst du, mein Kind, was der Händler so unbefangen erzählt (d.h. er hatte nicht beabsichtigt, Schlechtes über den Zaddik zu reden, sondern im Laufe des Gesprächs hatte er es beiläufig erwähnt), er ist doch eben von dort gekommen. Und sie kehrten heim (der Rabbiner mit dem einzigen Sohn).

Danach verstarb der Sohn. Er erschien er seinem Vater im Traum und der Vater spürte, dass der Sohn sehr zornig war. Der Vater fragte ihn: „Weshalb zürnst du so“? Da antwortete der ihm (der Sohn, der verstorben war, antwortete dem Vater im Traum), er solle zu jenem Zaddik fahren (zu welchem sie zuvor hatten fahren wollen). „Er wird dir sagen, warum ich so erzürnt bin“.

Der Vater wachte auf und dachte sich, es sei nur ein Zufall gewesen (d.h. es wäre nur ein Traum und keine Wahrheit). Danach träumte er das Gleiche wieder und dachte wieder, es sei ein falscher Traum. So verlief es drei Mal, also verstand er, dass es kein leerer Traum war und er fuhr dorthin. (D.h. der Rabbiner fuhr zu dem Zaddik, zu dem er mit dem Sohn hatte fahren wollen).

Auf dem Weg begegnete er wieder dem Händler, den sie getroffen hatten, als er sich mit seinem Sohn dort aufhielt). Der Rabbiner erkannte ihn und sagte zu ihm: „Du bist der, den ich in der Herberge gesehen habe“.

Erwiderte der ihm: „Sicherlich hast du mich gesehen“ und er öffnete sein Maul und sagte zu ihm: „Wenn du möchtest, werde ich dich verschlingen“!

Da sagte der zu ihm (d.h. der Rabbiner zu dem Händler): „Was redest du denn da“?

Da antwortete der ihm: „Erinnerst du dich, als du mit deinem Sohn gefahren bist und zuerst stürzte ein Pferd auf der Brücke und du kehrtest um. Danach zerbrachen die Achsen und danach begegnetest du mir und ich sagte dir, der Zaddik wäre minderwertig. Jetzt, da ich deinen Sohn schon losgeworden bin, jetzt darfst du fahren“!

Denn der Sohn entsprach dem ‚kleinen Licht‘ und der Zaddik, zu dem er fahren wollte, entsprach dem ‚großen Licht‘ (Sonne).

Wären sie beide am selben Ort zusammengekommen, wäre der Moschiach schon gekommen. Und nun, da ich ihn los bin, kannst du schon fahren“. Mitten in seiner Antwort verschwand der Händler und der Vater hatte keinen Ansprechpartner mehr. Also fuhr er zu dem Zaddik und schrie: „Weh mir! Weh mir! Wie schade um diejenigen, die so verloren gehen und können nicht wiedergefunden werden“.

Der Ewige, gelobt sei Er, möge bald unsere Verstoßenen zurückbringen, Amen.

Und der Händler war der Satan selbst, der sich als Händler verkleidet und sie betrogen hatte. Danach, als er dem Rabbiner begegnete, provozierte er ihn selber, dass er auf ihn gehört hatte. Denn so ist der Weg des Bösen Triebes, anfangs redet er auf den Menschen ein und wenn der Mensch ihm folgt, provoziert er den Menschen und rächt sich an ihm, weil er auf ihn gehört hat. Möge der Ewige, gelobt sei Er, uns vor ihm erretten und uns zu der echten Wahrheit zurückbringen, Amen.

Geschichte 9

## EIN KLUGER MANN UND EIN EINFACHER MANN

Eine Geschichte. In einer Stadt gab es einmal zwei Hausbesitzer, die großen Reichtum und große Häuser ihr Eigen nannten. Die zwei Hausbesitzer hatten zwei Söhne; jeder hatte einen Sohn und die zwei Kinder lernten zusammen im gleichen Schulhaus. Und einer von ihnen war ein Chacham <<klug, schlau, anspruchsvoll und weise>>, der andere war ein Tam <<simpel, unschuldig, phantasielos, herzlich, ehrlich und ungeheuchelt>> (nicht, dass er ein Dummkopf war, eher war sein Intellekt einfach und ohne Raffinesse). Diese beiden Söhne liebten einander sehr, obwohl einer ein Chacham war, der andere ein Tam und sein Geist einfach; trotzdem liebten sie einander sehr.

Dann kam eine Zeit, in der der Reichtum der beiden Hauseigentümer sich verringerte und er fiel immer mehr und mehr, bis sie alles verloren und mittellos wurden. Nichts blieb ihnen mehr, als ihre Häuser.

Die Söhne begannen aufzuwachsen und die Hausbesitzer sagten zu ihren Söhnen: „Wir haben keine <<Geldmittel>> um euch zu bezahlen; wir können euch nicht ernähren. Macht für euch selbst, was ihr könnt“.

Der Tam ging und lernte Schuhmacherei. Der Chacham, der anspruchsvoller war (in anderen Worten ein kluger und verständiger Mensch), wollte keinen so einfachen Beruf erlernen, daher entschloss er sich, die Welt zu bereisen und sich umzusehen, was er machen konnte. So spazierte er auf dem Marktplatz und sah einen großen Wagen fahren, mit vier angeschirrten Pferden.

Er rief den Kaufleuten zu: „Woher kommt ihr“? Sie antworteten ihm „aus Warschau“.

„Wohin seid ihr des Weges“? Sie antworteten „nach Warschau“.

Er fragte sie: „Vielleicht braucht ihr einen kleinen Diener“?

Die Kaufleute sahen, dass er ein kluger Junge war, aktiv und tüchtig und er gefiel ihnen, so nahmen sie ihn mit. Er reiste mit ihnen und bediente sie auf dem Weg sehr gut.

Da er schlau war, beschloss er, als sie in Warschau ankamen: „Weshalb sollte ich bei diesen Kaufleuten bleiben? Vielleicht gibt es hier einen besseren Platz, als bei ihnen. Ich werde mich auf die Suche machen“.

Er ging um den Marktplatz herum und begann, sich zu erkundigen und zu fragen über die Männer, die ihn gebracht hatten und ob es wohl hier einen besseren Platz gäbe als mit ihnen. Man antwortete ihm, die Männer, die ihn gebracht hatten, seien ehrliche Menschen und es sei gut mit ihnen zu sein. Es sei jedoch schwierig, mit ihnen zu bleiben, da ihre Geschäfte sie an weit entfernte Orte führten.

Inzwischen ging er weiter und bemerkte die Geschäftsdiener, wie sie auf dem Marktplatz herumgingen, mit all ihrem Charme, mit ihren Kappen und spitzen Schuhen und allen anderen Reizen, die zu ihrem Gehabe und ihrer Kleidung gehörten. Er war ein intelligenter und schlauer junger Mann und das gefiel ihm sehr, das war eine anziehende Sache und sie war dort, wo er sich befand.

Er ging zu den Männern, die ihn mitgenommen hatten, dankte ihnen und erklärte ihnen, es sei nicht gut für ihn, bei ihnen zu bleiben und für das Mitnehmen hatte er sie unterwegs bedient.

Also ging er und bot sich einem Gutsbesitzer an. Und das Verfahren als Diener ist, dass man zuerst ein gewöhnlicher Diener sein muss, schwere Arbeit verrichten soll und kleine Löhne bekommt. Erst danach bekommt man den Rang eines höheren Dieners. Der Gutsbesitzer ließ ihn hart arbeiten und pflegte ihn mit Waren zu Adligen zu schicken, wie man es mit Dienern tat. Sie mussten Stoffe auf ihren Unterarmen tragen, diese Arbeit fiel ihm schwer. Manchmal musste er Waren zu hohen Stockwerken tragen und diese Arbeit fiel ihm sehr schwer.

Da er ein Philosoph war und eine aufmerksame Person, beschloss er: „Wozu brauche ich diese Arbeit? Der Hauptgrund <<für die Arbeit>> ist nur für das endgültige Ziel: Dass ich heiraten und mich ernähren kann. Darum muss ich mich noch nicht kümmern, dafür wird später noch die Zeit kommen. Ich würde lieber die Welt bereisen und viele Länder sehen“.

Er ging den Marktplatz entlang und sah Kaufleute mit einem großen Wagen fahren und fragte sie: „Wohin seid ihr des Weges“?

Sie antworteten: „Nach Lagorna“ (Livorno in der Toskana)

Er fragte sie: „Würdet ihr mich dorthin mitnehmen“?

Sie antworteten: „Ja“.

Sie nahmen ihn mit nach Italien, von dort aus reiste er nach Spanien. Mittlerweile vergingen viele Jahre und er wurde noch erfahrener, da er in vielen Ländern gewesen war.

Er beschloss, dass er nun das Ziel verfolgen müsse und begann mit seiner Philosophie (d.h. mit seinen Kenntnissen) zu überlegen, was er tun solle. Er dachte, er solle die Goldschmiedekunst erlernen, das sei eine gute Beschäftigung und ein guter Beruf. Es war auch eine ertragreiche Beschäftigung. Und da er ein scharfsinniger Mann war und ein Philosoph, brauchte er das Fach nicht lange zu studieren. In nur einem Vierteljahr erlernte er die Kunst und wurde ein überaus großer Fachmann, der das Fach besser beherrschte als jener, der ihn gelehrt hatte.

Danach kam er zu der Schlussfolgerung: „Obwohl ich solch einen Beruf habe, werde ich mich nicht damit begnügen, obwohl dies wichtig ist. Vielleicht wird einmal etwas Anderes als wichtig betrachtet werden“. Er ging und begab sich in die Lehre bei einem Edelsteinschneider. Und da er so klug war, erlernte er auch diesen Beruf in kürzester Zeit – in einem Vierteljahr.

Dann dachte er mit seiner Philosophie nach: „Obwohl ich zwei Berufe in der Hand habe, vielleicht werden sie beide nicht wichtig sein. Daher ist es richtig, einen Beruf zu erlernen, der immer wichtig sein wird“.

Er überlegte mit seinem Verständnis und seiner Philosophie, dass er die Medizin erlernen sollte, denn das sei etwas, das immer gebraucht werde und wichtig sei. Und routinemäßig, wenn jemand die Medizin studiert, muss er zuerst Latein lernen. Die Sprache und ihre Schriften, wie auch die Philosophie. Und durch seine Einsicht (d.h. Verständnis) meisterte auch dies in kurzer Zeit, in einem Vierteljahr. Und er wurde ein großer Arzt, ein Philosoph und Experte in allen Gebieten der Wissenschaft.

Dann begann die Welt ihm als Null zu erscheinen (mit anderen Worten, die ganze Welt erschien ihm als Garnichts), das heißt, er dachte, nichts und niemand sei überhaupt sinnvoll. Denn da er so weise war, solch ein geschickter Handwerker, so eine kluge Person und so ein großer Arzt, erschien ihm jeder Mensch als nichtswürdig (ohne Wert).

Also entschloss er sich jetzt, sich dem Hauptzweck zuzuwenden und eine Frau zu nehmen. Er dachte bei sich und überlegte: „Wenn ich hier eine Hochzeit hielte, wer würde wissen, was aus mir geworden ist? Ich sollte lieber nach Hause fahren, damit die Leute sehen, was aus mir geworden ist. Ich ging weg als junger Bursche und nun habe ich solche Größe erreicht.

Er erhob sich und fuhr heim und litt sehr unterwegs. Denn weil er so kultiviert war, hatte er niemanden zum Unterhalten und keine Unterkunft war zu seiner Zufriedenheit. So war er immer voll des Leidens.

In der Zwischenzeit, lasset uns die Geschichte des Klugen beiseitelegen. Wir wollen uns der Geschichte des Einfachen zuwenden.

Der Einfache erlernte die Schuhmacherei, er war jedoch eine einfache Person und musste das Fach lange lernen, bis er es verstand und er konnte es nicht vollkommen. Und er nahm eine Frau und ernährte sich von seiner Arbeit. Da er aber eine so einfache Person war, konnte er das Fach nicht so, wie es sein sollte, daher war sein Lebensunterhalt schäbig und sehr mager und er hatte nicht einmal Zeit zu essen, da er immer arbeiten musste, weil er so schlecht war in seinem Beruf.

Nur wenn er arbeitete, wenn er einen Nagel eingeschlagen hatte, oder den Schusterfaden durchgezogen hatte, nahm er einen Bissen Brot und aß.

Und seine Art war, dass er immer glücklich war und ständig war er voller Freude. Er hatte all sein Essen, seine Getränke und alle Kleidung.

Er pflegte zu seiner Frau zu sagen: „Meine Frau, gib mir zu essen“, sie gab ihm ein Stück Brot und er aß.

Dann sagte er: „Gib mir Suppe mit Kasche (Buchweizen). Sie schnitt noch eine Scheibe Brot für ihn ab und er aß.

Und er lobte sie sehr und sagte: „Wie gut und delikat ist diese Suppe“!

Genauso verlangte er Fleisch zu essen und wieder gab sie ihm Brot und er aß es und lobte es auch sehr und sagte: „Wie gut ist doch dieses Fleisch“!

So auch andere wohlschmeckende Speisen verlangte er und für jede Art von Speise, die er verlangte, gab sie ihm immer ein Stück Brot. Und er hatte große Freude daran und lobte das Gericht sehr, „Wie gut es doch ist“, als ob er es wirklich gegessen hatte (das Gericht, das er verlangt hatte). Denn er konnte wirklich in dem Brot, das er gegessen hatte, des Geschmack aller Speisen fühlen, die er gewollt hatte.

Aufgrund seiner großen Unschuld und Einfachheit <<Temimus>> – das ist die Eigenschaft des <<Tam>> und seiner Freude, spürte er in dem Brot genau den Geschmack, als ob er jene Speisen gegessen hätte.

Und gleichfalls pflegte er zu sagen: „Meine Frau, gib mir etwas Bier“. Sie gab ihm Wasser und er pflegte zu loben: „Welch wunderbares Bier das ist“!

Dann pflegte er sie herbeizurufen: „Gib mir Honigwein“. Sie gab ihm Wasser und er pries es in der gleichen Art: „Welch guter Wein ist das“!

„Gib mir Wein“ oder andere Getränke, sie gab ihm immer Wasser und er war immer entzückt und lobte das Getränk, als ob er es getrunken hätte.

So war es auch mit der Bekleidung. Er und seine Frau hatten zusammen einen Pelz <<Fellmantel, unbearbeitetes Schaffell>>. Wenn er einen Pelz brauchte, um zum Markt zu gehen, pflegte er zu sagen: „Meine Frau, gib mir den Pelz und sie gab es ihm.

Wenn er einen Tulip brauchte <<ein eleganter Übermantel, mit feinem Pelz gefüttert, der auch den Kragen bedeckt>>. Um zwischen Menschen zu gehen, sagte er zu ihr: „Meine Frau, gib mir den Tulip“ und sie gab ihm den Pelz.

Er pflegte große Freude daran haben und zu preisen: „Welch ein angenehmer Tulip das ist“.

Wenn er einen Kaftan brauchte <<Seidengewand>>, um in die Synagoge zu gehen, pflegte er sie herbeizurufen und zu sagen: „Meine Frau, gib mir den Kaftan und sie gab ihm den Pelz.

Und er pflegte zu preisen: „Was für ein feiner und schöner Kaftan das ist“!

So war es auch, wenn er eine Yupa anziehen sollte <<ein langes, ungefüttertes Seidengewand, das man bei formellen Ereignissen anzog>>, gab sie ihm den Pelz. Und er pflegte ebenfalls zu lobpreisen und sich freuen: „Welch eine feine und schöne Yupa das ist“

So war es mit allem und er war immer voller Wonne, Glückseligkeit und Frohlocken.

Wenn er einen Schuh fertigstellte – möglicherweise hatte der Schuh drei Ecken, weil er nicht geschickt war in seinem Handwerk – pflegte er den Schuh in die Hand zu nehmen, ihn anzupreisen und hatte große Freude daran.

Und er pflegte zu sagen: „Meine Frau, was für eine Schönheit und welche Grazie hat dieser kleine Schuh! Welche Süße hat dieser Schuh! Was für ein Honig, welch zuckriger Schuh das doch ist“!

Sie fragte ihn: „Wenn dem so ist, warum nehmen dann andere Schuhmacher drei Gulden für ein Paar Schuhe, du aber nimmst nur einen halben Thaler (das ist eineinhalb Gulden)“?

Er antwortete: „Was hat das mit mir zu tun? Das ist die Angelegenheit der anderen Person und dies ist meine Angelegenheit. Und übrigens, warum sollte ich über andere Personen sprechen? Lass uns gleich kalkulieren, wieviel Profit ich von diesem kleinen Schuh von Hand zu Hand (gleich/einfach) machen kann. Das Leder kostet mich so und so viel, Teer und das Garn kosten mich so viel, das Material für die Innensohle so viel und andere Sachen kosten so viel. Also profitiere ich zehn Groschen, wenn er verkauft ist. Warum sollte es mich dann stören, einen derartigen Profit gleich in der Hand zu haben“?

Auf diese Weise war er immer nur glücklich und fröhlich zu jeder Zeit.

Für die Welt war er jedoch ein Gespött, sie bekamen, was sie wollten, denn hier hatten sie jemanden, den sie verspotten konnten, wie sie wollten, denn ihnen erschien er wie ein Verrückter. Menschen pflegten zu kommen und ein Gespräch mit ihm zu beginnen, um sich über etwas lustig zu machen.

Und der Einfache sagte zu ihnen: „Nur ohne Hohn“. Sobald sie zu ihm sagten „ohne Hohn“, hörte er ihnen zu und begann mit ihnen zu sprechen. Denn zusätzlich wollte er das Gesagte nicht mit Weisheit überdenken <<tief denken und analysieren>>, dass vielleicht dies selbst <<ihre Antwort>> eine Verhöhnung war, denn er war ein Einfacher (Tam).

Wenn er letztlich merkte, dass ihre Absicht Spott war, pflegte er zu sagen: „Was stört mich, dass ihr klüger seid als ich? Ihr werdet trotzdem die Narren sein, denn was bin ich denn? Es läuft daraus hinaus, dass ihr, wenn ihr klüger seid als ich, doch die Narren seid“!

(Dies waren die Wege des Einfachen. Wir wenden uns jetzt wieder dem Klugen zu)

In der Zwischenzeit entstand ein Tumult, denn der Kluge reiste und kam an mit großem Pomp und großer Weisheit.

Der Einfache kam auch gerannt, um ihn mit großer Freude zu begrüßen und sagte zu seiner Frau: „Schnell, gib mir meine Yupa! Lass mich zu meinem Freund laufen, um ihn zu begrüßen, ich will ihn sehen“!

Sie gab ihm den Pelz und er rannte hinaus zu ihm.

Der Kluge reiste bombastisch in einer Kutsche, der Einfache kam heraus, um ihn zu begrüßen und hieß ihn mit Freude und großer Liebe willkommen und sprach zu ihm: „Mein teurer Bruder, wie geht es dir? Gepriesen sei G-tt, dass er dich hergebracht hat und mir das Privileg gegeben hat, dich zu sehen“.

Der Kluge sah ihn an. Ihm bedeutete die ganze Welt nichts (wie oben erwähnt, galt die ganze Welt nichts in seinen Augen, denn er hielt sich für klüger als die ganze Welt) – umso mehr solch eine Person, die aussah, wie ein Irrer. Doch nichtsdestotrotz, wegen ihrer Kindheitsliebe, als sie sich sehr liebgehabt hatten, zog er ihn an sich und reiste mit ihm in die Stadt hinein.

Die beiden Hausbesitzer, die Väter dieser beiden Söhne (des Klugen und des Einfachen) waren während der Zeit, als der Kluge im Ausland war, gestorben und hatten ihre Häuser hinterlassen. Der Einfache war dort, also zog er in das Haus seines Vaters und erbte es. Der Kluge jedoch war im Ausland und hatte niemanden, der das Haus hätte in Besitz nehmen können. Des klugen Sohnes Haus ging verloren und nichts war davon übriggeblieben, deshalb hatte der Kluge kein Haus, in welches er einziehen konnte, als er ankam. Er fuhr zu einem Gasthaus und er litt dort, denn es war nicht die Art von Gasthaus, die er erwartet hatte.

Der Einfache hatte nun eine neue Beschäftigung gefunden und lief immer mit Liebe und Freude zu dem Klugen. Er merkte, dass der Kluge litt wegen des Gasthauses.

So sagte der Einfache zu dem Klugen: „Bruder, komm doch in mein Haus und bleibe bei mir. Ich werde alle meine Besitztümer auf einen Haufen zusammenlegen und du wirst mein ganzes Haus haben.

Dies gefiel dem Klugen, so zog er in sein Haus und blieb bei ihm.

Und der Kluge war immer voller Pein, denn er hatte den Ruf, ein großer und weiser Mann zu sein, ein großer Kunsthandwerker und ein großer Arzt.

Ein Adliger kam und trug ihm auf, einen goldenen Ring herzustellen. Er machte einen herrlichen Ring und gravierte darauf einen Baum, der ein wahres Wunder war. Der Adlige kam und der Ring gefiel ihm überhaupt nicht. Er litt sehr darunter, denn hätte er den Ring in Spanien angeboten, wäre er dort sehr geschätzt und bewundert worden – er wäre dort eine Neuheit gewesen, hier jedoch wurde er überhaupt nicht geschätzt.

Und desgleichen kam ein großer Edelmann und brachte einen teuren Diamanten, der aus fernen Ländern stammte und brachte mit sich noch einen Diamanten mit einem Bildnis und bat ihn einzugravieren – genau wie das Bild – so sollte er den Diamanten, den er mitgebracht hatte, eingravieren. Er gravierte das Bildnis genau nach, mit Ausnahme einer kleinen Sache, bei der er einen Fehler gemacht hatte, den niemand merken würde außer ihm selbst. Der Edelmann kam, nahm den Diamanten und war sehr angetan von ihm. Doch der Kluge litt große Qualen durch den Fehler, den er gemacht hatte.

Er dachte sich: „So ein kluger Mensch wie ich, wie konnte ich einen Fehler machen“?

Auch in der Medizin litt er. Als er zu einem Kranken kam und ihm eine Behandlung angedeihen ließ, wusste er gleich, dass der Patient, wenn er nur überlebte, durch die Behandlung, die eine ausgezeichnete Behandlung war, geheilt werden würde. Der Patient starb jedoch nachher. Die Leute meinten, er sei seinetwegen gestorben und dadurch hatte er großes Leid. Genauso behandelte er gelegentlich kranke Menschen und der Patient wurde gesund, doch die Öffentlichkeit behauptete, es sei ein Zufall (d.h. er wurde nicht durch seine Behandlung gesund). Auch dadurch litt er große Qual. So war er ständig voller Leiden.

Gleichermaßen, als er ein Kleidungsstück brauchte, ließ er den Schneider kommen und gab sich große Mühe mit ihm, bis er ihm beibrachte, das Kleidungsstück in der Art, die er wünschte, zu schneidern, in der Art, die er kannte. Der Schneider erfüllte seine Aufgabe und schneiderte das Kleidungsstück genau wie er wollte, nur an einem Aufschlag irrte er sich und der saß nicht präzise.

Dadurch litt er große Pein, denn obwohl das hier niemand bemerkte, wusste er bei sich: „Wäre ich in Spanien mit diesem Kragenaufschlag, würde man mich auslachen und ich würde lächerlich aussehen“. Und so litt er immer.

Und der Einfache pflegte immer zu laufen, kam zu dem Klugen mit Freude, mit Glück, er fand ihn jedoch immer in Pein und voller Leiden.

Er fragte ihn: „So ein weiser Mensch und so ein reicher Mensch wie du – weshalb leidest du immer? Warum bin ich immer glücklich“? Dem Klugen erschien das wie Hohn und er hielt ihn für verrückt.

Der Einfache sagte zu ihm: „Sogar einfache Leute, wenn sie mich verspotten, sind sie Narren, denn wenn sie schon klüger sind als ich – sind sie im Gegenteil Narren! Noch mehr so ein kluger Mensch wie du (bist). Was geht’s mich an, wenn du klüger bist als ich“?

Der Einfache verkündete und sagte zu dem Klugen: „Wenn nur der Höchste geben würde, dass du auf meine Stufe kämest (in anderen Worten, dass du auch eine einfache Person würdest)“.

Der Kluge antwortete: „Es könnte geschehen, dass ich deine Stufe erreiche – wenn G-tt meinen Intellekt wegnähme, der Himmel möge das verhüten, oder wenn ich, der Himmel möge es verhüten, krank werden würde, könnte es geschehen, dass ich auch verrückt werden würde. Denn was bist du denn, wenn nicht ein irrer Mann? Doch dass du auf meine Stufe kämest, das ist auf keinen Fall möglich, dass du so ein kluger Mensch wie ich werden könntest“.

Der Kluge machte sich sehr lustig über ihn.

Nun, diese zwei Söhne, man pflegte sie den „Klugen“ und den „Einfachen“ zu nennen. Sie riefen den einen „Kluger Mann“, den anderen „Einfacher Mann“. Obwohl es viele kluge Leute und einfache Leute gibt auf der Welt, hier war es sehr deutlich, denn sie stammten aus dem gleichen Ort, waren in der gleichen Schulklasse gesessen und einer wurde zu so einer extrem klugen Person, der andere jedoch zu einer besonders einfachen Person (folglich gab man ihnen die Spitznamen „Kluger“ und „Einfacher“). Am Standesamt (in dem Buch, in dem die Bewohner registriert sind) ist jeder mit seinem vollen Namen eingetragen, also registrierte man den einen mit „Kluger“ nach seinem Namen, den anderen mit „Einfacher“ nach seinem Namen.

Eines Tages kam der König in die Registratur und fand die beiden, wie sie registriert waren, einer mit dem Spitznamen „Kluger“, der andere mit dem Spitznamen „Einfacher“. Es war erstaunlich für den König, dass zwei Menschen solche Spitznamen haben sollten - „Kluger“ und „Einfacher“. Der König wünschte sehr, sie zu sehen.

Der König beschloss: „Wenn ich plötzlich nach ihnen schicke, vor mir zu erscheinen, werden sie ängstlich sein und der kluge Mann könnte nicht wissen, was er antworten solle, der Einfache könnte vor Angst verrückt werden.

Der König beschloss, einen klugen Mann zu dem Klugen zu schicken, einen einfachen Mann zu dem Einfachen. Doch wo sollte man einen Einfachen finden in einer königlichen Stadt? Denn in einer Königsstadt (das ist die Stadt, in der ein König lebt) ist die Mehrheit der Leute klug. Jedoch derjenige, der Wächter ist über die Schatzkammer – er ist ausdrücklich eine einfache Person, denn man will keine kluge Person als Wächter über die Schätze. Vielleicht würde er, durch seine List und seinen Intellekt, die Schätze unterschlagen – deshalb traut man spezifisch einer einfachen Person die Schätze an.

Also ließ der König einen klugen Mann und einen einfachen Mann kommen (der Wächter war über die Schätze) und sandte sie zu den beiden (zu dem Klugen und dem Einfachen). Und er schrieb ihnen Briefe – jedem separat. Er gab ihnen auch einen Brief an den Gouverneur der Provinz, der die beiden, das heißt der Kluge und der Einfache, angehörten. Der König befahl in seinem Brief, der Kommandeur solle die Briefe in seinem Namen zu dem Klugen und dem Einfachen schicken, damit sie nicht verängstigt seien. Er solle ihnen schreiben, die Angelegenheit sei nicht dringend, der König befehle nicht ausdrücklich, dass sie kommen sollten, sondern es sei ihre Wahl. Wenn sie wollten, konnten sie kommen. Der König wolle sie sehen.

Die Gesandten reisten ab, der kluge und der einfache Gesandte kamen zu dem Gouverneur und lieferten die Briefe ab.

Der Gouverneur erkundigte sich über die beiden und man sagte ihm, der Kluge sei ungeheuer klug und ein sehr reicher Mann. Der Einfache sei eine sehr einfache Person und trage als alle Kleidung einen Pelz <<einen Schafpelzmantel>>.

Der Gouverneur entschied, es sei sicher nicht korrekt, ihn in einem Pelz vor den König zu bringen, also machte er ihm korrekte Kleidung und legte sie in den Wagen des einfachen Mannes. Und er gab ihnen die Briefe, wie befohlen.

Die Gesandten reisten ab und kamen zu ihnen, um die Briefe abzuliefern. Der gescheite Mann lieferte es dem Klugen ab, der einfache Mann dem Einfachen.

Und der Einfache, sobald er den Brief bekommen hatte sprach zu dem Gesandten (der ebenfalls ein einfacher Mann war), der ihm den Brief brachte: „Ich weiß nicht, was in dem Brief steht, lies ihn mir vor“

Er antwortete ihm: „Ich werde dir aus dem Gedächtnis sagen, was in dem Brief steht. Der König will, dass du zu ihm kommst“. Sogleich fragte er: „Aber ohne Verhöhnung“? und der antwortete ihm: „Es ist eindeutig wahr, ohne Verhöhnung“.

Er war sofort erfüllt mit Freude und rannte zu seiner Frau und sagte zu ihr: „Meine Frau, der König hat nach mir geschickt“!

Sie fragte ihn: „Was ist das?! Warum hat er nach dir geschickt“? Er hatte überhaupt keine Zeit, ihr zu antworten. Er beeilte sich sofort freudig und ging und setzte sich in die Kutsche, sodass er mit dem Gesandten mitfahren konnte. In der Zwischenzeit entdeckte er auch die Kleider dort (die der Gouverneur für ihn hatte machen lassen und in die Kutsche gelegt hatte). Er wurde noch glücklicher – jetzt hatte er auch Kleider! Also war er überglücklich.

Inzwischen wurde dem König eine denunzierende Nachricht über den Gouverneur überbracht, dass er ein Betrüger sei und der König stürzte ihn (er setzte ihn ab).

Der König beschloss: Es sei gut, dass eine einfache Person, das heißt ein Tam, Gouverneur sein sollte. Denn der würde das Land mit Macht, Wahrheit und Gerechtigkeit führen, weil er keine Falschheiten oder Ungerechtigkeiten kannte.

Also fühlte der König, dass er den Einfachen zum Gouverneur machen sollte. Der König sandte einen Befehl aus, dass der Einfache, den er holen ließ, Gouverneur werden sollte. Nun musste der Einfache durch die Stadt des Gouverneurs fahren. Deshalb mussten sie sich an den Stadttoren postieren, um den Einfachen an den Stadttoren zu empfangen und ihm mitzuteilen, dass er Gouverneur sein solle.

Sie taten es so und standen an den Toren und sobald er durchkam, hielten sie ihn an und teilten ihm mit, er sei Gouverneur geworden. Er fragte: „Ganz ohne Spott“? und sie antworteten ihm: „Bestimmt! Ohne irgendwelchen Spott“!

Der Einfache wurde sofort Gouverneur, mit Macht und Stärke.

Und nun, da sein Masel (Glück) sich gewendet hatte und Masel machkim (das bedeutet Masel macht <<einen Menschen >> gescheit), erwarb er etwas Urteilsvermögen (das ist Verständnis). Trotzdem verwendete er sein Urteilsvermögen nicht, sondern benahm sich weiter mit seiner Einfachheit (Temimus) wie vorher, mit Wahrheit und Integrität. Er handelte gegen alle absolut ohne Falschheit oder Ungerechtigkeit. Und für die Staatsgeschäfte bedarf es keines großen Intellekts oder Raffinesse, nur Aufrichtigkeit und Temimus. Wenn zwei Menschen zu ihm kamen wegen eines Urteils, pflegte er zu sagen: „Du hast Recht und du bist haftbar“, nur laut Temimus und seiner Wahrheitsliebe, ohne Betrug oder Falschheit. Und auf diese Weise führte er alles mit Wahrheit.

Das Land liebte ihn sehr und er hatte treue Berater, die ihn wirklich schätzten. Aus Liebe gab einer von ihnen ihm folgenden Rat: „Insofern du ganz sicher vor dem König erscheinen wirst, da er schon nach dir gesendet hat, außerdem ist es üblich, dass der Gouverneur vor dem König zu erscheinen hat. Du bist sehr ehrlich und der König wird bei dir keinerlei Korruption finden, trotzdem ist es die Art des Königs, wenn er sich unterhaltet – lenkt er das Gespräch in andere Bahnen und beginnt, Weisheiten und Sprachen zu diskutieren. So geziemt es sich und ist die Etikette, dass du ihm antworten könnest. Daher ist es richtig, dass ich dich Weisheiten und Sprachen lehren solle.

Das gefiel dem Einfachen und es war für ihn annehmbar. Er beschloss: „Was stört es mich, Weisheiten und Sprachen zu erlernen“? Er lernte und erwarb Weisheiten und Sprachen. Es kam ihm in den Sinn, dass der Kluge gesagt hatte, es sei auf keinen Fall möglich, dass er dessen Weisheit erreichen könne. „Siehe, jetzt habe ich seine Weisheit erreicht“. (Und trotzdem, obwohl er jetzt in Weisheiten gebildet war, nutzte er die Weisheiten nicht und benahm sich weiter mit Einfachheit, wie zuvor).

Nachdem der König nach dem Einfachen gesandt hatte, er solle ihn besuchen kommen, fuhr er dorthin. Zuerst sprach der König mit ihm über die Führung des Landes und der König war sehr wohl zufrieden, denn er sah, dass er gerecht und mit großer Wahrhaftigkeit regierte, ohne Fehlverhalten und gänzlich ohne Täuschung. Danach begann der König verschiedene Gebiete der Wissenschaften und der Sprachen zu diskutieren. Der Einfache antwortete ihm, wie von ihm erwartet wurde und der König war noch zufriedener.

Der König sagte: „Ich sehe, ich habe hier so eine intelligente Person und trotzdem verhält sie sich mit Einfachheit <<Unschuld>>.

Er erfreute den König sehr und er war sehr gut in den Augen des Königs und der König erhob ihn zum Minister über alle Ministoren. Der König befahl, ihm eine separate Stadt zu geben, wo er leben sollte und befahl, ihm sehr schöne Mauern zu bauen, wie es ihm geziemte und gab ihm ein Schreiben, das ihn als Minister bestätigte. Und so war es. Man baute ihm gute und schöne Mauern, wo es der König befohlen hatte und er nahm die Größe mit Macht an.

Der Kluge, als der Brief des Königs ihn erreichte, sprach zu dem klugen Mann, der ihm den Brief überbrachte: „Warte und verbringe die Nacht hier. Wir werden alles besprechen und dann zu einem Beschluss kommen“.

Bei Nacht bereitete er ihm ein großes Festmahl zu. Während des Festmahls begann der Kluge (der Freund des Einfachen) zu überlegen und analysierte alles mit seiner Klugheit und seiner Philosophie.

Er sprach: Was kann es bedeuten, dass ein König nach solch einer niederen Person wie ich es bin, schicken würde? Was bin ich, dass der König nach mir senden sollte? Was ist die Bedeutung? So ein großer König, der solch ein großes Herrschaftsgebiet und solches Prestige hat, und ich bin so klein im Vergleich zu so einem König – wie ist es nur vorstellbar, dass solch ein König nach mir senden würde? Wenn ich mir sage, es sei wegen meiner Klugheit, dass er nach mir verlangt, was bin ich neben solch einem König? Hat denn der König keine weisen Männer? Der König ist gewiss selbst ein großer Weiser, was bedeutet es also, dass der König nach mir schickt?

Er war sehr, sehr erstaunt darüber und als er darüber nachdachte, rief er anderen klugen Personen zu: „Weißt du, was ich dir sage? Meine Meinung ist, es gibt überhaupt gar keinen König auf der Welt. Und die ganze Welt irrt sich in dem; sie glauben, es gäbe einen König hier. Ganz im Gegenteil. Verstehet – wie kann es sein, dass die ganze Welt sich in die Hände nur eines Menschen begäbe, dass er König sei? Es gibt ganz gewiss überhaupt garkeinen König auf der Welt“.

Der kluge Mann, der Gesandte antwortete: „Ich habe dir einen Brief des Königs gebracht“.

Der Kluge (der Freund des Einfachen) fragte ihn: „Hast du den Brief direkt aus des Königs Hand empfangen“?

Er antwortete ihm: „Nein, aber eine andere Person übergab mir den Brief vom König“.

Da rief er aus: „Im Gegenteil! Sieh jetzt mit eigenen Augen, dass es absolut keinen König gibt“!

Er fragte ihn nochmals: „Sag mir doch, du bist aus der königlichen Stadt, du bist dort aufgewachsen, hast du einmal den König gesehen“?

Er antwortete: „Nein (denn es ist wirklich so, dass nicht jeder das Privileg besitzt, den König sehen zu können. Der König wird nur in seltenen Ausnahmen gesehen).

Da deklarierte er: „Jetzt sehe ich, dass ich Recht habe, dass es absolut keinen König gibt, wenn nicht einmal du den König gesehen hast“.

Nochmals fragte der Bote den Klugen: „Wenn das wirklich so wäre, wer regiert dann das Land“?

Er (der Kluge, des Einfachen Freund) antwortete ihm: „Dies – ich werde es dir deutlich erklären, denn ich bin ein Experte in diesen Dingen und mich sollst du fragen, denn ich war in anderen Ländern. Ich war in Italien und dort ist dies die Gepflogenheit: „Es gibt siebzig beratende Minister, die erheben sich und regieren das Land eine Zeitlang. An diesem System der Autorität beteiligt sich das ganze Land, einer nach dem anderen (das heißt, erst sind einige Senatoren an der Macht, dann treten die ab und andere erheben sich und leiten das Land, und auf diese Weise, immer andere Personen)“.

Seine Worte begannen, in die Ohren des klugen Mannes (des Boten) einzudringen, bis sie sich einig waren und erklärten, es gäbe ganz gewiss keinen König auf der Welt.

Nochmals sprach der Kluge (der Freund des Einfachen):

„Warte bis zum Morgen, dann werde ich dir weitere Beweise geben, die dir klar beweisen werden, dass es definitiv keinen König gibt“.

Der Kluge stand am Morgen auf und weckte den anderen klugen Mann, den Boten und sagte zu ihm: „Komme mit mir auf die Straße; ich werde dir zeigen, wie die ganze Welt sich irrt und dass es absolut keinen König gibt“.

Sie gingen zum Marktplatz und bemerkten einen Soldaten. Sie hielten ihn fest und fragten ihn: „Wem dienst du“?

Er antwortete: „Dem König“.

„Hast du jemals in deinem Leben den König gesehen“? Er antwortete: „Nein“.

Er gab bekannt (das war der erste kluge Mann, der Freund des Einfachen; er wird immer der erste kluge Mann genannt) und sagte: „Seht her! Es gibt so viel Torheit“! (Er meinte, der Soldat dient dem König, aber er kennt ihn nicht – der Kluge wollte mit seiner albernen Klugheit beweisen, dass es absolut keinen König gab).

Danach gingen sie zu einem Armeeoffizier und begannen eine Konversation mit ihm, bis sie ihn fragten: „Wem dienst du“? Er antwortete: „Dem König“. Hast du den König jemals gesehen“? „Nein“

Er verkündete: „Im Gegenteil – sieh mit deinen eigenen Augen, dass sie alle falsch liegen und es gibt hier keinen König“ (Denn der Offizier hatte ebenfalls den König nicht gesehen).

Es wurde zwischen ihnen beschlossen, dass es dort überhaupt keinen König gab.

Der erste kluge Mann verkündete: „Kommt, lasset uns die Welt bereisen. Ich werde euch noch zusätzlich zeigen, dass die ganze Welt mit großer Dummheit falsch denkt“.

Sie fuhren und reisten um die Welt und wo immer sie ankamen, fanden sie immer die Welt falsch denken (in anderen Worten, die klugen Männer fielen dank ihrer „Weisheit“ in so große Dummheit, so weit, dass sie dachten, die ganze Welt denke falsch).

Die Angelegenheit des Königs (das war die Tatsache, die für sie als bewiesen galt, dass es keinen König gab) war für sie bereits zu einem Inbegriff geworden und wo auch immer sie die Welt im Irrtum glaubten, nahmen sie den König als Analogie. „So wie es ‚wahr‘ ist, dass es einen König gibt, so ist auch dies <<‘wahr‘>>.

So waren sie also draußen in der Welt und reisten, bis ihnen ihre Habe ausging. Sie begannen damit, ein Pferd zu verkaufen, danach das andere, bis sie alles verkauft hatten und sie zu Fuß gehen mussten. Und die ganze Zeit prüften sie die Welt und fanden sie immer im Irrtum.

Und sie wurden zu fahrenden Bettlern und waren überhaupt nicht mehr vornehm, denn jetzt nahm niemand mehr Notiz von ihnen.

So waren sie draußen in der Welt, bis sich herausstellte, dass sie in die Stadt kamen, in der der Minister lebte (der Einfache, der Freund des Klugen). Und dort in der Stadt war ein echter Baal Schem <<Meister des Namens (G-ttlich), ein heiliger Mann und Wundertäter>>. Und man hatte große Wertschätzung für den Baal Schem, denn er hatte wirklich wundersame Dinge getan. Sogar bei den Adligen genoss er sehr großes Ansehen und wurde von ihnen sehr geschätzt.

Die beiden Klugen kamen in die Stadt, gingen herum und kamen zu dem Haus des Baal Schem. Sie sahen dort viele Wagen mit Kranken stehen, vielleicht vierzig oder fünfzig. Der Kluge glaubte, ein Arzt lebe dort. Er wollte zu ihm hineingehen, denn er war selbst ein großer Arzt, deshalb wollte er zu ihm hineingehen und seine Bekanntschaft machen.

Er fragte: „Wer wohnt hier“? Man antwortete ihm: „Der Baal Schem“. Er lachte sehr laut und sagte zu dem anderen (das war der Kluge, den man gesandt hatte) „Das ist noch eine Lüge und ein Unsinn! Das ist sogar größerer Unsinn als der Fehler über den König! Bruder, ich werde dir über diese Falschheit erzählen, wie sehr die Welt sich irrt und so betrogen wird“.

