# DIE SIEBEN BETTLER

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Was weißt du darüber, wie man sich aus der Depression hinausfreuen kann? Ich werde euch erzählen, wie Menschen einmal fröhlich waren.

Es war einmal ein König, der einen einzigen Sohn hatte. Der König wollte sein Königreich noch zu Lebzeiten seinem Sohn übergeben. Deshalb veranstaltete er ein großes Festmahl. Wenn der König zu einem Festessen einlädt, gibt es dort sicherlich große Vergnügungen, insbesondere nun, da er bei Lebzeiten seinem Sohn den Thron übergab. Alle Vasallen, der Adel, Herzöge und Regenten waren zugegen und die Stimmung war sehr fröhlich.

Die Bürger hatten auch Freude daran, denn wenn der König bei Lebzeiten seinem Sohn den Thron übergibt, ist es eine große Würde für den König. Es herrschte eitel Freude und allerlei Vergnügungen wurden dargeboten. Kapellen spielten, Komödien wurden aufgeführt und Verschiedenes, das zur Freude beitrug, wurde auf dem Ball vorgetragen.

Als alle schon sehr vergnügt waren, stand der König auf und verkündete seinem Son: „Da ich ein Sternseher bin, sehe ich, dass du das Königreich eines Tages verlieren wirst. Also sieh zu, dass du nicht allzu traurig bist, wenn das Königreich dir genommen wird. Du sollst immer fröhlich sein und wenn du fröhlich bist, werde ich auch fröhlich sein. Sogar wenn du traurig sein wirst, werde ich fröhlich sein, dass du kein König mehr bist, denn weil du nicht fröhlich bist, steht es dir nicht zu, König zu sein. (D.h. da du ein Mensch bist, der nicht imstande ist, fröhlich zu bleiben, wenn er kein König mehr ist, gebührt dir das Königtum nicht). Wenn du aber fröhlich sein wirst, werde ich äußerst glücklich sein.

Der Königssohn führte das Königreich mit strenger Hand. Er ernannte Vasallen, Herzöge und Regenten und stellte eine Armee zusammen. Der Königssohn war sehr weise und die Weisheit war ihm sehr lieb. Viele Weise hielten sich bei ihm auf und wer auch immer mit Weisheiten zu ihm kam, war sehr beliebt und er verteilte für Weisheiten großes Ansehen und Reichtum. Er gab jedem, was er wollte. Wenn jemand Geld wollte, so gab er ihm Geld, ein anderer wollte Ansehen, dann gab er ihm Ansehen, alles für die Weisheit.

Da die Weisheit für ihn so wichtig war, begannen alle, sich mit Weisheiten zu beschäftigen. Das ganze Land studierte Weisheiten, denn wer Geld wollte, tat es wegen des Geldes, andere wollten Prestige und Ansehen.

Da alle sich nur mit verschiedenen Weisheiten beschäftigten, vergaß man in jenem Lande die Kriegsführung, denn alle wollten nur weise sein, bis derjenige mit der geringsten Weisheit in einem anderen Land als der Weiseste galt. Die Weisheit war groß in dem Lande und wegen ihrer großen Weisheit verfielen sie in Häresie. Sie überredeten auch den Königssohn zu Häresie.

Einigen Landsleuten schadete die Weisheit nicht und sie verfielen nicht