In der Zwischenzeit wurden sie hungrig und sahen, dass sie noch drei oder vier Groschen hatten. Sie gingen zu der Suppenküche <<Gor – kech, jedermanns Küche>>, dort kann man sogar für drei, vier Groschen Essen bekommen. Sie bestellten, man solle ihnen Essen servieren und sie wurden bedient. Während sie aßen, sprachen sie miteinander und verspotteten die „Lüge“ und den „Irrtum“ des Baal Schem (und wie die Welt sich irrte). Der Gorkecher, der <<Verwalter der Suppenküche>> hörte sie reden und es verärgerte ihn sehr, denn der Baal Schem wurde dort sehr geachtet.

Er sagte zu ihnen: „Esst auf, was ihr habt und seht zu, dass ihr von hier verschwindet“.

Dann kam ein Sohn des Baal Schem herein und sie verspotteten den Baal Schem vor dessen Augen. Der Gorkecher schrie sie an, weil sie den Baal Schem vor den Augen seines Sohnes verspottet hatten. Schließlich schlug der Gorkecher auf sie ein und warf sie aus seinem Haus. Sie waren sehr erzürnt und wollten ihn wegen der Schläge vor Gericht bringen.

Sie beschlossen, zu ihrem Hauseigentümer zu gehen, wo sie ihre Bündel deponiert hatten, um ihn um Rat zu fragen, wie sie eine Anhörung vor Gericht erreichen konnten. Sie erzählten ihm, dass der Gorkecher sie schwer geschlagen hatte. Er fragte sie: „Warum“? Da sagten sie ihm, weil sie gegen den Baal Schem gesprochen hatten. Der Hauseigentümer antwortete ihnen: „Es ist eindeutig nicht korrekt, Leute zu schlagen. Ihr jedoch habt euch überhaupt nicht richtig verhalten, indem ihr über den Baal Schem gesprochen habt, denn der Baal Schem ist hier sehr hoch geachtet“.

Sie sahen, dass auch er sich „irrig“ verhielt. Sie verließen ihn und begaben sich zu dem Polizeipräsidenten und der war ein Nichtjude. Sie erzählten ihm die Geschichte und dass sie geschlagen worden waren. Er fragte: „Warum“? Sie sagten, weil sie gegen den Baal Schem gesprochen hatten.

Der Polizeipräsident schlug sie auch mörderisch und warf sie hinaus.

Sie gingen weg von ihm und zu seinem Vorgesetzten, der Autorität hatte, doch sie konnten keine Anhörung bekommen.

So gingen sie von einem zum anderen, zu immer höheren Beamten, doch sie konnten nichts erreichen. Bis sie zu dem Minister kamen (der der Einfache war). Dort, vor dem Haus des Ministers waren Wachposten stationiert. Die meldeten dem Minister, dass eine Person ihn sprechen wollte und er ließ ihn hereinbitten. Der Kluge kam vor den Minister.

Sobald er hereingekommen war, erkannte der Minister in ihm sofort den Klugen, seinen Freund. Der Kluge jedoch erkannte ihn nicht, da er jetzt so würdevoll war.

Sofort begann der Minister zu sprechen und sagte zu ihm: „Siehe wohin meine Unschuld und Einfachheit (Temimus) mich gebracht hat – zu solcher Größe – und wohin deine Klugheit dich geführt hat“.

Der Kluge merkte an und sagte: „Dass du mein Freund, der Einfache bist – darüber werden wir später sprechen. Aber jetzt gleich gib mir eine Gerichtsanhörung dafür, dass sie mich geschlagen haben“.

Er fragte ihn: „Weshalb haben sie dich geschlagen“? Er antwortete ihm: „Wie ich gegen den Baal Schem gesprochen habe, dass er ein Lügner ist und alles ist ein Schwindel“.

Der Einfache, der Premierminister, sagte zu ihm: „Du hältst immer noch an deinen Delusionen fest? Siehe, du hast gesagt, du könntest leicht meine Stufe erreichen <<das ist meine Stufe>>, ich könne jedoch deine nicht erreichen. Nun sieh, dass ich deine schon lange erreicht habe (denn der Einfache war bereits selbst ein weiser Mann geworden), du hast jedoch hast meine noch nicht erreicht. Und ich sehe, dass es schwerer ist, meine Einfachheit (Temimus) zu erreichen“.

Doch trotzdem, da der Einfache, der Minister, ihn schon lange gekannt hatte, als er noch groß war, befahl er, ihm Kleidung zu bringen, um damit eingekleidet zu werden und er lud ihn ein, mit ihm zu essen.

Während sie aßen, begannen sie sich zu unterhalten und der Kluge versuchte seine törichte Meinung zu demonstrieren, dass es überhaupt keinen König gäbe.

Der Einfache, der Minister schrie ihn an: „Was sagst du da?! Ich selbst habe den König gesehen“!

Der Kluge antwortete ihm mit Gelächter. „Du selbst weißt, dass es der König war? Du kennst ihn? Du kanntest seinen Vater und seinen Großvater und dass sie Könige waren? Woher weißt du, dass es der König war? Menschen haben dir gesagt, es sei der König, sie haben dich betrogen“.

Es ärgerten den Einfachen sehr, dass er die Existenz des Königs leugnete.

In der Zwischenzeit kam jemand herein und sagte: „Der Teufel <<Teifel, Asasel>> hat nach <<euch beiden>> schicken lassen.

Der Einfache zitterte sehr stark and lief mit großer Angst zu seiner Frau, in der Angst, der Teufel habe nach ihm geschickt. Sie riet ihm, den Baal Schem zu rufen. Er schickte jemanden, um den Baal Schem zu rufen. Der kam und gab ihm Kameiot <<Amulette, die heilige Namen enthalten>> und <<anderen>> Schutz und sagte ihm, nun werde er keine Furcht mehr empfinden. Er hatte großen Glauben an diesen Schutz.

Später saßen der Kluge und der Einfache wieder zusammen. Der Kluge fragte ihn: „Wovor warst du so verängstigt“? Er antwortete ihm: „Wegen des Teufels, der nach uns geschickt hat“.

Der Kluge lachte ihn aus und sagte zu ihm: „Du glaubst, dass es einen Teufel gibt“?!

Der Einfache, der Minister fragte ich: „Wer war es dann, der nach uns geschickt hat“?

Der Kluge antwortete ihm: „Das kommt bestimmt von meinem Bruder. Er wollte sich mit mir treffen, er dachte sich das aus und schickte ihn zu mir in dieser Verkleidung“.

Da fragte ihn der Einfache: „Wenn dem so ist, wie kam er dann durch, durch alle Wachen“?

Er antwortete ihm: „Er hat sie sicher bestochen und sie haben sich mit ihm abgesprochen und lügen jetzt, dass sie ihn nicht gesehen haben“.

In der Zwischenzeit kam wieder jemand und sprach so: „Der Teufel hat nach euch geschickt“.

Der Einfache zitterte jetzt nicht mehr so und hatte überhaupt keine Angst, wegen des Schutzes, den er von dem Baal Schem bekommen hatte.

Er (der Einfache) rief aus und sagte zu dem Klugen: „Also, was sagst du nun“? Er antwortete ihm: „Ich werde es dir sagen. Ich habe einen Bruder, der wütend ist auf mich. Er hat sich so verkleidet, um mich zu erschrecken“.

Der Kluge stand auf und fragte den, der sie holen wollte: „Wie sieht derjenige, der nach uns gefragt hat, aus? Was für ein Gesicht hat er? Und welche ist seine Haarfarbe usw.“?

Er antwortete ihm so und so. Der Kluge antwortete und sagte: „Siehst du, genau so sieht mein Bruder aus“!

Der Einfache fragte ihn: „Wirst du mit ihnen gehen“? Er antwortete: „Ja, ich werde mit ihnen gehen, nur solltest du mir Soldaten als Eskorte geben, damit sie mir kein Leid antun können“.

Er gab ihnen eine Eskorte.

Die zwei Klugen gingen mit dem, der sie geholt hatte (das heißt mit dem Teufel, da sie nicht glauben wollten, dass es der Teufel war).

Die Soldaten der Eskorte kamen zurück und der Einfache, der Minister fragte: „Wo sind die Klugen“?

Sie antworteten, sie wüssten überhaupt nicht, wie sie verschwunden waren und wo sie hingekommen seien.

Und er (das war des Teufels Gesandter) hatte die Klugen geschnappt und sie in einen Sumpf aus Tonerde gebracht. Und der Teufel saß auf einem Sessel, inmitten des Sumpfes. Der war dick und klebrig wie Leim und die Klugen konnten sich gar nicht rühren in dem Schlamm.

Die Klugen schrien: „Ihr Böse! Warum quält ihr uns? Gibt es denn tatsächlich einen Teufel in der Welt? Ihr seid böse Leute, dass ihr uns ohne Grund foltert“! (Denn diese Klugen wollten immer noch nicht glauben, es gäbe einen Teufel, sie dachten, es seien böse Menschen, die sie ohne Grund folterten).

Die zwei Klugen blieben in dem dicken Morast liegen und sondierten die Lage. „Was ist das? Das sind nur Rowdies, mit denen wir einst gestritten haben und jetzt quälen sie uns so“.

Die Klugen blieben jahrelang in dem Sumpf und ihnen wurden viele Leiden zugefügt und viele Torturen.

Eines Tages ging der Einfache, der Minister, an dem Haus des Baal Schem vorbei und er dachte an seinen Freund, den Klugen. Er ging hinein zum Baal Schem, verbeugte sich in geziemender Weise, wie ein Minister und fragte, ob es möglich sei, ihm den Klugen zu zeigen und ob er ihn befreien könne.

Der Einfache, der Minister, sagte zum Baal Schem: „Erinnert ihr euch an den Klugen, nach dem der Teufel geschickt und ihn weggeführt hat? Seit dieser Zeit habe ich ihn nicht mehr gesehen“.

Der Baal Schem erwiderte: „Ja, ich erinnere mich“.

Der Einfache, der Minister, bat ihn, ihm zu zeigen, wo der Kluge war und er möge ihn von dort befreien.

Der Baal Schem sagte ihm: „Ich kann dir gewiss den Ort zeigen und ihn befreien, doch wisse, dass niemand dort hingehen kann, nur ich und du“.

Sie gingen beide zusammen und der Baal Schem tat, was er wusste und sie kamen dort an. Er sah, wie sie dort in dem dicken Schlamm, in der Tonerde lagen.

Als der Kluge den Einfachen erblickte, schrie er zu ihm: „Bruder siehe! Sie schlagen mich. Diese Verbrecher quälen mich so sehr, ohne Grund“!

Der Minister schrie ihn an: „Noch immer hältst du fest an deinen Erfindungen und willst an nichts glauben? Und du sagst, das seien Menschen. Nun, sieh her, dies ist der Baal Schem, den du verleugnet hast. Wir werden dir zeigen, dass genau er dich herausholen kann (und er wird dir die Wahrheit zeigen)“.

Der Einfache, der Minister, bat den Baal Schem, sie herauszuholen und ihnen zu zeigen, dass es der Teufel war und keine Menschen.

Der Baal Schem tat, was er tat und sie standen plötzlich auf trockenem Boden, da war gar kein Sumpf mehr. Und die Dämonen wurden zu einfachem Staub (das ist, sie wurden zu gewöhnlicher Erde). Da erkannte der Kluge zum ersten Mal die Wahrheit, dass es wirklich einen König gab und dass es wirklich einen echten Baal Schem gab.

**Anmerkungen nach der Geschichte**

(Nachdem er die Geschichte beendet hatte, verkündete er (Rabbeinu): Wenn das Gebet nicht so ist, wie es sein sollte, ist es ein ‚Schuh mit drei Ecken‘.

Verstehe gut, was gesagt wird, denn man kann sein Leben verbringen mit Wasser, Brot und einem Schafpelzmantel und ein besseres Leben haben, als die klügste und reichste Person, denn wir sehen, dass sie immerdar voller Leiden sind. Am Ende ist es sicherlich gut für den Tam, der sich begnügt mit dem, was er hat und immer glücklich ist. Und wer ein kluger Mann sein will und alles sehr viel überdenkt, wird Schwierigkeiten vom Anfang bis zum Ende haben und andauernd voller Leiden sein. Er wird nie ein Leben haben und schlussendlich verloren sein, bis der Tam sich seiner erbarmt und ihm hilft. Außer diesen, gibt es in dieser Geschichte viele große Geheimnisse, denn alle Geschichten sind durch und durch große Geheimnisse der Thora.

Was diese Geschichte betrifft, sagt die Thora <<Likutei Maharan II#19, die sich mit Temimus beschäftigt, dass die Essenz des Judentums und seiner Bekömmlichkeit nur Temimus und Einfachheit ist, ohne mentale Ränke. Das Konzept von Amalek, der übergescheit sein wollte und dann in seiner Wurzel ein Abtrünniger wurde etc. Siehe dort den bezüglichen Vers - <<sieben>> ShevA jipoL ZaddiK wekaM – sieben Mal fällt der Zaddik, doch er steht auf – die Endbuchstaben ergeben Amalek, denn die Ursache des Niedergangs ist durch Weisheiten usw., siehe dort.

Auch Agag, aus dem Samen Amaleks, obwohl er seinen Fall kommen sah, als Samuel zu Schaul kam, um ihn zu töten, glaubte er es nicht, wie geschrieben steht “Agag ging zu ihm in Ketten“ <<Samuel 1 15:32>> und <<Targum>> Jonathan übersetzt: „<<Agag ging zu ihm>> mefanka – in einer noblen, nachsichtigen Art. Denn er glaubte noch immer nicht an seinen Fall, bis er mit seinen eigenen Augen den Fall sah. Dann „In der Tat hat die Bitterkeit des Todes sich mir zugewendet“, denn bis dahin glaubte er nicht daran.

(Wende deine Augen dieser Geschichte zu, dann wirst du Wunder über Wunder wahrnehmen). Und wenn das Gebet nicht so ist, wie es sein sollte, ist es ein Schuh mit drei Ecken, und verstehe.

Geschichte 10

## VON DEM BÜRGER UND DEM ARMEN

Eine Geschichte. Einmal gab es einen Bürger (das heißt ein großer Kaufmann), der ein überaus reicher Mann war und eine immense Anzahl von Waren sein Eigen nannte. Seine Schuldscheine <<Wekslen>> und Kreditbriefe <<Briwen>> zirkulierten überall auf der Welt und er hatte alles Gute. Neben ihm wohnte ein Armer, der ein extrem armer Mann war, der das Gegenteil des Bürgers hatte (das heißt, das genaue Gegenteil, sowie der Bürger ein sehr reicher Mann war, so war der Arme diametral entgegengesetzt, ein sehr armer Mann). Und beide hatten keine Kinder, der Bürger hatte keine Kinder und gleichermaßen hatte der Arme auch keine Kinder.

Einmal träumte der Bürger, dass Leute in sein Haus kamen und Pakete um Pakete packten. Er fragte sie: „Was macht ihr“?

Sie sagten, dass sie alles zu dem Armen tragen wollten (dem Armen, der neben ihm wohnte). Das bereitete ihm unsägliche Verzweiflung und er wurde zornig, dass sie all seinen Reichtum zu dem Armen bringen wollten. Es war ihm unmöglich, seinen Zorn zu zeigen, denn es waren sehr viele Leute. Also machten sie weiter Pakete und Pakete aller seiner Habseligkeiten und trugen alles davon zu dem Armen. Sie ließen ihm nichts in seinem Haus als leere Wände und es erboste ihn sehr stark.

In der Zwischenzeit wachte er auf und sah, dass es ein Traum war. Und obwohl er sah, dass es nur ein Traum war und G-tt sei Dank alle seine Besitztümer bei ihm waren – doch, trotzdem schlug sein Herz heftig und der Traum verstörte ihn schwer. Und der Traum ging ihm nicht aus dem Sinn.

Zuvor pflegte der Bürger über den Armen und seine Frau wachen und oft pflegte er ihnen etwas zu geben. Nun, nach dem Traum überwachte er sie mehr als zuvor. Doch wann immer der Arme und seine Frau zu ihm kamen, veränderte sich sein Gesicht und er bekam Angst vor ihnen, denn er erinnerte sich an den Traum. Und sie, der Arme und seine Frau, kamen oft zu ihm und waren mit ihm.

Einmal kam die Frau des Armen zu ihm ins Haus. Er gab ihr, was er ihr gab und sein Aussehen veränderte sich und er wurde von Angst überfallen.

Sie fragte ihn und sagte: „Entschuldigt, euer Gnaden, was bedeutet das, wann immer wir zu euch kommen, verändert euer Gesicht sich drastisch“?

Er erzählte ihr die ganze Geschichte, dass er einen Traum gehabt habe und dass sein Herz seit damals mächtig schlage.

Sie antwortete ihm: „Geschah dieser Traum an einem gewissen Abend (den sie ihm nannte)“?

Er antwortete: „Ja, was war dann“? Sie antwortete ihm: „An diesem Abend hatte ich auch einen Traum, dass ich eine sehr reiche Frau sei und Leute waren in mein Haus gekommen und hatten Pakete und Pakete gemacht. Ich fragte sie ‚Wohin wollt ihr das bringen‘? Sie antworteten: ‚Zu dem Armen (das bedeutet, den Reichen, den sie jetzt schon den Armen nannten)‘. Deshalb, warum beachtest du einen Traum? Wofür? Ich hatte auch diesen Traum“.

Nun wurde der Bürger noch ängstlicher und verwirrter, da auch sie den Traum gehabt hatte. Denn es sah danach aus, dass sein Reichtum und seine Güter zu dem Armen getragen würden und die Armut des Armen zu ihm. Er wurde außerordentlich verängstigt.

Eines Tages unternahm die Frau des Bürgers eine Fahrt mit ihrer Kutsche und nahm andere Frauen mit und sie nahm auch die Frau des Armen mit. Und sie fuhren dahin auf ihrer Ausfahrt.

In der Zwischenzeit fuhr ein General mit seiner Armee vorbei. Sie verließen die Straße für ihn und die Armee marschierte vorüber. Der General sah, dass es Frauen waren, die fuhren und befahl, eine von ihnen herauszuholen. Sie gingen und schnappten die Frau des Armen, brachten sie in die Kutsche des Generals und fuhren mit ihr davon. Zurückzukehren war jetzt unmöglich geworden, denn er reiste mit ihr weiter und weiter, besonders ein General und seine Armee… Der General nahm sie und reiste mit ihr in sein Land.

Und sie war ein G-ttesfürchtige Person (d.h. sie fürchtete G-tt) und sie war überhaupt nicht gewillt, ihm zu folgen und sie weinte sehr. Sie flehten sie an und lockten sie, sie war jedoch eine äußerst G-ttesfürchtige Person.

Und sie (des Bürgers Frau und die anderen Frauen) kamen zurück von ihrem Ausflug, doch die Frau des Armen war nicht da. Der Arme schluchzte sehr, sehr stark und schlug seinen Kopf gegen die Wand und trauerte mit großem Kummer und Bitternis um seine Frau.

Eines Tages fuhr der Bürger an dem Haus des Armen vorbei und hörte, wie der Arme so bitter weinte und seinen Kopf an die Wand schlug. Er ging hinein und fragte ihn: „Weshalb weinst du so schrecklich“?

Er antwortete ihm: „Warum sollte ich nicht weinen? Was habe ich denn noch? Einigen Menschen bleibt Reichtum oder Kinder, ich habe überhaupt gar nichts, meine Frau wurde mir auch genommen. Was bleibt mir noch“?

Das Herz des Bürgers war sehr berührt und er hatte großes Mitleid mit dem Armen, als er dessen Bitternis und scharfen Schmerz sah. Er (der Bürger) ging und tat etwas Wildes und Rücksichtsloses; es war eher ein Wahnsinn. Er ging und fragte, in welcher Stadt der General lebte und reiste dorthin. Dann tat er etwas Wildwütendes. Er ging in das Haus des Generals.

Dort, vor dem Haus waren Wachen postiert, doch er (der Bürger), in seiner schweren Hysterie, ging weiter und achtete überhaupt nicht auf die Wachen. Die Wachen wurden auch schockiert und sehr verwirrt, als sie plötzlich einen Mann in totaler Manie in ihrer Mitte sahen: „Wie kam dieser Mann hierher“? Und wegen ihrer Panik ließen alle Wachen ihn gehen und er ging an allen Wachen vorüber, bis er in das Haus des Generals kam, an den Ort, an dem die Frau des Armen lag.

Er kam und weckte sie auf und sagte zu ihr: „Komm“! Als sie ihn sah, wurde sie ängstlich. Er sagte zu ihr: „Komme mit mir, sofort“!

Sie ging mit ihm und auch jetzt gingen sie an allen Wachen vorbei, bis sie draußen waren. Erst dann sah er sich um und wurde sogleich von Panik erfasst. Er erinnerte sich, was er hier getan hatte, so ein wildes Unternehmen. Er besann sich, dass sogleich ein großer Aufruhr durch den General erfolgen würde. Und das geschah auch, ein großer Aufruhr durch den General.

Der Bürger ging und versteckte sich mit ihr in einer Grube, in der sich Regenwasser befand, bis der Aufruhr vorbei war und er verweilte zwei Tage lang dort mit ihr. Sie sah die große Opferbereitschaft, die er für sie hatte und die Schwierigkeiten, die er ihretwegen erlitten hatte. Sie schwor bei G-tt, dass alles Masel (Glück) das sie hatte – möglicherweise hatte sie irgendein Masel, dass sie fantastische Größe und Erfolg haben würde – aller Erfolg solle nicht von ihm ferngehalten werden (von dem Bürger). Sollte er all ihren Erfolg und ihre Größe für sich nehmen wollen und sie würde so bleiben, wie sie war, sollte es überhaupt nicht von ihm ferngehalten werden.

Jedoch, woher nahm man dort Zeugen? Sie nahm die Grube zum Zeugen.

Nach zwei Tagen ging er mit ihr hinaus und ging weiter und weiter. Und er verstand, dass er an diesem Ort auch gesucht wurde. Er ging und versteckte sich mit ihr in einer Mikwe (Ritualbad). Dort erinnerte sie sich ebenfalls an die großen Opfer und das Leiden, das er für sie erlitten hatte und wieder schwor sie, wie zuvor, dass all ihr Masel usw., wie schon erwähnt und nahm das Ritualbad als ihren Zeugen.

Dort waren sie auch ungefähr zwei Tage, dann gingen sie hinaus und gingen weiter. Wieder verstand er, dass man ihn auch hier suchte und wieder versteckte er sich mit ihr. Und so geschah es mehrere Male, dass er sich mit ihr versteckte, jedes Mal an einem anderen Ort, namentlich in sieben verschiedenen Gewässern, in Gruben mit Wasser und in einer Mikwe, wie erwähnt. Auch in Teichen (trüben Gewässern), einer Quelle, Bächen (kleinen Rinnsalen), Flüssen und Meeren. Und an jedem Ort, an dem sie sich versteckten, erinnerte sie sich an seine Selbstaufopferung und die Schwierigkeiten, die er für sie erlitten hatte und schwor immer wieder, dass ihr Masel usw., wie erwähnt und jedes Mal nahm sie den Zufluchtsort als Zeugen.

Sie gingen in dieser Art immer weiter, versteckten sich an diesen Orten, bis sie zum Ozean kamen. Als sie zu dem Ozean kamen – und der Bürger war ein großer Kaufmann und kannte die Pfade des Ozeans – er schnitt (arbeitete einen Kurs heraus), um in sein Land zu kommen, bis er diesen Weg reiste. Er kam nach Hause mit der Frau des Armen und brachte sie zurück zu ihrem Mann. Dort herrschte dann große Freude.

Der Bürger, weil er solch eine Tat vollbracht hatte und zusätzlich Prüfungen widerstanden hatte (d.h. er war G-ttesfürchtig und rührte sie nicht an), deswegen „erinnerte“ G-tt (d.h. G-tt, gelobt sei Er, dachte an ihn) sich an ihn und in diesem Jahr bekam er einen Sohn.

Auch sie, die Frau des Armen, weil sie solchen Prüfungen standgehalten hatte, mit dem General, wie auch mit dem Bürger, verdiente sie das und gebar eine Tochter. Und sie war von überaus großer Schönheit, einer ungeheuren, maßlosen Schönheit, die nicht zu vergleichen war mit jeglicher, menschlicher Schönheit, denn die Menschheit kannte keine solche Schönheit.

Die Welt (Jeder) pflegte zu sagen: „Wenn sie nur schon zu Reife erwachsen würde“. (Denn es ist schwer für solch eine ungewöhnliche Neuigkeit, Reife zu erlangen), denn ihre Schönheit und Glorie war absolut einmalig, wie man es noch nie auf der Welt gesehen hatte. Jeder auf der Welt reiste hin, um sie sehen zu können und sie wurden erfüllt von Staunen über ihre Schönheit, die sehr, sehr ungewöhnlich war. Und man pflegte ihr die ganze Zeit Geschenke zu geben, aus Zuneigung. Man schickte Geschenke, bis der Arme reich wurde.

Was den Bürger betraf, so fiel ihm ein, dass er mit dem Armen eine Verbindung eingehen könne, dass sein Sohn die Tochter des Armen heiraten solle, wegen ihrer großen Schönheit, die so ein Wunder war.

Er dachte bei sich: „Vielleicht ist das die Bedeutung des Traumes, dass was ihm gehöre, solle zu dem Armen kommen und was dem Armen gehöre, solle zu mir kommen. Vielleicht bedeutet der Traum, dass sie sich vereinen werden, sie würden durch die Verbindung zu Einem werden“.

Einmal kam die Frau des Armen zu dem Bürger und er erzählte ihr von seinem Wunsch, sich mit ihrer Familie zu vereinen. Und vielleicht werde der Traum sich dadurch erfüllen.

Sie antwortete ihm: „Ich hatte das auch im Sinn, hatte aber nicht die Dreistigkeit, mir dir darüber zu sprechen, dass unsere Kinder einen Bund eingehen sollen. Wenn du aber willst, ich bin sicherlich bereit und werde es bestimmt nicht verhindern. Denn ich habe doch schon geschworen, dass all mein Erfolg nicht von dir ferngehalten werden möge“.

Und der Sohn (des Bürgers) und die Tochter lernten zusammen in dem gleichen Schulraum Sprachen und andere Dinge, die bei ihnen üblich waren. Menschen pflegten zu kommen, um die Tochter zu sehen, wegen der außergewöhnlichen Neuheit und pflegten Geschenke zu schicken, bis der Arme reich wurde. Adelige kamen, um sie zu sehen und waren sehr erfreut über sie. Ihre Schönheit war ein extremes Wunder für sie, denn es war eine nicht menschliche Schönheit. Und wegen ihrer ungewöhnlichen Schönheit, kamen die Adligen auf die Idee, sich mit dem Armen zu verschwägern. Ein Minister hatte einen Sohn und wollte sehr, er möge sich mit ihr vermählen, jedoch geziemte es sich nicht, mit ihm (mit dem Armen) verschwägert zu sein. Daher mussten sie sich bemühen, diesen Mann (d.h. den Armen) groß werden lassen. Sie sorgten dafür, dass er bei dem Kaiser arbeiten konnte.

Er war zuerst ein Fähnrich (Praporschtchik – stellvertretender Fähnrich), danach klomm er immer höher. Denn sie sorgten dafür, dass er jedes Mal höher und höher wurde – bis man ihn zum General ernannte. Jetzt wollte die Nobilität bereits eine Verbindung mit ihm eingehen. Jedoch gab es viele Adlige, die darauf drängten, denn viele Noble hatten die Idee gehabt und sich damit befasst – ihn immer höher steigen zu lassen. (Daher konnte er mit keinem eine Verbindung eingehen). Und überdies konnte er mit keinem eine Verbindung eingehen wegen des Bürgers, denn es war bereits vereinbart worden, dass zwischen ihnen eine Verbindung werden solle.

Und der Arme, der bereits ein General geworden war – war weiter und weiter enorm erfolgreich. Der Kaiser beförderte ihn jedes Mal höher und höher, bis der Kaiser starb. Das ganze Land gelangte zu dem Beschluss, er solle Kaiser werden, der ganze Adel kam zusammen und alle waren sich einig, dass er Kaiser werden solle.

Er wurde Kaiser (d.h. der Arme wurde Kaiser) und er führte Kriege und war sehr erfolgreich und eroberte Länder. Er führte noch mehr Kriege und war immer erfolgreich, nahm weitere Länder ein, bis andere Länder sich ihm mit gutem Willen unterwarfen. Denn sie sahen, dass sein Erfolg extrem groß war, denn alle Schönheit der Welt und alles Masel (Glück) der Welt war bei ihm. Also kamen alle Könige zusammen und stimmten zu, er solle der Kaiser über die ganze Welt sein und sie gaben ihm ein Dokument mit goldenen Buchstaben.

Und der Kaiser (das heißt der Arme, der Kaiser über die ganze Welt geworden war, wollte keine Verbindung mehr mit dem Bürger, denn es geziemte sich nicht, dass ein Kaiser eine Verbindung eingehe mit einem Bürger). Doch seine Frau, die Kaiserin – sie wollte unbedingt den Bürger (sie hielt zu dem Bürger, weil er sein Leben für sie riskiert hatte). Der Kaiser sah, dass er keine Verbindung eingehen konnte, wegen des Bürgers, da seine Frau ihn sehr unterstützte. Daher begann er, Gedanken über den Bürger zu haben. Zuerst sorgte er dafür, dass er in Armut gestürzt wurde und er schmiedete Komplotte, als ob es gar nicht von ihm käme. Und er sorgte immer dafür, ihm Schaden zuzufügen und ein Kaiser kann dies sicherlich. Man sorgte immer für Verluste und er wurde ständig um Geld betrogen, bis er verarmte und ein absolut Armer wurde. Doch sie, die Kaiserin hielt noch immer zu dem Bürger.

Danach wurde es dem Kaiser klar, dass er keine Verbindung eingehen könne, solange der Sohn (des Bürgers Sohn) am Leben war. Der Kaiser strengte sich an, den Jungen von der Welt fernzuhalten und dachte sich Pläne aus, wie er ihn eliminieren könne. Er dachte sich falsche Anklagen gegen ihn aus und ernannte Richter, die ein Urteil über ihn verhängen sollten. Die Richter verstanden, dass es des Kaisers Wille war, er solle von der Welt eliminiert werden und fällten das Urteil, dass er (der Sohn des Bürgers) in einen Sack gesteckt und ins Meer geworfen werden sollte.

Was die Kaiserin betraf, war ihr Herz sehr betrübt darüber. Jedoch selbst die Kaiserin kann nichts ausrichten gegen den Kaiser. Sie ging zu jenen, die beauftragt waren, ihn ins Meer zu werfen und warf sich ihnen zu Füssen.

Sie plädierte sehr bei ihnen, sie sollen es für sie tun und ihn freilassen, denn „Weshalb verdient er die Todesstrafe“?

Sie bettelte sehr, sie sollen einen anderen zum Tode Verurteilten nehmen und ihn statt ihm ins Meer werfen, sie sollen den Jungen freilassen. Ihr Flehen war bei ihnen erfolgreich und sie schworen ihr, ihn freizulassen und das taten sie auch.

Und ihn ließen sie frei und sagten zu ihm: „Geh, geh“!

Der Junge ging seines Weges, er hatte schon einen reifen Verstand, so ging er seiner Wege.

Bevor all das geschah, bevor der Junge fortging, ließ die Kaiserin ihre Tochter kommen. Sie sagte zu ihr: „Meine Tochter, du sollst wissen, dass der Sohn des Bürgers dein Bräutigam ist“.

Und sie erzählte ihr die ganze Geschichte und was geschehen war: „Der Bürger riskierte sein Leben für mich und war mit mir an sieben Orten (d.h. sieben Arten von Wasser) und ich schwor ihm jedes Mal bei G-tt, dass all mein Gutes nicht von ihm ferngehalten werden möge und ich nahm sieben Orte als Zeugen (d.h. die Grube, die Mikwe und alle anderen Wasserarten). Deshalb bst du jetzt all mein Gut und all mein Masel und mein Erfolg. Du bist sicher seine und sein Sohn ist dein Bräutigam. Und dein Vater, weil er so hochmütig ist, will ihn ohne Grund töten. Ich habe jedoch schon Bemühungen zu seiner Rettung in die Wege geleitet und habe erreicht, dass er freigelassen wird.

Daher sollst du wissen, dass er (des Bürgers Sohn) dein Bräutigam ist und du darfst keinen anderen Bräutigam auf der Welt akzeptieren“.

Die Tochter nahm die Worte der Mutter an, denn auch sie war eine G-ttesfürchtige Frau und sie antwortete ihrer Mutter, dass sie sich an deren Worte halten würde.

Die Tochter ging und sandte dem Sohn des Bürgers einen Brief ins Gefängnis, dass sie sich ihm angehörig fühle und er sei ihr Bräutigam. Sie schickte ihm auch ein Stück einer Landkarte, auf der sie alle Orte einzeichnete, an denen ihre Mutter sich mit seinem Vater versteckt hatte, welche die sieben Zeugen waren. Das war die Grube, die Mikwe und die restlichen, wie schon erwähnt. Sie zeichnete eine Grube, eine Mikwe und die restlichen Orte, die sieben Arten von Gewässern. Sie warnte ihn sehr, sehr eindringlich, diese Notiz sehr stark zu behüten und unterschrieb ihren Namen darunter.

Danach geschahen die Dinge, wie geplant. Die Verantwortlichen nahmen einen anderen Mann und ihn ließen sie frei und er ging seines Weges.

Er ging und ging, bis er das Meer erreichte und ging an Bord eines Schiffes und stach in See. Da kam ein riesiger Sturmwind und trug das Schiff an eine Küste, die öde war (d.h. verwüstet). Durch den großen Sturm wurde das Schiff zerbrochen, nur die Passagiere konnten sich retten und an trockenes Land gelangen.

Und dort war eine Wüste, die Menschen von dem Schiff machten sich auf die Suche nach Essen. Jeder Einzelne suchte Essen für sich, denn an diesem Standort war es nicht die Norm, dass Schiffe ankamen, da es eine Wüste war. Deshalb erwarteten sie nicht, dass ein Schiff kommen werde, damit sie nach Hause zurückkehren konnten. So gingen sie in der Wüste und suchten nach Essen und wurden verstreut, jeder für sich.

Der Junge ging und ging in der Wüste, bis er weit von der Küste weggegangen war. Er wollte umkehren, er konnte es jedoch nicht mehr und je mehr er zurückgehen wollte, desto weiter kam er, bis er merkte, dass er nicht mehr zurückkonnte.

So ging er also weiter und weiter in der Wüste. In seiner Hand hielt er einen Bogen, mit dem er sich vor den wilden Tieren der Wüste beschützte. Während er ging, fand er dort etwas zu Essen. Auf diese Weise ging er weiter, bis er aus der Wüste herauskam. Er kam an einen Ort (eine bewohnte Gegend), der eine Lichtung hatte und dort gab es Wasser und Obstbäume rundum und er aß von den Früchten und trank das Wasser. Er beschloss, sich dort anzusiedeln, solange er lebte. Denn auf jeden Fall war es nun schwer für ihn, in die Zivilisation zurückzukehren und wer konnte wissen, ob er noch jemals zu so einem Ort kommen würde, wenn er wegginge?

Folglich beschloss er, sich dort anzusiedeln und sein Leben an diesem Ort zu leben, denn es war dort gut für ihn. Er hatte Früchte zum Essen und Wasser zum Trinken und gelegentlich ging er hinaus und erlegte mit seinem Bogen einen Hasen oder ein Reh, so hatte er auch Fleisch. Er fing auch Fische, denn es gab gute Fische in dem Wasser. Es gefiel ihm, sein Leben lang hier zu bleiben.

Was den Kaiser betraf, nachdem das Urteil ausgeführt worden war (denn der Kaiser dachte, sie hätten das Urteil über den jungen Mann verhängt und er sei nicht länger auf der Welt), dachte er, nun könne er seine Tochter verheiraten.

Man begann, ihr Partner vorzuschlagen, diesen König, jenen König und man erstellte ihr einen Hof, wie es üblich war und sie lebte dort.

Sie nahm sich junge Damen von Adel als Gespielinnen und lebte dort. Sie pflegte auf Instrumenten zu spielen, wie es die Gepflogenheit war.

Und bei allen Partnern, die man ihr vorschlug, antwortete sie immer, sie wolle nicht darüber sprechen (über eine Ehe), nur er selbst solle kommen, (d.h. derjenige, der sie heiraten wolle).

Sie hatte großes Expertenwissen über die Kunst der Poesie (das ist die Kunst, wunderschöne Texte mit großer Weisheit zu deklamieren).

Mit geschickter Handwerkskunst baute sie einen Ort, an den er kommen konnte (der, welcher sie heiraten wollte), an dem er ihr gegenüberstehen würde, um ein Gedicht aufzusagen. Das sollte ein Gedicht der Leidenschaft sein, wie ein Begieriger zu seiner Begehrten sprechen würde (das sind Worte der Liebe).

Könige pflegten zu kommen, um mit ihr vermählt zu werden und kamen an diesen Ort und sprachen Gedichte, sie rezitierten, jeder für sich – jeder sein Gedicht. Einigen von ihnen antwortete sie durch ihre Damen, auch in Poesie und mit Zuneigung. Manche waren ihr lieber, denen antwortete sie selbst mit einem Gedicht und mit Worten der Zärtlichkeit. Und einigen, die sie lieber hatte, zeigte sie persönlich ihr Antlitz und antwortete mit zärtlicher Poesie.

Allen jedoch sagte sie zum Abschluss: „Die Gewässer sind jedoch noch nicht über euch gekommen“.

Und keiner verstand, was sie meinte. Wann immer sie ihr Gesicht enthüllte, pflegten alle zusammenzubrechen wegen ihrer großen Schönheit. Einige blieben bewusstlos, andere wurden verrückt vor Liebeskummer, aufgrund ihrer überaus großen Schönheit. Nichtsdestotrotz, obwohl sie verrückt wurden und ohne Bewusstsein blieben, pflegten immer noch Könige zu kommen, um mit ihr vermählt zu werden und immer gab sie die gleiche Antwort.

Und der Sohn des Bürgers blieb am gleichen Ort, er baute sich einen Platz, in dem er leben konnte und wohnte dort. Auch er konnte spielen und kannte die Weisheit des Gesangs. Er wählte Holz aus, aus dem er Musikinstrumente hergestellt werden konnten und baute sich Instrumente. Aus den Sehnen von Tieren fertigte er Saiten an. So pflegte er zuspielen und für sich selbst singen. Dann pflegte er den Brief hervorzuholen, den sie ihm geschickt hatte (als er sich in Gefangenschaft befunden hatte) und singen und spielen und sich daran erinnern, was ihm geschehen war und dass sein Vater ein Bürger gewesen war… und jetzt war er hierher verworfen worden.

Er ging und nahm das Brieflein und machte ein Zeichen an einen Baum und fand einen Platz dort in dem Baum und versteckte den Brief dort. Danach verweilte er eine Zeitlang dort.

Eines Tages kam ein riesengroßer Sturmwind und brach alle Bäume, die dort waren, auseinander. Er konnte den Baum, in dem er den Brief versteckt hatte, nicht mehr finden. Denn als noch alle Bäume dort standen, hatte er ein Kennzeichen gehabt, um den Baum zu erkennen. Nun aber, da alle gefallen waren, war der Baum zwischen all den anderen Bäumen nicht mehr zu erkennen, denn es waren sehr viele Bäume. Er weinte überaus bitterlich und es war für ihn extrem qualvoll. Er erkannte, dass er nicht dortbleiben konnte, da er fürchtete, wegen des riesengroßen Kummers, den er verspürte, den Verstand zu verlieren.

Er traf die Entscheidung, dass er weiter weggehen musste und was immer ihm geschehen würde, sollte geschehen. Denn gehen musste er, denn er war in großer Gefahr wegen des unsäglich großen Kummers. Also packte er etwas Fleisch und Obst in einen Sack und ging, wohin ihn seine Schritte lenkten. Und er machte Zeichen an dem Ort, den er verließ und ging, bis er in einer bewohnten Gegend ankam.

Er fragte die Menschen dort: „Welches Land ist dieses“? Sie antworteten ihm und er fragte sie, ob sie hier über den Kaiser gehört hatten. Sie antworteten: „Ja“. Danach fragte er, ob sie etwas über dessen Tochter, die Schönheit, gehört hatten. Sie antworteten ihm: „Ja, jedoch kann niemand mit ihr vermählt werden (denn sie will keinen von ihnen)“.

Er entschied, dass er ohnehin nicht zu ihr kommen konnte, deshalb ging er zum König dieses Landes und schüttete ihm sein ganzes Herz aus. (Und) dass er ihr Bräutigam sei und dass sie wegen ihm keinen anderen wollte. Und weil er nicht dorthin kommen könne, deshalb wolle er dem König alle Zeichen übergeben, die er hatte, das waren die sieben Wasser und der König solle selbst dorthin gehen und sich mit ihr verheiraten und ihm dafür Geld geben.

Der König erkannte, dass seine Worte wahr waren, denn niemand konnte sich so etwas aus dem Herzen ausdenken. Die Angelegenheit gefiel dem König. Jedoch er entschied, wenn er sie hierherbrachte und der junge Mann wäre auch da, wäre das nicht gut für ihn. Sollte er ihn töten? So etwas wollte er nicht tun, denn weshalb sollte er für so einen Gefallen, den er ihm erwiesen hatte, getötet werden? Daher entschied der König, er würde ihn zweihundert Meilen weit ins Exil schicken. Er war sehr verärgert darüber, dass der König ihn ins Exil geschickt hatte für den guten Rat, den er ihm gegeben hatte.

Dort ging er auch zu einem anderen König und erzählte ihm gleichermaßen, wie vorher. (Das heißt, der junge Mann, der Sohn des Bürgers, ging zu dem zweiten König, weil er so erzürnt war, dass der erste König ihn ins Exil geschickt hatte, damit der sich schnell aufmachen konnte, um die Schönheit zu heiraten). Er zählte ihm alle Zeichen auf und diesem zweiten König gab er noch ein Zeichen dazu. Er befahl ihm, sich zu beeilen und sofort abzureisen, vielleicht könne er den ersten König überholen und als Erster dort sein. Sollte er nicht der Erste sein, so hatte er immer noch ein Zeichen mehr als der Erste.

Auch der Zweite entschloss sich, wie auch der Erste (es sei nicht gut für ihn, wenn der junge Mann da wäre). Also schickte ihn auch der zweite König ins Exil. Er war wieder sehr verärgert und ging zu einem Dritten (d.h. der junge Mann, der Sohn des Bürgers, ging wieder zu einem König, der schon der Dritte war und erzählte auch ihm die ganze Geschichte). Dem Dritten verriet er noch mehr Zeichen – sehr gute Zeichen, die noch unverwechselbarer waren.

Der erste König machte sich auf den Weg und reiste dorthin und kam an dem Ort der Tochter des Kaisers an, der Schönheit. Und der König dichtete ein Gedicht und flocht in seiner Klugheit alle Orte mit ein, alle Orte, die Zeugen (d.h. die sieben Arten von Wasser, welche die wesentlichen Merkmale, die sie mit ihrem Bräutigam hatte). Jedoch in Übereinstimmung mit der Weisheit des Gedichtes, waren die Orte nicht in der richtigen Reihenfolge. (Das bedeutet, zum Beispiel sollte er zuerst die Grube erwähnen, danach die Mikwe usw., er sagte es aber umgekehrt), denn so verlangte es das Gesetz der Poesie.

Der König kam an diesen Ort (dort, wohin der, der sie heiraten wollte, gehen musste, um ein Gedicht zu rezitieren), und er sagte sein Gedicht auf.

Als sie das Gedicht hörte, war es eine außergewöhnliche Neuheit für sie. Es schien ihr, das sei tatsächlich ihr Bräutigam, doch es war schwer für sie, dass er die Orte nicht in der richtigen Reihenfolge nannte.

Trotzdem jedoch dachte sie, wegen der Weisheit des Gedichtes sei er zu dieser Ordnung gekommen. Sie beschloss in ihrem Herzen, dass er selbst es sei. Es wurde groß gefeiert und es entstand ein Tumult, dass die Schönheit endlich ihren Bestimmten gefunden hatte und man begann, die Hochzeit vorzubereiten.

In der Zwischenzeit kam der Andere an (der zweite König, dem der junge Mann alle seine Merkmale offenbart hatte, sogar ein Zeichen mehr). Der Andere lief auch dorthin, doch sie sagten ihm, sie habe schon ihren Bestimmten gefunden, er kümmerte sich jedoch nicht darum. Er sagte, nichtsdestotrotz hatte er ihr etwas zu sagen, dass es sicherlich eine Wirkung haben werde. Er kam (der andere König) und sprach sein Gedicht – und dieser hatte nun alle Orte in richtiger Reihenfolge eingesetzt und darüber hinaus wusste er noch ein zusätzliches Merkmal mehr.

Sie fragte ihn: „Woher wusste es der Erste“?

Nun, würde er ihr die Wahrheit sagen, wäre das nicht gut für ihn (das bedeutet, der Andere konnte ihr nicht die Wahrheit sagen, dass der junge Mann es dem Ersten gesagt hatte. Es war nicht gut, dass sie dies wisse). Also sagte er, er wisse nicht (woher der Erste die Merkmale erhalten hatte).

Für sie war es ein großes Wunder und sie blieb verwirrt stehen, denn der Erste hatte die Orte auch alle gekannt und wie konnte ein Mensch diese Merkmale wissen? Jedoch ungeachtet dessen, kam es ihr so vor, dieser (Zweite) sei ihr Bräutigam, denn sie sah, dass er in der richtigen Reihenfolge gesprochen hatte und noch ein Merkmal zusätzlich. Was den Ersten betraf, vielleicht war es durch die Technik seines Liedes geschehen, dass er die Orte so genannt hatte.

Jedoch blieb sie stillstehen, sie konnte sich für keine Vorgehensweise mehr entscheiden und wollte garkeinen mehr heiraten.

Und der junge Mann, das heißt, der Sohn des Bürgers, als ihn der zweite König exilierte, war wieder sehr erbost und ging zu einem dritten König und erzählte ihm die ganze Geschichte (wie oben erwähnt). Er verriet ihm alle Merkmale, sehr gute Zeichen, die besonders unverwechselbar waren. Und vor dem Dritten sprach er aus ganzem Herzen.

Insofern hatte er eine Skizze, auf der alle sieben Orte eingezeichnet waren (die sieben Arten von Gewässern), deshalb solle er all das auf ein Stück Papier zeichnen und <<es>> zu ihr bringen.

Der dritte <<König>> entschied auch, es sei nicht gut für ihn, sie hierherzubringen und der junge Mann wäre auch da, also exilierte auch er ihn zweihundert Meilen weit weg.

Der dritte König lief auch dorthin und kam an. Man sagte ihm, die zwei Anderen (d.h. die zwei Könige) seien schon da. Er antwortete, dass er dennoch etwas zu sagen habe, welches ganz sicher Wirkung haben werde. Und die Welt <<die Menschen>> wussten überhaupt nicht, warum sie diese Könige eher wollte, als andere.

Und der Dritte kam und sagte sein Gedicht, mit ausgezeichneten Merkmalen, besser als die vorhergehenden und zeigte auch das Papier (auf dem er selbst die sieben Orte gezeichnet hatte) mit allen Orten.

Sie geriet völlig in Panik (mit anderen Worten verängstigt und verstört). Jetzt konnte sie jedoch nichts tun, denn was den Ersten betraf, hatte sie gedacht, es sei er selbst und auch was den Zweiten betraf. Daher sagte sie, sie werde nichts mehr glauben, bis ihre eigene Schrift ihr gebracht werde.

Danach dachte der junge Mann (der Sohn des Bürgers), wie lange werde er noch immer weiter weggeschickt werden? Also beschloss er, er werde selbst hingehen (zu der Tochter des Kaisers), vielleicht werde er Erfolg haben.

Und er ging und ging, bis er dort ankam. Er kam und sagte, er habe etwas, das ganz sicher einen Effekt haben werde. Er kam und rezitierte sein Gedicht. Und er erwähnte sogar noch mehr Zeichen, gute und unverwechselbare Merkmale. Er erzählte ihr, wie sie zusammen in einem Schulzimmer gelernt hatten und noch zusätzliche Zeichen. Und er sagte ihr alles, dass er die Könige geschickt hatte und den Brief hatte er in einem Baum versteckt und alles, was ihm widerfahren war.

Doch sie beachtete das überhaupt nicht (und sicherlich hatten auch die anderen Könige Gründe angegeben, warum sie den Brief nicht hatten). Ihn zu erkennen, war sicherlich unmöglich, denn viele Jahre waren schon vergangen. Sie wollte nicht länger jegliche Zeichen beachten, bis ihre eigene Handschrift ihr gebracht wurde.

Der junge Mann (der Sohn des Bürgers) überdachte das alles und verstand, dass er keinesfalls dortbleiben konnte (in anderen Worten konnte er dort keine Zeit verbringen, damit es nicht bekannt wurde, dass er sich hier befand, denn der Kaiser würde ihn töten). Er beschloss, zu dem Ort in der Wüste zurückzukehren, an dem er gewesen war und dort würde er sein Leben lang bleiben. Er ging und ging und kam an in der Wüste.

Währenddessen, während das oben erwähnte geschah, vergingen sehr viele Jahre. Und der junge Mann setzte sich in den Kopf, dass er dort in der Wüste sitzen solle und sein Leben dort verbringen. So wie er das Leben auf der sterblichen Welt einschätzte, war ihm klar, dass es gut für ihn sei, seine Jahre hier in der Wüste zu verbringen. Er lebte dort, aß von den Früchten usw.

Auf dem Meer gab es einen Mörder. Der Mörder hörte, dass es auf der Welt so eine außergewöhnliche Schönheit gab. Er wollte sie entführen, obwohl er sie nicht brauchte, denn er war ein Eunuch. Er wollte sie jedoch, um sie einem König zu verkaufen und er würde sehr viel Geld für sie bekommen. Der Mörder begann, sich mit dem Gedanken zu befassen (d.h. sie gefangen zu nehmen). Ein Mörder ist eine rücksichtslose Person, also agierte er rücksichtslos. Sollte er Erfolg haben, war es gut, und wenn nicht, was hatte er zu verlieren? Denn er handelte mit Selbstverleugnung, wie es bei Mördern üblich ist.

Der Mörder ging und kaufte eine sehr große Menge von Waren – eine außerordentlich große Menge. Und er ließ goldene Vögel machen, sie wurden mit großer Handwerkskunst hergestellt, sodass man denken konnte, sie seien lebendig. Darüber hinaus ließ er goldene Getreidehalme machen und dies selbst war eine große Neuheit, dass die Vögel auf den Halmen saßen, ohne dass diese zerbrachen, denn es waren große Vögel. Zusätzlich ließ er Mechanismen bauen, die glauben ließen, die Vögel würden Musik machen und singen. Einer schnalzte mit der Zunge, einer zwitscherte und einer sang. Und all dies war mit Schlauheit geschaffen, denn Männer standen in einem Raum auf dem Schiff. Die Männer standen unter den Vögeln und die Männer machten alles und es machte den Anschein, dass die Vögel selbst Musik machten, denn sie waren mit List gemacht, mit Kabeln. Es sah aus, als ob die Vögel selbst dies alles machten.

Der Mörder fuhr mit alldem in das Land, in dem sich die Tochter des Kaisers befand. Er kam in die Stadt, in der sie lebte, brachte das Schiff zum Stillstand, verankerte sein Schiff im Meer und gab vor, ein großer Geschäftsmann zu sein. Menschen pflegten zu ihm kommen und teure Waren einzukaufen und er blieb eine Weile, ein Vierteljahr und länger und Leute trugen immer wunderschöne Waren, die sie bei ihm gekauft hatten, von seinem Schiff.

Die Tochter des Kaisers wünschte auch, Waren von ihm zu kaufen. Sie schickte ihm eine Nachricht, er möge ihr Waren bringen. Er antwortete ihr, er habe es nicht notwendig, Waren in das Haus eines Käufers zu bringen, sogar wenn es sich um die Tochter des Kaisers handle. Wer auch immer Waren brauchte, solle zu ihm kommen. Und ein Kaufmann könne nicht gezwungen werden.

Die Tochter des Kaisers beschloss, zu ihm zu gehen. Und es war ihre Gepflogenheit, wann immer sie zum Marktplatz ging, verschleierte sie ihr Gesicht, sodass niemand einen Zusammenbruch erleide oder ohne Bewusstsein bliebe, aufgrund ihrer Schönheit. Die Tochter des Kaisers ging und verhüllte ihr Gesicht und nahm ihre Damen mit und eine Gruppe von Wachen folgte ihr. Sie kam zu dem Kaufmann (d.h. zu dem Mörder, der sich als Händler verkleidet hatte), kaufte einige Waren bei ihm und ging weg.

Er (d.h. der Mörder) sagte zu ihr: „Wenn du nochmals kommst, werde ich dir noch schönere Waren zeigen, sehr wundervolle Dinge“.

Sie kehrte heim. Danach kam sie wieder und kaufte Waren von ihm und ging wieder nach Hause. Und der Mörder blieb noch längere Zeit dort. Währenddessen gewöhnte die Tochter des Kaisers sich schon daran, ihn zu besuchen, sie ging oft hin.

Eines Tages kam sie zu ihm, da öffnete er den Raum, in dem die goldenen Vögel und mehr aufbewahrt wurden. Sie sah, dass es eine außergewöhnliche Neuheit war und die anderen Leute, die mit ihr waren (die Wachen usw.) wollten auch in den Raum kommen.

Er sagte: „Nein, nein! Das zeige ich niemandem außer dir, denn du bist die Tochter des Kaisers. Anderen will ich das keinesfalls zeigen“.

Sie trat alleine ein und auch er betrat den Raum. Er sperrte die Türe zu und tat etwas sehr Grausames. Er nahm einen Sack und steckte sie mit Gewalt hinein. Er nahm ihr alle Kleider weg und zog sie einem Matrosen an, verschleierte sein Gesicht, schob ihn hinaus und sagte: „Geh“!

Und der Matrose hatte keine Ahnung, was mit ihm geschah. Als er mit verschleiertem Gesicht herauskam, begannen die Soldaten (d.h. die Wachen) die von nichts wussten, sogleich mit ihm zu gehen. Sie dachten, es sei die Tochter des Kaisers. Und der Matrose ging mit den Soldaten, wo immer sie ihn hinführten. Er wusste absolut nicht, wo auf der Welt er war, bis er in das Zimmer kam, in dem die Tochter des Kaisers wohnte. Sein Gesicht wurde enthüllt und man sah, dass es deutlicherweise ein Matrose war. Da gab es einen gewaltigen, wilden Aufruhr dort. (Und der Matrose wurde ganz gründlich geohrfeigt und hinausgeworfen, da er nichts dafürkonnte und unschuldig war).

Der Mörder nahm die Tochter des Kaisers und wusste, dass er ganz sicher verfolgt werden würde. Also verließ er das Schiff und versteckte sich mit ihr in einer Grube, die Regenwasser enthielt, bis der Aufruhr vorbei war. Er befahl den Matrosen des Schiffes, gleich die Anker zu lichten und sofort zu fliehen, denn sie würden sicherlich verfolgt werden, man würde auf das Schiff bestimmt nicht schießen, wegen der Tochter des Kaisers, von der sie dachten, sie befinde sich an Bord.

„Sie werden euch verfolgen, deshalb müsst ihr sofort fliehen. Wenn sie euch fangen, was soll’s“? Wie es so bei Mördern zugeht, achteten sie gar nicht auf sich selbst (in anderen Worten, sie missachten sich selbst). So geschah es, es gab einen großen Aufschrei und sie wurden sofort verfolgt, jedoch wurde sie dort nicht gefunden.

Der Mörder selbst versteckte sich mit ihr in einer Grube voller Regenwasser und sie lagen dort. Und er erschreckte sie derart, dass sie nicht schreien solle, damit man sie nicht hören konnte.

Er sagte zu ihr: „Ich habe mein Leben riskiert, um dich gefangen zu nehmen und würde ich dich verlieren, wäre mein Leben mir nichts mehr wert. Da du schon in meiner Hand bist und ich würde dich verlieren, wäre mein Leben für mich schon nichts mehr wert. Deshalb, solltest du auch nur einen Schrei ausstoßen, würde ich dich sofort erwürgen und was mit mir geschehen würde, soll geschehen, denn in meinen Augen bin ich schon nichts mehr wert“.

Sie hatte sehr große Angst vor ihm (mit anderen Worten, die Tochter des Kaisers, die mit dem Mörder in der Grube lag, hatte Angst, zu schreien, da der Mörder sie erschreckt hatte).

Später ging er mit ihr aus der Grube und führte sie in die Stadt. Sie gingen weiter und kamen zu einem anderen Ort und der Mörder verstand, dass man hier auch nach ihnen suchte. Wieder versteckte er sich mit ihr, in einer Mikwe.

Auch von dort ging er hinaus und kam z einem anderen Ort und auch dort versteckte er sich mit ihr in einer anderen (Art von) Gewässer, bis er sich mit ihr in allen Arten von Gewässern versteckt hatte, in denen der Bürger sich mit ihrer Mutter versteckt hatte, welche die sieben Zeugen waren, bis er mit ihr zum Ozean kam.

Der Mörder suchte dort nach einem kleinen Fischerboot, um mit ihr übersetzen zu können. Er fand ein Schiff, nahm die Tochter des Kaisers und er brauchte sie nicht, denn er war ein Eunuch, er wollte sie lediglich einem König verkaufen. Er fürchtete, sie könne von ihm weggeschnappt werden, also kleidete er sie in Matrosenkleidung und sie sah männlich aus. Und der Mörder reiste mit „ihm“ auf dem Meer (deshalb wird sie hier in der männlichen Form bezeichnet, da der Mörder sie in dieser Art verkleidete).

Ein Sturmwind kam auf und brachte das Schiff an ein Ufer, das Schiff erlitt Schiffbruch und sie kamen zu diesem Ufer, wo die Wüste sich befand, in der der junge Mann lebte. Als sie dort hinkamen, verstand der Räuber, der gut bewandert war in diesen Dingen, dass an dieser Küste keine Schiffe anzulegen pflegten. Deshalb hatte er keine Angst mehr, vor niemandem, und ließ sie in Ruhe. Sie gingen jeder in eine andere Richtung, um etwas zu Essen zu finden.

Sie entfernte sich von dem Räuber, der ging seines Weges. Als er merkte, dass sie sich nicht mehr neben ihm befand, begann er nach ihr zu rufen und sie beschloss, ihm nicht mehr zu antworten.

Zu sich selbst sprach sie folgendermaßen: „Da er mich am Ende verkaufen wird – warum sollte ich ihm antworten? Falls er zurückkommt und mich erreicht, werde ich ihm antworten, ich habe nicht gehört, besonders, weil er mich nicht töten will, er will mich verkaufen“. Also antwortete sie nicht und ging weiter.

Der Räuber suchte sie da und dort und konnte sie nicht finden. Er ging weiter und konnte sie immer noch nicht finden und dachte, wahrscheinlich haben wilde Tiere sie verschlungen. Er ging weiter und konnte etwas zu Essen finden. Sie ging weiter und kam an den Ort, wo der junge Mann lebte (das war der obengenannte Bürgersohn). Sie war nun von wildem Haarwuchs überwuchert, so erkannten sie einander nicht. Gleich, als sie ankam, freute er sich sehr, dass noch ein Mensch hierhergekommen war.

Er fragte sie: „Von wo bist du hierhergekommen“? Sie antwortete: „Ich war mit einem Händler auf dem Meer usw.“ Dann fragte sie ihn: „Von wo kamst du hierher“? Und auch er antwortete: „Durch einen Kaufmann“. Sie blieben beide dort.

Nachdem die Tochter des Kaisers entführt worden war, klagte die Kaiserin sehr viel und pflegte ihren Kopf gegen die Wand zu schlagen über den Verlust ihrer Tochter. Und sie drangsalierte den Kaiser schwer mit Worten.

Sie sagte zu ihm: „Wegen deines Stolzes hast du den jungen Mann unterdrückt und nun ist unsere Tochter verloren“!

Auch sagte sie zu ihm: „Sie war unser ganzes Vermögen und unser ganzer Erfolg. Jetzt haben wir sie verloren. Was bleibt mir noch“?

Und sie drangsalierte ihn schwer. Auch für ihn selbst war es sicherlich sehr bitter, dass seine Tochter verloren war, zusätzlich nagte die Kaiserin an ihm und quälte ihn sehr.

Also gab es große Streitereien und Gezänk zwischen ihnen und sie sagte gemeine Dinge zu ihm und sie machte ihn so elend, bis er befahl, sie zu exilieren. Er setzte Richter ein, um sie zu richten und sie wurde verbannt.

Danach begab der Kaiser sich auf einen Kriegszug und war nicht erfolgreich. Er beschuldigte seinen General: „Weil du dies und jenes getan hast, haben wir den Krieg verloren“.

Er verbannte den General. Danach zog er erneut in den Krieg und war wieder nicht erfolgreich. Er verbannte noch mehr Generäle.

Das Land merkte, dass er merkwürdige Dinge tat, erst verbannte er die Kaiserin, dann die Generäle. Sie (die Bürger) entschieden: „Vielleicht umgekehrt – die Kaiserin solle gerufen werden und er solle verbannt werden und sie solle das Land regieren. Sie taten das und verbannten den Kaiser, die Kaiserin kam zurück und regierte über das Land.

Und die Kaiserin schickte sofort nach dem Bürger und der Bürgerin, sie sollen zurückgebracht werden (die der Kaiser erniedrigt und zu Armen gemacht hatte). Und sie brachte sie in den Palast.

Der Kaiser, während er ins Exil geschickt wurde, flehte jene an, die ihn transportierten, sie mögen ihn freilassen.

„Denn immerhin war ich euer Kaiser und habe euch sicher Gefallen erwiesen. Nun lasst mich dafür frei und lasset mich gehen, denn ich werde sicherlich nicht mehr in das Land zurückkommen. Ihr müsst keine Angst haben, lasst mich frei, lasst mich meines Weges gehen, damit ich das wenige Leben, das mir noch bleibt, frei sein könne.

Sie ließen ihn frei und er ging weiter und weiter.

Inzwischen gingen einige Jahre vorbei und der Kaiser ging weiter und weiter, bis er an das Meer kam. Auch sein Schiff wurde von dem Wind weggetragen und er erreichte die Wüste, bis er zu dem Ort kam, an dem beide lebten (der junge Mann, der Bürgerssohn und seine Tochter, die Schönheit, die jetzt Männerkleidung trug). Sie erkannten einander nicht, denn jetzt war der Kaiser schon mit Harren überwuchert und da einige Jahre vergangen waren, waren auch sie von Haaren überwachsen.

Sie fragten ihn: „Von wo bist du gekommen“? Und er antwortete: „Durch einen Händler“. Und auch sie antworteten ihm auf diese Weise. Die drei blieben dort zusammen, aßen und tranken dort. Und sie spielten auf Musikinstrumenten, denn sie konnten alle spielen, dieser war ein Kaiser und ebenso konnten sie spielen.

Und er, der junge Mann war die Berie (der Kompetente) unter ihnen, denn er war schon lange Zeit dort. Er brachte ihnen Fleisch und sie aßen und verbrannten dort Holz, das in besiedelten Gebieten kostbarer war, als Gold. Der junge Mann bewies ihnen, dass es dort gut für sie war. Verglichen mit dem Guten, das Menschen in der Welt der Zivilisation hatten, war es besser, hier zu bleiben und ihre Jahre hier zu Ende zu leben.

Sie fragten: „Was für Gutes hattest du, dass du sagst, es sei hier besser für dich“?

Er antwortete ihnen und erzählte ihnen, was ihm geschehen war, dass er ein Bürgerssohn war usw., bis er hierhergekommen war und was nützte es ihm, ein Bürgerssohn zu sein – er hatte alles Gute, hier auch hatte er alles Gute. (So pflegte der junge Mann es ihnen immer wieder zu sagen und es ihnen immer wieder zu beweisen, wie gut es war, ihr Leben hier zu Ende zu leben.

Der Kaiser fragte ihn: „Hast du jemals von dem Kaiser gehört“? Er antwortete, dass er von ihm gehört habe. Er fragte ihn, ob er von der Schönheit gehört hatte und er antwortete ebenfalls mit „Ja“.

Der junge Mann begann, mit Wut zu sprechen und sagte: „Der Mörder“! (Als ob jemand mit den Zähnen knirschte, so sprach der junge Mann zornig über den Kaiser, über den sie sprachen, denn er wusste nicht, dass er zu dem Kaiser selbst sprach).

Er fragte: „Warum ist er ein Mörder“? Er antwortete: „Aufgrund seiner Grausamkeit und seiner Arroganz bin ich hier gelandet“. Er fragte ihn: „Wie ist das geschehen“?

Der junge Mann beschloss, dass er hier nichts zu befürchten hatte, also sprach er zu ihm und erzählte seine ganze Geschichte, was ihm geschehen war. (Es scheint, dass er anfangs nicht die ganze, richtige Geschichte erzählt hatte – nur dass er ein Bürgerssohn war).

Er fragte ihn: „Sollte der Kaiser in deine Hände fallen, würdest du dich jetzt an ihm rächen“?

Er antwortet: „Nein (denn er war ein guter Mensch und barmherzig), im Gegenteil, ich würde ihn unterstützen, genau wie ich dir Unterstützung gebe“.

Der Kaiser fuhr fort und begann zu seufzen und zu stöhnen, was für ein schlechtes und bitteres Alter der Kaiser doch hatte! Denn er hatte gehört, seine Tochter, die Schönheit, war verloren gegangen und er selbst sei verbannt worden. Der junge Mann äußerte wieder seine Meinung: „Aufgrund seiner Grausamkeit (mit anderen Worten Erbarmungslosigkeit) and seines Stolzes, hat er sich selbst und seine Tochter verschwendet und ich bin hierher verworfen worden wegen ihm“.

Wieder fragte er ihn (der Kaiser den jungen Mann): „Wenn er dir jetzt in die Hände fallen sollte, würdest du dich an ihm rächen“?

Er antwortete ihm: „Nein, ich würde für ihn sorgen, wie ich für dich sorge“.

Da gab der Kaiser sich zu erkennen und informierte ihn, dass er selbst der Kaiser sei und was ihm widerfahren war. Der junge Mann fiel ihm um den Hals, küsste ihn und umarmte ihn. Und sie (die Schönheit, die auch zugegen war, nur in Verkleidung), hörte das alles, als sie miteinander sprachen.

Und der junge Mann hatte es sich zur Gewohnheit gemacht, jeden Tag an drei Bäumen Zeichen zu machen und den Brief dort zu suchen. Denn es gab Tausende und Tausende von Bäumen, so pflegte er an den Bäumen, die er schon durchsucht hatte, ein Zeichen zu machen, damit er am nächsten Tag nicht mehr dort suchen musste. Vielleicht würde er die Schriftnote finden (das war der Brief, den sie ihm geschrieben hatte und den er zwischen den Bäumen verloren hatte). Wenn er von dort zurückkam, kehrte er mit verweinten Augen zurück, denn er weinte, wenn er suchte und nichts fand.

Sie (d.h. der Kaiser und die Schönheit) fragten ihn: „Was suchst du, wenn du zwischen den Bäumen gehst und mit ausgeweinten Augen zurückkommst“?

Er erzählte ihnen die ganze Geschichte, dass die Tochter des Kaisers ihm einen Brief geschrieben habe. Er habe ihn in einem der Bäume versteckt, dann war ein Sturm gekommen usw. Nun suche er, vielleicht könne er ihn finden.

Und so war es. Sie gingen auch mit ihm und die Tochter des Kaisers fand den Brief in einem Baum und sie sah, dass es ihre eigene Schrift, von ihrer Hand, war.

Sie dachte, wenn sie ihm sofort offenbarte, dass sie es selbst war und dann diese Kleider ablegen und ihre wahre Schönheit offenbarte und wieder eine Schönheit wurde, wie zuvor, könne er kollabieren und sterben. Und sie wollte, dass es auf eine koschere Art geschah, gesetzlich (mit anderen Worten, sie konnte ihn hier in der Wildnis nicht heiraten, denn sie musste ihn heiraten, wie es sein sollte).

Sie kam zurück und gab ihm den Brief und sagte ihm, sie habe ihn gefunden (Mit anderen Worten, sie sagte ihm noch nicht, dass sie es selbst war, sie sagte im einfach, sie habe den Brief gefunden). Sofort fiel er nieder und wurde bewusstlos. Sie belebten ihn und es herrschte große Freude.

Später sagte der junge Mann: „Was nützt mir der Brief hier? Wie werde ich sie jemals finden? Denn sicherlich ist sie jetzt bei einem König (er dachte, sie wäre von dem Mörder verkauft worden, wie der Kaiser es gesagt hatte). Welchen Nutzen habe ich davon? Ich werde hier meine Jahre beenden“.

Er ging und gab ihr den Brief zurück und sagte zu ihr: „Hier! Nimm den Brief für dich selbst, du wirst gehen und sie heiraten (denn sie war verkleidet als Mann).

Sie wollte gehen und bat den jungen Mann, mit ihr zu gehen, „denn ich werde sie sicher nehmen und ich werde dir einen Anteil an meinem Guten geben“. (in anderen Worten, die Tochter des Kaisers, die als Mann verkleidet war, sprach so zu dem jungen Mann).

Der junge Mann sah, dass dies ein weiser ‚Mann‘ sei und werde sie sicher heiraten, er wollte mit ‚ihm‘ mitgehen (mit der Tochter des Kaisers, von der er dachte, sie sei ein Mann). Und der Kaiser blieb alleine, denn er hatte Angst, in sein Land zurückzukehren. Sie bat ihn, auch mitzukommen, denn ‚er‘ würde sicher die Schönheit heiraten.

„Du hast nichts mehr zu befürchten (mit anderen Worten sagte sie zu ihm ‚ich werde sicher die Schönheit ausfindig machen, also hast du nichts mehr zu befürchten, denn das Masel wird zurückkehren, wenn sie gefunden wird‘). Und dir wird befohlen werden, zurückzukommen“.

Die drei machten sich zusammen auf den Weg und mieteten sich ein Schiff und sie kamen in das Land, in dem die Kaiserin lebte. Sie kamen in die Stadt, in der sie wohnte und ankerten das Schiff. Die Tochter des Kaisers dachte sich, wenn sie ihre Mutter sofort informierte, dass sie zurückgekommen war, könne sie sterben. Sie schickte ihrer Mutter eine Nachricht, dass es eine Person gab, die Wissen über ihre Tochter hatte.

Dann ging sie selbst zu ihrer Mutter und erzählte ihr (in diesen Worten) „Und sie (die Tochter) ist auch hier“.

Danach sagte sie ihr die Wahrheit: „Ich bin es selbst“!

Und sie informierte sie, dass ihr Bräutigam, das heißt, der Sohn des Bürgers, auch da war. Sie sagte ihrer Mutter jedoch, sie wolle es nicht anders, nur wenn ihr Vater, der Kaiser an seinen Platz zurückgesetzt werde. Ihre Mutter wollte das überhaupt nicht, denn sie war sehr böse auf ihn, weil all dies wegen ihm geschehen war. Dennoch musste sie es tun für ihre Tochter.

Man wollte ihn (den Kaiser) zurückbringen – er war jedoch nirgends zu finden. Da sagte ihre Tochter ihr, dass er auch hier mit ihnen war. Die Hochzeit fand statt und die Wonne war vollkommen. Und das Königreich und die Kaiserin nahmen ihre Herrschaft an, das heißt, des Bürgerssohnes und der Schönheit, die geheiratet hatten. Sie herrschten über den Globus, das heißt, die gesamte Welt. Amen und Amen.

Danach hatte der alte Kaiser keine Größe mehr, denn alles war wegen ihm geschehen. Der Bürger hatte enorme Bedeutung, denn er war der Vater des hauptsächlichen Kaisers. Der Matrose wurde im Gesicht geohrfeigt und geohrfeigt und hinausgeworfen.

**Aufzeichnungen nach der Geschichte**

Bei Lot heißt es „In die Berge fliehe für Erlösung“ (Gen. 19:17) Das ist ein Bürger << auf Jiddisch Barg heißt Berg>>, und von ihm kommt Moschiach heraus. Möge er bald in unseren Tagen kommen, Amen.

Die Juden in Ägypten hatten Kennzeichen, wer der Erlöser sein werde usw. <<Pokoid Pokadeti (Exodus 3:16; „Ich erinnere Mich deiner“ – derjenige, der diesen Satz zu ihnen spricht, er ist der Erlöser. Und es ist eine erstaunliche Sache, denn ganz Israel wusste davon – was ist also dieses Zeichen? Es könnte sein, dass es nicht überliefert wurde, außer an die Ältesten>>. Und für den endgültigen Erlöser, der kommen wird, gibt es sicher ebenfalls Merkmale.

Der Moschiach wird jedem Juden erzählen, was jeden Tag mit ihm geschehen ist. Tamar verlor auch die Kennzeichen, wie es im Midrasch steht (Bereischit Rabba 85:11 – siehe auch Me-Am Loetz). Auch als sie verbrannt werden sollte, kam der Samech -Mem (der Satan) und entfremdete ihr die Kennzeichen. Der Engel Gabriel kam und brachte sie zurück, wie es im Midrasch steht. Und von ihr kommt der Moschiach hervor, schnell in unseren Tagen, Amen.

Geschichte 11

## VON EINEM KÖNIGSSOHN UND DEM SOHN EINER MAGD, DIE VERTAUSCHT WURDEN

Eine Geschichte. Es war einmal ein König. In seinem Heim befand sich eine Magd, welche die Königin bediente. (Wahrscheinlich durfte keine Köchin sich in der Gegenwart des Königs befinden, doch diese Magd hatte eine andere, mindere Aufgabe. Sie war eine Magd von geringem Ansehen). Die Zeit kam, als die Königin ein Kind bekommen sollte und die Magd erwartete ihr Kind zu der gleichen Zeit. Die Großmutter >>Hebamme<< ging und vertauschte die Säuglinge, um zu sehen, was geschehen würde; was daraus entstehen könne. Also nahm sie das Kind des Königs und legte es neben die Magd und das Kind der Magd legte sie neben die Königin.

Danach begannen die Kinder aufzuwachsen und der Sohn des Königs (das Kind, das bei dem König aufwuchs, von dem man dachte, er sei der Sohn des Königs) wurde erzogen (das heißt, groß gemacht) und erhoben, bis er sehr groß wurde, er wurde zu einem Ungetüm. Und der Sohn des Königs (der von der Magd aufgezogen wurde, der in Wahrheit der Sohn des Königs war) wuchs im Hause der Magd auf und beide Kinder lernten zusammen in einem Schulraum.

Des Königs richtiger Sohn (der „der Sohn der Magd“ genannt wird), seine Natur zog ihn zu Angelegenheiten des Königtums, nur dass er im Hause der Magd aufwuchs. Hingegen der Sohn der Magd (der „des Königs Sohn“ genannt wurde), seine Natur zog ihn zu anderem Verhalten, nicht wie das Benehmen eines Königs. Er wurde jedoch in des Königs Hof aufgezogen, also musste er sich königlich benehmen, denn so war er erzogen worden.

Nun, die Großmutter, weil die Gedanken der Frauen wankelmütig sind (d.h. Frauen sind leichtsinnig), in anderen Worten, sie können sich nicht beherrschen, ging und verriet das Geheimnis einer Person, dass sie die Kinder vertauscht hatte. So sagte eine Person es der anderen, bis das Geheimnis enthüllt wurde, wie es so auf der Welt geschieht, bis die Welt leise davon sprach, dass des Königs Sohn vertauscht worden war.

Natürlich war es nicht gestattet, offen darüber zu sprechen, damit der König nicht dahinterkam. Denn was würde der König in solch einem Falle tun? Er kann es nicht richten, er kann es nicht glauben, denn vielleicht ist es eine Lüge. Und wie kann er den Tausch rückgängig machen? Deshalb war es ihnen sicher verboten, es vor dem König zu offenbaren. Jedoch unter sich verleumdete die Öffentlichkeit im Stillen.

Dann kam ein Tag, an welchem jemand daherkam und das Geheimnis vor dem Sohn des Königs lüftete, wie man über ihn sagte, er sei vertauscht worden. „Jedoch du kannst das nicht untersuchen, denn es geziemt sich nicht für dich. Und wie kann man so eine Sache untersuchen? Ich sage es dir nur, damit du es weißt. Denn vielleicht wird es eine Verschwörung gegen die Monarchie geben; die Verschwörung wird dadurch stärker werden, denn man wird sagen, sie nehmen den Sohn des Königs als König. Das heißt, diejenigen, die sagen, er sei der wahre Sohn des Königs. Deshalb musst du Pläne schmieden über den jungen Mann“. (All das sagte die Person zu dem Königssohn, der in Wahrheit der Sohn der Magd war).

Der Königssohn ging (der, den man den Königssohn nannte) (die Regel ist, wo immer der Königssohn erwähnt wird, ist die Rede von dem vertauschten Sohn, er ist in Wirklichkeit der Sohn der Magd, nur wird er Königssohn genannt, weil er vom König aufgezogen wurde. Gleichermaßen, wo von dem Sohn der Magd die Rede ist. Nur wenn „des Königs richtiger Sohn“ erwähnt wird, oder „der wahre Sohn der Magd“, ist es die Wahrheit) und begann, den Vater des anderen zu belästigen (der in Wirklichkeit sein eigener Vater war) und arrangierte alles, um ihm Böses zu tun. Und er fuhr fort, ihm ununterbrochen Probleme zu bereiten, um ihn zu zwingen, sich und seinen Sohn zu entwurzeln. Während der König noch lebte, hatte er diese Befugnisse nicht, dennoch tat er ihm dauernd Böses an.

Dann wurde der König alt und starb, also übernahm er (der Sohn der Magd, der sich nun König nannte) das Königreich. Er tat nun dem Vater des anderen noch mehr Schlechtes an (dem Vater des Sohnes der Magd, der in Wirklichkeit der Sohn des Königs war und der Vater war wirklich der eigene Vater dessen, der die Regierung an sich genommen hatte, denn sie waren vertauscht worden) und tat ihm in einer versteckten Art Böses an, damit die Leute nicht wussten, dass es von ihm kam, denn das war unziemlich vor dem Volk. Und er bereitete ihm eine Not nach der anderen.

Dieses Sohnes Vater verstand, dass man ihm Probleme bereitete, wegen jener Sache (weil die Welt sagte, dass man die Kinder vertauscht hatte).

Er sprach zu seinem Sohn (das war der Bedienstete, der Mann der Magd, dem ständig Böses angetan wurde, damit er seinen Sohn vertreibe, weil gesagt wurde, die Kinder seien vertauscht worden) und erzählte ihm die ganze Geschichte und sprach zu ihm: „Ich habe großes Mitleid mit dir, denn was auch immer die Wahrheit ist: wenn du wirklich mein Kind bist, dann bedauere ich dich; wenn du jedoch in Wahrheit nicht mein Kind bist, sondern des Königs Sohn, dann habe ich noch viel größeres Mitleid mit dir, denn jener (der die Regierung übernommen hat), will dich vollständig vertreiben, der Himmel möge es verhüten. Deshalb musst du dich entwurzeln (d.h. weglaufen) von hier.

Er war sehr verärgert darüber und für ihn war es extreme Ungerechtigkeit. Inzwischen jedoch bereitete der König (derjenige, der König geworden war an Stelle seines Vaters), ihm ständige qualen, eine nach der anderen. Der Sohn (des Königs wahrer Sohn, der vertauscht worden war) beschloss, dass er weglaufen musste. Sein Vater gab ihm viel Geld und er ging weg.

Der Sohn war sehr zornig, dass er ohne Grund aus seiner Heimat verbannt worden war. Er sah sich selbst an, „Weshalb verdiene ich es, vertrieben zu werden? Wenn ich wirklich des Königs Sohn bin, verdiene ich es sicherlich nicht, vertrieben zu werden. Und auch wenn ich nicht des Königs Sohn bin, verdiene ich es nicht, ein Flüchtling zu sein (das ist einer, der weglaufen muss) ohne Grund. Denn was ist meine Sünde? Wessen bin ich schuldig?

Es verärgerte ihn sehr und aus diesem Grund begann er zu trinken und ging in Bordelle (das sind Häuser, in denen Prostituierte leben). Und er ging und verbrachte die Zeit seiner Jahre damit, sich zu betrinken und zu tun, was sei Herz begehrte, da er grundlos vertrieben worden war.

Und der König (der falsche Prinz, der Vertauschte, der König geworden war) übernahm die Regierung mit Macht. Wenn er etwas hörte, dass die Leute mit Stärke murmelten, oder etwas diskutierten darüber (dass sie vertauscht worden waren), strafte er und folterte sie und rächte sich an ihnen. Und er regierte mit Kraft.

Und dann kam der Tag, als der König sich mit seinen königlichen Ministern auf die Jagd begab (Navlovya – das bedeutet das Fangen von Tieren). Sie kamen an einen angenehmen Ort, da gab es einen Wasserstrom vor diesem Platz. Sie blieben dort stehen, um sich auszuruhen und wollten dort herumgehen. Der König legte sich ein wenig hin und er erinnerte sich der Tat, die er getan hatte, dass er jenen Sohn ohne Grund vertrieben hatte.

„Es spielt keine Rolle, was die Wahrheit ist: wenn er wirklich des Königs Sohn ist, ist es nicht genug, dass er vertauscht wurde? Weshalb sollte er zusätzlich ohne Grund vertrieben werden? Und wenn er nicht des Königs Sohn ist, verdient er es auch nicht, vertrieben zu werden, denn womit hat er gesündigt“?

So betrachtete der König die Dinge auf diese Art und fühlte Gewissensbisse über die Vergehen und das große Unrecht, dass er begangen hatte. Der König konnte sich nicht entscheiden, was er tun sollte. Denn es war unmöglich, dies mit jemandem zu besprechen, oder sich zu beraten (denn man schämt sich offensichtlich, das mit jemandem zu besprechen). Der König wurde sehr deprimiert und voller Sorge. Er beorderte die Minister zurück, denn da Angst ihn befallen hatte, gab es keinen Anlass mehr, zu lustwandeln. Sie kehrten heim. Als der König heimkehrte, hatte er viele Anliegen und wichtige Angelegenheiten und beschäftigte sich mit diesen. Der Tatbestand (dass ist die Sorge und die Gewissensbisse, die er hatte, weil er den anderen grundlos vertrieben hatte) verließen sein Denken.

Und der, der vertrieben worden war (der wahre Sohn des Königs) tat, was er tat und verschwendete sein Geld. Einmal ging er alleine spazieren, legte sich hin und er erinnerte sich, was ihm geschehen war. Er begann zu denken: „Was hat G-tt mir getan? Wenn ich tatsächlich der Sohn des Königs bin, verdiene ich das sicher nicht, wenn ich auch nicht des Königs Sohn bin, verdiene ich es auch nicht, ein Flüchtling, ein Exilierter zu sein“.

Danach beschloss er: „Genau im Gegenteil. Wenn es so ist, dass G-tt, gelobt sei Er, tatsächlich so etwas tun kann, dass ein Königssohn vertauscht werde und ihm solche Dinge widerfahren – soll ich mich auf solche Weise verhalten?! Ist es richtig, was ich getan habe? Geziemt es sich für mich, dass ich mich so benommen habe, wie ich es getan habe“?

Und er fühlte große Pein und starke Reue über die schlechten Taten, die er getan hatte. Dann kehrte er zurück nach Hause, wo er wohnte und begann wieder zu trinken. Jedoch da er schon begonnen hatte, Reue zu empfinden, verwirrten ihn die Gedanken von Reue und Busse, die ihm ständig in den Sinn kamen, sehr.

Einmal legte er sich schlafen und träumte, dass an einem gewissen Ort, an einem gewissen Tag ein Markt stattfinden würde. Daher solle er hingehen und die erste Sache, die er finden könne – jede gewinnbringende Arbeit – solle er sofort annehmen, selbst wenn sie seiner Würde nicht entsprach (so lautete sein Traum). Er erwachte plötzlich und der Traum haftete sehr stark an seinen Gedanken. Manchmal geschieht es, dass man die Angelegenheit sofort vergisst – dieser Traum jedoch drang tief in seine Gedanken ein. Nichtsdestotrotz fiel es ihm sehr schwer, das zu tun und er ging und trank >>sogar<< noch mehr. Er träumte den Traum mehrere Male und der Traum verwirrte ihn sehr.

Einmal sagte man im Traum zu ihm: „Wenn du mit dir selbst Mitleid haben willst, solltest du es tun (d.h. zu dem Markt gehen).

Nun musste er schon dem Traum folgen. Er ging und gab das Geld, das er noch hatte weg. Er gab es dem Wirtshaus, in dem er wohnte und seine gute Kleidung, die er noch hatte, ließ er auch in dem Gasthaus. >>In dem Buch Das Leben des Rabbi Nachman wird erklärt, das sei nicht als Zahlung für das Gasthaus gewesen. Rabbi Nachman sagte, diese kleine Einzelheit, wie auch jedes kleine Detail dieser Geschichten sei extrem kritisch<<. Er nahm sich einfache Kleidung wie ein Kaufmann, das war ein Overall >>Pintsche<<, reiste zu dem Markt und kam dort an. Er stand sehr früh auf und begab sich zu dem Markt.

Ein gewisser Händler begegnete ihm und fragte ihn: „Hättest du gerne Arbeit“? Er antwortete ihm: „Ja“.

Er sagte zu ihm: „Ich muss diese Tiere hier treiben. Willst du dich bei mir verdingen“?

Und er hatte keine Zeit, mit Verstand zu überlegen wegen des Traumes (denn der Traum war, dass er die erste gewinnbringende Arbeit annehmen musste).

Er sagte sofort: „Ja“.

Der Händler stellte ihn sofort ein und begann sofort, über ihn zu regieren, wie ein Meister über seinen Diener.

Er begann, auf sich zu sehen, was er getan hatte, denn sicherlich war eine solche Knechtschaft nicht für ihn geeignet, weil er ein empfindlicher Mann war und jetzt würde er Tiere treiben müssen und mit den Tieren zu Fuß gehen. Es war jedoch zu spät für Reue und der Kaufmann herrschte über ihn wie ein Meister.

Er fragte den Händler: „Wie soll ich alleine mit den Tieren gehen“?

Er antwortete: „Ich habe noch mehr Hirten, die meine Tiere führen. Du wirst zusammen mit ihnen gehen“.

Er übergab in seine Hände Tiere, um sie zu treiben. Er führte die Tiere aus der Stadt und die übrigen Hirten, die Tiere trieben, versammelten sich dort und zusammen gingen sie weiter.

Er trieb die Tiere und der Kaufmann ritt auf einem Pferd mit ihnen. Und der Kaufmann ritt grausam (d.h. mit Wut und ohne Mitgefühl) und gegen ihn war er besonders grausam. Er hatte immer mehr Angst vor dem Kaufmann, da er in ihm große Grausamkeit und Wut auf ihn spürte. Er fürchtete, er werde ihm mit seinem Stecken einen Schlag versetzen, von dem er sofort sterben werde (denn der Sohn des Königs war ein recht zarter Mann, aufgrund seiner Zartheit war er sehr verängstigt, daher erschien es ihm so).

Und er ging mit den Tieren und der Händler war mit ihnen und sie kamen an einen Ort. Sie nahmen den Sack, in dem das Brot der Hirten lag und er (der Kaufmann) gab ihnen zu essen; sie gaben ihm auch von dem Brot und er ass.

Danach gingen sie an einem sehr dichten Wald vorüber; zwei Tiere seiner Herde (des Sohnes, der für den Kaufmann ein Hirte geworden war) kamen vom Weg ab in den Wald. Der Kaufmann schrie ihn an und er ging den Tieren nach, um sie zu fangen. Die Tiere rannten noch weiter weg und er verfolgte sie weiter; und da der Wald sehr dicht war, konnten sie einander nicht mehr sehen, also verschwand er sofort (d.h. er war verborgen) aus ihren Augen (d.h. von den anderen, die mit ihm gingen).

Und er (der Königssohn) vor dem die Tiere weggelaufen waren, ging weiter und fuhr fort, die Tiere zu jagen und sie liefen immer wieder davon. Er lief ihnen lange nach, bis er zum dichtesten Teil des Waldes kam.

Er überlegte: „Ich werde sowieso sterben, denn wenn ich ohne die Tiere zurückkehre, werde ich durch den Kaufmann sterben. >>Denn wegen seiner großen Furcht vor dem Kaufmann dachte er, er würde ihn töten, wenn er ohne die Tiere zurückkäme<<. Und wenn ich hierbleibe, werde ich durch die wilden Tiere des Waldes sterben“

Er beschloss: „Weshalb sollte ich zu dem Kaufmann zurückkehren? Wie kann ich ohne die Tiere zu ihm gehen“?

Denn er hatte große Angst vor ihm. Er lief den Tieren weiter nach, aber sie liefen immer wieder davon.

Inzwischen war es Nacht geworden und er hatte es noch nie erlebt, alleine in solch einem dichten Wald schlafen zu müssen. Er hörte das Brüllen der wilden Tiere, die in ihrer üblichen Art brüllten. Er beschloss, auf einen Baum zu klettern und verbrachte dort die Nacht, wo er die wilden Tiere in ihrer Art brüllen hörte.

Am Morgen sah er sich um und sah, dass die verlorenen Tiere ganz nahe von ihm standen. Er stieg von dem Baum hinunter und ging, um sie zu fangen; sie liefen weiter davon. Er jagte sie weiter und sie flohen weiter. Und die Tiere fanden dort Gras zu fressen und blieben stehen, um zu grasen. Er lief ihnen nach, um sie zu fangen, sie liefen davon. Er ging ihnen weiter nach und sie entkamen – bis er zu einem sehr dichten Wald kam, wo sich schon wilde Tiere befanden, die gar keine Angst vor Menschen hatten, denn sie waren weit weg von besiedelten Gebieten.

Und wieder wurde es Nacht und er hörte die wilden Tiere brüllen und war sehr verängstigt. In der Zwischenzeit sah er einen sehr hohen Baum und er kletterte hinauf auf den Baum. Sobald er oben auf dem Baum war, sah er dort einen Mann liegen. Er erschrak, war aber doch erleichtert, ein menschliches Wesen gefunden zu haben.

Sie fragten einander: „Wer bist du“? „ein Mann“. „Und wer bist du“? „Ein Mann“. „Von woher bist du gekommen“? Er wollte ihm nicht sagen, was ihm widerfahren war, also antwortete er ihm: „Durch die Tiere, die ich hütete; zwei Tiere liefen hier davon, so kam ich hierher“.

Im Gegenzug fragte er den Mann, den er auf dem Baum getroffen hatte: „Von wo bist du hierhergekommen“?

Er antwortete ihm: „Ich kam hierher wegen eines Pferdes; ich machte eine Pause, um mich auszuruhen und das Pferd irrte in den Wald ab. Ich lief ihm nach, um es einzufangen, doch das Pferd lief weiter, bis ich hierherkam“.

Sie vereinbarten untereinander, dass sie zusammenbleiben wollten und auch zusammenbleiben wollten, wenn sie in die Zivilisation zurückkehren würden. Die zwei schliefen in jener Nacht dort und sie hörten die Geräusche der brüllenden wilden Tiere sehr laut.

Gegen Morgenhörten sie ein großes Gelächter (ha, ha, ha) über den ganzen Wald (in anderen Worten, das Gelächter war in dem ganzen Wald zu hören), denn es war ein sehr großes Lachen, in einem Ausmaß, dass der Baum von dem Geräusch des Lachens zitterte. Er wurde sehr verängstigt und hatte große Furcht davor.

Die andere Person sagte zu ihm (das war der Mann, den er auf dem Baum getroffen hatte): „Ich habe davor überhaupt keine Angst, denn ich habe schon einige Nächte hier geschlafen; wenn es auf den Morgen zugeht, hört man das Gelächter, in einem Ausmaß, dass alle Bäume zittern und beben“.

Er war sehr ängstlich und sagte zu dem anderen: „Es scheint, dass dies hier ein Ort ‚jener Leute‘ ist (das heißt Dämonen), denn in besiedelten Gebieten hört man überhaupt niemals ein solches Lachen, denn wer hat schon Gelächter gehört über der ganzen Welt“?

Dann wurde es gleich Tag. Sie schauten und sahen, dass die Tiere des einen dort standen, das Pferd des anderen stand auch da. Sie gingen hinunter und begannen, nachzulaufen – dieser seinen Tieren, der andere seinem Pferd. Und die Tiere rannten weiter weg und er lief weiter nach usw. Und ebenso lief der andere seinem Pferd nach und das Pferd lief immer weiter weg. Bis sie >>die beiden Männer<< voneinander getrennt wurden und einer wusste nicht vom anderen.

In der Zwischenzeit fand er (des Königs Sohn, der immer noch den Tieren nachlief) einen Sack mit Brot. Das ist sicherlich sehr wichtig in einer Wildnis, also nahm er den Sack über seine Schulter und ging weiter den Tieren nach.

In der Zwischenzeit begegnete er einem Mann. Anfangs hatte er Angst, jedoch dennoch freute er sich, dass er hier einen Mann getroffen hatte.

Der Mann fragte ihn: „Wie bist du hierhergekommen“? Und er fragte auch den anderen Mann: „Wie bist du hierhergekommen“?

Der andere Mann antwortete ihm: (mit einem Ausdruck des Erstaunens): „Ich, meine Eltern und die Eltern meiner Eltern wurden hier aufgezogen. Aber du? Kein Mann kommt jemals von den besiedelten Gebieten hierher“.

Er hatte große Angst, denn er verstand, dass dies überhaupt kein menschliches Wesen war, denn er sagt, seine Vorfahren seien hier aufgezogen worden und kein Mensch aus der Zivilisation komme hierher, also verstand er, dass dies gar kein menschliches Wesen war. Jedoch hatte er ihm überhaupt nichts getan und war einladend (d.h. der Mann des Waldes tat dem Königssohn, der seinen Tieren nachgelaufen war, nichts an).

Und der Mann des Waldes fragte ihn: „Was tust du hier“? Und er antwortete ihm, dass er seinen Tieren nachlaufe.

Der Mann (des Waldes) sagte zu ihm: „Höre endlich auf, deinen Sünden nachzulaufen, es sind überhaupt keine Tiere, sondern deine Sünden, die dich herumführen. Du hast deines bereits erhalten (d.h. du hast bereits deine Strafe bekommen). Nun höre auf, sie zu jagen. Komm mit mir; du wirst das erreichen, was zu dir passt“.

Er ging mit ihm und fürchtete sich zu sprechen, denn so ein Mann könnte seinen Mund öffnen und ihn verschlingen. Er folgte ihm.

Danach begegnete er seinem Freund, der seinem Pferd nachjagte. Sobald er ihn sah, zwinkerte er ihm zu (um ihm zu signalisieren), dass dies überhaupt kein menschliches Wesen sei; „habe garkeinen Umgang mit ihm, denn das ist kein menschliches Wesen“.

Er ging gleich zu ihm und wisperte in sein Ohr, dass dies kein menschliches Wesen sei usw…. In der Zwischenzeit sah sein Freund (der Mann mit dem Pferd), dass er einen Sack mit Brot auf der Schulter hatte.

Er begann, an ihn zu appellieren: „Mein Bruder! Es ist schon Tage her, seit ich etwas gegessen habe. Gib mir Brot“!

Er antwortete ihm: „Hier in der Wildnis hilft nichts. Da mein Leben Vorrang hat, brauche ich das Brot für mich selbst“.

Er begann zu betteln und bitten: „Ich werde geben, was ich dir geben werde“. (Doch in der Wildnis wiegt kein Geschenk Brot auf).

Er antwortete ihm: „Was kannst du mir in der Wildnis für Brot geben“?

Er sagte zu ihm: (der Mann mit dem Pferd, der um Brot bettelte, sagte zu dem Mann mit den Tieren, welcher der wahre Königssohn war) „Ich gebe mich selbst vollständig; ich verkaufe mich selbst an dich für Brot“.

Er (der Mann mit den Tieren) beschloss: „Einen Menschen zu kaufen, das ist es Wert, ihm Brot zu geben“.

Also kaufte er ihn als Sklaven auf Lebenszeit. Und er schwor einen Eid, dass er für immer sein Sklave sein wolle, sogar wenn sie in die Zivilisation zurückkehrten und er würde ihm Brot geben“. Das heißt, sie würden beide aus dem Sack mit Brot essen, bis der leer war.

Und sie gingen zusammen und folgten dem Mann des Waldes; und der Sklave ging hinter ihm. (Das heißt, der Mann mit dem Pferd, der sich selbst als Sklave verkauft hatte, folgte dem Mann mit den Tieren, denn er war bereits sein Sklave. Und beide folgten dem Mann aus dem Wald).

Zwischenzeitlich wurde es ein wenig leichter für ihn, (da er nun einen Diener hatte). Wenn er etwas aufheben musste, oder etwas zu tun hatte, befahl er seinem Sklaven, es aufzuheben oder es zu tun. Also folgten sie dem Mann des Waldes und kamen an einen Ort, an dem es Schlangen du Skorpione gab und er wurde sehr erschrocken.

Wegen seiner Angst fragte er den Mann des Waldes: „Wie werden wir diesen Teil überschreiten“?

Der antwortete ihm: „Aber (wenn dies ein Problem ist) was dann (-wie wirst du das Folgende lösen) – wie wirst du mein Haus betreten“? und er zeigte ihm sein Haus, dass in der Luft schwebte. Sie gingen mit ihm und er brachte sie sicher hinüber. Er nahm sie mit in sein Haus, gab ihnen Essen und Trinken und ging weg.

Und er (d.h. des Königs wirklicher Sohn, der die Tiere getrieben hatte), befahl seinem Sklaven alles, was er brauchte. Es verärgerte den Sklaven sehr, dass er sich für eine Stunde lang Brot verkauft hatte, als er das Brot zum Essen gebraucht hatte. Denn nun hatte er bereits genug zu Essen und würde nun wegen einer Stunde ein ewiger Sklave bleiben.

Er stieß einen großen Seufzer aus und stöhnte: „Was ist mit mir geschehen, dass ich ein Sklave sein muss“?

Er fragte ihn (des Königs wahrer Sohn, der sein Meister war, fragte ihn): „Was für eine Art von Größe besaßest du, dass du stöhnst, was mit dir geschehen ist“.

Er antwortete ihm und erzählte ihm, dass er ein König gewesen war; man sagte über ihn, er sei vertauscht worden usw.

(Denn dieser Mann mit dem Pferd war wirklich der König selbst, der in Wirklichkeit der Sohn der Magd war). Er hatte seinen Freund verjagt (des Königs wahren Sohn). Eines Tages überkam ihn der Gedanke, dass er nicht richtig gehandelt habe und er bereute es. Reue überkam ihn immer wieder wegen der gemeinen Handlung und wegen des großen Unrechts, das er seinem Freund angetan hatte. Einmal träumte er, seine Sühne sei, er solle das Königreich wegwerfen und dahinziehen, wo sein Auge ihn hinführte und damit würde er seine Sünde beheben. Er wollte es nicht tun, doch der gleiche Traum erschien ihm immer wieder, dass er es tun solle, bis es sich in seinen Gedanken festgesetzt hatte, dass er es tun solle. Und er dankte ab vom Thron und ging, wohin er ging, bis er hierhergekommen war. Und nun würde er ein Sklave sein.

Der andere hörte das alles und blieb still (des Königs wahrer Sohn, der die Tiere getrieben hatte, hörte all dem zu, was er ihm erzählte). Er dachte bei sich: „Ich weiß schon, wie ich mit dir zu verfahren habe“.

Des Nachts kam der Mann des Waldes und gab ihnen zu Essen und zu Trinken und sie verbrachten dort die Nacht. Gegen Morgen hörten sie das große Gelächter, bis alle Bäume wackelten. Es zerbrach alle Bäume (das Geräusch des Gelächters). Er drang auf ihn ein (d.h. der Sklave bedrängte den wahren Sohn des Königs, der sein Meister war), den Mann des Waldes zu fragen, was das war.

Er fragte ihn: „Was ist das - solch ein großes Lachen, so kurz vor dem Morgen“?

Er antwortete ihm: „Das ist der Tag, der lacht über die Nacht, denn die Nacht fragt den Tag ‚weshalb geschieht es, wenn du kommst, habe ich keinen Namen mehr‘?

Der Tag stößt ein großes Lachen aus und dann wird es Tag. Und dies ist das Lachen, das man nahe dem Morgen hört“.

Das war ein großes Wunder für ihn, denn es ist etwas sehr Außergewöhnliches, dass der Tag lacht über die Nacht. (Nun konnte er nicht mehr weiter fragen, da der andere in solcher Sprache geantwortet hatte).

Am Morgen ging der Mann des Waldes wieder weg und sie aßen und tranken dort. Am Abend kam er zurück und sie aßen und tranken und verbrachten die Nacht dort. Während der Nacht hörten sie die Geräusche der wilden Tiere, wie sie schrien und brüllten mit wilden Geräuschen. Der Löwe brüllte und der Leopard brüllte in einem anderen Ton. Und gleichermaßen verhielt es sich mit den anderen Tieren, jedes Tier brüllte mit einem anderen Ton; und die Vögel pfiffen und klickten. Alle ließen wilde Geräusche hören. Zuerst wurden sie sehr verängstigt; sie hörten dem Geräusch nicht richtig zu wegen ihrer Angst.

Später neigten sie ihr Ohr zu dem Geräusch und hörten richtig zu. Sie hörten, dass es eine Melodie war, die sie sangen, eine extrem herrliche Melodie, die eine außergewöhnliche Rarität war. Sie hörten noch genauer zu und hörten, dass es eine extrem wunderbare Melodie war, die ein großes Wunder war und ein überaus großes Vergnügen zu hören, in einem solchen Ausmaß, dass alle anderen Freuden der Welt sich auf nichts belaufen im Vergleich zu dieser erstaunlichen, großen Freude, die man empfindet, wenn man diesen wunderbaren Ton hört.

Sie besprachen miteinander, dass sie schon hierbleiben wollten, denn sie hatten Essen und Trinken und diese Freude, die solch ein Wunder war, dass alle anderen Freuden der Welt dagegen Null und Nichts waren.

Der Sklave drängte seinen Meister (des Königs wahren Sohn) er solle ihn fragen (den Mann des Waldes), was es war. Er fragte ihn.

Er antwortete ihm: „Insofern die Sonne für den Mond eine Bekleidung angefertigt hat, haben alle Tiere des Waldes gesprochen; da der Mond ihn große Gefälligkeiten erweist, denn die Domäne der Tiere ist hauptsächlich die Nacht, denn manchmal müssen sie in bewohnte Gebiete gehen, was sie tagsüber nicht können, deshalb ist ihre Domäne die Nacht. Und der Mond erweist ihnen die Gefälligkeit, indem er des Nachts für sie scheint. Deshalb waren sie sich alle einig, dass sie eine neue Melodie zu Ehren des Mondes komponieren sollten und dies ist die Melodie, die ihr hört“.

Als sie hörten, dass es eine Melodie sei, hörten sie noch besser zu und hörten, dass es eine wunderschöne, süße Melodie war, eine unerhörte Rarität.

Er (der Mann des Waldes) antwortete ihnen: „Was, ist das so eine Neuheit für euch? Aber wenn es so ist, habe ich ein Instrument, das ich von meinen Eltern erhalten habe, die es von ihren Eltern geerbt haben. Das Instrument ist aus einem gewissen Material und gewissen Blättern gemacht und mit gewissen Farben. Wenn man das Instrument nimmt und es auf irgendein Tier legt, oder irgendeinen Vogel, beginnt es sofort die Melodie zu spielen (die Melodie, welche dieses Tier spielt)“.

Dann ertönte wieder das Gelächter und es wurde Tag und der Mann des Waldes ging wieder weg. Und er (der wahre Sohn des Königs) suchte nach dem Instrument. Er durchsuchte das ganze Zimmer und fand es nicht, doch er fürchtete sich, weiterzusuchen. Und sie (des Königs wahrer Sohn mit seinem Sklaven, der der Sohn der Magd war, der vorher König gewesen war) hatten Angst, dem Mann des Waldes zu sagen, er möge sie in die Zivilisation zurückführen.

Später kam der Mann des Waldes und sagte ihnen, er werde sie in die Zivilisation zurückführen. Und er nahm das Instrument und gab es dem wahren Sohn des Königs und sprach zu ihm: „Das Instrument gebe ich dir. Und mit ihm (diesem Sklaven, der früher König war usw.) wirst du wissen, wie du mit ihm vorgehen musst“.

Sie fragten ihn: „Wohin sollen wir gehen“?

Er sagte ihnen, sie sollen nach einem Land fragen, das mit diesem Namen benannt wird: Das Törichte Land und das Weise Königreich >>Dos Narrische Land un der Kluger Malchus<<.

Sie fragten ihn: „In welcher Richtung sollen wir beginnen, nach dem Land zu fragen“? Er zeigte es ihnen mit der Hand: Hier (wie jemand, der mit dem Finger zeigt).

Der Mann des Waldes sagte zu dem wahren Sohn des Königs: „Gehe hin in das Land und dort wirst du zu deiner Größe finden“.

Sie gingen, wohin sie gingen und wünschten sich sehr, ein Tier zu finden, um das Instrument auszuprobieren, ob es wohl spielen würde.

Jedoch sahen sie keinerlei Art von Tier.

Danach kamen sie weiter in die Zivilisation. Sie fanden Tiere und legten das Instrument auf sie und es begann, die Melodie zu spielen. Also gingen sie, bis sie zu diesem Land kamen. Und das Land war von einer Mauer umgeben und man konnte es nur durch das Eingangstor betreten. Als sie endlich an dem Tor ankamen, wollte man sie nicht hineinlassen.

Denn der König des Landes war gestorben und der Sohn hinterblieb. Der König hatte ein Testament hinterlassen: „Da das Land bis jetzt

„Dos Narrische Land un der Kluger Malchus“ geheißen hatte >>das törichte Land und der weise König<< wird es jetzt umgekehrt heißen: „Dos Kluger Land un der Narrischer Malchus“ >>das weise Land und der törichte König<<. Wer auch immer es unternehmen wird, dem Land seinen früheren Namen zurückzugeben, das heißt das Land wird wieder genannt werden das Törichte Land und der Weise König – derjenige wird König werden“.

Deshalb ließ man niemanden in das Land, außer jemandem, der gewillt war, das Land zu seinem früheren Namen zurückzuführen.

Sie sagten zu ihm: „Kannst du es übernehmen, das Land zu seinem ursprünglichen Namen zurückzuführen“?

Er konnte das gewiss nicht auf sich nehmen, also konnten sie nicht eintreten. Sein Sklave bat ihn, nach Hause zurückzukehren. Er wollte jedoch nicht umkehren, denn der Mann des Waldes hatte ihm gesagt, er solle zu diesem Land gehen und da zu seiner Größe finden.

Inzwischen kam ein anderer Mann an, der auf einem Pferd ritt. Er wollte hineingehen, aber sie ließen auch ihn deshalb nicht hinein. Inzwischen sah er das Pferd des Mannes stehen, also ging er und nahm das Instrument, legte es auf das Pferd und sofort begann es, die wunderschöne Melodie zu spielen.

Der Mann, dem das Pferd gehörte, bedrängte ihn sehr, ihm das Instrument zu verkaufen und er antwortete ihm: „Was kannst du mir geben für so ein wundervolles Instrument“?

Der Mann, dem das Pferd gehörte, sagte zu ihm: „Nun, was kannst du tun mit dem Instrument? Du kannst nur Unterhaltung bieten (Komödie) und einen Gulden einnehmen. Ich jedoch weiß etwas, das besser ist, als dein Instrument. Ich weiß etwas, das ich von den Eltern meiner Eltern erhalten habe – ein Meivin Dovor mitoich Dovor >>jemand, der eine Sache von einer anderen Sache ableiten kann<<. Wenn jemand nur ein Wort sagt, kann man durch das, was man erhalten hat, etwas verstehen aus einer (-dieser) Sache (das ist eine Sache aus einer anderen). Und ich habe dies noch keinem anderen Menschen enthüllt. Deshalb werde ich dich das lehren und du wirst mir dafür das Instrument geben“.

Er (des Königs wahrer Sohn, der das Instrument hatte) kam zu dem Beschluss, dass es wahrlich eine große Neuheit war, dass jemand ein Meivin Dovor mitoich Dovor >>etwas verstehen aus etwas anderem<< sei. Also gab er ihm das Instrument (dem Mann mit dem Pferd) und der lehrte ihn, ein Meivin Dovor metoich Dovor zu sein.

Nun ging der wahre Sohn des Königs, da er nun ein Meivin Dovor metoich Dovor war, bei dem Eingangstor hin und her und verstand, dass es für ihn wirklich möglich war, dem Land seinen früheren Namen wieder zu geben, denn er war jetzt ein Meivin Dovor mitoich Dovor geworden. Deshalb verstand er, obwohl er noch nicht wusste, wie und durch welche Mittel er dazu fähig sein werde, das Land zu seinem Namen zurückzuführen. Trotzdem, da er jetzt ein Meivin Dovor mitoich Dovor geworden war, verstand er, dass es möglich war.

Er entschied sich, zu befehlen, man solle ihn hineinlassen und er würde es auf sich nehmen, dem Land seinen Namen zurückzugeben. Was würde er dadurch verlieren? Er sagte (zu den Leuten, die ihn nicht hineinlassen wollten), sie sollen ihn hineinlassen und er würde es auf sich nehmen, dem Land seinen ersten Namen zurückzugeben. Sie ließen ihn ein und informierten die Minister, es sei ein Mann gefunden worden, der es auf sich nehmen wolle – dem Land seinen ersten Namen zurückzugeben. Sie brachten ihn zu den Ministern des Landes.

Die Minister sagten zu ihm: „Du sollst wissen, dass wir keine Narren sind, G-tt bewahre. Nur der vorige König – er war ein derart außergewöhnlich großer Weiser, dass wir gegen ihn alle Narren waren. Deshalb wurde das Land ‚das Törichte Land und der Weise König‘ genannt. Dann starb der König. Der Sohn des Königs blieb und er ist auch ein weiser Mann, jedoch gegen uns ist er gar nicht weise. Deshalb wird das Land jetzt gegensätzlich ‚das Weise Land und der Törichte König‘ genannt. Der König hinterließ ein Testament: Sollte so eine weise Person gefunden werden, die dem Land seinen ersten Namen zurückgeben könne, sie solle König werden. Und er befahl seinem Sohn, sollte diese Person gefunden werden, solle er für diese Person auf den Thron verzichten. Das heißt, wenn ein Mann gefunden werde, der ein solch außergewöhnlicher Weiser war, dass verglichen mit ihm alle töricht erscheinen würden, er solle König werden. Denn dieser Mann wird dem Land sicherlich wieder den Namen ‚das Törichte Land und der Weise König‘ geben. Deshalb sollst du wissen, was du dir hier vorgenommen hast“. (All dies sprachen die Minister zu ihm).

Zusätzlich sprachen sie zu ihm (die Minister, denn dies ist eine Fortsetzung ihrer Worte): „Die Prüfung, ob du so ein weiser Mann bist wird sein: Insofern es einen Garten gibt, der noch von dem früheren König stammt, der ein sehr großer Gelehrter war und der Garten ist eine wilde Neuheit – Metallinstrumente wachsen in ihm (das sind Werkzeuge für Metallarbeiten), silberne Instrumente und goldene Instrumente – es ist eine extrem wilde Neuheit.

Jedoch kann man den Garten nicht betreten, denn wenn jemand hineingeht, beginnen sie sofort, ihn zu jagen. Sie jagen ihn und er schreit und weiß überhaupt nichts und er sieht nicht, wer ihn verfolgt. Und so verfolgen sie ihn ständig, bis sie ihn aus dem Garten verjagen. Daher werden wir sehen, ob du weise bist – wenn du in den Garten eintreten kannst.

Er fragte, ob sie die Person, die in den Garten eintrat, schlagen würden. Sie sagten ihm, dass sie ihm hauptsächlich nachjagten und man wisse nicht, wer einen jagt und er müsse in Panik davonlaufen. Das war es, was die Leute, die hineingegangen waren, erzählt hatten. (All dies sagten die Minister zu dem wahren Königssohn).

Er stand auf und begab sich zu dem Garten. Er sah, dass es eine Mauer um den Garten gab und es standen keine Wachen dort (denn niemand kann hineingehen!). Er wanderte um den Garten (d.h. des Königs wahrer Sohn) und blickte hin. Er bemerkte, dass in der Nähe des Gartens ein Mann stand; das heißt der Mann wurde angezogen. Er blickte genauer hin und bemerkte, dass über dem Mann ein Täfelchen angebracht war, dort stand geschrieben, der Mann sei vor einigen Hundert Jahren König gewesen.

Und während der Zeit dieses Königs sei Frieden gewesen. Bis zu jenem König habe es immer Kriege gegeben und ebenso nach ihm habe es Kriege gegeben, jedoch in der Zeit dieses Königs habe Friede geherrscht.

Er verstand, weil er bereits ein Meivin Dovor betoich Dovor geworden war, dass alles von diesem Mann abhing. Wenn man in den Garten eintrat und sie begannen, ihn zu jagen, solle man überhaupt nicht weglaufen. Man solle sich nur neben diesen Mann stellen, dadurch wird man gerettet werden. Außerdem (sogar), würde man diesen Mann nehmen und ihn hineinstellen, in das Innere des Gartens, dann würde jeder friedlich in den Garten eintreten können. (All das verstand der wahre Königssohn, weil er ein Meivin Dovor mitoich Dovor geworden war).

Er stand auf und ging in den Garten hinein. Sobald sie begannen, ihn zu jagen, ging er und stellte sich neben den Mann, der außerhalb des Gartens stand und dadurch konnte er friedlich herauskommen, ohne geschädigt zu werden. Denn wenn andere den Garten betraten und verfolgt wurden, liefen sie in großer Panik davon und wurden angeschlagen. Doch er kam in Frieden und Ruhe heraus, indem er sich neben den Mann stellte.

Die Minister sahen es und waren erstaunt, dass er in Frieden herausgekommen war. Dann befahl er (d.h. des Königs wahrer Sohn rief), man solle den Mann nehmen und ihn innerhalb des Gartens aufstellen. Sie taten es und alle Minister gingen in den Garten und konnten durchgehen, hinein und hinaus, in Frieden und ohne Missgeschick.

Die Minister sagten zu ihm: „Sogar da wir von dir solch eine Sache gesehen haben, nichtsdestotrotz verdienst du für diese eine Sache noch nicht das Königtum. Wir werden dir noch eine Aufgabe stellen.

Da es noch einen Thron vom vorigen König gibt und der Thron ist sehr hoch und rund um ihn stehen alle möglichen Tiere und Vögel, aus Holz geschnitzt und vor dem Thron steht ein kleines Bett und neben dem Bett steht ein Tisch und auf dem Tisch steht eine Menora (Lampe). Von dem Thron weg führen gut ausgetretene Wege und die Wege haben Mauern und die Wege führen in alle Richtungen. Und kein Mensch hat eine Ahnung, was es mit dem Thron und den Wegen auf sich hat. Und die Wege führen weg und erweitern sich etwas – ein goldener Löwe steht dort. Und wenn sich jemand nähert, öffnet er sein Maul und verschlingt ihn. Und nach diesem Löwen erweitert sich der Weg noch mehr. Genauso verhält es sich mit allen Wegen, die von dem Thron wegführen.

Das heißt, mit einem anderen Weg, der von dem Thron wegführt, ist es auch so – wenn der Weg noch etwas weiterführt, steht dort ein anderes Tier, namentlich ein Leopard aus Eisen. Und auch dort kann man sich nicht nähern (weil er einen verschlingen würde). Und nach dem Leoparden führt der Weg noch weiter und so ist bei allen Wegen, die von dem Thron wegführen. Und diese Straßen führen weiter, durch das ganze Land und niemand weiß, was es mit diesem Thron und all diesen Straßen auf sich hat. Daher sollst du mit allen diesen Dingen geprüft werden“.

Sie zeigten ihm den Thron und er sah, dass er sehr hoch war usw…. Er ging zu dem Thron, sah ihn sich genau an und entdeckte, dass er aus demselben Holz gemacht war, wie die kleine Truhe (das ist das Instrument, das der Mann des Waldes ihm gegeben hatte). Er betrachtete ihn noch näher und bemerkte, dass an dem Thron ganz oben ein kleines Röschen >>Roisele<< fehlte und wenn der Thron dieses Röschen noch hätte, hätte er die Macht der kleinen Truhe (das ist das Instrument, das die Macht hat, eine Melodie zu spielen, wenn man es auf ein Tier legt).

Er schaute noch besser und sah, dass das Röschen, welches oben an dem Thron fehlte, unten lag – in dem Thron. Die kleine Rose musste von unten entfernt werden und oben angebracht werden, dann hätte der Thron die Macht der kleinen Truhe.

Denn der vorhergehende König hatte alles mit Weisheit getan und hatte alles verborgen, damit niemand es verstehen solle – was es bedeutet – bis ein außergewöhnlich großer Weiser kommen würde, der das vermuten würde und fähig wäre, alles zurechtzurücken und alles wie nötig anzuordnen.

So musste auch das kleine Bett, verstand er, ein wenig von dem Platz, an dem es stand, weggerückt werden. Auch der Tisch musste ein wenig von seinem Platz verschoben werden. Auch die Menora (Lampe) musste etwas von ihrem Platz verschoben werden. Wie auch die Vögel und wilden Tiere, alle mussten anders positioniert werden. Dieser Vogel musste von seinem Platz genommen werden und auf einen anderen Platz gestellt werden. Und so musste alles umgestellt werden. Denn der König hatte absichtlich alles klug verschleiert, sodass niemand wusste, was es bedeutete, bis der weise Mann, der es verstand, kommen würde und er solle alles richtig anordnen.

So auch der Löwe, der dort stand, von wo die Straßen ausgingen, sollte woanders hingestellt werden und alle mussten umgeordnet werden.

Er befahl, alles solle wie notwendig angeordnet werden: sie sollten die kleine Rose von unten herausnehmen und sie oben einfügen, wie auch alle anderen Dinge – alle sollten umgestellt werden und anders angeordnet (wie notwendig, in der gewünschten Weise). Sobald sie das getan hatten, begannen alle, die exquisite Melodie zu spielen, die eine extreme Neuheit war und alle taten, was sie tun mussten. Auf diese Weise brachten sie ihm (dem wahren Sohn des Königs, der alle diese Weisheiten demonstrierte) das Königtum ein.

Er sprach und sagte zu dem Sohn der Magd: „Nun verstehe ich, dass ich in der Tat der richtige Sohn des Königs bin und du bist in Wahrheit der Sohn der Magd“.

Geschuchte 12

## DER MEISTER DES GEBETS

Eine Geschichte. Einmal gab es einen Meister des Gebets, der immer beschäftigt war mit Gebeten, Gesängen und Lobpreisungen G-ttes, gelobt sei Er und er wohnte außerhalb der Zivilisation. Und sein Programm war es, dass er regelmäßig in die Zivilisation ging und sich einer Person näherte. Typischer Weise ging er auf niedrige Menschen zu, wie arme Leute und so weiter. Und er begann, mit der Person zu sprechen über den Sinn der ganzen Welt, dass es in Wahrheit keinen anderen Sinn gebe im Leben, als ein Leben lang G-tt zu dienen, dass man seine Jahre damit verbringen solle, zu G-tt, gelobt sei Er, zu beten, mit Gesang und Lobpreisungen zu G-tt, gelobt sei Er usw. …

Und er sprach solcherlei Sprache zu der Person, um sie zu erwecken, bis die Worte in sein Herz drangen und die Person gewillt war, ihm zu folgen. Und sofort, wenn die Person mit ihm einig war, nahm er sie mit zu seinem Ort, den er außerhalb der Zivilisation hatte. (D.h. außerhalb bewohnter Gebiete; nicht dort, wo Menschen wohnen).

Denn der Meister des Gebets hatte für sich einen Platz außerhalb der Zivilisation erwählt, davor gab es einen Fluss, Bäume und Früchte gab es auch dort und sie aßen die Früchte der Bäume. Und sie kümmerten sich überhaupt nicht um Kleidung – wie man ging, ging man.

Und so war die ständige Tagesordnung des Meisters des Gebets, in die Zivilisation zu gehen und Leute zu überzeugen, seine Wege zu gehen, sie sollten nur G-tt, gelobt sei Er, dienen – sie sollten sich nur mit Gebeten beschäftigen etc. Und wer auch immer auf ihn hörte, den nahm er und brachte ihn zu seinem Ort außerhalb der Zivilisation, wie schon erwähnt. Dort waren sie nur mit Gebeten beschäftigt, mit Gesang und Lobpreisungen an G-tt, gelobt sei Er, mit Fasten, Entbehrungen (das ist, wenn man den eigenen Körper peinigt), Buße und so weiter. Und der Meister des Gebets gab ihnen seine Kompositionen (Bücher), die er hatte, über Gebete, Lieder, Lobpreisungen und Geständnisse. Sie waren immer damit beschäftigt, in einem Ausmaß, dass man unter seinen Leuten, die er dort hingebracht hatte, solche finden konnte, die nun auch Leute zu G-tt, gelobt sei Er, bringen konnten. Er erlaubte gelegentlich einem seiner Leute, in die Zivilisation hinauszugehen, um Menschen zu erwecken zu dem Oberen, damit sie G-tt, gelobt sei Er, dienen konnten.

Der Meister des Gebets tat dies die ganze Zeit, zog Menschen nahe an sich und führte sie aus der Zivilisation, bis es einen Eindruck machte auf die Welt (in anderen Worten, es wurde auf der Welt bemerkt) und die Sache begann, berühmt zu werden. Denn plötzlich verschwanden Leute aus dem Land und niemand wusste, wo sie waren. Der eine vermisste einen Sohn, ein anderer seinen Schwiegersohn und niemand wusste, wo sie sich aufhielten, bis es bekannt wurde, dass es einen Mann des Gebets gebe, der geht und Personen überredet, G-tt, gelobt sei Er, zu dienen.

Nur fangen konnten sie ihn nicht, denn der Meister des Gebets verhielt sich sehr schlau und verkleidete sich für jede Person in einer anderen Verkleidung. Bei einem präsentierte er sich als armer Mann, bei einem anderen als Kaufmann und bei noch einem anderen noch anders.

Noch dazu, wenn er an eine Person geriet, bei der er verstand, dass er bei dieser Person nicht erreichen konnte was er wollte, verwirrte er diesen Menschen so sehr mit Reden, dass es nicht möglich war zu wissen, dass er das meinte – das heißt, ihn näher zu G-tt, gelobt sei Er, zu bringen. Es war unmöglich zu erkennen, dass er das meinte, obwohl das sein einziges Ziel war, denn in den Dingen, über die er sich mit den Personen unterhielt und besprach, meinte er nichts anderes als dies, das ist, sie näher zu G-tt, gelobt sei Er, zu ziehen. Nur wenn er verstand, dass er ihn nicht beeinflussen konnte, pflegte er ihn so zu täuschen und verwirren mit Gerede, dass er überhaupt nicht wusste, dass er das überhaupt wollte.

(Deshalb konnten sie den Meister des Gebets nicht fassen). Der Meister des Gebets blieb mit dieser Angelegenheit beschäftigt, bis auf der (ganzen) Welt eine Auswirkung und Propaganda zu spüren war; und sie wollten ihn fangen, doch es war unmöglich.

So verweilte der Meister des Gebets mit seinen Leuten außerhalb der Zivilisation. Sie waren nur beschäftigt mit Gebet, Gesang und Lobpreisungen für G-tt, gelobt sei Er, wie auch mit Geständnissen, Fasten, Kasteiungen und Buße. Es war auch des Meisters Art, dass er für alle „genügen“ konnte (mit anderen Worten, für ihn sorgen), was er brauchte. Wenn er verstand, dass einer seiner Leute, entsprechend seines Intellekts, um Haschem zu dienen, es brauchte, in ‚Gilden in Gestickt‘ (Gold und Stickerei) gekleidet zu sein, dann bot er ihm dies. Und umgekehrt, wenn ein reicher Mann ihm seelisch näherkam und er ihn aus der Zivilisation herausholte, verstand er, dass dieser reiche Mann es brauchte, in zerfetzter und degradierender Kleidung angezogen zu sein, dann ließ er ihn das tun.

Welchen Weg ein Mensch zu gehen brauchte, er bot es ihm. Und für die Personen, die G-tt, gelobt sei Er, nahekamen, war das Fasten oder die größte Entbehrung (sich selbst zu kasteien) wertvoller, als alle Freuden der Welt.

Und es kam ein Tag und es gab ein Land, in dem es enormen Reichtum gab. Alle waren reich. Nur ihr Benehmen war merkwürdig und verstörend. Denn bei ihnen ging alles um den Reichtum; eines Jeden Status und Ehre nahm Bezug auf seinen Reichtum. Es wurde von ihnen beschlossen, dass Derjenige, der eine gewisse Summe besaß – Tausende oder Zehntausende – zu gewissem Status und Ehre berechtigt war. Und wer so eine und so eine Summe besaß, dem gebührte ein anderer Status. Gleichermaßen war die Hierarchie so aufgebaut, dass alles davon abhing, wieviel Geld die Person hatte. Und einer der so viele, so viele Tausende und Zehntausende besaß, so beschlossen sie - der ist schon König.

Und gleichermaßen hatten sie Fahnen, wer so und soviel Geld unter seinem Banner vereinen konnte, der verdiente Status und Ehre durch diese Flagge. Und wer soviel besaß, gehört einer anderen Flagge an und verdiente den Status unter diesem Wimpel, alles abhängig von dem Geld. So wurde beschlossen, wieviel Geld jeder haben solle, um den Status seiner Flagge zu verdienen und wieviel er haben musste, um schon zu einer anderen Flagge zu gehören und dort Status und Ehre zu bekommen. Und auf diese Weise hing jedermanns Status und Ehre ab von der Menge seines Geldes, wie es von ihnen beschlossen worden war – wieviel Geld er haben musste für jeden Status und jede Ehre.

Und genauso wurde von ihnen beschlossen, wer nur eine gewisse Summe Geld hatte, der ist ein gewöhnlicher Mensch, während er, wenn er noch weniger hat, schon gar kein Mensch ist, sondern ein Tier oder Vogel. (Das ist nur ein Tier, das wie ein Mensch aussieht). Also hatten sie Tiere und Vögel, das heißt, wenn er wenig Geld hat, ist er nur ein Löwe – ein menschlicher Löwe; wenn er jedoch noch weniger Geld hat, ist er bloß ein Vogel. Und ebenso hatten sie andere Tiere und Vögel, denn wer kein Geld hat, ist bei ihnen überhaupt kein Mensch, nur ein Tier oder ein Vogel. Denn die wichtigste Sache war bei ihnen Geld und der Status und die Ehre eines Jeden galt nach der Menge seines Geldes.

Es wurde bekannt auf der Welt, dass es solch ein Land gab. Der Meister des Gebets stöhnte sehr darüber. Er pflegte darüber zu seufzen und sagte: „Wer weiß, wie weit sie sich darin verirren können“?

Einige seiner Leute waren zugegen und fragten überhaupt nicht nach seiner Meinung. Sie erhoben sich und gingen zu jenem Land, um sie daraus hervorzuholen.

Denn sie (das waren die Leute des Meisters des Gebets) hatten großes Mitleid mit diesem Land, das so irregeführt wurde durch das Verlangen nach Geld; und besonders, da der Meister des Gebets gesagt hatte, sie könnten noch weiter in die Irre gehen. Deshalb gingen die Leute des Meisters des Gebets zu diesem Land – in der Hoffnung, sie von dem Unsinn zu befreien.

Sie kamen in das Land und näherten sich einem, der ziemlich sicher von niedrigem Ansehen war, den sie ein Tier nannten. Sie begannen mit ihm zu sprechen, dass in Wahrheit Geld gar keinen Zweck hat und der wahre Zweck sei es, G-tt zu dienen und so weiter. Doch er hörte überhaupt nicht auf sie, denn es war bereits in seinem Denken verwurzelt, dass Geld die Hautsache sei. Und genauso sprachen sie mit einem anderen und der hörte auch nicht auf sie. Sie wollte noch mehr mit ihm reden, doch er sagte: „Ich habe keine Zeit mehr, mit dir zu sprechen“. Sie fragten ihn: „Warum“?

Er antwortete: „Weil wir alle das Land verlassen müssen, denn wir haben gesehen, dass das hauptsächliche Ziel Geld ist. Wir haben beschlossen, in so ein Land zu gehen, wo wir Geld verdienen können (d.h. dort gibt es eine Art von Erde, aus der man Gold und Silber machen kann). Deshalb haben wir beschlossen, dass wir alle in dieses Land reisen sollen.

Sie beschlossen auch, dass sie Sterne und Konstellationen (Masalois) haben wollten. Das heißt, wer so und so viel Geld hat – nach der Menge, die sie dafür beschlossen hatten – der würde ein Stern sein. Denn da er so viel Geld hat, hat er selbst die Macht eines Sterns, denn durch den Stern entsteht das Gold. Denn die Tatsache, dass es Erde gibt, aus der Gold gemacht wird, ist dem Stern zu verdanken, der so eine Erde hervorbringt, aus der Gold hergestellt wird. Da dieser Mensch so viel Gold hat, hat er die Macht dieses Sterns, daher ist er selbst ein Stern (so sprachen sie in dem Land, aufgrund ihres Irrglaubens über Geld).

Gleichermaßen sagten sie, sie wollen auch Konstellationen haben. Das wäre, wenn jemand so und soviel Geld haben würde – wieviel auch immer sie dafür bestimmt hatten – er sollte eine Konstellation (Masal) sein.

Noch dazu bestimmten sie für sich Engel, abhängig von der Menge des Geldes. Bis sie übereinkamen, dass sie auch Götter haben sollten. Dass einer der große (Mengen von) Geld – so und so viele Tausende und Myriaden – soviel sie dafür beschlossen hatten, er solle ein Gott sein. Denn da G-tt ihm so viel Geld gab, ist er selbst ein ‚Gott‘. Und so machten sie all das.

Des Weiteren sagten sie, es sei überhaupt nicht passend, dass sie in der Luft dieser Welt leben sollten und sie sollten gar nicht mit anderen Leuten zusammen sein, damit diese sie nicht verunreinigen. Denn andere Menschen der Erde seien total unrein im Vergleich zu ihnen und sie deshalb für sich einen sehr hohe Berge suchen mussten, die höher als die ganze Welt waren und sie würden dort leben, um höher zu sein, als die Luft der Welt. Sie sandten Leute aus, um hohe Berge zu suchen und sie fanden sehr hohe Berge. Das ganze Land ging und besiedelte sich dort auf den hohen Bergen. Das heißt, auf einem Gipfel eine Gruppe von Menschen aus dem Land, (in anderen Worten eine Stadt), so auch auf dem nächsten Gipfel usw….

Und um die Berge herum bauten sie Festungen und große Gräben um die Berge, bis es für Menschen unmöglich wurde, sie zu erreichen. Denn es gab (nur) einen verborgenen Weg zu dem Berg, so dass niemand sich ihnen nähern konnte. So auch bei dem nächsten Berg und auf allen Bergen – auf allen bauten sie Festungen und Gräben usw. Und sie bestimmten Wächter weit vor dem Berg, damit niemand sich ihnen nähern konnte. So lebten sie in den Bergen und verhielten sich auf die oben erwähnte Art.

Und sie hatten viele Götter, nach der Menge des Geldes.

Jedoch da Reichtum für sie das Hauptanliegen war – so weit, dass man durch großen Reichtum bei ihnen ein Gott werden konnte – hatten sie Angst vor Mord und Diebstahl. Denn jeder wäre ein Mörder oder Dieb, um ein Gott zu werden, durch das Geld, das er stahl. Doch sie sagten, da derjenige, der Geld besitzt, ein ‚Gott‘ ist, wird er sich vor Mord und Diebstahl zu schützen wissen.

Und sie führten Andacht und Opfergaben ein und beteten zu den ‚Göttern‘, um dadurch zu Geld zu gelangen. Und sie opferten Menschen als Opfergaben und opferten gar sich selbst den ‚Göttern‘, um in sie einzugehen und später als reiche Leute reinkarniert zu werden, denn ihr Glaube war nur an das Geld. Und sie hatten Andachten, Opfergaben und Weihrauch, mit denen sie den ‚Göttern‘ dienten (denen, die viel Geld hatten).

Trotzdem war das Land voller Mord und Diebstahl, denn wer auch immer nicht an die Andachten glaubte, wurde zu einem Mörder oder Dieb, um an Geld zu kommen. Denn die Hauptsache war für sie Geld, denn mit Geld konnte man alles kaufen – Essen und Kleidung – und das hauptsächliche Leben eines Mannes ist durch Geld. Daher war Geld ihr hauptsächlicher Glaube (so war ihr törichtes, fehlgeleitetes Denken). Und sie trachteten danach, dass das Geld sich nie vermindern sollte, denn Geld war für sie der Hauptglaube und Gott. Es war im Gegenteil wichtig, Geld von anderen Orten in das Land zu bringen. Kaufleute fuhren (von ihnen), um in anderen Ländern Handel zu treiben – um noch mehr Geld in das Land zu bringen.

Und Wohltätigkeit war natürlich ein großes Verbot für sie. Denn wie konnte es erlaubt sein, Geld wegzugeben, das ‚Gott‘ ihnen gegeben hatte – da es für sie die Hauptsache war, Geld zu haben. Wie kann es jemandem erlaubt sein, das wegzugeben? Daher war Wohltätigkeit ein sehr strenges Verbot für sie.

Und sie hatten Offiziere, das waren Leute, denen man aufgetragen hatte, jeden zu kontrollieren, ob er so viel Geld hatte, wie er angegeben hatte. Denn jeder musste immer angeben mit seinem Reichtum, um seinen Status und seine Ehre, die er wegen seines Geldes hatte, zu bewahren. (In anderen Worten, alle reichen Leute, die für sie ‚Götter‘, Sterne, Engel usw. waren, wegen ihres Geldes, mussten immer inspiziert werden, ob sie auch so viel Geld hatten, ob sie nicht falsche Götter waren und so weiter. Und Leute wurden angestellt, die das ständig überwachten).

Manches mal wurde bei ihnen ein Tier zu einer Person, oder eine Person zu einem Tier. Namentlich wenn ein reicher Mann sein Geld verlor, wurde er sofort zu einem nichtmenschlichen Wesen – ein Mann wurde zu einem Tier, weil er kein Geld mehr für sich selbst hatte. Und umgekehrt, wenn jemand Geld gewann, so wurde aus einem Tier ein Mensch. Und so verhielt es sich in allen Klassen, die bei ihnen vom Geld abhingen. (So geschah es auch gelegentlich, dass jemand ein Nicht – Gott wurde, weil er sein Geld schon verloren hatte).

Und sie hatten Figuren und Bilder und Portraits von den ‚Göttern‘ (die viel Geld hatten). Jeder hatte diese Bilder und sie umarmten und küssten sie, denn Geld war ihre einzige Hingabe und der einzige Glaube.

Und die tugendhaften Leute des Meisters des Gebets (die früher in dem Land gewesen waren) kehrten zurück an ihren Platz. Sie erzählten dem Meister des Gebets über den Unsinn in jenem Land, wie sie so abhängig und verloren waren in der Begierde nach Geld, dass sie ihr Land verlassen hatten und in ein anderes gezogen waren (wo sie Geld verdienen konnten) und dass sie bereits Sterne und Konstellationen machen wollten.

Der Meister des Gebets meldete sich zu Wort und sagte, er fürchte, dass sie weiter und weiter in die Irre gehen könnten. Danach hörte man, dass sie sich bereits zu Göttern gemacht hatten.

Der Meister des Gebets meldete sich zu Wort und sprach: „Das war es, was ich befürchtet hatte“ (das heißt, als er immer sagte, wenn er fürchtete, sie könnten sich weiter verirren, meinte er das).

Der Meister des Gebets hatte großes Mitleid mit ihnen und beschloss, sich selbst dorthin zu begeben; vielleicht würde er es schaffen, sie aus ihrem Irrsinn herauszuholen und sie von ihrem Irrglauben abzubringen. Der Meister des Gebets begab sich dorthin und kam zu den Wachen, die rund um die Berge standen.

Und die Wachen waren wahrscheinlich von niedrigem Rang, denen es erlaubt war, in der Atmosphäre der Welt zu stehen. Leute, die wegen ihres Geldes von höherem Rang waren, durften sich nicht in der Atmosphäre der Welt aufhalten - damit sie nicht verunreinigt wurden. Und sie durften überhaupt nicht mit Menschen der Welt sprechen, damit deren Atem sie nicht verunreinige. (Mit anderen Worten, in diesem törichten Land war die Welt im Vergleich zu ihnen total unrein). Deswegen waren die Wachen, die unten bei dem Berg standen, ganz sicher von niederem Rang. Doch sogar die Wachen hatten Abbilder (ihrer Götter) und sie pflegten sie zu umarmen und sie die ganze Zeit zu küssen, denn auch für sie war Geld das Hauptobjekt ihres Glaubens.

Also trat der Meister des Gebets an eine der Wachen heran und begann, zu ihm über den ultimativen Zweck zu sprechen und sagte zu ihm, der einzige Zweck sei, G-tt zu dienen: das Lernen der Thora, Gebet und gute Taten usw. Und Geld sei ausgesprochener Unsinn – nicht der wahre Zweck und so weiter. Doch der Wachposten hörte ihm überhaupt nicht zu, denn in ihm war es schon tief verwurzelt, dass nur Geld die wichtigste Sache sei.

Genauso ging der Meister des Gebets zu dem zweiten Wachmann und sprach zu ihm, wie vorher genannt und auch er hörte nicht zu. Und ebenso ging der Meister des Gebets zu allen Wachleuten und sprach zu ihnen in dieser Art und sie hörten ihm überhaupt nicht zu. Der Meister des Gebets entschloss sich und betrat die Stadt, die sich auf dem Gipfel des Berges befand.

Als er in der Stadt ankam, war es eine große Neuheit für sie und sie fragten ihn: „Wie bist du hierhergekommen“? Denn niemand konnte sie erreichen.

Er antwortete ihnen: „Wieso fragt ihr? Wie dem auch sei, ich bin schon in der Stadt“.

Der Meister des Gebets begann, mit einem von ihnen zu sprechen über die Bestimmung der Welt, dass Geld überhaupt kein Ziel sei usw. (wie er es üblicherweise tat), doch der Mann hörte ihm gar nicht zu. Wie auch ein anderer und ebenfalls alle anderen (mit anderen Worten, keiner hörte auf ihn). Da sie alle schon so verloren und in ihren Dummheiten verankert waren, hörten sie niemandem mehr zu.

Und es war ein Wunder für die Leute der Stadt, dass so ein Mensch gefunden werden konnte und zu ihnen von solchen Dingen sprechen konnte – dem genauen Gegenteil ihres Glaubens.

Es ging ihnen auf, dass er wohl der Meister des Gebets war, denn sie hatten schon gehört, dass es so einen Meister des Gebets gab, da sich dies bereits auf der Welt herumgesprochen hatte. Und die Menschen auf der Welt pflegten ihn „Der Frummer Baal Tefilla“ nennen (den frommen Meister des Gebets). Doch sie konnten ihn nicht fangen, denn er pflegte sich für jeden anders zu verkleiden: einem erschien er als Kaufmann, einem anderen als Bettler usw., wie erwähnt.

Und dann verschwand er plötzlich von dort (in anderen Worten, er ging schnell weg von ihnen).

Es kam ein Tag, als ein Krieger („Giboir“, ein Muskelmann oder ein tapferer, mächtiger oder starker Mann) kam, unter dessen Leitung sich andere Krieger versammelt hatten. Der Krieger und seine Kämpfer gingen und unterwarfen andere Länder. Und der Krieger wollte nichts anderes als Unterwerfung (in anderen Worten, dass sie ihm unterworfen seien). Wenn die Bürger des Landes sich ihm unterwarfen, ließ er sie sein, wenn nicht – zerstörte er das Land. Also ging er umher und unterwarf Länder und wollte überhaupt kein Geld – nur Unterwerfung, dass sie unter seiner Herrschaft seien. Und die Art des Kriegers war: er sandte Kämpfer in ein Land, wenn er noch weit davon entfernt war – fünfzig Meilen – um sie zu unterwerfen. Und so eroberte er Länder.

Und die Kaufleute des vorhergenannten, reichen Landes, die Handel mit fremden Ländern trieben, kehrten in ihr Land heim, wo sie von dem Krieger hörten. Ein großes Entsetzen befiel sie. Obwohl sie eingewilligt hätten, sich ihm zu unterwerfen, hörten sie, dass er Geld hasste und überhaupt kein Geld wollte, war das völlig gegenteilig ihres Glaubens, nämlich Geld.

Und sie fürchteten ihn sehr und sie begannen, ihre Andachten zu halten und ihren Göttern Opfer zu bringen (das heißt, jene, die viel Geld hatten). Sie nahmen ein Tier (jemanden, der wenig Geld hatte) und brachten ihn ihrem Gott als Opfer dar. So hielten sie auch andere Andachten (die Dinge, die sie ihren Göttern darbrachten).

Und der Krieger kam fortwährend näher zu ihnen und begann, seine Kämpfer zu ihnen vorauszusenden >>und zu fragen<<: „Was wollen sie“? – wie es sein üblicher Gebrauch war.

Eine große Panik ergriff sie und sie wussten nicht, was sie tun sollten. Ihre eigenen Kaufleute gaben ihnen einen Rat: Insofern sie in einem Land gewesen waren, in dem die ganze Bevölkerung ‚Götter‘ waren und sie reisten mit Engeln.

Das heißt, (dieses Land), das ganze Land, von klein bis groß, sind außergewöhnlich reiche Leute. In einem Ausmaß, dass selbst der Kleinste unter ihnen ein Gott ist (laut ihrer törichten Täuschung, weil die kleinste Person im Lande außergewöhnlich reich war und sie dachten, mit so viel Geld sei man bereits ein Gott). Und sie reisen mit Engeln, denn ihre Pferde sind bedeckt von so großem Reichtum, mit Gold usw., dass die Bedeckung eines Pferdes (in diesem Land) bei ihnen den Wert eines Engels hatte. (Das heißt, mit der Summe, die eine Pferdbedeckung in jenem Land wert ist, ist jemand in ihrem Land bereits ein Engel). So reisen sie mit Engeln, spannen drei Paare von Engeln vor ihre Wagen und reiten auf ihnen.

Deshalb müsst ihr Gesandte in jenes Land schicken und sie werden euch sicher helfen, denn sie sind alle ‚Götter‘.

Und der Meister des Gebets kam zu dem Entschluss, er werde nochmals in das Land reisen; vielleicht könne er sie von ihrem Irrglauben befreien. Also ging er dorthin und kam bis zu den Wachen. Er begann, wie üblich, mit einem der Wachen zu sprechen. Der Wachmann erzählte ihm von dem Krieger und dass sie in größter Angst vor ihm seien.

Der Meister des Gebets fragte ihn: „Was habt ihr im Sinn zu tun“?

Der Wachmann erzählte ihm von der Idee, in das Land zu senden, in dem alle ‚Götter‘ waren usw.

Der Meister des Gebets lachte herzlich und sagte zu ihm: „Das ist eine große Torheit! Weil sie Menschen sind, wie wir (d.h. das Land, in das sie Gesandte schicken wollten, besteht auch nur aus Männern). Und ihr alle, mit all euren Göttern, ihr seid alle bloß Menschen. Überhaupt keiner ist ein Gott, denn es gibt nur einen einzigen G-tt über die Welt: Er, der alles erschaffen hat. Und Ihm alleine soll man dienen, nur zu Ihm soll man beten und dies ist das einzige Ziel auf der Welt“. Dies und ähnliche Argumente besprach der Meister des Gebets mit dem Wachmann.

Und der Bewacher wollte noch immer nichts hören davon, denn der dumme Irrglaube war seit langer Zeit in ihm verankert.

Der Meister des Gebets jedoch debattierte ausgiebig mit ihm, bis der Bewacher ihm endlich antwortete: „Was kann ich denn tun? Ich bin nur ein Einzelner auf der Welt (und gegen mich sind zahlreiche Bewohner des Landes)“.

Diese Antwort hatte nun schon den Anschein einer Resonanz >>Buße<< und diese Antwort war ein kleiner Trost für den Meister des Gebets. Denn er verstand, dass seine Worte begonnen hatten, in die Ohren des Wachmanns einzudringen. Denn die Worte, die der Meister des Gebets vorher mit dem Wachmann gesprochen hatte und die Worte, die er jetzt sprach, hatten sich vereint, bis sie ich etwas rührten und einen Eindruck auf sein Herz machten (wegen der Antwort, die er gesagt hatte „Was soll ich tun“? usw. wurde aufgedeckt, dass die Worte des Meisters des Gebets begannen, ein wenig in sein Herz einzudringen), in dem Ausmaß, dass er ein wenig begann, Zweifel zu haben und ihm etwas entgegen zu kommen (wie man aus seiner Antwort entnehmen konnte).

Der Meister des Gebets ging zu einem anderen Bewacher und sprach auch zu ihm in seiner üblichen Weise, doch auch er wollte nicht zuhören, doch schlussendlich antwortete er, wie oben, „Ich bin nur eine Person“ und so weiter. Und alle Bewacher antworteten ihm am Ende auf diese Weise.

Danach betrat der Meister des Gebets die Stadt und begann, mit ihnen auf seine übliche Weise zu sprechen: wie sie alle total im Irrtum leben und dass Geld überhaupt kein Ziel darstelle. Sondern, das wesentliche Ziel sei nur, sich in die Thora zu vertiefen, in das Gebet und so weiter. Sie hörten nicht auf ihn, denn sie waren seit langer Zeit verwurzelt in dem Begriff Geld.

Sie erzählten ihm von dem Krieger und dass sie in das Land senden wollten, in dem alle ‚Götter‘ waren usw. …

Er lachte sie auch aus und sagte ihnen, das sei Unsinn und dass alle Menschen seien und sagte: „Und sie werden euch überhaupt nicht helfen können, denn ihr seid menschlich und sie sind menschlich und sie sind überhaupt keine Götter. Es gibt nur einen G-tt, gelobt sei Er, usw.“

Was den Kämpfer betrifft, antwortete er ihnen (indem er diesen Ausdruck verwendete) „Ist das nicht der Kämpfer (der mir bekannt ist)“? (Wie einer, der überlegt – ist es nicht der, den er kennt?)

Sie verstanden nicht, was er meinte. Und er ging von einem zum anderen und fuhr fort, so mit ihnen zu sprechen. Und bezüglich des Kriegers sagte er zu jedem: „Ist das nicht der Krieger usw.“? Sie verstanden seine Worte nicht – was er meinte.

In der Zwischenzeit war in der Stadt ein Tumult ausgebrochen, insofern jemand in der Stadt solche Sachen sagte, ihren Glauben verspottete und er sagte, es gäbe nur Einen (Einzigen), das sei G-tt, gelobt sei Er, usw. …und bezüglich des Kriegers sagt er immer „Ist das nicht der Krieger? Usw…. Sie verstanden, dass es der Meister des Gebets sein müsse, da er ihnen bereits gut bekannt war. Sie befahlen, ihn zu suchen und zu fassen. Obwohl er immer anders auftrat, das heißt, einmal stellte er sich als Kaufmann vor, ein anderes Mal als Bettler, und so weiter, deshalb konnte man ihn nicht fassen) wussten sie das auch, dass der Meister des Gebets sich immer anders darstellt. Sie befahlen eine Ermittlung über ihn, damit er gefangen werden könne. Er wurde gesucht, bis man ihn fangen konnte (den Meister des Gebets) und er wurde vor die Ältesten gebracht.

Sie begannen, mit ihm zu sprechen. Er sagte auch ihnen: „Ihr seid alle einem Irrtum verfallen und einer großen Torheit und es ergibt keinerlei Sinn – das heißt Geld ist überhaupt kein Ziel. Nur, es existiert Einer (Einziger), gelobt ist Er, namentlich der Schöpfer, gelobt sei Sein Name, der alles erschaffen hat. Ihm alleine soll man dienen und Geld ist völliger Unsinn usw. … Und das Land, von dem ihr sagt, alle seien Götter – sie werden euch überhaupt nicht helfen können, denn sie sind alle Menschen, usw. … (so sprach der Meister des Gebets zu ihnen.

Sie hielten ihn für geisteskrank, denn das ganze Land konzentrierte sich dermaßen auf das Geld und sie waren schon so verrückt, in einem Ausmaß, dass jeder, der etwas Gegensätzliches zu ihrem Wahnsinn sagte, bei ihnen als Verrückter galt.

Sie fragten ihn: „Was ist es, was du sagst über den Krieger – ist es nicht der Krieger“?

Er antwortete ihnen: „Insofern ich einmal bei einem König war und bei dem König wurde ein Krieger vermisst. Nun, wenn das dieser Krieger ist, ist er mir bekannt. Und überdies, dass ihr euch verlasst auf das Land, von dem ihr sagt, sie seien alle Götter – das ist Unsinn, denn sie werden euch überhaupt nicht helfen können. Im Gegenteil, es wird euer Untergang sein, wenn ihr euch auf sie verlasst“.

Sie fragten ihn: „Woher weißt du das“? (Dass dieses Land ihnen nicht helfen könne, sondern dass es überdies ihren Untergang bedeute).

Er antwortete ihnen: „Der König“, bei dem er sich aufgehalten hatte, „hatte bei sich eine Hand >>Jad<<. Das bedeutet, der König hatte etwas, das aussah wie eine Hand mit fünf Fingern und allen Rillen (das heißt allen Falten und Furchen), die sich auf einer Hand befinden.

Und die Hand war eine Landkarte aller Welten. Und all dessen, das seit der Schöpfung von Himmel und Erde existiert, bis an das Ende und was danach sein wird, das war alles dargestellt auf der Hand. Denn in den Rillen und Furchen der Hand befand sich das Diagramm aller Welten: wie jede Welt steht, mit allen Dingen jeder Welt im Detail. Alles stand hervor auf der Hand, wie auf einer Landkarte (wie es denen, die mit Landkarten vertraut sind, bekannt ist. Das heißt, auf dem Papier ist jede Stadt abgebildet, jedes Land und jede Brücke, wie auch andere Dinge: Flüsse, Wälder und so weiter). Auf diese Weise waren alle Welten auf dieser Hand durch Falten und Spalten dargestellt. Und in den Furchen der Hand befanden sich Andeutungen von Buchstaben; genauso wie Buchstaben auf einer Landkarte neben jeder Sache stehen, damit man wisse, was es darstellt – dass hier eine Stadt ist und hier ein Fluss, wie auch andere Dinge. Auf die gleiche Weise war es markiert durch die Furchen der Hand, wie Buchstaben, neben jeder Sache, die auf der Hand dargestellt wurden, damit es klar sei, was jede dargestellte Sache sei. So war jedes Land separat, jede Stadt und alle Flüsse, Brücken und Berge und andere Dinge dargestellt auf der Hand durch die Rillen und Spalten der Hand. Und neben allem standen Buchstaben, die zeigten dies ist eine Sache und das ist eine andere usw. … Und auch allen Menschen, die in jedem Land herumgehen und alle ihre Erfahrungen (das ist alles, das einem Menschen während seiner Lebenszeit geschieht) waren alle dargestellt auf der Hand.

Und es stand sogar geschrieben auf allen Straßen, von einem Land zum anderen und von einem Ort zum anderen. Und dadurch wusste ich den Weg hierher, in diese Stadt, die niemand betreten kann, (weil das reiche Land gegraben hatte rund um ihre Städte und keiner konnte zu ihnen gelangen).

Und auch wenn ihr mich in eine andere Stadt schicken würdet, weiß ich diesen Weg ebenso – alles durch die Hand.

Und auf der Hand war auch eingeprägt der Weg von einer Welt zu einer anderen Welt. Denn es gibt einen Weg und einen Gang, durch den man von der Erde in den Himmel aufsteigen kann. (Denn man kann nicht in den Himmel hinaufgehen, da man den Weg nicht kennt. Dort war jedoch der Weg in den Himmel abgebildet).

Und dort waren alle Wege abgebildet, die von einer Welt zu einer anderen führen. Denn Elijahu (Elija) stieg auf in den Himmel auf diesem Pfad – dieser Weg war dort aufgeschrieben. Moische Rabbeinu (Moses, unser Prophet) ging in den Himmel auf einem anderen Weg – dieser andere Weg war auch dort aufgeschrieben. Genauso stieg Chanoch (Enoch) auf in den Himmel auf noch einem anderen Pfad – auch dieser Pfad stand dort geschrieben. Und auch (die Wege) von einer Welt zu der anderen (noch höheren) Welt waren alle dort abgebildet auf dieser Hand durch die Furchen und die Falten auf der Hand.

Auch war alles dargestellt auf der Hand, wie es war bei der Schöpfung der Welt, wie es jetzt ist und wie es in der Zukunft sein wird. Zum Beispiel Sdom (Sodom) war dort abgebildet als Stadt, so wie sie war, bevor sie umgestürzt wurde. Und dann wurde sie gezeigt, wie sie aufgewühlt wurde – wie eine Stadt gestürzt wurde. Und auch war abgebildet, wie Sdom heute aussieht, nach der Zerstörung. Denn auf der Hand war abgebildet was war, was ist und was sein wird.

Und dort, auf der Hand habe ich gesehen, dass das Land, von dem ihr sagt, alle seien Götter, zusammen mit allen Menschen, die ihnen zu Hilfe kommen werden (das heißt, dass das Land ihnen helfen solle), sie werden (alle) ausgelöscht werden“. (All dies sagte ihnen der Meister des Gebets).

Das war eine außerordentliche Neuheit für sie, denn es war erkennbar, dass diese Reden die Wahrheit waren, denn es ist bekannt, dass alle Dinge auf einer Landkarte abgebildet werden. Sie verstanden auch, dass seine Worte wahr zu sein schienen, denn man kann selbst sehen, dass zwei Furchen auf einer Hand zusammenkommen und einen Buchstaben bilden können. Deshalb verstanden sie, dass seine Worte wahr waren, denn solche Dinge kann man sich nicht ausdenken. Sie verstanden, dass dies keine erfundene Sache war; also war es eine unerhörte Neuigkeit für sie.

Sie fragten ihn: „Wo ist der König? Vielleicht wird er uns einen Weg zeigen, Geld zu finden“?

Er antwortete ihnen (mit einer ehrfürchtigen und verärgerten Miene): „Ihr wollt immer noch Geld? Sprecht überhaupt nicht mehr von Geld“!

Sie sagten zu ihm: „Trotzdem, sag uns, wo der König ist“. Er sagte ihnen: „Ich weiß auch nichts über den König – wo er sich befindet“.

Und so geschah die Geschichte: Einst gab es einen König und eine Königin und sie hatten eine einzige Tochter. Als die Zeit für ihre Verehelichung sich näherte, bestimmten sie Berater (das ist immer noch der Meister des Gebets, der zu ihnen spricht), die bestimmen sollten, wen sie heiraten sollte. Und auch ich war unter den Beratern (weil der König mich gerne hatte). Mein Rat war, ihr den Krieger zum Mann zu geben, denn der Krieger hatte uns viele Vorteile gebracht, denn er hatte viele Länder erobert. Daher geziemte es sich, ihm die Tochter des Königs zur Frau zu geben.

Sie vermählten also die Tochter des Königs mit dem Krieger und die Königstochter gebar ein Kind. Dieses Baby war von außergewöhnlicher Schönheit, die gar keine weltliche Schönheit war: Sein Haar war golden und leuchtete in allen Farben, sein Gesicht war wie die Sonne und seine Augen waren (wie) andere Gestirne. Und das Kind wurde mit ausgereifter Weisheit geboren, denn sie sahen sofort, als er geboren wurde, dass er bereits ein großer Weiser war. Denn als Leute sprachen – im Palast, als es nötig war zu lachen, lachte er und noch andere solche Sachen. Man konnte bemerken, dass er ein großer Weiser war – nur hatte er noch nicht die Bewegungen eines Erwachsenen. Das heißt, er konnte noch nicht sprechen und andere solche Fähigkeiten – jedoch sah man gleich, dass er bereits ein Genie war.

Und bei dem König befand sich ein Redner, das heißt ein Sprecher, der ein Meister der Sprache und Rhetorik war, der konnte sehr wortgewandt sprechen – wunderbare Ausdrücke, Gesänge und Loblieder auf den König. Der Redner war an sich schon ein guter Redner, doch der König wies ihm den verborgenen Pfad und den Weg für ihn, aufzusteigen und die Weisheit der Rhetorik zu erwerben und dadurch ein ganz außergewöhnlich wunderbarer Redner zu werden.

Der König hatte auch einen Weisen und der Weise war für sich schon ein Weiser, doch der König wies ihm den Weg, Weisheit zu erwerben und ein wundervoller, außergewöhnlich großer Weiser zu werden.

Auf ähnliche Weise war der Krieger an sich schon mächtig, der König jedoch zeigte ihm den Weg, um Kraft zu erwerben und dadurch wurde er zu einem sehr wunderbaren, eindrucksvollen, wilden großen Krieger.

Denn es gibt ein Schwert, das in der Luft hängt und es hat drei Kräfte. Wenn das Schwert erhoben wird, fliehen alle Offiziere der gegnerischen >>feindlichen<< Armee, dann fallen sie (die Feinde), denn wenn die Offiziere fliehen, ist niemand da, der die Schlacht führen kann, also fallen sie sicher. Trotzdem, die Überlebenden können immer noch Krieg führen. Jedoch hat das Schwert zwei scharfe Kanten, die zwei Kräfte besitzen. Durch eine Kante fallen alle nieder und durch die andere Kante bekommen sie die Krankheit ‚Daar‘ >>Schwindsucht<<. Namentlich werden sie (die Feinde, die kämpfen) mager (-ausgemergelt) und fallen vom Fleisch, wie es von dieser Krankheit bekannt ist; möge der Barmherzige uns verschonen. Das heißt, dass die Feinde, nur durch eine Bewegung mit dem Schwert, von den oben genannten Dingen befallen werden. Das ist, wenn man eine Seite benützt, fallen die Feinde, benützt man die andere Seite, werden sie von Daar befallen. Und der König zeigte dem Krieger den Weg (den es gibt) zu dem Schwert und dadurch erwarb er seine große Kraft.

Und der König zeigte auch mir mein Spezialgebiet; ich bekam dort, was ich brauchte (mit anderen Worten, der Meister des Gebets, der das alles erzählt, sagte, dass der König ihm den Weg zeigte, woher er Seines nehmen konnte, namentlich das Gebet).

Gleichermaßen hatte der König einen treuen Freund >>Oihev Neeman – einen buchstäblich treuen (oder wirklichen) Geliebten<< (mit anderen Worten, einen guten Freund, einen vertrauenswürdigen Freund >>der den König liebte<<, der den König mit einer wundervollen, eindrucksvollen Liebe liebte. Sie liebten einander so sehr, dass es ihnen unmöglich war, einander für einige Zeit nicht zu sehen. Nichtsdestotrotz gab es Zeiten, da sie getrennt sei mussten, also hatten sie Abbildungen, auf denen sie beide abgebildet waren. Sie pflegten sich zu erfreuen (mit anderen Worten Freude und Befriedigung empfinden) an dem Portrait, wenn sie einander nicht sehen konnten.

Die Bilder zeigten, wie der König und sein treuer Freund sich liebten und einander umarmten und küssten mit großer Liebe. Und die Abbildungen hatten die besondere Macht, dass jeder, der das Bild ansah, große Liebe erreichte (mit anderen Worten, man erwarb die Eigenschaft der Liebe, wenn man das Bildnis sah). Und der treue Freund bekam seine Liebe auch von dem Ort, den der König ihm zeigte.

Es kam eine Zeit, in der jeder zu seinem Ort ging, um dort seine Kraft zu erhalten. Das heißt, der Krieger und alle Leute des Königs, jeder ging hinauf zu seinem Platz, um seine Kraft zu erneuern.

Und eines Tages geschah es – ein sehr großer Sturm blies über die Welt. Und der Sturm vermischte die ganze Welt, stürzte das Meer um zu trockenem Land und trockenes Land in Meer; von der Wildnis in bewohnte Gebiete und von bewohnten Gebieten in Wildnis. Er stürzte die ganze Welt um. Und der Sturm wehte in die Kammer des Königs und tat dort überhaupt nichts (in anderen Worten, dort, in der Kammer des Königs bewirkte der Sturm absolut keinen Schaden).

Nur wehte der Sturm hinein und wehte das Kind der Königstochter weg. Und mitten in der Aufregung, als der Sturm das geliebte Kind wegblies, lief ihm die Königstochter sogleich nach. (In anderen Worten, die Königstochter begann sofort, dem Kind nachzulaufen, um es zurückzuholen; sie lief irgendwohin, niemand wusste, wohin). So auch die Königin und auch der König – sie alle liefen dem Kind nach, bis sie alle verstreut wurden und niemand wusste, wo sie waren. Und wir alle waren nirgendwo in der Nähe während dieser Vorkommnisse, denn damals waren wir alle zu unserem Ort gegangen, um unsere Kraft zu erneuern. Und als wir zurückkamen, konnten wir sie gar nicht mehr finden. Auch die Hand fehlte damals.

So also wurden wir alle verstreut und können nicht mehr zu unserem Ort gehen, um unsere Kraft zu erneuern. Denn da die Welt jetzt umgekippt worden ist, brauchen wir neue Wege; daher können wir nicht mehr hinaufgehen, jeder an seinen Ort, um die Kraft zu erneuern.

Jedoch ist der Eindruck, der uns allen geblieben ist (das heißt, das Zeichen, das kleine Bisschen, das uns allen geblieben ist von vor langer Zeit) ist auch sehr groß. Und wenn dieser Mächtige, (welchen das Land fürchtet) der Krieger des Königs ist, dann ist er sicher ein sehr mächtiger Krieger“. (All das erzählte der Meister des Gebets den Leuten).

Und sie hörten seinen Worten zu und waren sehr erstaunt. Sie hielten nun den Meister des Gebets fest und ließen ihn nicht mehr gehen (denn vielleicht ist der Kämpfer, der über sie kommen will, der Krieger des Königs, mit dem der Meister des Gebets bekannt ist).

Und dieser Krieger kam immer näher an das Land heran und schickte immer Gesandte zu ihnen, bis er das Land erreichte. Dann positionierte er sich unterhalb der Stadt und schickte Gesandte in die Stadt hinein, (um zu hören, was sie wollten – sich zu unterwerfen oder nicht). Sie fürchteten ihn sehr und flehten den Meister des Gebets an, ihnen eine Eitze (Ratschlag, Lösung) zu geben. Der Meister des Gebets sagte ihnen, es sei notwendig, das Verhalten des Kriegers zu inspizieren, damit er dadurch erkennen könne, ob dies der Krieger des Königs sei.

Der Meister des Gebets ging hinaus, dem Krieger entgegen. Er erreichte die Armee des Kriegers, die mit dem Krieger marschierte (das war einer der Wachen) (um zu eruieren, ob es der Krieger sei, den er kannte).

Der Meister des Gebets fragte ihn: „Was tust du? Auf welche Weise kommst du mit diesem Krieger zusammen“?

Er antwortete ihm (das heißt dieser eine Kämpfer antwortete dem Meister des Gebets):

„Was geschah, war dies: Es steht in ihren Chroniken, dass einmal ein großer Sturm über die Welt kam. Der Sturm kehrte die ganze Welt um. Er veränderte das Meer in festes Land und das Festland in Meer; Wildnis in bewohntes Gebiet und bewohnte Gegenden in Wildnis, so vermischte er die ganze Welt. Nach dem Lärm und dem Umbruch – dass die ganze Welt so verwirrt wurde, beschlossen die Menschen der Welt, sich einen König zu machen. Sie begannen zu forschen, wer zum König über sie gemacht werden sollte. Sie argumentierten: ‚Insofern das Wichtigste das ultimative Ziel (Tachles) ist, soll derjenige, der sich am meisten beschäftigt und bemüht ist am Sinn der Welt – er soll König werden‘. Sie begannen zu forschen, was der Zweck sei und viele Meinungen entstanden.

Eine Meinung besagte, der hauptsächliche Zweck sei Ehre. Denn ‚wir sehen, dass die Welt die Ehre als hauptsächlich betrachtet. Denn wenn ein Mensch nicht respektiert wird – das heißt, wenn ein Wort gegen seine Ehre ausgesprochen wird – erlebt er Blutvergießen, denn die wichtigste Sache der Welt ist Ehre. Und sogar nach deren Tod bemühen Menschen sich, ihren Toten Ehre zu erweisen. Sie begraben ihn mit Respekt und so weiter (und sagen ihm: ‚was für dich getan wird, geschieht zu deiner Ehre‘). Obwohl die tote Person nach dem Tod kein Geld mehr will und die tote Person hat jedenfalls keinen Wunsch mehr nach irgendetwas, trotzdem wird geachtet auf die Ehre des Toten und man schützt seine Ehre. Deshalb ist es die Ehre, die das hauptsächliche Ziel ist.

>>Nur einige werden hier in der Folge erklärt und der Rebbe, gesegneten Angedenkens, wollte nicht alle verwirrenden Argumentationen für diese Ansichten erklären. Es gibt darin einige Gedankengänge, die so verwirrend sind, dass man tatsächlich davon irregeleitet werden kann, möge der Barmherzige uns verschonen<<

Sie fuhren fort, derartige Vermutungen anzustellen, dass Ehre die wichtigste Zielsetzung auf der Welt sei, bis es bei ihnen akzeptiert wurde, dass Ehre der ultimative Zweck sei. Deshalb mussten sie eine ehrbare Person finden (das heißt, jemanden mit Ehre) und darüber hinaus solle diese Person nach Ehre streben. Denn das erstrebte Ziel ist schließlich die Ehre. Denn da diese Person Ehre erhält und danach strebt und die menschliche Natur, die den Wunsch nach Ehre hegt, unterstützt – deshalb strengt diese Person sich an für das wichtigste Ziel und hat es erreicht; deshalb verdient so eine Person, König zu sein. (All das war die törichte Meinung dieser Sekte für sie. Und so fanden sie törichte Vermutungen und Schlussfolgerungen, bis sie darin fehlgeleitet wurden und sagten, Ehre sei das Ziel. Genauso alle Fraktionen, die unten erwähnt werden, alle hatten törichte Argumente für törichte Vorstellungen).

Sie gingen auf die Suche nach einer Person. Sie sahen, wie ein Zigeunerbettler getragen wurde und ihm folgten vielleicht fünfhundert Zigeuner. Und der Bettler war blind und bucklig. Alle diese Menschen folgten ihm, weil sie mit ihm verwandt waren, denn er hatte Brüder, Schwestern und zerlumpte >>wörtlich: schlechte<< Nachkommen, bis da eine Vielzahl war – die ihm folgte und ihn trug.

Der alte Bettler war sehr bedacht auf seine Ehre, denn er war eine sehr zornige Person.

Er überhäufte sie immer mit Beschimpfungen und befahl, dass andere ihn tragen sollten und er wurde immer böse auf sie. Somit war er ein sehr ‚ehrbarer‘ Mann, da er so viel Ehre hatte. Auch strebte er nach Ehre, denn er war sehr streng wegen seiner Ehre. Daher gefiel ihnen dieser Bettler und sie nahmen in an als (einen) König. Und weil Land auch einen Effekt hatte, denn es gibt Land, das Ehre erzeugt und förderlich (mesugal) dafür ist und gleichermaßen gibt es Land, das besonders für eine andere Eigenschaft geeignet ist, deshalb wählte diese Sekte (die Ehre als Hauptziel betrachtete) Länder aus, die für die Ehre förderlich waren. Sie fanden so ein Land, das dafür förderlich ist und besiedelten das Land.

Eine andere Sekte sagte, das hauptsächliche Ziel sei nicht die Ehre. Ihr Konzept war, Mord sei das Hauptobjekt. Denn ‚wir sehen, dass alle Dinge, die man auf der Welt findet – Gräser und alle Pflanzen und Früchte und Menschen, sowie alles, das auf der Welt ganz ist – letzten Endes aufhört zu existieren. Daher ist es der wichtigste Zweck aller Dinge, fertig gemacht zu werden (das heißt vernichtet). Daher bringt ein Mörder, der Menschen tötet und vernichtet, die Welt zu ihrem Zweck.

Deshalb kamen sie zu dem Beschluss, das Ziel sei Mord. Sie suchten eine Person, welche ein Mörder war, eine wütende Person und eine extrem rachsüchtige Person. Denn so eine Person kommt dem Ziel am meisten entgegen (in ihrer getäuschten Denkweise) und er verdient es, König zu sein. Sie gingen eine solche Person suchen und hörten einen Schrei.

Sie fragten: „Was ist das - so ein Schrei“?!

Sie antworteten ihm: „Dieser Schrei bedeutet: jemand hat seinen Vater und seine Mutter hingeschlachtet“.

Sie sprachen: „Wo kann man so einen starkherzigen und zornigen Mörder finden, der fähig ist, seinen eigenen Vater und seine Mutter zu ermorden? Dieser Mann hier (das ist der, der seinen Vater und seine Mutter ermordet hat), hat sein Ziel erreicht“!

Und sie waren sehr zufrieden mit ihm und setzten ihn als König über sie ein. Und sie suchten für sich ein Land, das Mord verursacht (das Mord bewirkte). Sie wählten einen Ort in den Bergen, in dem Mörder verweilen und sie gingen und wurden dort sesshaft.

Eine andere Gruppe behauptete, würdig ein König zu sein, sei einer, der eine große Menge Essen habe und das Essen anderer Leute nicht isst – nur feine Lebensmittel, (wie Milch, sodass sein Geist nicht grob werde) – so eine Person sollte König sein. Jedoch konnten sie nicht gleich so eine Person finden, die das Essen anderer Leute nicht essen würde. In der Zwischenzeit wählten sie sich einen reichen Mann, der eine Menge Essen hatte (das etwas feiner war), bis sie so eine Person finden würden, die nicht aß usw.

In der Zwischenzeit machten sie den reichen Mann zum König, bis sie einen fanden, den sie wollten; dann würde der reiche Mann abdanken von seiner Regierung und der andere würde als König eingesetzt werden. Und sie wählten sich ein Land, das dazu geeignet war und siedelten sich dort an.

Eine andere Fraktion sagte, eine schöne Frau sei würdig, König zu sein. Denn das Hauptziel ist schließlich, dass die Welt von Menschen bevölkert werde, denn dafür wurde die Welt erschaffen. Und da eine schöne Frau diese Begierde hervorruft, durch welche die Welt größer wird, (da mehr Menschen geboren werden) – ergibt es sich, dass sie die Welt an ihr Ziel bringt. Daher ist es standesgemäß, dass eine schöne Frau König werde. Sie suchten sich eine schöne Frau aus und sie wurde König über sie. Sie suchten ein Land, das dafür geeignet war und besiedelten es.

Eine andere Fraktion sagte, das vornehmliche Ziel sei die Sprache, denn die Unterscheidung zwischen dem Menschen und einem Tier sei nur die Sprache. Und da dies die Hauptsache sei, die einen Menschen größer mache als ein Tier, daher sei dies das hauptsächliche Ziel (d.h. die Sprache). Also suchten sie sich einen Sprecher (das heißt einen Redner), der wortgewandt sein sollte und der viele Sprachen konnte und immer, die ganze Zeit viel reden würde – denn so eine Person sei das Ziel.

Sie gingen und fanden einen französischen Verrückten, der herumging und zu sich selbst sprach. Sie fragten ihn, ob er Sprachen könne und er kannte einige Sprachen. Nun, solch ein Mann hatte das Ziel gewiss schon erreicht (laut ihrer törichten, getäuschten Meinung), da er ein Meister der Sprachen sei und viel rede – er sprach sogar zu sich selbst. Daher waren sie sehr zufrieden mit ihm und akzeptierten ihn als (einen) König. Sie wählten ein Land, das dafür förderlich war und gingen und ließen sich dort mit ihrem König nieder. Und sicherlich würde er sie auf den richtigen Weg führen!

Eine andere Gruppe sagte, das ultimative Ziel sei das Glück. Denn wenn ein Mensch geboren wird, ist man glücklich, Menschen sind glücklich, wenn eine Hochzeit stattfindet und wenn ein Land erobert wird, sind die Leute glücklich. Daraus lässt sich ableiten, der einzige Zweck sei, glücklich zu sein. Daher suchten sie einen Mann, der immer glücklich sein sollte – denn er ist am Ziel und er soll König über sie sein.

Sie gingen und sahen einen Nichtjuden, der in einem ekelhaften Hemd herumging und eine Flasche Brandy mit sich trug. Und dieser Nichtjude war sehr glücklich, weil er sehr betrunken war. Sie sahen, dass dieser Nichtjude sehr glücklich war und überhaupt keinerlei Sorgen hatte. Sie waren sehr erfreut über ihn, denn er hatte das Ziel erreicht, denn das Ziel ist glücklich sein. Sie akzeptierten, dass der Nichtjude (ein) König über sie sein solle. Und ohne Zweifel führte er sie auf den richtigen Weg!

Und sie suchten ein Land, das dafür geeignet war, das heißt, in dem es Weingärten gab, damit sie Wein herstellen konnten und aus den Samen der Trauben würden sie Brandwein erzeugen; und nichts von den Weinreben sollte verschwendet werden. Denn für sie war es das hauptsächliche Ziel – zu trinken und betrunken zu werden und immer glücklich zu sein, obwohl sie nicht den leisesten Schimmer hatten, weshalb, denn sie hatten gar nichts, um damit glücklich zu sein. Für sie war es jedoch das Hauptziel, immer glücklich zu sein. Und sie wählten ein Land, das dafür geeignet war und besiedelten es.

Eine andere Faktion sagte, das wichtigste Ziel sei Weisheit. Sie suchten sich einen großen Weisen und machten ihn zu (einem) König über sie. Sie suchten ein Land, das dafür geeignet war und sie gingen und ließen sich dort nieder.

Eine andere Gruppe sagte, das hauptsächliche Ziel sei, sich selbst zu kultivieren mit Essen und Trinken, das man Pilleven >>jiddisch<< nennt, um die Glieder zu vergrößern. Also suchten sie einen Mann, der große Glieder hatte und sich entwickelt, um seine Glieder zu vergrößern (d.h. die Glieder seines Körpers). Denn da er große Glieder hat, nimmt er mehr Platz ein in der Welt. Dieser Mann ist dem Ziel näher, denn der Zweck ist, die Glieder zu vergrößern. So eine Person solle daher König werden.

Sie gingen und fanden einen großen Mann (der ein Vejnger >>jiddisch<<). Er gefiel ihnen, da er große Glieder hatte und das war das Ziel. Sie suchten ein Land, das dafür geeignet war und wurden dort sesshaft.

Und es gab eine andere Gruppe, die sagte, alle diese Dinge seien überhaupt kein Ziel. Einzig sei das hauptsächliche Ziel, nur am Gebet zu G-tt, gelobt sei Sein Name, beteiligt zu sein und eine demütige Person zu sein und eine niedrige Person (mit anderen Worten, man solle nichts von sich halten) usw. Also suchten sie sich einen Gebetsleiter und machten ihn zu ihrem König.

(Man wird bereits von selbst verstehen, dass alle diese oben genannten Gruppen sehr falsch dachten und sich in großer Dummheit täuschten – jede Gruppe in ihrer Torheit, durch ihre törichte Logik und ihre törichten Schlussfolgerungen. Nur diese eine Gruppe traf die richtige Wahrheit – so glücklich sind sie!)“

All das berichtete einer der Wächter dem Meister des Gebets. Und er sagte ihm, dass sie (namentlich die Kämpfer, die mit dem Krieger gingen) – sie seien von der Gruppe der ‚Männer der Glieder‘ (das ist die Gruppe, die sagte, das einzige Ziel sei es, die Glieder zu kultivieren und sie zu vergrößern), die sich einen König genommen hatten, der ein ‚Mann der Glieder‘ war.

Und der Tag kam. Eine Kompanie von ihnen (in anderen Worten, viele der starken Männer gingen zusammen) mit den Waggons (die man Ibas >>ukrainisch<<), die ihr Essen, Trinken und andere Dinge transportierten. Nun, die Welt fürchtete diese Männer mit den großen Gliedern sicherlich, denn sie waren große und mächtige Männer. Wer ihnen begegnete, stieg sicher von der Straße hinab für sie.

In der Zwischenzeit, als das Camp der Großgliedrigen so marschierte, kam ein großer Krieger ihnen entgegen (und das war der Krieger, der jetzt mit ihnen geht). Und dieser Krieger ging in das Camp und zerstreute es gleich dort und die Leute im Camp waren sehr erschrocken vor ihm. Und er (der Krieger) ging mitten hinein zwischen die Waggons, die hinter ihnen hergezogen wurden und aß alles auf, was sich dort befand. Das war eine außergewöhnliche Neuigkeit für sie (dass er so tapfer war – dass er überhaupt keine Angst hatte und geradewegs zwischen sie trat und alles aufaß, was sich auf den Waggons befand).

Also fielen sie sofort vor ihn hin und sagten gleich ‚Lang lebe der König‘ (Das heißt, sie machten ihn gleich zu ihrem König). Laut ihrer Auffassung verdiente er sicherlich die Herrschaft, da sie dachten, das Ziel sei, große Glieder zu haben. Und der König wird sicherlich die Herrschaft abtreten, da er so ein Krieger, ein Mann mit Gliedern war. Und so war es – sie nahmen ihn zum König (den Krieger, der ihnen entgegenkam). Und dies war der Krieger, der gerade dabei war, die Welt zu erobern. Und er sagte (d.h. der Krieger, der nun König über sie geworden war), dass er damit etwas anderes meine – damit, dass er herumreist, um die Welt zu erobern. Denn das hatte er gar nicht im Sinn – dass die Welt ihm untergeordnet sei; eher meinte er etwas anderes damit“. (All dies sagte einer der Kämpfer zu dem Meister des Gebets, der ihn fragte, wie er sich den Kämpfern angeschlossen habe – er antwortete ihn all dies).

Der Meister des Gebets fragte ihn: „Woher kommt die Kraft des Kriegers, der nun euer König ist“?

Er antwortete ihm: „Da es ein Land gab, das sich ihm nicht unterordnen wollte, nahm der Krieger sein Schwert, das er besitzt und dieses Schwert hat drei Kräfte: wenn man es aufhebt, fliehen alle Offiziere der Armee usw.“ (und er beschrieb die drei Kräfte, die dem Schwert eigen waren, die dem Krieger seine Macht schenkten, wie schon früher erwähnt).

Als der Meister des Gebets das hörte, verstand er, dass dies sicherlich der Krieger des Königs war. Der Meister des Gebets fragte, ob es möglich sei, eine Audienz bei ihm zu bekommen. Sie antworteten, es müsse zur Genehmigung gemeldet (‚meldeven‘) werden. Sie gingen und meldeten das Gesuch und er wurde gerufen, hineinzugehen. Der Meister des Gebets kam herein zu dem Krieger. Als er hereinkam, erkannten sie einander und da war sehr große Freude zwischen ihnen, dass sie verdient hatten, einander wiederzusehen und vereint zu werden. Und da war Freude und Weinen (Glück und Tränen) zwischen ihnen, denn sie erinnerten sich des Königs und seiner Männer und weinten darüber; daher gab es zwischen ihnen Freude und Tränen. Der Meister des Gebets begann, mit dem Krieger zu diskutieren, wie es geschehen war, dass sie hier gelandet waren.

Der Krieger erzählte dem Meister des Gebets, es habe einen Sturmwind gegeben – als sie alle verstreut geworden waren – als er zurückkam von dort, wo er seine Kraft erneuert hatte, konnte er den König und alle seine Leute nicht finden, also ließ er sich führen, wohin er ging. Und er ging an allen vorüber, d.h. er verstand, dass er an einem Ort war, an dem der König war und an dem alle seine Leute sich befanden. Das heißt er war an einem bestimmten Ort und er verstand, dass der König sicherlich da war. An diesem Ort war es jedoch nicht möglich, ihn zu suchen und zu finden. Und er kam an einem anderen Ort vorüber und verstand, dass die Königin sicherlich dort war, es war jedoch unmöglich, sie zu suchen und zu finden. Und so kam er an allen Leuten des Königs vorbei.

„Nur an dir ging ich nicht vorüber“! (Das heißt, der Krieger sagte das zu dem Meister des Gebets, dass er an allen Orten vorbeigegangen war, nur an dem Platz des Meisters des Gebets ging er nicht vorbei).

Der Meister des Gebets antwortete ihm und sagte: „Ich ging an allen Orten vorbei, auch an deinem Ort, denn ich kam an einem gewissen Ort vorbei und sah die Königskrone dort stehen. Ich verstand, dass der König sicherlich dort war, jedoch konnte ich ihn nicht suchen und finden.

Und so ging ich weiter und ging vorbei an einem Meer von Blut. Ich verstand, dass dieses Meer sicherlich aus den Tränen der Königin besteht, die über all dies weint und dass die Königin sicher hier war, ich konnte sie jedoch nicht suchen und finden.

Und so kam ich an einem See aus Milch vorüber und ich verstand, dass dieser See aus der Milch der Königstochter besteht, deren Sohn verloren war. Die Milch drückte sie, daraus entstand der See aus Milch. Die Königstochter ist sicher dort, es war mir jedoch unmöglich, sie zu suchen und zu finden.

Ich ging weiter und sah das goldene Haar des Kindes ausgebreitet, aber ich nahm nichts davon. Und ich wusste, dass das Kind ganz sicher da war, jedoch konnte ich es weder suchen, noch finden.

Und so ging ich weiter und kam an einem Ozean voll Wein vorbei. Ich wusste, dass dieser Ozean ganz sicher durch die Rede des Redners erzeugt wurde, der steht und dem König und der Königin Trost ausspricht. Er wendet dann sein Angesicht und spricht der Königstochter Trost aus. Aus diesen Worten entstand der Ozean aus Wein (wie geschrieben steht >>Gesang 7:10<<, ‚dein Gaumen ist wie guter Wein‘); ich konnte ihn jedoch nicht finden.

Und so ging ich weiter und sah einen Stein, an dem gemeißelt war, genau wie auf der Hand mit ihren Furchen, die bei dem König gewesen war. Ich verstand, dass der Weise sich die Abbildungen auf der Hand in den Stein gemeißelt hatte, es war jedoch nicht möglich, ihn zu finden.

Und so ging ich weiter und sah auf einem Berg die goldenen Tische, die Vitrinen und die übrigen Schätze des Königs. Ich verstand, dass der Schatzmeister des Königs (d.h. jener, der für alle Schätze des Königs verantwortlich war) sicherlich da war, es war jedoch unmöglich, ihn zu finden“. (Dies alles erzählte der Meister des Gebets dem Krieger).

Der Krieger antwortete: „Ich ging auch an allen diesen Orten vorbei und ich nahm von dem goldenen Haar des Kindes, denn ich nahm sieben Haare, die alle verschiedenen Farben hatten und sie sind mir sehr lieb.

Ich ließ mich nieder und ernährte mich mit allem Möglichen, Gras und dergleichen, bis ich keine Nahrung mehr hatte. Ich ging, wohin der Weg mich führte. Und als ich meinen Platz verließ, vergaß ich meinen Bogen dort“.

Und der meister des Gebets sagte: „Ich habe diesen Bogen gesehen! Und es war sicherlich dein Bogen, aber ich konnte dich nicht finden“.

Der Krieger erzählte dem Meister des Gebets weiter: „Als ich meinen Ort verließ, ging ich, bis ich diese Kompanie traf (der Rest der großgliedrigen Menschen). Ich begab mich in ihre Mitte, weil ich sehr hungrig war und essen wollte. Sobald ich in ihrer Mitte war, machten sie mich gleich zu ihrem König. Und nun gehe ich, um die Welt zu erobern und mein Ziel ist: vielleicht werde ich den König und seine Leute finden können“.

Der Meister des Gebets begann, mit dem Krieger zu diskutieren: „Was soll geschehen mit diesem Volk“? Das heißt mit dem Land, das so sehr in die Begierde nach Geld gefallen ist, in einem Ausmaß, dass sie die verrückten Torheiten ausgedacht haben, dass die, welche Geld haben, Götter für sie sind, wie auch die anderen Torheiten, welche das Land hatte.

Der Krieger antwortete dem Meister des Gebets, dass er von dem König gehört hatte, dass es möglich sei, einen Menschen von allen möglichen Begierden zu befreien. Jedoch jemand, der der Begierde nach Geld verfallen war, den konnte man unmöglich, auf keine Weise, befreien.

„Deshalb wirst du keinerlei Wirkung auf sie haben, denn es ist ganz und gar unmöglich, sie davon zu befreien. Obgleich es den Weg gibt, sie durch die Kraft des Schwertes“ – durch die er seine Kraft erhält – „nur auf diesem Weg kann man die Begierde nach Geld lösen von jemandem, der ihr verfallen ist“. (So hatte er es vom König gehört).

Der Krieger blieb eine Weile mit dem Meister des Gebets zusammen. Was das Land betraf, das von dem Meister des Gebets verlangt hatte, für sie den Krieger aufzusuchen, sie gewährten die Zeit.

Danach machten sie untereinander Zeichen aus, das heißt der Meister des Gebets und der Krieger tauschten Zeichen aus, sodass sie einander erkennen konnten. Dann ging der Meister des Gebets seiner Wege.

Als der Meister des Gebets weiterging, sah er Leute gehen, die G-tt, gelobt sei Er, anflehten und beteten und Gebetbücher trugen. Er hatte Angst vor ihnen und sie hatten auch Angst vor ihm. Er begann zu beten und sie standen ebenfalls auf, um zu beten.

Dann fragte er sie „Wer seid ihr“?

Sie antworteten ihm: „Insofern es einen Sturmwind gegeben hat, wurde die Welt in viele Fraktionen geteilt – die wählten eine Sache, die anderen eine andere (wie alle verschiedenen Fraktionen, die früher erklärt wurden). Zu dieser Zeit wählten wir für uns, die Hauptsache sei, immer mit Gebeten zu G-tt, gelobt sei Er, beschäftigt zu sein. Wir suchten und fanden einen Meister des Gebets und machten ihn zu unserem König.

Als der Meister des Gebets dies hörte, wurde er sehr erfreut, denn das war es, was er wollte. Er begann, sich mit ihnen zu unterhalten und zeigte ihnen die Reihenfolge seiner Gebete, seine Bücher und seine Sachen >>Ideen<<, die er hatte, was Gebete betraf. Als sie ihn reden hörten, wurden ihre Augen geöffnet und sie sahen die Größe des Meisters des Gebets. Sie machten ihn augenblicklich zu ihrem König und ihr König sagte seine Regentschaft ihm zugunsten ab. Denn sie sahen in ihm einen sehr großen Menschen und dass er auf einem sehr hohen Niveau erhaben war. Der Meister des Gebets unterrichtete sie, erleuchtete ihre Augen und zeigte ihnen, wie man zu G-tt, gelobt sei Er, betete. Und er machte sie zu sehr großen, vollständigen Zaddikim (gerechten Menschen). Denn sie waren auch vorher Zaddikim gewesen, da sie sich nur mit Gebeten beschäftigt hatten, doch der Meister des Gebets öffnete ihre Augen und sie wurden zu besonders großen Zaddikim. Der Meister des Gebets sandte einen Brief an den Krieger und informierte ihn, dass er so privilegiert war und solche Menschen gefunden hatte, die er gewünscht hatte und König über sie geworden war.

Nun, dieses Land (das war das Land des Reichtums, dessen hauptsächliche Zielsetzung Geld war usw.) fuhr fort, sich mit ihren Dingen und Andachten zu beschäftigen (d.h. sie taten verrückte Dinge und brachten ihren Göttern Opfer dar – d.h. denen, die viel Geld hatten). Und die zusätzliche Frist, die der Krieger ihnen gewährt hatte, würde bald ablaufen. Sie fürchteten sich sehr und hielten Andachten und brachten Opfer und Weihrauch und betätigten sich mit Gebeten zu ihren Göttern. Sie fingen ein kleines Tier, das heißt, jemanden, der wenig Geld hatte und brachten ihn als Opfer für ihre Götter. Und sie waren überzeugt, dass sie ihren ersten Plan - zu dem Land zu senden, in dem alle Götter waren, beizubehalten, denn sie hatten dort außerordentlich großen Reichtum (was sie in ihren Augen alle zu Göttern machte). Jenes Land würde sie sicher retten, da sie alle ‚Götter‘ waren. Sie taten es und schickten Gesandte in jenes Land.

In der Zwischenzeit, als die Gesandten auf dem Weg waren, verirrten sie sich. Sie machten einen Mann aus, der mit einem Stock ging und dieser Stock war mehr Wert, als alle ihre Götter. Das heißt, der Stock war mit überaus teuren Diamanten besetzt, so dass der Stock mehr Wert besaß, als alle ihre Götter, sogar der Götter des Landes, zu dem sie unterwegs waren. Außerdem trug der Mann einen Hut, der mit Diamanten besetzt war und ebenfalls ein Vermögen Wert war.

Sobald die Gesandten diesen Mann sahen, fielen sie vor ihm nieder und bückten sich vor ihm. Denn laut ihrer törichten Anschauung war dies der Gott über alle Götter, da er solch überaus großen Reichtum besaß. (Der Mann, dem sie begegneten, war der Schatzmeister des Königs.

Der Mann sprach zu ihnen: „Dies ist für euch ein Novum? Kommt mit mir, ich werde euch Reichtum zeigen“!

Er führte sie auf den Berg hinauf, wo die Schatzkammer des Königs eingerichtet war und er zeigte ihnen die Schatzkammer. Sobald sie die Schatzkammer sahen, fielen sie nieder und bückten sich, denn er war ein Gott über alle Götter (laut ihrem törichten und fehlgeleiteten Verstand, da ihr wesentlicher Glauben Geld war).

Obgleich sie keine Opfer darbrachten, denn sie hätten sich ihm sicherlich selbst geopfert – jedoch als die Gesandten abreisten, hatte man sie gewarnt, unterwegs keine Opfer zu bringen, sonst wäre keiner von ihnen übriggeblieben. Denn sie fürchteten, falls sie unterwegs Opfer bringen wollten, würde keiner bleiben. Denn vielleicht würde einer auf dem Weg einen Schatz finden – vielleicht würde einer in einem Badehaus einen Schatz finden (der für ihn einen Gott darstellte). Er würde sich ihm dann selbst opfern wollen und keiner würde übrigbleiben. Daher hatte das Land die Gesandten gewarnt, sie sollen unterwegs keinesfalls Opfer bringen. Daher brachten die Gesandten dem Schatzmeister kein Opfer dar, doch eines war ihnen klar – dass er ein Gott über alle Götter war, da er so unermesslichen, erstaunlichen Reichtum besaß.

Die Gesandten kamen zu dem Beschluss: „Welchen Grund hatten sie noch, zu dem Land zu gehen, zu dem sie geschickt worden waren, in dem alle extrem reiche Leute waren, die sie als Götter betrachteten? Dieser Mann war viel besser, denn von ihm konnten sie sicher eine Errettung erwarten. Denn er ist ein Gott über alle Götter (laut ihrer wahnsinnigen Vorstellung), da er solch außergewöhnlichen, großen Reichtum besitzt, mehr als jeder (vielmals mehr)“?

Deshalb flehten sie den Mann an, er solle mit ihnen in ihr Land gehen. Er willigte ein, ging mit ihnen und betrat das Land. In dem Land wurde groß gefeiert, dass sie so einen ‚Gott‘ erworben hatten. Jetzt waren sie sicher, dass sie eine Erlösung erfahren würden, da er ein Gott war, weil er so ein großes Vermögen besaß.

Dieser Mann (der des Königs Schatzmeister war und von den Landsleuten als ‚Gott‘ angenommen worden war) ordnete an, dass einstweilen, bis erforderliche Ordnung im Lande herrschen würde, keine Opfer dargebracht werden sollten. (Denn dieser Schatzmeister war in Wirklichkeit ein großer Zaddik)

Die Leute des Landes flehten ihn an wegen des Kriegers, vor dem sie schreckliche Angst hatten.

Der Schatzmeister antwortete ihnen auch: „Könnte das der Krieger sein (den er kannte)“?

Der Schatzmeister ging hinaus und ging zu dem Krieger und fragte die Leute des Kriegers, ob es wohl möglich sei, dass man ihm eine Audienz bei ihm gewähre. Sie sagten, sie würden es erfragen.

Sie meldeten es. Er ordnete an, er solle hineingelassen werden und der Schatzmeister trat vor den Krieger. Sie erkannten einander und es wurde gefeiert und sie weinten wie früher (das heißt, sie waren glücklich, dass sie es verdient hatten, einander zu finden, weinten jedoch sehr heftig – wie könne der Rest der früher genannten Menschen auch hergebracht werden?)

(Und sie erzählten einander, wie es sich entwickelt hatte, dass sie hier angekommen seien). Der Schatzmeister erzählte, er sei an allen vorbeigekommen, das heißt, dem Palast des Königs mit all seinen Leuten. Nur bei beiden sei er nicht vorbeigekommen, an dem Ort des Meisters des Gebets und an dem Krieger, da sei er nicht vorbeigegangen.

Der Schatzmeister sprach mit dem Krieger über das Land, das so irregeleitet worden war und so getäuscht durch Geld, in dem Ausmaß, dass sie solchen Torheiten verfallen waren.

Der Krieger antwortete dem Schatzmeister, was er dem Meister des Gebets gesagt hatte, das er vom König gehört hatte, dass wer auch immer der Gier nach Geld verfallen sei, auf keine Weise davon befreit werden könne, außer durch das Schwert, durch welches der Krieger seine Macht erhielt.

Sie verlängerten die Frist, das heißt, der Schatzmeister überzeugte den Krieger, dem Land noch eine Frist zu gewähren. Der Krieger gewährte ihnen noch eine Frist.

Dann machten sie Zeichen aus – der Schatzmeister und der Krieger – und der Schatzmeister verließ den Krieger und kehrte zurück in das Land. (Nun tadelte der Schatzmeister sie, indem er sie streng zurechtwies wegen ihrer bösen Wege – dass sie derart erniedrigt geworden waren in (ihrer Gier nach) Geld. Doch er konnte sie nicht davon abbringen, da sie bereits so fest verwurzelt waren darin. Nichtsdestotrotz, da der Meister des Gebets, wie auch der Schatzmeister viel mit ihnen sprachen, wurden sie schon etwas verwirrt. Sie pflegten zu sagen: „Im Gegenteil! Überzeugt uns“! Obwohl sie festhielten an ihrer törichten Vorstellung und nicht überzeugt werden wollten, von ihrem Unsinn abzulassen. Trotzdem, wenn sie getadelt wurden, sagten sie immer: „Im Gegenteil, wenn es wirklich so ist, dass wir uns irren, bitte überzeugt uns von unserem Irrtum“!

Der Schatzmeister antwortete ihnen: „Ich habe einen Vorschlag für euch (gegen den Krieger). Denn ich kenne die Macht des Kriegers und woher er seine Kraft holt“. Und er erzählte ihnen von dem Schwert, woher der Krieger seine Kraft holte.

„Deshalb werde ich mit euch zu dem Ort des Schwertes gehen und dadurch werdet ihr euch gegen den Krieger erheben können (denn ihr werdet auch von dort Kraft holen).

Und die Absicht des Schatzmeisters war: Wenn sie einmal an den Ort des Schwerts kämen, wären sie schon befreit von ihrer Gier nach Geld (denn durch die Wege des Schwerts wird ein Mensch von dem Verlangen nach Geld geheilt).

Das Land akzeptierte seinen Vorschlag und schickte ihre Magnaten, die für sie Götter waren, damit sie mit dem Schatzmeister zu dem Schwert mitgehen konnten. (Und die Götter, das heißt die Magnaten gingen in Gold und Silber gekleidet, da dies für sie das Wichtigste war). So gingen sie zusammen, der Schatzmeister und die Magnaten des Landes, die sie Götter nannten.

Der Schatzmeister informierte den Krieger von diesem Vorhaben, da er mit ihnen ging, um den Ort des Schwerts aufzusuchen und seine Absicht war, vielleicht würde er würdig sein, den Ort des Königs und seiner Leute zu finden.

Der Krieger antwortete: „Ich werde auch mit dir gehen (damit die Leute, die mit dem Schatzmeister gingen, nicht wissen sollten, dass er der Krieger selbst war) und er ging auch mit dem Schatzmeister mit. Sie (der Schatzmeister und der Krieger) beschlossen, den Meister des Gebets ebenfalls darüber zu informieren. Sie informierten ihn und er antwortete, er werde auch mitgehen. Und der Meister des Gebets befahl seinen Leuten dafür zu beten, dass G-tt, gelobt sei Er, ihr Unternehmen erfolgreich machen solle – damit sie würdig seien, den König und seine Leute zu finden.

Der Meister des Gebets pflegte immer dafür zu beten, dass der König und seine Leute gefunden werden mögen. Er pflegte seine Leute immer zu bitten, dafür zu beten und schrieb ihnen Gebete auf, damit sie dafür beten konnten. Jetzt, da er mit dem Schatzmeister und dem Krieger mitgehen wollte, damit sie gemeinsam nach dem König und seinen Leuten suchen konnten, drängte er sehr darauf, dass sie noch mehr und ständig dafür beten sollten – damit sie es verdienen mögen, sie zu finden.

Der Meister des Gebets kam zu dem Schatzmeister und dem Krieger und zwischen ihnen gab es natürlich große Freude – Feiern und Tränen, wie früher.

Alle drei gingen zusammen, das heißt, der Schatzmeister, der Krieger und der Meister des Gebets, mit den Göttern, das heißt, den Magnaten des Landes (die in ihrem Land Götter genannt wurden). Rund um das Land standen Wachen.

Sie fragten die Wachen: „Welche Art von Land ist dies und wer ist sein König“?

Die Wachen antworteten: „Insofern es einen großen Sturm gegeben hat, durch den die Welt in viele verschiedene Fraktionen geteilt wurde (das heißt, viele Meinungen, jede Abteilung hatte ihre eigene Meinung), hatten die Leute dieses Landes für sich entschieden, Weisheit sei die größte Wissenschaft – und sie nahmen sich einen großen Weisen als König. Vor nicht zu langer Zeit fanden sie einen außergewöhnlich großen weisen Mann, der ein unglaublich großer Gelehrter sei. Der König gab seinen Thron für ihn auf und sie nahmen ihn als König, da für sie das Wichtigste die Weisheit ist.

Die Drei (der Schatzmeister, der Krieger und der Meister des Gebets) sagten, es scheine, dass dies unser Weiser (das heißt der Weise des Königs) sein müsse. Sie fragten, ob es möglich sei, eine Audienz bei ihm gewährt zu bekommen.

Sie antworteten ihm: „Es muss angekündigt werden“.

Sie gingen und beantragten eine Audienz und er bat sie herein. Sie (das heißt die Drei) gingen hinein zu dem Weisen, der in dem Land König geworden war. Sie erkannten einander und dieser Weise war tatsächlich der Weise des Königs. Da gab es sicherlich große Feierlichkeiten – Freude und Weinen, denn sie weinten: „Wie kann es uns vergönnt sein, den König zu finden“?

Sie fragten den Weisen, ob er etwas wisse über des Königs Hand. Er antwortete ihnen, die Hand sei bei ihm, jedoch seit der Zeit, da sie durch den großen Sturmwind verstreut worden waren, wolle er die Hand überhaupt nicht mehr ansehen, denn die Hand gehöre ausschließlich dem König. Nur hatte er sich ein Abbild der Hand in einen Stein gemeißelt, um es ein wenig für seine Belange zu benützen, in der Hand jedoch sehe er nicht mehr nach.

Sie diskutierten mit dem Weisen, auf welche Weise sie hierhergekommen waren. Er erzählte ihnen, dass er seit der Zeit des großen Sturmwinds hierhin und dahin gegangen sei (und als er so ging, kam er an allen Leuten des Königs vorbei, außer an ihnen, das heißt bei dem Ort des Meisters des Gebets, des Kriegers und des Schatzmeisters), bis dieses Land ihn gefunden hatte und ihn annahm als ihren König. Und nun, in der Zwischenzeit, müsse er sie leiten, wie es ihre Art ist, übereinstimmend mit ihren Paradigmen, bis er sie, mit verstreichender Zeit, zu der richtigen Wahrheit führen könne.

Sie sprachen mit dem Weisen über dieses Land, das vom Geld so verführt worden war usw.

Sie sagten: „Wenn wir verworfen worden wären und verstreut, nur wegen dieses Landes, damit wir es verbessern können und die Menschen zu der Wahrheit bekehren, so wäre auch dies es Wert, denn sie sind so verführt“.

Denn in Wahrheit waren alle diese erwähnten Fraktionen, die jede ihren Unsinn gewählt hatte – diese wollten Ehre, die anderen Mord usw. - sie waren alle getäuscht und verloren und mussten zu dem richtigen Weg geführt werden. Denn sogar die Sekte, die für sich gewählt hatte, Weisheit sei das Wichtigste, auch sie hatten den wirklichen Zweck nicht erreicht und mussten von ihrem Irrglauben hinweggeführt werden. Denn sie waren unter dem Einfluss fremder Weisheiten und der Häresie. Jedoch ist es leichter, Menschen von all diesen Torheiten zu befreien, doch diese, die sich so sehr täuschen, dass sie dem Götzendienst des Geldes verfallen, sie kann man nicht davon befreien.

Und der Weise antwortete ihnen auch, dass auch er von dem König gehört hatte, es sei möglich, Menschen von allerlei Begierden zu befreien, jedoch von der Begierde nach Geld sei es nicht möglich, befreit zu werden, nur durch das Schwert. Der Weise sagte, er werde auch mit ihnen gehen und alle vier machten sich gemeinsam auf den Weg. Und die törichten ‚Götter‘ (das waren die Reichen des Landes) gingen auch mit ihnen.

Sie kamen zu einem gewissen Land und fragten ebenfalls den Wächter: „Was für eine Art von Land ist dies und wer ist euer König“?

Sie antworteten: „Insofern es einen großen Sturmwind gegeben hat, wählten die Leute dieses Landes für sich, das wahre Ziel sei die Sprache. Sie wählten einen wortgewandten Redner, der ein Meister der Sprachen ist, zu ihrem König. Später fanden sie einen außergewöhnlich großen Barden und Redner – einen Meister der Sprache und Rhetorik. Sie nahmen in als König an, da der König ihm zugunsten abdankte, weil er so wortgewandt war.

Sie erkannten: „Das ist sicherlich der Sprecher unseres Königs“. Sie fragten ebenfalls, ob es möglich sei, eine Audienz bei dem König zu erhalten.

Sie antworteten: „Es muss angekündigt werden“.

Sie kündigten es an und er befahl, sie hereinzulassen.

Sie gingen hinein zu dem König und es war der Sprecher des Königs. Sie erkannten einander und auch hier gab es große Freude, wie auch Tränen zwischen ihnen.

Der Sprecher ging auch mit ihnen und sie begaben sich weiter auf die Suche – vielleicht würden sie alle Restlichen finden. Denn sie sahen, dass G-tt, gelobt sei Er, ihnen half; jedes Mal fanden sie ihre Freunde. Und sie schrieben dies ihrem koscheren Meister des Gebets zu, der immer dafür betete und durch seine Gebete verdienten sie es, jedes Mal ihre Freunde zu finden.

Sie gingen und kamen zu einem gewissen Land und fragten: „Was für ein Land ist das und wer ist euer König“?

Sie antworteten ihm, sie seinen von der Gruppe, die für sich gewählt hatte, das Hauptziel sei, betrunken zu werden und glücklich zu sein. Sie hatten sich einen Trunkenbold als König gewählt, weil der immer glücklich war. Später fanden sie einen Mann, der mitten in einem Ozean von Wein saß und sie waren sehr begeistert über ihn, denn er musste wahrhaftig ein sehr großer Trunkenbold sein, wenn er in einem Meer von Wein saß. Sie ernannten ihn zum König.

Sie baten um eine Audienz bei ihm und sie (die Wachen) gingen und erbaten es. Sie gingen hinein zum König und es war des Königs treuer Freund, der in einem Meer von Wein gesessen hatte, das von der Rede des Sprechers stammte, der sie getröstet hatte, wie beschrieben. (Und die Landsleute dachten, er sei ein großer Trunkenbold, da er in einem Ozean voller Wein saß, also machten sie ihn zum König). Als sie hineingingen, erkannten sie einander und es war voller Freude und Tränen, wie zuvor. Und der treue Freund ging auch mit ihnen.

Sie gingen weiter und kamen zu einem gewissen Land. Sie fragten die Wächter: „Wer ist euer König“?

Sie antworteten, ihr König sei eine schöne Frau, insofern als sie das Ziel erreicht habe – denn das Ziel ist die Bevölkerung der Welt (das heißt, die Welt soll von Menschen bewohnt werden). Anfänglich hatten sie eine schöne Frau zur Königin; danach fanden sie eine Frau von ganz außergewöhnlicher Schönheit und sie nahmen sie als Königin an.

Sie verstanden, dass dies sicherlich die Tochter des Königs sein musste. Sie baten auch hier um eine Audienz und sie verkündeten es. Sie traten ein bei der Königin und erkannten, dass es die Tochter des Königs selbst war. Und die Freude, die dort herrschte, war sicherlich unbeschreiblich.

Sie fragen: „Wie bist du hierhergekommen“? Sie erzählte ihnen, dass der Sturmwind das geliebte (männliche) Kind aus seiner Krippe gerissen hatte, sie sei unmittelbar während der Panik dem Kind nachgelaufen, konnte es jedoch nicht finden. Die Milch drückte sie und daraus entstand der See aus Milch. Dieses Land hatte sie gefunden und als Königin akzeptiert. Dann gab es ein großes Freudenfest.

Und sie weinten auch sehr über das Kind, das nicht da war und über ihren Vater und ihre Mutter, über deren Wohlergehen sie >>des Königs Tochter << nichts wusste. Und das Land hatte bereits einen König, denn der Gemahl der Königstochter – die hier Königin geworden war – denn der Krieger war ihr Gatte – also hatte das Land schon einen König.

Die Königstochter bat den Meister des Gebets, in der Zwischenzeit in ihrem Land herumzureisen und es ein wenig zu läutern von seinem abstoßenden Laster. Da bei ihnen die Hauptsache eine schöne Frau war, waren sie sicherlich sehr beschmutzt und ihrer Lust tief verfallen.

Daher bat sie den Meister des Gebets, er solle sie in der Zwischenzeit etwas reinigen (das heißt, er solle ihnen Mussar (Tadel) sagen, damit sie nicht so tief in diesem Begehren nach Zügellosigkeit seien), damit sie nicht so grob seien in diesem Laster. Denn außer dem Verlangen war es bei ihnen wie ein Glauben (denn bei allen Gruppen, die ihr Laster als Zweck betrachteten, war das wie ein Glauben). Darum bat sie den Meister des Gebets, zu ihnen zu gehen, um sie ein wenig zu läutern.

Danach gingen sie alle auf die Suche nach den anderen. Sie gingen und kamen zu einem gewissen Land und fragten: „Wer ist euer König“?

Sie antworteten, ihr König sei ein Einjähriger. Denn sie waren von der Fraktion, die es für sich gewählt hatten, dass wer immer eine Fülle von Essen hatte und sich nicht ernährt davon, was andere essen – er solle ihr König sein. Sie hatten übergangsmäßig einen reichen Mann als König aufgenommen. Dann fanden sie einen Mann, der in einem See aus Milch saß und sie waren außergewöhnlich zufrieden mit ihm, weil er sich sein Leben lang von Milch ernährt hatte und nicht von dem ernährt wurde, was andere Menschen essen – deshalb erwählten sie ihn zu ihrem König. Und aus diesem Grund wurde er Einjähriger genannt – da er von Milch lebte, wie ein Einjähriger.

Sie erkannten, dass dies sicherlich ihr Kind war. Sie erbaten eine Audienz bei ihm und man ging und verkündete es. Sie gingen zu ihm hinein und sie erkannten einander. Er erkannte sie auch, obwohl er nur ein kleines Kind gewesen war, als er weggerissen worden war. Nichtsdestotrotz, weil er seit seiner Geburt eine reifer Weiser war, da er mit großer Weisheit geboren worden war, deshalb erkannte er sie und sie erkannten ihn selbstverständlich. Dort gab es natürlich eine sehr große Feier, obwohl sie immer noch weinten, dass sie nichts wussten über den König und die Königin.

Und sie fragten ihn: „Wie bist du hierhergekommen“? Er erzählte ihnen, als der Sturmwind ihn davongetragen hatte, trug er ihn, wohin er ihn trug. Er war dort, an jenem Ort und ernährte sich davon, was er vorfand, bis er zu dem See voller Milch kam. Er verstand, dass dieser See ganz gewiss aus der Milch seiner Mutter bestand, denn die Milch setzte sie unter Druck, auf diese Weise kam der See zustande. Er wurde dort sesshaft und wurde von der Milch ernährt, bis diese Landsleute kamen und ihn als König einsetzten.

Danach kamen sie zu einem Land und sie fragten: „Wer ist euer König“? Und sie antworteten, dass sie sich als Ziel Mord ausgewählt hatten und einen gewissen Mörder zum König gemacht hatten. Dann fanden sie eine Frau, die in einem See von Blut saß, also nahmen sie sie als König, denn sie dachten, das sei sicher ein großer Mörder, da sie in einem Ozean aus Blut saß. Sie baten auch hier um eine Audienz und man ging und verkündete es. Sie gingen zu ihr hinein und es war die Königin, die unaufhörlich weinte und ihre Tränen wurden zu einem Ozean voll Blut. Sie erkannten einander und es gab natürlich ein riesengroßes Fest dort, obgleich sie immer noch weinten, da sie nichts wussten von dem König.

Sie gingen weiter und kamen zu einem gewissen Land. Sie fragten: „Wer ist euer König“? Sie antworteten, sie hätten sich eine gewisse ehrbare Person als König gewählt, denn Ehre sei der Hauptzweck. Dann fanden sie einen alten Mann auf einem Feld sitzen, mit einer Krone auf dem Kopf. Sie waren sehr zufrieden mit ihm, denn er musste viel Ehre besitzen, da er in einem Feld saß, geschmückt mit einer Krone. Also ernannten sie ihn zu ihrem König.

Sie erkannten, dass dies sicherlich ihr König selbst sein musste und baten auch um eine Audienz bei ihm. Sie gingen und fragten und sie kamen zu ihm hinein und erkannten, dass er der König selbst war.

Und die Freude, die sie empfanden, war sicherlich nicht nachvollziehbar. Und die törichten ‚Götter‘, (das waren die sehr Reichen von dem Land des Reichtums, die mit ihnen gingen) reisten mit ihnen und konnten auf keinerlei Weise verstehen, was da vorging – weshalb es hier so viel Freude gab.

Und jetzt war die ganze heilige Versammlung >>Kibbutz<< wieder zusammengekommen, der König und alle heiligen Menschen. Sie sandten den Meister des Gebets in alle Länder (d.h. alle Länder, die sich etwas Schlechtes zum Ziel gesetzt hatten), damit er sie verbessern und läutern konnte; er solle sie von ihren Irrtümern befreien, jedes Land aus seinem Laster und seinem Unsinn, denn sie waren alle getäuscht. Nun hatte der Meister des Gebets sicherlich die Macht, zu ihnen zu gehen und sie auf den rechten Weg zu führen, denn er hatte die Macht und Erlaubnis erhalten von dem König aller Länder, denn hier waren alle Könige (weil der König und seine Leute, die zusammengekommen waren – sie alle waren die Könige aller Länder und Fraktionen).

Der Meister des Gebets ging mit ihrer Macht, um sie zu läutern und sie zu „Tschuwa“ (Buße) zurückzubringen.

Der Krieger sprach mit dem König bezüglich des Landes, das so sehr in den Götzendienst des Geldes gefallen war.

Der Krieger sprach zum König: „Ich habe von dir gehört, dass durch die Kraft, die ich durch das Schwert habe – durch sie ist es möglich, jemanden, der in den Götzendienst an Geld verfallen ist, herauszuholen“.

Der König antwortete: „Ja, so verhält es sich“.

Der König sagte zu dem Krieger (die Art, wie man sie aus der Gier nach Geld herausholen kann): „Insofern es auf dem Weg, den man zu dem Schwert gehen muss, einen Seitenweg gibt, auf diesem Weg kommt man zu einem feurigen Berg und auf diesem Berg kauert ein Löwe. Und dieser Löwe, wenn er essen muss, überfällt er die Herden und nimmt sich Schafe und Vieh und frisst sie auf. Und die Hirten wissen das und hüten die Schafe sehr intensiv vor ihm, jedoch der Löwe achtet nicht darauf – wann immer er essen will, überfällt er die Herden. Die Hirten knallen und klopfen und stürmen gegen ihn; der Löwe jedoch hört das alles nicht, er nimmt sich einfach ein Schaf oder ein Stück Vieh, brüllt und frisst es auf. Und der feurige Berg ist total unsichtbar (mit anderen Worten, es gibt einen Berg aus Feuer dort, nur sieht man ihn nicht).

Und darüber hinaus gibt es noch einen anderen Weg, auf diesem Weg kommt man an einen Ort, der Kech (Küche) genannt wird. Und dort, in jener Küche gibt es alle Arten von Essen. Und in der Küche gibt es überhaupt kein Feuer; vielmehr wird das Essen durch den feurigen Berg gekocht. Und der feurige Berg ist sehr weit entfernt von dort, doch Kanäle und etwas Ähnliches wie Röhren führen von dem feurigen Berg in die Küche und dadurch wird das Essen gekocht. Und die Küche ist überhaupt nicht sichtbar, jedoch gibt es ein Zeichen (-Hinweis) – es gibt Vögel, die dort stehen auf der Küche und durch sie weiß man, dass sie dort ist. Und die Vögel schweben mit ihren Flügeln und fachen auf diese Art das Feuer an oder blasen das Feuer aus. Das bedeutet, durch das Flattern der Flügel blasen sie auf das Feuer fachen es an und auch durch dieses Flattern blasen sie es aus, damit es nicht zu sehr flammen solle, mehr als notwendig). Und sie blasen auf das Feuer, wie es für die Speisen notwendig ist, das heißt, eine Speise braucht so ein Feuer, eine andere Speise braucht ein anderes Feuer – immer abhängig von dem Essen, so blasen die Vögel auf das Feuer“. (Der König sagte das alles zu dem Krieger).

„Deshalb sollst du sie führen (die Leute des Landes des Reichtums, die dort ‚Götter‘ sind), vorerst gegen den Wind, damit die Aromen der Speisen sie erreichen. Dann, wenn du ihnen die Speisen gibst, werden sie sicher schon die Gier nach Geld abwerfen“.

Der Krieger tat alles so und führte diese Leute, die Magnaten aus dem Land des Reichtums, die in ihrem Land ‚Götter‘ sind, die mit dem Schatzmeister hierherkamen. Und als sie das Land mit dem Schatzmeister verließen, gaben ihnen die Landsleute Erlaubnis zu tun, was getan werden musste und das ganze Land muss sich dem fügen, was sie tun würden.

Der Krieger nahm diese Menschen und führte sie auf den Weg (den der König ihm gesagt hatte) und brachte sie bis zu der Küche, wo die Speisen waren. Und zuerst führte er sie gegen den Wind und die Aromen der Speisen waberten über sie. Sie begannen, ihn intensiv anzuflehen, er solle ihnen von diesen wunderbaren Speisen geben. Dann führte er sie (weg) von dem Wind.

Sie fingen an zu schreien: „Es stinkt fürchterlich“!

Da brachte er sie wieder gegen den Wind und wieder erreichte der Geruch der Speisen ihre Nasen und wieder baten sie inständig, er solle ihnen von den Speisen geben. Dann führte er sie wieder (weg) von dem Wind.

Wieder begannen sie zu schreien: „Es stinkt maßlos“!

Der Krieger antwortete ihnen: „Seht ihr nicht, dass es hier überhaupt nichts gibt, das stinkt? Es muss sicher so sein, dass ihr es seid, die stinken, denn hier gibt es nichts, das solch einen schlechten Geruch hat“.

Danach gab er ihnen von den Speisen. Sobald sie von den Speisen gegessen hatten, begannen sie sofort, ihr Geld (von sich selbst) wegzuwerfen. Jeder von ihnen grub sich ein Grab und begrub sich selbst darin, ob der großen Schande, die sie überfiel. Denn sie fühlten, wie Geld intensiv stinkt – wie echte Fäkalien – weil sie das Essen gekostet hatten. Sie zerkratzten ihre Gesichter und gruben sich ein. Sie konnten ihre Gesichter überhaupt nicht erheben und jeder von ihnen schämte sich vor dem anderen. (Denn dies ist die besondere Macht >>Segula<< dieser Speisen, dass jeder, der von ihnen isst, großen Hass auf Geld bekommt). Denn dort, an jenem Ort ist Geld die größte Schmach aller Schanden. Wenn einer etwas Erniedrigendes über einen anderen sagen wollte, warf er ihm entgegen: „Du hast Geld“! Denn Geld ist dort eine große Peinlichkeit und je mehr Geld jemand besitzt, desto mehr schämt er sich. Deshalb gruben sie sich aus großer Schande ein und ein jeder konnte sein Gesicht nicht erheben vor dem anderen, noch mehr so vor dem Krieger. Und wer auch immer auf sich noch einen Gulden (Dinar) oder Grusch (Penny) fand, befreite sich sofort davon du warf ihn von sich.

Danach kam der Krieger zu ihnen, befreite sie aus ihren Gruben, wo sie sich vor Schande eingegraben hatten.

Er sagte zu ihnen: „Kommt mit mir, denn nun müsst ihr den Krieger nicht mehr fürchten, denn ich selbst bin der Krieger“!

Sie baten den Krieger inständig, ihnen von den Speisen zu geben, um sie in ihr Land zu bringen. Denn sie selbst würden jetzt Geld sicher verachten, sie wollten jedoch das ganze Land von der Gier nach Geld befreien. Der Krieger gab ihnen von den Speisen und sie brachten sie in ihr Land.

Sobald sie ihnen von dem Essen gegeben hatten, begannen alle, ihr Geld wegzuwerfen und vor Scham gruben sie sich in der Erde ein. Die sehr Reichen und die ‚Götter‘ schämten sich am meisten. Und die kleineren Leute, die man ‚Tiere‘ oder ‚Vögel‘ nannte, schämten sich auch, dass sie in ihren eigenen Augen so wenig gegolten hatten, weil sie kein Geld hatten. Denn jetzt erkannten sie, dass im Gegenteil – Geld die hauptsächliche Schmach war. Denn diese Speisen haben so einen Effekt (Segula), dass jeder der davon isst, Geld sehr stark verabscheut, denn er fühlt den Gestank des Geldes nach Fäkalien. Sie alle warfen ihr Geld, ihr Gold und Silber von sich.

Danach schickte man ihnen den Meister des Gebets und er gab ihnen Tschuvos (Versöhnung – Wege, um Wiedergutmachung zu leisten und zu G-tt zurückzukehren) und Tikunim (Behebungen) und er reinigte sie. Und der König wurde König über die ganze Welt und die ganze Welt kehrte zurück zu G-tt, gelobt sei Er. Sie waren alle nur beschäftigt mit Thora, Gebeten und Teschuwa und guten Taten. Amen, möge es so Sein Wille sein, gelobt sei G-tt in Ewigkeit, Amen und Amen.

Geschichte 13

## DIE SIEBEN BETTLER

Was weißt du darüber, wie man sich aus der Depression hinausfreuen kann? Ich werde euch erzählen, wie Menschen einmal fröhlich waren.

Es war einmal ein König, der einen einzigen Sohn hatte. Der König wollte sein Königreich noch zu Lebzeiten seinem Sohn übergeben. Deshalb veranstaltete er ein großes Festmahl. Wenn der König zu einem Festessen einlädt, gibt es dort sicherlich große Vergnügungen, insbesondere nun, da er bei Lebzeiten seinem Sohn den Thron übergab. Alle Vasallen, der Adel, Herzöge und Regenten waren zugegen und die Stimmung war sehr fröhlich.

Die Bürger hatten auch Freude daran, denn wenn der König bei Lebzeiten seinem Sohn den Thron übergibt, ist es eine große Würde für den König. Es herrschte eitel Freude und allerlei Vergnügungen wurden dargeboten. Kapellen spielten, Komödien wurden aufgeführt und Verschiedenes, das zur Freude beitrug, wurde auf dem Ball vorgetragen.

Als alle schon sehr vergnügt waren, stand der König auf und verkündete seinem Son: „Da ich ein Sternseher bin, sehe ich, dass du das Königreich eines Tages verlieren wirst. Also sieh zu, dass du nicht allzu traurig bist, wenn das Königreich dir genommen wird. Du sollst immer fröhlich sein und wenn du fröhlich bist, werde ich auch fröhlich sein. Sogar wenn du traurig sein wirst, werde ich fröhlich sein, dass du kein König mehr bist, denn weil du nicht fröhlich bist, steht es dir nicht zu, König zu sein. (D.h. da du ein Mensch bist, der nicht imstande ist, fröhlich zu bleiben, wenn er kein König mehr ist, gebührt dir das Königtum nicht). Wenn du aber fröhlich sein wirst, werde ich äußerst glücklich sein.

Der Königssohn führte das Königreich mit strenger Hand. Er ernannte Vasallen, Herzöge und Regenten und stellte eine Armee zusammen. Der Königssohn war sehr weise und die Weisheit war ihm sehr lieb. Viele Weise hielten sich bei ihm auf und wer auch immer mit Weisheiten zu ihm kam, war sehr beliebt und er verteilte für Weisheiten großes Ansehen und Reichtum. Er gab jedem, was er wollte. Wenn jemand Geld wollte, so gab er ihm Geld, ein anderer wollte Ansehen, dann gab er ihm Ansehen, alles für die Weisheit.

Da die Weisheit für ihn so wichtig war, begannen alle, sich mit Weisheiten zu beschäftigen. Das ganze Land studierte Weisheiten, denn wer Geld wollte, tat es wegen des Geldes, andere wollten Prestige und Ansehen.

Da alle sich nur mit verschiedenen Weisheiten beschäftigten, vergaß man in jenem Lande die Kriegsführung, denn alle wollten nur weise sein, bis derjenige mit der geringsten Weisheit in einem anderen Land als der Weiseste galt. Die Weisheit war groß in dem Lande und wegen ihrer großen Weisheit verfielen sie in Häresie. Sie überredeten auch den Königssohn zu Häresie.

Einigen Landsleuten schadete die Weisheit nicht und sie verfielen nicht der Häresie, da ihre Weisheit nicht viel tiefen Sinn enthielt. Nur die Weisen und der Königssohn wurden zu Häretikern. Denn die Klugheit der Weisen war sehr tief und subtil – also konnte das gemeine Volk nicht in ihre anspruchsvolle Weisheit eindringen, daher schadete sie ihnen nicht.

Der Königssohn, der auch gute Charakterzüge besaß – denn er wurde mit Gutem geboren – erinnerte sich ab und zu: „Wo bin ich auf der Welt und was tue ich“? Darüber begann er zu jammern und zu seufzen. Er pflegte sich zu mahnen: „Soll ich denn in solchen Dingen vergehen, was geschieht mit mir, wo bin ich auf der Welt“? Und er seufzte tief.

Sobald er jedoch begann, seinen Intellekt zu nutzen, wurden die Wissenschaften der Häresie bei ihm verstärkt. So geschah es mehrmals, dass er sich mahnte, was er tue, wo er sei auf der Welt usw. und stöhnte und seufzte. Sobald er wieder begann, seinen Intellekt zu gebrauchen, erstarkte bei ihm die Häresie, wie oben genannt.

An einem gewissen Tag entstand in einem Land eine Panik und alle flüchteten. Als sie dahinliefen, kamen sie zu einem Wald. Dort verloren sie zwei Kinder, einen Jungen und ein Mädchen. Einer verlor einen Buben, ein anderer ein Mädchen. Sie waren noch kleine Kinder von vier bis fünf Jahren. Die Kinder hatten nichts zu essen und schrien und weinten, dass sie hungrig seien. Da begegnete ihnen ein Bettler mit Beuteln (die man Torbes nennt), in denen er sein Brot trug. Die Kinder näherten sich ihm und banden sich an ihn. Er gab ihnen Brot, das sie aßen. Er fragte sie: „Wo kommt ihr her“? Sie antworteten, es sei ihnen unbekannt, da sie kleine Kinder waren. Als er von ihnen fortgehen wollte, liefen sie ihm nach und baten ihn, sie mit sich mitzunehmen. Er sagte: „Ich will nicht, dass ihr mit mir geht“ und die Kinder bemerkten, dass der Bettler blind war. Die Kinder wunderten sich: „Wenn er doch blind ist, wie kann er dann gehen“! (In Wirklichkeit ist es erstaunlich, dass sie sich wunderten über diese Tatsache, denn sie waren noch klein. Sie waren jedoch kluge Kinder, deshalb wunderten sie sich). Der blinde Bettler segnete die Kinder: „Möget ihr so sein wie ich“. Er hinterließ ihnen noch mehr Brot und ging seiner Wege. Die Kinder begriffen, dass der Ewige, gelobt sei Er, sie beschützt hatte, über sie wachte und ihnen den blinden Bettler geschickt hatte, um ihnen Essen zu geben.

Später ging das Brot wieder zu Ende und sie schrien wieder um Essen. Doch es war Nacht und sie mussten dort übernachten. Am nächsten Morgen hatten sie noch immer kein Essen und sie schrien und weinten.

Da kam wieder ein Bettler des Weges, der deutete mit den Händen und sprach zu ihnen: „Ich höre nichts“. Auch er gab den Kindern Brot zu essen und wollte von ihnen weggehen. Sie baten auch ihn, sie mitzunehmen, doch auch er wollte nicht. Auch er segnete sie: „Möget ihr so sein wie ich“ und hinterließ ihnen ebenfalls Brot.

Später ging ihnen wieder das Brot aus und sie schrien und weinten, wie schon zuvor.

Wieder begegneten sie einem Bettler, der ein Stammler war (er stotterte). Sie begannen, mit ihm zu sprechen, er stotterte und sie verstanden seine Worte nicht. Er verstand die Kinder schon, doch sie konnten ihn nicht verstehen. Er gab ihnen ebenfalls Brot zu essen, segnete sie auch, sie mögen so sein wie er und ging seiner Wege.

Danach kam wieder ein Bettler, der hatte einen krummen Hals. Alles geschah, wie es sich auch schon zuvor ereignet hatte.

Danach kam ein Bettler vorbei, der war höckerig (man nannte ihn Hoiker) (er hatte einen Buckel). Danach kam ein Bettler ohne Hände, nach ihm kam einer ohne Füße. Alle gaben ihnen Brot und segneten sie, sie mögen so sein wie er, so wie alle oben genannten Bettler.

Das Brot ging ihnen wiederum aus und sie beschlossen, eine Siedlung zu suchen. Sie fanden einen Weg, den sie entlanggingen, bis sie zu einem Dorf kamen. Die Kinder gingen in ein Haus hinein und man gab ihnen auch dort Brot. In einem anderen Haus, in das sie eintraten, gab man ihnen ebenfalls Brot. So gingen sie von Tür zu Tür und sahen, dass es gut ging, jeder gab ihnen Brot. Deshalb beschlossen die Kinder, immer zusammen zu bleiben. Sie fertigten sich große Beutel an und gingen damit von Haus zu Haus, sowie auch zu Feierlichkeiten, wie Beschneidungsfesten oder Hochzeiten. Sie gingen auch zu Märkten und pflegten zwischen den Bettlern zu sitzen und auf den Leisten der Gebäude herumzusitzen, wie es bei denen gebräuchlich ist. Bis die Kinder bei allen Bettlern bekannt wurden, denn alle kannten sie und wussten, dass sie die Kinderchen waren, die im Wald verloren gegangen waren.

Einmal gab es einen großen Markt in einer großen Stadt, zu dem die Bettler gingen. Auch die Kinder gingen hin. Da kamen die Bettler auf den Gedanken, die zwei Kinder zu verloben, dass eines das andere heiraten solle.

Als man begann, davon zu reden, gefiel allen die Idee und man verlobte die beiden. Wie sollte man ihnen jedoch eine Hochzeitsfeier ausrichten? Da kam ihnen eine Idee: an einem gewissen Tag sollte das Geburtstagsfestessen (Mi-ni-nes) des Königs stattfinden, dort wollten die Bettler hingehen und Brot und Fleisch erbetteln, mit dem man den Kindern ein Hochzeitsfest veranstalten wollte.

So geschah es auch, alle Bettler gingen zu der Geburtstagsfeier des Königs und erbaten Fleisch und Brot (Koilitsch – große Brotlaibe für besondere Feste). Auch die Reste des Festmahls des Königs nahmen sie mit.

Sie gingen und hoben eine große Grube aus, in die hundert Menschen hineinpassen sollten. Sie bedeckten die Grube mit Schilf, Erde und Mist, begaben sich alle hinein, machten den Kindern ein Hochzeitsfest und brachten sie auch unter einen Hochzeitsbaldachin (Chuppa). Sie alle, wie auch der Bräutigam und die Braut waren sehr fröhlich.

**Erster Tag**

Da erinnerten sich der Bräutigam und die Braut an die Huld, die ihnen der Ewige, gelobt sei Er, erwiesen hatte, als sie im Wald waren. Sie begannen zu weinen und sehnten sich sehr nach dem ersten, blinden Bettler, der ihnen Brot gebracht hatte. Als sie sich so nach ihm sehnten, stand er auf und sprach: „Hier bin ich, ich bin auf eure Hochzeit gekommen und gebe euch ein Geschenk (der originale jiddische Ausdruck dafür ist Druschegeschenk, etwas, das man dem Bräutigam vor seiner Rede schenkt) mitgebracht für die Rede, die der Bräutigam vortragen wird. Möget ihr so alt werden wie ich, das schenke ich euch jetzt als vollendetes Hochzeitsgeschenk, dass ihr so ein langes Leben haben möget, wie ich. Ihr meint, ich sei ein Blinder, <<in Wahrheit>> bin ich jedoch nicht blind. Denn die ganze Zeit der Welt dauert bei mir keinen Augenblick“. (Daher sieht er wie blind aus, weil er die Welt nicht betrachtet, denn alle Zeit der Welt trifft nicht bei ihm ein, nicht einmal ein Augenblick. Deshalb gibt es bei ihm kein Sehen und kein Blicken auf die Welt).

„Denn ich bin sehr alt und bin doch gar jung und habe dennoch noch nicht angefangen zu leben - und trotzdem bin ich sehr alt. Dies ist nicht meine Aussage, sondern eine Bestätigung des großen Adlers. Ich werde euch eine Geschichte erzählen“. (Folgende sind die Worte des blinden Bettlers):

„Es gab einmal eine Zeit, da fuhren viele Menschen auf das Meer hinaus und es kam ein Sturmwind auf, der zertrümmerte ihre Schiffe. Die Menschen wurden gerettet, kamen zu einem Turm und stiegen hinauf. Sie fanden dort allerlei Speisen und Getränke, Bekleidung und alles, was sie brauchten. Es gab dort alles Gute, sowie alle Vergnügungen der Welt.

Sie beschlossen, jeder möge eine Geschichte erzählen, über die (früheste) Erinnerung, an die er sich erinnern konnte. Es gab junge und alte Menschen, da erwies man dem Ältesten die Ehre, er solle als Erster <<seine Geschichte>> erzählen. Da sagte er (der Greis): „Was soll ich euch erzählen, ich erinnere mich noch, als man den Apfel vom Baum abschnitt“. Keiner verstand, was er meinte. Doch es waren weise Leute dabei, die sagten: „Oho, das ist sicherlich eine ganz alte Geschichte“.

Danach erwies man einem anderen Alten, der jünger war als der Vorhergehende, die Ehre zu erzählen. „Das soll eine alte Geschichte sein?“, sagte er (in einem verwunderten Ton). „Ich erinnere mich an diese Geschichte und ich erinnere mich sogar, wie das Kerzenlicht noch brannte“. Die Leute meinten, das sei eine noch ältere Geschichte, als die erste. Und sie waren verwundert, dass er eine noch ältere Geschichte wusste, als der Vorhergehende.

Danach erwies man dem dritten Alten, der noch jünger war als die beiden zuvor, die Ehre, er solle eine Geschichte erzählen. Da erzählte er: „Ich erinnere mich sogar, wie die Ausbildung der Frucht begann, d.h., als die Die Frucht begann, sich zu einer Frucht zu formen“. Da sagten alle dort zueinander: „Das ist eine noch ältere Geschichte“.

Danach sagte der vierte Alte, der noch jünger war: „Ich erinnere mich sogar daran, wie man das Kernchen in die Erde einpflanzte, um die Frucht zu pflanzen“.

Da sagte der fünfte, der noch jünger war: „Ich erinnere mich sogar noch an die Weisen, die es sich ausdachten, das Kernchen zu pflanzen“.

Sagte der sechste, der noch jünger war: „Icherinnere mich an den Geschmack der Frucht, bevor der Geschmack in die Frucht eindrang“. Da sagte der achte: „Und ich erinnere mich an den Duft der Frucht, bevor die Frucht diesen hatte“.

„Und ich war damals ein Baby (sagte der blinde Bettler) und bin auch dort gewesen. Ich erinnere mich an alle Geschichten und erinnere mich doch an nichts“. Diese Geschichte ist die Älteste von allen, sagten sie und dass das Baby sich an mehr erinnerte, als die Alten, das war für alle sehr verwunderlich.

Währenddessen kam ein großer Adler an den Turm, klopfte daran und sagte: „Höret auf, arme Leute zu sein. Kehret um zu euren Schätzen und benützt sie“. Er sagte ihnen, sie alle sollen aus dem Turm hinausgehen, nach ihrem Alter. Der Älteste solle als erster hinausgehen. Er holte alle aus dem Turm und das Baby führte er als ersten hinaus, denn in Wahrheit war er älter als alle. Wer jünger war, den führte er zuerst hinaus und den Ältesten führte er zuletzt hinaus. Da wer jünger war, der war älter und wer jünger war, erzählte eine ältere Geschichte. Und der Älteste war der Jüngste von allen.

Der große Adler sagte zu ihnen, er werde alle Geschichten erläutern, die sie erzählt hatten. „Derjenige, der erzählt hat, er erinnere sich, dass man den Apfel vom Zweig geschnitten habe, der meint, er erinnere sich daran, dass man seine Nabelschnur duchgeschnitten hatte. (Also sogar an das, was mit ihm geschah, sofort nachdem er geboren wurde, als man seine Nabelschnur durchtrennte).

Der andere, der gesagt hat, er erinnere sich sogar daran, dass das Licht brannte, der meint, er erinnere sich an die Schwängerung (im Talmud steht, während der Zeit, da das Kind sich im Mutterleib befindet, ein Kerzenlicht auf dem Kopf brennt usw.).

Und derjenige, der gesagt hat, er erinnere sich sogar daran, wie die Frucht sich geformt hatte, d.h. er erinnert sich daran, wie sein Körper anfing, sich zu formen, d.h. er erinnert sich noch, wie sein Körper anfing, sich zu entwickeln, zu der Zeit, als das Baby beginnt, geschaffen zu werden.

Und derjenige, der sich erinnert, wie man das Kernchen einpflanzte, um die Frucht zu pflanzen, er erinnert sich noch daran, wie der (Samen-) Tropfen geleitet wurde bei der Paarung.

Und der, der sich erinnert an die Weisen, die das Kernchen erdachten, als der Tropfen sich noch im Gehirn befand (da die Gehirne den Tropfen erfinden). Der, der sich an den Geschmack erinnert, das ist die Seele (Nefesch). Und der Duft, das ist der Geist (Ruach). Das Aussehen, das ist die Neschama, eine weit höhere Seele.

Das Baby hat gesagt, es erinnere sich an „gar nichts“, da das Baby erhabener ist, als ihr alle. Und er erinnert sich sogar daran, was vor Seele, Geist und Neschama gewesen ist. Deshalb hat er gesagt, er erinnere sich an „gar nichts“ (d.h.er erinnert sich daran, wie es war, als gar nichts gewesen ist und was sich dort getan hat und das ist erhabener als alles andere).

Der große Adler sprach zu ihnen: „Kehret zurück zu euren Schiffen, die eure Körper sind, die zerbrochen wurden. Sie werden wieder erbaut werden, kehret zurück zu ihnen. Und er segnete sie. Und zu mir (dem blinden Bettler, der das alles erzählt), sagte er: „Du, der du so bist wie ich, komm mit mir. Da du sehr alt bist und noch jung und hast noch nicht angefangen zu leben, bist du trotzdem sehr alt. Und ich bin auch so, da ich sehr alt bin und noch gar jung usw. So ist es also, dass ich eine Beglaubigung vom großen Adler habe, dass ich sehr alt bin und noch gar jung“.

„Und jetzt schenke ich euch dies als Druschegeschenk, dass ihr so alt werden möget, wie ich“. Da war dort große Freude und Heiterkeit und alle waren sehr fröhlich.

**Zweiter Tag**

Am zweiten Tag des siebentägigen Hochzeitsfestes (Schewa Brachot) erinnerten sich der Bräutigam und die Braut an den tauben Bettler, der sie belebt und ihnen Brot gegeben hatte. Sie weinten und sehnten sich nach ihm: „Wo kann er sein, der taube Bettler, der uns belebt hat“? Während sie sich so sehnten, kam er herein und sagte: „Hier bin ich“! Und er fiel ihnen um den Hals und küsste sie und sagte zu ihnen: „Nun gebe ich euch als Druschegeschenk, dass ihr so sein möget wie ich und so ein gutes Leben haben sollet, wie ich. Früher segnete ich euch, heute jedoch schenke ich euch mein ganzes Leben als vollkommenes Hochzeitsgeschenk. Ihr meintet, ich sei taub, ich bin überhaupt nicht taub, nur die ganze Welt dringt nicht an mein Ohr, auf dass ich ihre Mängel nicht hören solle. Denn alle Stimmen der Welt kommen nur aus Mangel, weil jeder über seinen Mangel schreit, darüber, was bei ihm fehlt. Sogar alle Feiern der Welt finden wegen des Mangels statt, weil man sich darüber freut, dass etwas fehlte und jetzt besitzt man es. So gelangt die Welt nicht an mein Ohr, damit ich deren Mängel nicht hören kann. Denn ich lebe ein gutes Leben, das überhaupt keinen Mangel kennt. Ich habe Beweise dafür, dass ich ein gutes Leben lebe, von dem Lande des Reichtums“. Sein gutes Leben bestand darin, dass er Brot aß und Wasser trank.

Er erzählte ihnen: „Es gibt ein Land, in welchem großer Reichtum herrscht. Sie (die Bewohner) haben große Schätze. Einmal versammelten sich alle Reiche und begannen, sich ihres Reichtums zu brüsten, welch gutes Leben sie lebten.

Und ein jeder erzählte vom Verlauf seines guten Lebens. Ich sprach und sagte zu ihnen (der taube Bettler, der die Geschichte erzählte): „Ich lebe ein besseres ‚gutes Leben‘ als ihr. Wenn ihr doch ein gutes Leben lebt, so helft doch jenem Land. Es gibt ein Land, in welchem sie (die Bewohner) einen Garten hatten, in dem es Früchte gab, die alle Geschmäcker der Welt in sich vereinten. Auch gab es dort alle Düfte der Welt, wie auch allerlei wundervolle Anblicke – alle Farben und alle Blumen der Welt (Kviatin) waren in jenem Garten vorhanden.

Über den Garten waltete ein Gärtner (A Grodnik – jemand, der sich um den Garten kümmert), der all das pflegte und die Landesbewohner lebten ein gutes Leben. Der Gärtner jedoch verschwand eines Tages und alles, was es gab in diesem Garten musste sicherlich zugrunde gehen, da der Gärtner nicht mehr da war, um sich um den Garten zu kümmern. Sie hätten noch immer von dem, was in dem Garten wuchs (von dem, was noch da war und zu Boden fiel), leben können, doch dann kam ein grausamer König (d.h. erbarmungslos) in das Land.

Der König konnte ihnen nichts anhaben, deshalb wollte er das gute Leben des Landes ruinieren. Er verwüstete den Garten zwar nicht, jedoch ließ er dort drei Scharen von Knechten zurück, denen er befahl auszuführen, was er ihnen angeordnet hatte. Durch den Befehl des Königs verdarben sie den Geschmack von allem, was in dem Garten wuchs. Denn durch die Machenschaften der Knechte schmeckte alles nach verdorbenem Kadaver. Und den Duft verdarben sie dermaßen, dass alles nach Galbanum (Chelbena) roch. Auch den Anblick hatten sie verdorben, sodass es in ihren Augen dunkel wurde, als ob es bewölkt wäre. (Das alles stellten die Scharen von Knechten in dem Land an, auf Befehl des schlechten Königs).

„Und nun, wenn ihr ein gutes Leben lebt, so helft doch diesem Land“ (so sprach der taube Bettler zu den Bewohnern des reichen Landes, dessen Bewohner sich ihres Reichtums gerühmt hatten). „Ich sage euch, wenn ihr aber nicht helfen werdet, werden die obengenannten Verschlechterungen (des Geschmacks, des Geruchs und des Sehens), euch auch schaden“.

Also machten sich die Reichen auf den Weg zu jenem Land und ich ging mit ihnen. Auch unterwegs ließen sie es sich wohlergehen, da sie Schätze besaßen.

Als sie sich dem Land näherten, fühlten auch sie Veränderungen an ihrem Geschmack und an ihren anderen Sinnen, sie fühlten, wie sie verdorben wurden. Da sprach ich zu ihnen: „Wenn jetzt schon der Geschmack, der Geruch und das Sehen verdorben wurden, noch bevor ihr in das Land gelangt seid, wie wird es erst sein, wenn ihr in das Land kommen werdet? Nicht nur das, wie werdet ihr ihnen helfen können“?

Dann nahm ich mein Brot und mein Wasser und gab es ihnen. Sie erlebten in meinem Brot und meinem Wasser allen Geschmack und alle Düfte der Welt und alles, was ihnen verdorben worden war, wurde nun richtiggestellt.

Die Menschen des Landes, in welchem sich der genannte Garten befand, begannen sich um ihr Land, bei dem der Geschmack usw. verdorben worden war, zu kümmern. Sie wussten, dass es ein Land des Reichtums gab (genau jenes Land, von dem der Bettler gesprochen hatte) und sie realisierten, dass der Gärtner, der verloren gegangen war, aus der gleichen Wurzel (dem Ursprung) entstammte, wie die Menschen des Landes des Reichtums, die ein gutes Leben haben.

Deshalb kamen sie auf die Idee, <<Gesandte>> zu diesem Land des Reichtums zu schicken, denn sie waren sich dessen Hilfe sicher.

Als die Gesandten sich auf den Weg machten, begegneten sie unterwegs den Menschen aus dem Land des Reichtums. Die waren auf dem Weg zu ihnen, wie oben genannt. Sie fragten die Gesandten: „Wohin seid ihr des Weges“? Sie antworteten: „Wir gehen zu dem Land des Reichtums, damit sie uns helfen“. Darauf antworteten diese: „Wir selbst sind die Menschen aus dem Land des Reichtums und wir sind unterwegs zu euch“.

Da sprach der Bettler: „Ihr bedürft meiner noch, denn ihr seid nicht imstande dorthin zu gehen, um ihnen zu helfen. (Denn als sie sich nur dem Land näherten, schadete es ihnen schon). Also bleibt ihr da und ich werde mit den Gesandten gehen, um zu helfen.

Ich ging mit den Gesandten und betrat das Land. Ich ging in die Stadt und sah, dass Menschen sich näherten, die Spottgeschichten erzählten, dann kamen noch mehrere, bis sie zu einer Menge wurden, die Witzeleien (Wertlach) erzählten, sich amüsierten und lachten. Ich neigte meine Ohren zu ihnen und hörte Spottgeschichten und dass sie schmutzige Reden führten. Einer erzählte Schandgeschichten in schmutziger Rede, ein anderer erzählte etwas sanfter, ein anderer lachte und jeder hatte sein Vergnügen daran.

Danach ging ich in eine andere Stadt (des Landes) und sah zwei Männer streiten wegen eines Handels und sie gingen vor den Gerichtshof. Der Gerichtshof sprach den einen schuldig, den anderen unschuldig. Sie verließen den Gerichtshof und stritten wieder miteinander. Sie beschlossen, dass sie diesen Gerichtshof nicht wollten, also suchten sie sich einen anderen Gerichtshof. So zankte und stritt man dort, bis die ganze Stadt voller Gerichtshöfe war. Ich sah dies und verstand, dass es so war, weil es dort keine Wahrheit gab. Man beugte das Urteil, bevorzugte diesen, danach jenen, denn sie nahmen Bestechungsgelder an und kannten keine Wahrheit.

Dann sah ich, dass es dort Buhlerei gab, so viel Buhlerei, dass es gar wie die Legalität anmutete. Ich sagte ihnen, dass bei ihnen deshalb der Geschmack, der Geruch und die Sicht verdorben worden waren, weil der grausame König die Scharen von Knechten hinterlassen hatte, die das Land verdorben hatten. Sie brachten schmutzige Reden in das Land und durch dieses schmutzige Gerede wurde bei ihnen der Geschmack verdorben, sodass alles nach verdorbenem Kadaver schmeckte. Ebenso brachten sie Bestechung in das Land, deshalb wurde ihre Sicht vernebelt und es ward dunkel in ihren Augen. <<Exodus 23:8, Dewarim 16:19>>

Weil geschrieben steht „Bestechung blendet die Augen der Weisen“, das bedeutet, Bestechung macht die Augen blind. Die Sklavenhändler brachten auch die Buhlerei in das Land, dadurch wurde der Geruchssinn verdorben, denn durch Buhlerei geht der Geruchssinn verloren. (Siehe an anderem Ort <<Likutei Maharan 32>> in unseren Worten: Durch Wollust wird der Geruchssinn verdorben).

Daher solltet ihr zusehen, das Land in Ordnung zu bringen und diese drei Vergehen auszumerzen. Dann sollt ihr suchen nach diesen Menschen (den Knechten, die diese drei Vergehen ins Land gebracht haben) und sie vertreiben. Dann, wenn ihr das Land von diesen drei Vergehen befreien werdet, sage ich euch, dann werden euch nicht nur der Geschmack, das Sehen und der Geruch wieder gegeben werden, sondern noch mehr, den Gärtner, der bei euch entschwunden ist, werdet ihr wieder auffinden“.

So geschah es. Sie begannen, das Land von den drei Vergehungen zu reinigen, sowie nach den Menschen zu suchen (den vormaligen Knechten), schnappten sie und fragten: „Von wo kommst du hierher“? Bis sie alle Menschen des grausamen Königs (die drei Scharen von Knechten) gefangen hatten und verjagten sie und reinigten das Land von den Vergehungen.

Inzwischen entstand ein Getöse. Ein Verrückter ging herum, vielleicht war es der Gärtner und jeder hielt ihn für verrückt. Man warf ihm Steine nach und sagte, er sei verrückt und wollte ihn verjagen. Doch vielleicht war gerade er der Gärtner. Also ging man und brachte ihn (vor die Leute, die das Land korrigierten)

Ich sagte: (der taube Bettler, der das erzählt) „Aber sicher ist dies der Gärtner (der, den alle für irre hielten). Es stellt sich also heraus, dass ich ein gutes Leben lebe, da ich das Land wieder ins rechte Lot gebracht habe (dadurch ließ sich sogar der Gärtner wieder finden, durch ihn wurde das Land reguliert und sie lebten wieder ein gutes Leben wie vorher).

Jetzt schenke ich euch mein gutes Leben als vollkommenes Geschenk“. Nun wurde die Freude groß und sie waren sehr fröhlich. Der erste schenkte ihnen ein langes Leben (Chaim Aruchim – das ist langes Leben und der zweite schenkte ihnen Chaim towim – das ist gutes Leben), der zweite schenkte ihnen ein gutes Leben.

Danach kamen alle Bettler zu der Hochzeit und schenkten ihnen als Hochzeitsgeschenk das, was sie ihnen früher gewünscht hatten, sie mögen so sein wie sie. Sie schenkten es ihnen als vollkommenes Geschenk (Druschegeschenk).

**Dritter Tag**

Am dritten Tag erinnerten sich der Bräutigam und die Braut nochmals, weinten und sehnten sich: „Woher nimmt man den dritten Bettler, der ein Stotterer war (der mit dem Mund stammelte)“? Da kam er herein und sagte: „Hier bin ich“. Er fiel ihnen um den Hals, küsste sie und sagte ihnen: „Früher habe ich euch gesegnet, ihr möget so sein wie ich. Ihr dachtet, ich sei ein Stotterer, das bin ich aber nicht. Nur die Lobreden der Welt, die keine Lobreden des Gelobten sind, haben keine Vollkommenheit. (Deshalb wirkt er wie ein Stammler, der nicht gut sprechen kann, weil er kein Wort, das nicht ein Lob des Gelobten ist, sprechen will. Denn Reden, die kein Lob des Gelobten sind, haben keine Vollkommenheit, deshalb stammelt er beim Reden). In Wahrheit bin ich kein Stotterer.

Ganz im Gegenteil, ich bin ein so guter Poet und Redner, dass es ein Wunder ist. Ich kann Parabeln, Gesänge und Lieder sagen, die gewaltige Errungenschaften sind. Wenn ich beginne, meine Gesänge und Lieder zu sprechen, gibt es kein Geschöpf der Erde, das mir nicht lauschen möchte. Und sie (die Parabeln, Gesänge und Lieder, die er sagt), enthalten alle Weisheiten. Dafür habe ich die Bestätigung des Großen Mannes, der da heißt der ‚wahre Mann der Huld‘.

(Der emmeser Isch Chessed – das ist der Begriff, den der Rebbe, gesegneten Angedenkens, überlieferte)

Diesbezüglich gibt es eine ganze Geschichte. Einmal saßen alle Weisen zusammen und rühmten sich ihrer Weisheit. Einer rühmte sich, er habe mit seiner Weisheit Eisen erfunden. (Er sagte, er habe die Herstellung des Eisens aus dem Erdboden erfunden). Ein anderer rühmte sich, er habe eine andere Metallsorte (Zinn oder Blei) erfunden, wieder ein anderer rühmte sich, er habe mit seiner Weisheit Silber erfunden (die Herstellung von Silber), das sei von größter Wichtigkeit.

Ein anderer rühmte sich, er habe erfunden, dass man Gold herstellen könne und noch einer brüstete sich, er habe Kriegsinstrumente erfunden (er rühmte sich, Waffen, wie Büchsen oder Kanonen erfunden zu haben). Noch ein anderer rühmte sich, er könne Metalle herstellen, die nicht aus den Substanzen der anderen Metalle beschaffen wären.

Einer rühmte sich anderer Weisheiten, denn es sind viele Dinge auf der Welt vorhanden, die man mit Weisheit erfunden hat, wie Salpeter oder Schießpulver und dergleichen. Ein jeder brüstete sich mit seiner Weisheit.

Einer sagte: „Ich bin klüger, als der Tag“ und man verstand nicht, was er meinte mit ‚klug wie der Tag‘. (Auf diese Weise rühmte sich der vorher genannte Weise).

Er antwortete ihnen: „Weil alle eure Weisheiten gemeinsam, wenn man sie zusammennimmt, nicht mehr als eine einzige Stunde darstellen. Und obwohl jede Weisheit von einem anderen Tag erhalten <<abgeleitet>> wird, entsprechend der Schöpfung, die an diesem Tag entstand. Denn alle diese Weisheiten sind Verbindungen (d.h. mehrere Dinge, die verbunden werden und von dieser Wechselwirkung wird die Sache entstehen. Daher kommt jede Weisheit von dem Tag, an dem G-tt die Sache erschuf, aus der die Materiale entstehen. Sie werden verbunden, indem man die Weisheit benützt, um die Dinge herzustellen, wie Silber, Kupfer und so weiter). Trotz all dem, alle eure Weisheiten zusammengenommen, stellen nicht mehr als eine Stunde dar. Ich jedoch bin weise, wie ein ganzer Tag“. (So brüstete sich der letzte weise Mann)

Ich fragte ihn: „Wie welcher Tag bist du klug“? Antwortete er: „Dieser ist ja klüger als ich, weil er fragt, wie welcher Tag. Wie auch immer, so wie welchen Tag ihr wollt, bin ich klug“. Nun stellt sich die Frage, weshalb der, der gefragt hat, wie welcher Tag, klüger ist als der, der doch so klug ist, wie welchen Tag man möchte?

Nun, auch diesbezüglich gibt es eine ganze Geschichte: Der wahre Mann der Huld ist ein sehr großer Mann und ich (der Stammler, der erzählt) gehe umher und sammle alle wahren Wohltaten und bringe sie zu dem wahren Mann der Huld. Nur aus wahren Wohltaten entsteht hauptsächlich die Erschaffung der Zeit (dass es die Zeit gibt, denn die Zeit selbst, dass es Jahre und Tage geben solle auf der Welt, hat der Ewige, gelobt sei Er, geschaffen). Nun, ich gehe und sammle alle Wohltaten und bringe sie zum wahren Mann der Huld und daraus entsteht die Zeit.

Es gibt einen Berg, auf dem steht ein Stein. Aus diesem Stein entspringt eine Quelle (Kwall – Brunnen). Weiters hat jedes Ding ein Herz, selbst die Welt hat ein Herz. Das Herz der Welt ist ein ganzes Gebilde, mit einem Gesicht, Händen und Füßen.

Jedoch ein Fußnagel dieses Herzens der Welt ist herzlicher (hartziger) als die anderen.

Der Berg mit der Quelle steht an einem Ende der Welt, das Herz am anderen Ende. Und das Herz steht der Quelle gegenüber und sehnt und wünscht sich sehr, zu der Quelle zu kommen. Das Wünschen und Sehnen des Herzens ist gar wild, es schreit immerdar, zum Quell zu gelangen. Und auch die Quelle sehnt sich sehr nach dem Herzen.

Nun, das Herz hat zwei Schwächen (d.h. Schläfrigkeit). Die erste ist, dass die Sonne es sehr jagt und brennt (weil es sich wünscht, zum Quell zu kommen). Die andere Schwäche ist, dass es sich ständig wünscht und sehnt nach dem Quell und sich daran erschöpft. Es schreit, es möge zu dem Quell kommen, wie vorher genannt. Denn das Herz steht immerdar der Quelle gegenüber und schreit: „Helft mir“! und es verlangt sehr nach der Quelle.

Manchmal darf das Herz sich ein wenig ausruhen, um zu Atem zu kommen (‚up sappen‘), dann kommt ein großer Vogel, breitet seine Flügel über ihm aus und beschirmt es vor der Sonne. Aber auch wenn das Herz sich ausruht, sieht es dem Quell entgegen und sehnt sich danach.

Wenn es sich jedoch so sehr sehnt nach der Quelle, warum geht es dann nicht hin? Nur, sobald es hinüber gehen will zu dem Berg, auf welchem die Quelle sich befindet, sieht es den Gipfel nicht und kann die Quelle nicht mehr sehen. Das Herz würde, sollte es nicht mehr auf den Quell schauen können, vergehen. Weil die ganze Lebendigkeit des Herzens nur von der Quelle kommt.

Wenn es also dem Berg gegenüber steht sieht es die Bergspitze, auf der sich die Quelle befindet. Aber sobald es zum Berg hingehen möchte, sieht es die Spitze nicht mehr. (So ist es bei einem hohen Berg, wenn man weit davon steht, sieht man die Spitze, wenn man sich annähert, sieht man sie nicht mehr). Dann könnte es den Quell nicht mehr sehen und könnte vergehen, G-tt bewahre.

Wenn das Herz vergeht, G-tt bewahre, so verginge die ganze Welt, (und würde zerstört werden), weil das Herz das Leben aller Dinge ist. Wie könnte die Welt existieren ohne Herz? Deswegen kann das Herz nicht hingehen zu der Quelle, sondern steht immerdar gegenüber, verlangt und schreit ständig, es möge zu der Quelle kommen.

Die Quelle hingegen hat gar keine Zeit, weil sie nicht innerhalb der Zeit ist (d.h. die Quelle hat keinen Tag und keine Zeit auf der Welt, denn sie steht jenseits der weltlichen Zeit). Wie kann sich dann ein Quell auf der Welt befinden? (Denn nichts kann auf der Welt ohne Zeit existieren). Die Zeit der Quelle existiert nur, wenn das Herz der Quelle einen Tag als Gabe schenkt. Und sobald der Tag vergehen wird, wird die Quelle keine Zeit mehr haben und daher die Welt verlassen.

Sobald der Quell nicht mehr existieren wird, wird das Herz auch vergehen, G-tt behüte. Daher, wenn der Tag sich neigt, beginnen sie, sich gegenseitig zu segnen, sich zu verabschieden, (‚geseigenen‘ - Wünsche und Segen beim Verabschieden), das Herz und der Quell. Sie beginnen, einander sehr schöne Parabeln, Lieder und Gesänge vorzutragen, mit großer Liebe und sehr großer Sehnsucht, das Herz der Quelle und die Quelle dem Herzen. Und der wahre Mann der Huld hat Aufsicht darüber und behütet es. Wenn der Tag gänzlich zu Ende geht, (wenn der Tag vorübergeht, wird die Quelle keine Zeit mehr haben und wird verschwinden.

Dann wird auch das Herz vergehen, G-tt bewahre und die ganze Welt wird zunichte, G-tt bewahre). So kommt der Mann der Huld und schenkt dem Herzen einen Tag. Das Herz schenkt den Tag der Quelle und so hat die Quelle wieder Zeit. (Durch den Tag kann die Quelle wieder eine Existenz haben, so auch das Herz usw.)

Wenn nun der Tag ankommt, von wo er kommt, so kommt er auch mit Parabeln und mit schönen Gesängen, in welchen alle Weisheit enthalten ist. Es gibt auch Unterschiede zwischen den Tagen, denn es gibt die Wochentage, ebenso gibt es Neumondstage und Feiertage (der Tag kommt an mit den Gesängen, die diesen Tag betreffen). Und alle Zeit, die der wahre Mann der Huld hat, hat er durch mich (durch den Stammler, der das erzählt), denn ich gehe und sammle alle wahren Wohltaten, aus denen die Zeit entsteht. (Daher ist der Stotterer klüger als der Weise, der sich rühmte, er sei klüger als welchen Tag man möchte. Denn die Zeit entsteht nur durch den Stammler, der die wahren Wohltaten sammelt, aus denen die Zeit wird und er bringt sie zu dem wahren Mann der Huld, der dem Herzen einen Tag schenkt. Das Herz schenkt es dem Quell, wodurch die Welt existiert. Es stellt sich also heraus, dass die Schaffung der Zeit mit Parabeln und Liedern, in denen alle Weisheiten enthalten sind, durch den Stammler entstehen).

Es folgert daraus, dass ich die Zustimmung habe von dem wahren Mann der Huld, dass ich Parabeln und Gesänge sagen kann, in welchen alle Weisheiten enthalten sind (denn alle Parabeln und Gesänge werden gänzlich von ihm gesagt, wie oben genannt). Jetzt schenke ich euch ein vollkommenes Hochzeitsgeschenk, dass ihr so wie ich sein möget“. Da herrsche eitel Wonne und große Freude und sie feierten.

**Vierter Tag**

Nachdem sie die Feier beendet und danach übernachtet hatten, erinnerten sie sich in der Früh wieder und sehnten sich nach dem Bettler, der einen krummen Hals gehabt hatte.

Inzwischen kam er herein und sagte: „Hier bin ich. Früher segnete ich euch, ihr möget sein wie ich, heute schenke ich euch als (Druschegeschenk) Hochzeitsgeschenk, dass ihr so wie ich sein möget. Ihr meintet, ich habe einen krummen Hals, aber ich habe garkeinen krummen Hals. Ganz im Gegenteil, ich habe einen wohlausgerichteten Hals, einen wunderschönen Hals. Nur gibt es eitle Ausatmungen <<Havalim>> auf der Welt (d.h. alle Dummheiten der Welt) und ich möchte derlei Durchzug nicht in die Welt lassen (daher schien es, als habe er einen krummen Hals, weil er vor diesen Ausdünstungen den Hals verkrümmte, um sie nicht in die Welt zu lassen). In Wahrheit habe ich einen herrlichen Hals und eine wundervolle Stimme und alle Stimmen der Welt (Kolot), die bloß Stimmen sind ohne Sprache, kann ich nachahmen mit meiner Stimme.

Ich habe Beweise von jenem Land, in welchem man der Kunst der Musik sehr kundig ist (der Kunst des Spielens und Singens). Dort beschäftigen sich alle mit dieser Weisheit, sogar kleine Kinder. Es gibt dort kein Kind, das nicht auf irgendeinem Musikinstrument spielen kann. Der Kleinste im Land ist der der größte Musikkundige und Weise eines anderen Landes.

Die Weisen und der König des Landes sind sehr große Wissenschaftler der Musikkunde. Einmal saßen alle Weisen des Landes zusammen und jeder rühmte sich seiner Weisheit in der Kunst der Musik. Dieser rühmte sich, er könne auf einem gewissen Instrument spielen, jener rühmte sich, er könne auf einem anderen Instrument spielen. Einer rühmte sich sogar, er könne auf allen Instrumenten spielen. Noch ein anderer brüstete sich, er könne mit seiner Stimme dieses Musikinstrument nachahmen.

Ein anderer rühmte sich, er könne mit seiner Stimme etliche Instrumente nachahmen. Ein weiterer rühmte sich, er könne mit seiner Stimme einen Paukenschlag ganz präzise nachahmen, als ob man pauken würde. Einer behauptete, er könne mit seiner Stimme einen Kanonenschuss (den man Urmatis nennt) nachahmen.

Ich war auch dort (erzählte der Bettler mit dem krummen Hals). Ich sprach und sagte zu ihnen: „Meine Stimme ist besser als eure Stimmen. Der Beweis ist folgender: Wenn ihr doch so klug seid, so helft doch den zwei Ländern, die tausend Meilen voneinander entfernt sind.

Wenn es Nacht wird in den zwei Ländern, kann man nicht schlafen, denn wenn es Nacht wird, beginnen alle, mit heulender Stimme zu klagen, Männer, Frauen und Kinder. Man hört dort eine weinende Klagestimme, deswegen beginnen alle zu klagen, Männer, Frauen und Kinder, zum Stein erweichen. So ist es in beiden Ländern, denn in einem Land hört man die heulenden Stimmen und sie müssen alle klagen, wie erwähnt.

Im anderen Land verhält es sich ebenso und ein Land ist tausend Meilen weit entfernt vom anderen. Wenn ihr also so weise seid in der Kunst der Musik (ihr könnt spielen und singen), helft doch den zwei Ländern. Oder macht wenigstens die Stimmen nach (die heulende Stimme)“.

Sie fragten ihn: „Wirst du uns hinführen“? (Die Musik – Experten fragten den mit dem krummen Hals). Da sagte er: „Ja, ich werde euch hinführen“. Sie machten sich auf den Weg dorthin und kamen an zu (einem) der oben genannten Länder. Als die Nacht kam, war es so wie immer und sie alle begannen, zu klagen. Die Weisen klagten auch, daher verstanden sie, dass sie den Ländern nicht helfen konnten.

Da sagte er ihnen: (der mit dem krummen Hals sagte zu den besagten Weisen): „Sagt mir wenigstens, woher diese heulenden Stimmen kommen“. Er (das heißt, der mit dem krummen Hals) sprach: „Ich weiß es ganz sicher. Es gibt nämlich zwei Vögel, die sind einzigartig auf der Welt. Es sind nur zwei Vögel vorhanden, einer weiblich, einer männlich und sie sind das einzige Paar auf der Welt. Der weibliche Vogel ging verloren, er suchte sie und sie suchte ihn. Sie suchten einander sehr lange, bis sie sich verirrten und merkten, dass sie einander nicht mehr finden konnten. Also blieben sie, wo sie waren und jeder baute sich ein Nest. Er baute sich sein Nest in einem der Länder, nicht richtig nahe der Stadt, sondern seine Stimme war zu hören. Und sie baute sich ihr Nest neben der anderen Stadt (nicht richtig nahe, doch man konnte ihre Stimme hören).

Wenn die Nacht kommt, beginnt das Vogelpaar zu klagen, er beklagt ihren Verlust, sie den seinen, sehr laut, mit heulenden Stimmen. Und das ist die heulende Stimme, die in beiden Ländern zu hören ist, weshalb dort alle klagen müssen und nicht schlafen können“. (Das alles erzählte ihnen der krumme Hals). Sie wollten es nicht glauben.

Sie fragten ihn: „Wirst du uns dorthin führen“ und er antwortete, er könne sie hinführen. „Wie aber wollt ihr hingehen, wenn ihr schon hier die heulenden Stimmen nicht ertragen könnt und müsst auch klagen. Bei Tag kann man dort nicht hinkommen, denn bei Tag versammeln sich alle Vögel zu jedem persönlich, zu ihm und zu ihr und trösten sie. Diese freudigen Stimmen hört man nicht weit, nur wenn man dort hinkommt. Aber die heulenden Stimmen, die hört man weit, deswegen könnt ihr nicht hinkommen“.

Die Weisen fragten ihn: „Kannst du das Problem lösen“? und er antwortete: „Ja, das kann ich, denn ich kann alle Laute der Welt nachahmen und darüber hinaus kann ich Laute werfen. Ich kann die Stimme hier hinaussenden, dass man sie hier nicht hören kann, sondern man wird sie weit hören. Deswegen kann ich meine Stimme werfen von ihm zu ihr. Deshalb wird die Stimme, die ich nachzumachen vermag, zu dem Ort ankommen, wo er sich befindet. Gleichfalls kann ich ihre Stimme in seine Nähe werfen. Dadurch vermag ich sie zu vereinen, bis ich sie zusammenbringen werde. (Dadurch wird alles korrigiert werden). Doch wer sollte das glauben?

Also führte er sie in einen Wald, dort hörten sie, wie jemand eine Türe öffnete und wieder schloss und wie der Türriegel (‚Klamke‘) zuschnappte. Sie hörten eine Büchse schießen, wie der Hund nach der Beute geschickt wurde, um zu apportieren und wie der Hund etwas zerrte im Schnee. All das hörten sie, sahen sich um, konnten aber nichts sehen. Von ihm (mit dem krummen Hals) hatten sie auch keinen Laut gehört. Der mit dem krummen Hals hatte die Laute geworfen, nun sahen sie, dass er alle Laute nachahmen und Stimmen werfen konnte.

(Und weiter hat er >>Rabbi Nachman<< nicht erzählt. Es ist deutlich, dass er hier etwas übersprungen hat).

„Und so bestätigt sich von jenem Land, dass ich eine sehr schöne Stimme habe und dass ich alle Laute der Welt nachmachen kann. Jetzt schenke ich es euch als Hochzeitgeschenk (Druschegeschenk), dass ihr so sein möget wie ich“. Und es herrschte große Freude und Heiterkeit.

**Fünfter Tag**

Am fünften Tag waren sie auch fröhlich, sie erinnerten sich an den Bettler mit dem Buckel (Hoiker). Sie sehnten sich sehr nach ihm und sagten: „Wie könnten wir den buckligen Bettler herbringen, dann wären wir sehr froh“. Und als sie das sprachen, kam er an und sagte: „Hier bin ich, ich bin zu eurer Hochzeit gekommen“. Und er umarmte sie und küsste sie und sagte zu ihnen: „Früher habe ich euch gesegnet, ihr möget so sein wie ich, jetzt schenke ich euch als Hochzeitsgeschenk, ihr möget so sein wie ich.

Ich habe garkeinen Buckel, im Gegenteil, ich habe solche Schultern (Pleitzes – breite Schultern), welche die Eigenschaft von „Das Wenige trägt das Viele“ haben. Und ich habe einen Beweis dafür. Es war einmal eine Besprechung, bei der gewisse Menschen sich dieser Eigenschaft rühmten. Jeder von ihnen rühmte sich, die Eigenschaft „Das Wenige trägt das Viele“ zu haben (d.h. ein kleiner Platz trägt viel). Einen lachte man nur aus, den übrigen glaubte man. Diese anerkannte man.

Jedoch mein „Das Wenige trägt das Viele“ ist größer als das der anderen.

Einer rühmte sich, sein Gehirn sei ein „Weniges trägt Vieles“, denn er hatte in seinem Hirn Zehntausende Menschen gespeichert, mit all ihren Bedürfnissen, ihrem Benehmen, mit ihren allen Aufenthaltsorten und Bewegungen. Dies alles trug er in seinem Gehirn, deshalb war er ein „Weniges trägt Vieles“.

Man lachte ihn aus und sagte zu ihm: „Du bist nichts und deine Leute sind nichts“.

Einer stand auf und sagte: „Ich habe diese Art von „Weniges trägt das Viele“ schon einmal gesehen, denn ich ging zu einem Berg und sah, dass auf dem Berg viel Mist und Unrat lag. Ich war erstaunt, wie auf einem Berg so viel Mist und Unrat liegen konnte. Ein Mensch stand neben dem Berg und sagte: „Das alles ist von mir“. Denn er hielt sich dort auf und warf ständig die Abfälle seines Essens und Trinkens und seine Exkremente auf den Berg. All der Schmutz stammte von ihm. Es stellte sich heraus, dass dieser Mensch ein „Weniges trägt Vieles“ war, denn all der Unrat stammte von ihm. (Genau so ist auch derjenige, der alles in seinem Gehirn speichert, ein „Weniges trägt Vieles“).

Einer rühmte sich, er habe auch die Eigenschaft des „Weniges trägt Vieles“, weil er ein Stück Land hatte, das sehr viele Früchte trug. Wenn man ausrechnete, wieviel Ertrag sein Land eingebracht hatte, erkannte man, dass das Land gar nicht so viel Gebiet enthielt, wie es für diese Ernte notwendig gewesen wäre. Er hatte nicht genug Land, um so viele Früchte ernten zu können. Deshalb erwies sich, dass er ein „Weniges trägt das Viele“ war. Seine Worte gefielen, denn dies ist sicher ein „Weniges trägt Vieles“.

Ein anderer erzählte, er habe einen wunderbaren Obstgarten (Pardes), dort gab es herrliche Früchte. Viele Menschen und Regenten fuhren dorthin, denn es war ein wunderschöner Garten, in dem sie spazieren gingen. In Wahrheit war in dem Garten nicht genug Platz, um all diesen Menschen Raum bieten zu können. Also sei er ein „Weniges trägt Viele“. Auch er gefiel ihnen.

Einer sagte, sein Reden sei ein „Weniges trägt Vieles“, denn er war Sekretär bei einem großen König, zu dem sehr viele Menschen kamen. Viele kamen mit Lobreden zum König, mit Bitten und Dergleichen. Der König kann sie nicht alle anhören. „Also kondensiere ich ihre Reden in nur wenigen Worten und erzähle dem König dann kurzgefasst alle Lobreden, ihre Bitten und Anliegen. Alles ist enthalten in meinen wenigen Worten, die ich dem König vortrage, also erweist es sich, dass ich ein „Weniges trägt das Viele“ bin“.

Einer sagte, sein Schweigen sei ein „Das Wenige trägt das Viele“, denn er hatte viele Widersacher und böse Zungen standen gegen ihn auf, bekriegten und verleumdeten ihn. Was immer man gegen ihn tat, wie viel böse Nachrede man ihm auch nachsagte, auf alles antwortete er mit Schweigen. Das sei seine Reaktion auf Anfechtungen und Gerede, das man über ihn verbreite. Deshalb sei sein Schweigen ein „Weniges trägt das Viele“.

Einer erzählte, er sei ein „Weniges trägt das Viele“, denn es gab einen Armen, der blind war und er war von sehr großer Statur. Und er (der sich der Sache rühmte), sei sehr klein gewachsen, trotzdem führe er den großen Blinden. Der Blinde hätte ausrutschen können, er hält ihn dadurch, dass er ihn führte. Deswegen sei er ein „Das Wenige trägt das Viele“, weil er ein kleiner Mensch ist und führt den großen Blinden.

„Und ich war auch dort“ (der Bucklige, der das alles erzählt) und ich sprach: „Es ist wahr, dass ihr die Eigenschaft von ‚Das Wenige trägt das Viele‘ habt und ich verstehe, was ihr alle gemeint habt.

Der Letzte, der sich rühmte, den großen Blinden zu führen, er ist größer als ihr. Aber ich bin noch größer und erhabener als ihr alle. Derjenige, der sich rühmte, er führe den großen Blinden, er denkt, er führe den Kreislauf des Mondes (die Sphäre, in welcher der Mond sich befindet). Denn der Mond wird ‚Ein Blinder‘ genannt, denn er leuchtet nicht von selbst, er hat kein eigenes Licht. Er führt den Mond, obwohl er kleiner ist und der Kreislauf des Mondes ist sehr groß. Das ist die Existenz der ganzen Welt, denn die Welt benötigt den Mond. Es ist erwiesen, dass er ein richtiger „Das Wenige trägt das Viele“ ist.

Mein „Das Wenige trägt das Viele“ ist jedoch gar viel erhabener als alle und hier ist der Beweis. Es war einmal eine Gruppe, die Folgendes erforschte: Jedes Tier hat einen Schatten, denn es sucht sich seinen Schatten und es will ausgerechnet nur in diesem Schatten ruhen. Und ebenso hat jedes Geflügel seinen besonderen Zweig, auf dem es unbedingt ruhen möchte, auf keinem anderen Zweig will es rasten.

Die Gruppe wollte erkunden, ob sich ein solcher Baum finden ließe, in dessen Schatten alle Tiere ruhten. Auf den Zweigen des Baumes sollten die Geflügel ruhen. Sie fanden heraus, dass es solch einen Baum gab und wollten sich dorthin begeben, denn die Freude bei diesem Baum ist ohne Ausmaß. Denn dort befinden sich alle Tiere und Geflügel und keinem entsteht ein Schaden wegen der Tiere.

Alle Tiere vergnügen sich dort miteinander, sie spielen zusammen und es ist sehr beglückend, sich bei diesem Baum aufzuhalten.

Sie begannen zu überlegen, in welche Richtung man gehen solle, um zu dem Baume zu gelangen. Da entstanden Unstimmigkeiten zwischen ihnen, denn einer sagte, man solle in eine Richtung gehen, der andere sagte, in die andere Richtung und keiner konnte sich entscheiden. Einer wollte nach Osten gehen, ein anderer wollte nach Westen, einige wollten hierhin, andere dorthin, sodass sie die richtige Richtung zu dem Baum nicht finden konnten.

Da kam ein Weiser und sprach zu ihnen: „Wieso wollt ihr denn die richtige Richtung klären, klärt doch erst einmal, welche Menschen überhaupt zu dem Baum kommen dürfen, denn nicht jeder darf dorthin gehen. Man kann nicht zu dem Baum kommen, wenn man die Eigenschaften des Baumes nicht besitzt. Denn der Baum hat drei Wurzeln. Eine Wurzel ist Glaube (dass man an G-tt, gelobt sei Er, glauben soll), die zweite Wurzel ist Ehrfurcht und die dritte Wurzel ist Demut (dass man nicht eingebildet sein soll).

Und der Stamm des Baumes ist Wahrheit, der Baum selbst ist Wahrheit und von ihm gehen die Zweige aus. Deshalb kann keiner zu dem Baum kommen, der nicht die Eigenschaften des Baumes hat (er soll an G-tt glauben, ehrfürchtig sein und nicht auf sich selbst eingebildet und wahrheitsliebend muss er sein)“. Das sagte der Weise zu der Gruppe.

Aber die Menschen der Gruppe hatten nicht alle diese Eigenschaften, nur ein Teil von ihnen. Sie waren jedoch alle einer Meinung und hielten sehr zusammen. Sie wollten sich nicht trennen, dass einige zu dem Baum gehen sollten (jene, welche die erforderlichen Eigenschaften besaßen), die anderen aber nicht, denn sie waren sich sehr einig.

Nun musste man warten, bis alle sich diese Eigenschaften erarbeitet hatten, damit alle zu dem Baum gehen konnten.

Als sie alle sich die Eigenschaften angeeignet hatten (sie warteten aufeinander, bis alle die oben genannten Eigenschaften besaßen und Glauben, Ehrfurcht usw. hatten). Alle waren nun auch einer Meinung und einigten sich auf einen Weg, mit dem alle einverstanden waren. Sodann machten sie sich auf den Weg und gingen eine Zeitlang. Von Weitem erblickten sie schon den Baum und bemerkten, dass er gar keinen Ort hatte. Und wenn etwas keinen Ort hat, wie kann man dann dorthin gelangen?

Und ich (der Bucklige, der das alles erzählte) war auch mit dabei. Ich sprach zu ihnen: „Ich kann euch zu dem Baum bringen! Denn der Baum hat gar keinen Ort, weil er jenseits des Raumes steht (d.h. er ist höher als der Raum der Welt). ‚Das Wenige trägt das Viele‘ existiert nur im Raum (d.h. ein kleiner Ort trägt viel mehr, als dort Platz hat), deswegen ist es noch im Raum. Ich als Buckliger habe ein solches ‚Weniges, das das Viele trägt‘, sodass das Wenige, welches das Viele trägt, schon total am Ende des Raumes ist. Höher als das, existiert kein Raum mehr. Daher kann ich euch zu dem Baum tragen, der höher ist, als der Raum“. Deshalb konnte der Bucklige sie von dem Raum hinaufführen zu Höhen über dem Raum. Und verstehe.

„Ich nahm sie und trug sie zu dem Baum und das ist der Beweis, dass ich das ‚Wenige trägt das Viele‘ habe. (Deswegen erscheint er wie ein Buckliger, denn er trägt Vieles auf dem Buckel, denn er ist ein ‚Weniges, das Vieles trägt‘). Jetzt schenke ich es euch als Gabe, dass ihr so sein möget, wie ich“. Dann war dort große Freude und sehr großes Vergnügen.

**Sechster Tag**

Auch am sechsten Tag waren sie fröhlich und ersehnten sich: „Woher nimmt man den Bettler ohne Hände“ und schon kam er herein und sagte: „Hier bin ich. Ich bin zu eurer Hochzeit gekommen“, sprach zu ihnen, wie die anderen, umarmte und küsste sie und sagte zu ihnen: „Ihr meint, ich habe einen Makel an den Händen, ich habe jedoch keinen Schaden an meinen Händen! Ich habe sehr wohl Kraft in den Händen, ich benütze die Kraft meiner Hände nicht auf dieser Welt. Ich benötige diese Kraft für etwas anderes, worauf ich einen Beweis des Wasserschlosses besitze. <<Fun dem wasserigen Schloss>>

Einmal saß ich mit mehreren Menschen zusammen. Alle rühmten sich der Kraft in ihren Händen. Einer rühmte sich dieser Kraft in den Händen, ein anderer brüstete sich mit jener Stärke in den Händen. Auf diese Weise rühmte jeder sich der Stärke, die er in den Händen hatte.

Einer erzählte, er habe solche Kraft in den Händen, dass er einen Pfeil, den er abgeschossen habe, wieder zurückziehen könne. Denn er hatte solche Kraft in den Händen, dass er den Pfeil, obwohl er ihn schon abgeschossen hatte, wieder zurückziehen konnte. Da fragte ich ihn (derjenige ohne Hände, der erzählt): „Welche Pfeile kannst du zurückziehen, es gibt nämlich zehn Sorten von Pfeilen. Wenn man einen Pfeil schießen will, bestreicht man ihn mit Gift und es gibt zehn Arten von Giften. Welches Gift man auch benützt, die Pfeile sind immer schädlich. Es gibt Gifte, die schädlicher sind als andere und auf diese Weise kennt man zehn verschiedene Gifte, wobei jedes schädigender ist, als das vorhergehende. Das ist es, was die zehn Sorten von Giften ausmacht, denn die Pfeile sind alle gleich. Jedoch wegen der verschiedenen Gifte werden sie zehn Sorten von Pfeilen genannt“.

Daher fragte ich ihn: „Welche Art von Pfeil kannst du zurückziehen“. Er antwortete: „Sogar einen Pfeil, der schon jemanden getroffen hat, sogar den kann ich zurückziehen“. Da sprach ich zu ihm: „Doch welche Art von Pfeilen kannst du zurückziehen?“ Er antwortete: „So eine gewisse Art von Pfeilen kann ich zurückholen“.

(Der ohne Hände, der das erzählt): „Dann kannst du die Königstochter nicht heilen. Denn wenn du nur eine Art von Pfeilen zurückziehen kannst, kannst du die Königstochter nicht heilen“.

Einer rühmte sich, er habe solche Kraft in den Händen, dass er, von wem er empfängt, ihm gibt. (D.h. dadurch, dass er von jemandem etwas annimmt und empfängt, dadurch gibt er ihm). Offensichtlich ist er ein Spendengeber. Ich fragte ihn: „Welche Sorte von Spenden gibst du, es gibt nämlich zehn Sorten von Spenden“. Er antwortete, er gäbe ein Zehent. Da sprach ich zu ihm: „Wenn das so ist, kannst du die Königstochter nicht heilen, denn du kannst nicht zu ihrem Ort vordringen (weil du nur ein Zehent gibst). Denn du kannst nur eine Mauer durchdringen (nicht die, hinter der die Königstochter sich befindet), daher kannst du nicht zu ihr gelangen“.

Einer rühmte sich, er habe eine gewisse Kraft in den Händen. Es gibt Befugte auf der Welt (Menschen, die die Ältesten sind des Landes, die über eine Stadt oder ein Land regieren) und jeder von ihnen bedarf der Weisheit. Er habe eine solche Kraft in den Händen, dass er Weisheit geben könne mit seinen Händen, indem er ihnen die Hände auflege. Ich fragte ihn: „Welche Art von Weisheit kannst du mit deinen Händen verleihen? Es gibt zehn Maß Weisheit (d.h. zehn Arten von Weisheit). Er antwortete, er könne eine gewisse Art von Weisheit geben. Da sprach ich zu ihm: „Dann kannst du die Königstochter nicht heilen, da du ihren Puls nicht messen kannst. Denn es gibt zehn Arten von Pulsen und du kannst nur einen Puls erkennen, weil du nur eine Weisheit in deinen Händen besitzt.

Einer rühmte sich, er habe solche Kraft in den Händen, dass er den Sturmwind aufhalten könne. Er könne den Sturmwind ergreifen und mit seinen Händen zurückhalten. Weiters könne er dem Wind ein Maß geben, damit der Wind gehörig sein solle, im richtigen Maß. Ich fragte ihn: „Was für einen Wind kannst du mit den Händen ergreifen, es gibt zehn Arten von Winden“. Er antwortete, er könne einen gewissen Wind ergreifen. Da antwortete ich ihm: „Dann kannst du die Königstochter nicht heilen, weil du die Melodie nicht vor ihr spielen kannst, denn es gibt zehn Arten von Melodien und du kannst ihr nur eine Melodie vorspielen“.

Da sprachen sie: „Was kannst du denn“? und er (der ohne Hände, der alles erzählte): „Ich kann das, welches ihr alle nicht könnt, neun Teile jeder Sache, die ihr alle nicht könnt, neun Teile jener Kräfte, deren ihr euch gerühmt habt und die ihr nicht könnt, ich kann sie alle“!

Dazu gibt es eine Geschichte. Einmal begehrte ein König eine Königstochter <<und er schwärmte so sehr, wörtlich, er kochte>> und wendete viele Listen an, um sie zu fangen, bis die Gelegenheit sich bot und er sie fing.

Einmal träumte der König, die Königstochter sei gegen ihn aufgestanden und habe ihn getötet. Er wachte auf und der Traum traf ihn tief ins Herz. Er ließ einen Traumdeuter kommen, der deutete ihm die einfache Bedeutung, der Traum, dass sie ihn töten werde, würde sich erfüllen. Der König war ratlos und wusste nicht, was er mit ihr tun sollte. Sie zu töten, das tat ihm leid, sie wegzuschicken, das war sehr verdrießlich, denn dann könnte ein anderer sie aufnehmen. Das kränkte ihn sehr, denn er bemühte sich sehr um sie und wollte sie keinem anderen überlassen.

Außerdem, wenn sie bei einem anderen wäre, könne der Traum sich ebenso erfüllen, dass sie ihn töten würde. Sie bei sich zu behalten, davor fürchtete er sich wegen des Traumes, vielleicht werde sie ihn töten. Der König wusste nicht, was er mit ihr tun sollte. Inzwischen kühlte seine Liebe zu ihr etwas ab wegen des Traumes (er liebte sie nicht mehr so wie früher). Auch ihre Liebe zu ihm wurde immer weniger, bis sie umschlug in Hass ihm gegenüber und sie lief davon.

Der König ließ sie suchen und man kam und sagte ihm, es gäbe ein Wasserschloss, das habe zehn Mauern, eine innerhalb der anderen und alle Mauern seien aus Wasser. Der Boden innerhalb des Schlosses, auf welchem man gehe, sei auch aus Wasser, wie auch der Garten, die Bäume mit den Früchten, alles sei aus Wasser. Die Schönheit des Schlosses, alle seine Wunder, darüber müsse man gar nicht reden, es sei wirklich wundersam, denn das ganze Schloss sei aus Wasser. Man könne nicht in das Schloss hineingehen, denn man würde ertrinken, weil alles aus Wasser bestehe.

Als die Königstochter davonlief, kam sie zu dem Wasserschloss. Sie ging rund um das Schloss, also berichtete man dem König, sie ginge rund um das Schloss. Der König kam mit seiner Armee, um sie einzufangen. Als die Königstochter sah, dass die Armee sie fangen würde, wollte sie in das Schloss hineinlaufen. Denn es war ihr lieber, zu ertrinken als vom König gefangen zu werden und wieder bei ihm sein zu müssen.

Als der König sah, dass sie in das Wasser hineinlief, befahl er, sie zu beschießen, würde sie getroffen werden, solle sie sterben. Man beschoss sie und alle zehn Sorten von Pfeilen, die mit zehn Giftsorten bestrichen waren, trafen sie. Die Königin lief hinein in das Wasserschloss und ging durch alle Tore der Wassermauern, bis in das Innere des Schlosses. Dort fiel sie nieder und blieb ohnmächtig liegen.

„Ich heilte sie“ (sagte der ohne Hände, der das erzählte). „Denn wer nicht alle zehn Sorten von Spenden gibt, der kann nicht hineingehen in das Schloss, weil er ertrinken wird. Der König und seine Armee jagten der Königin nach und sie ertranken in den Fluten. Ich aber kann hineingehen, durch alle Mauern des Wasserschlosses. Und die Wassermauern – das sind die Wellen des Meeres, die wie eine Mauer stehen. Und die Winde sind es, die die Wellen des Meeres aufstellen, sie erheben die Wellen. Und die Wellen, welche die zehn Mauern sind, sie stehen immer dort, nur die Winde sind es, die die Wellen halten und erheben.

Und ich konnte hineingehen, durch alle zehn Mauern des Wasserschlosses und ich konnte der Königstochter alle zehn Pfeile herausziehen. Ich kenne auch alle zehn Sorten von Pulsen, denn mit jedem Finger kann man einen anderen Puls fühlen, alle zehn Arten von Pulsen. Ich konnte die Königstochter heilen durch alle zehn Arten von Melodien (denn ihre Heilung erfolgt durch Melodien, wie oben genannt). So beweist sich, dass ich solch eine Kraft in meinen Händen habe. Jetzt schenke ich sie euch als Gabe“. Da war dort große Freude und sie waren sehr fröhlich.

Es ist für mich sehr schwer, diese Geschichte zu erzählen. Nun, da ich schon angefangen habe, sie zu erzählen, muss ich sie ausführen >>Rabbi Nachman<<

In dieser Geschichte ist nicht ein Wort vorhanden, das nicht eine Bedeutung hat. Wer in den Büchern kundig ist, kann etwas verstehen, ein paar Andeutungen. Bezüglich der Pfeile, wo er sich rühmte, er könne Pfeile zurückziehen, das steht in Vers 5 (5.Buch Mosis 32:41): „Und Meine Hand das Gericht erfasset“, so wie Raschi interpretierte: „Fleisch und Blut wirft einen Pfeil – und kann ihn nicht zurückziehen; und der Heilige, gelobt sei Er, wirft einen Pfeil und zieht ihn zurück“. Die Spende, die Wassermauern entspricht, die die Meereswellen sind, das steht auch in einem Vers (Jesaia 48:18) „Und Deine Huld wie die Meereswellen“ und der genannte Wind >>Der Sturmwind<<, den er mit seinen Händen greifen kann, das entspricht (Mischlei 30:4): „Wer sammelt die Winde in Seinen Fäusten“. (Das alles entspricht der Melodie, wie anderswo erläutert). Die zehn Arten von Pulsen und zehn Arten von Melodien, das steht auch im Sohar. All dies haben wir von >>Rabbi Nachman<< ausdrücklich zu hören bekommen. Jedoch wer, wann und was hat er nicht gesagt. Wer die alle sind, was das ist und wann das alles geschehen ist, das ist zu tief, um es zu wissen.

Das Ende dieser Geschichte, was am siebenten Tag geschah mit dem Bettler ohne Füße, sowie das Ende vom Anfang der Geschichte, bezüglich des Königssohnes, mit dem die Geschichte begonnen hatte, das hat er >>Rabbi Nachman<< nicht mehr erzählt und gesagt, er werde es nicht mehr erzählen. Dies ist ein großer Verlust, denn wir werden nicht würdig sein, es zu hören, bis Maschiach kommen wird, bald in unseren Tagen, Amen.

Darüber hinaus sagte er: Wenn ich nichts mehr wüsste, gar keine Sache, bis auf diese Geschichte, so wäre es ein großes Wunder. Denn diese Geschichte ist eine enorme Erhellung, sie hat viel Tugendlehre in sich und viel Thora. Die Geschichte beinhaltet viele Lehren und spricht von früheren Zaddikim >>Gerechten<<. Von König David, Friede sei mit ihm, denn König David stand an einem Ende der Welt und schrie zu dem Quell, der aus dem Stein entspringt, welcher auf dem Berg steht, wie schon berichtet. So, wie es in den Psalmen steht (6:13): „Vom Ende der Welt ruf ich zu Dir, wenn mein Herz schmachtet, dass Du mich auf den Felsen, der mir zu hoch ist, führst“.

All dies bekamen wir ausdrücklich aus seinem Mund zu hören. Aus seinen Worten ist verständlich, dass König David, Friede sei mit ihm, dem Herzen entspricht, wie ausgeführt (Sohar, Schemot, Blatt 108/2). Auf ihn wird in der Geschichte hingewiesen – mit dem Herzen der Welt, das am Ende der Welt steht, dem Quell gegenüber, der ständig zu ihm schreit und sich nach ihm sehnt usw. Und dennoch sind diese Angelegenheiten verborgen; glücklich ist der, der würdig ist, diese Geschichte zu begreifen.

Die Andeutung von König David und dem oben genannten Vers „Vom Ende der Welt…“, auf die in der Geschichte angespielt wird, gehört zum dritten Tag. Denn dort wird von dem Herz gesprochen und von dem Quell. Betrachte die Worte dort gründlich und du wirst Wunder sehen, wie in jedem Detail wunderbare Angelegenheiten angedeutet werden. In dieser Geschichte erschließen sich enorm große Thorageheimnisse, vom Anfang der Geschichte, bis zum Ende.

Alle Geschichten in diesem Buch bestehen aus Geheimnissen der Thora, jedes Wort, jedes Detail, bedeutet etwas anderes. Besonders von der furchtbaren Größe dieser (letzten) Geschichte kann man gar nicht sprechen, denn sie übersteigt alle. Glücklich, glücklich ist der, der sie auch nur auf der kommenden Welt ein klein wenig verstehen wird. Wer mit Intelligenz gesegnet ist, dem werden sich die Haare sträuben und er wird ein wenig die Größe des Schöpfers, gelobt sei Er, und die Größe der wahren Zaddikim verstehen, wenn er gründlich diese Geschichte, dergleichen es nicht zu hören gibt, studieren wird.

Bezüglich des oben genannten Verses „Vom Ende der Welt…“, der zum dritten Tag gehört, habe ich ausdrücklich aus seinem >>aus Rabbi Nachmans<< s.A. heiligem und furchtbarem Mund gehört. Siehe und noch Folgendes habe ich herausgefunden: Der Psalm, in dem dieser Vers steht, dies ist Psalm 61. In fast allen seinen Worten werden Anspielungen auf erhabene Geheimnisse der Geschichte des dritten Tages angeführt. „Tage füge hinzu zu den Tagen des Königs…“, denn es ist immer notwendig, dass man Tage zu seinen Tagen hinzufügt usw., wie schon genannt.

„Huld und Wahrheit bemanne zu seiner Hut“, dies entspricht dem wahren Mann der Huld, der Große Mann, denn die gesamte Zeit und alle Tage entstehen durch den Großen Mann, der der wahre Mann der Huld ist, in der Geschichte. Und er gibt und fügt immer Tage hinzu zu den Tagen des Königs – das ist das oben genannte Herz, das König David, Friede sei mit ihm, entspricht. Und das entspricht: „…zu seiner Hut“, da er es beaufsichtigt und behütet, dass alsbald der Tag schon fast vergeht, dann würde der Quell und das Herz und die ganze Welt vergehen, G-tt behüte, dann beaufsichtigt und behütet es der wahre Mann der Huld und kommt und gibt dem Herzen einen Tag usw. Dies ist „So will ich besingen Deinen Namen ewiglich, zu bezahlen meine Gelübde Tag für Tag“, denn ein jeder Tag, den er ihm gibt, kommt mit Gesängen und Liedern usw., wie oben genannt. „…mich bergen im Schutze Deiner Flügel, Selah“, denn wenn das Herz der Ruhe bedarf, kommt ein großer Vogel und breitet über ihm seine Flügel aus usw. Und das ist: Mich bergen im Schutze Deiner Flügel usw.

**Zum ersten Tag:**

Bezüglich all der Alten, die sich brüsten, woran sie sich erinnern können, einer sogar, dass er sich erinnert, wie man seine Nabelschnur durchgeschnitten hat und er war der kleinste Alte von allen usw., sagte unser Rebbe, s.A., dass im Talmud (Jeruschalmi, Jebamot) etwas gleicher Art ausgeführt werde. Dass Schmuel sich rühmte, er erinnere sich an den Schmerz seiner Beschneidung usw., siehe dort.

Wer könnte verherrlichen, wer könnte erzählen, wer könnte bewerten, wer könnte sich auch nur einen Schimmer eines tausendsten und abertausendsten Bruchteils eines Funkens weniger Andeutungen der wundervollen Großartigkeit, der furchtbaren und erhabenen Geheimnisse dieser furchtbaren Geschichte verstehen, die voller verborgener Geheimnisse ist. Doch der Sachkundige wird Gutes herausfinden, einen Funken einiger Andeutungen, seinem Wertmaß entsprechend.
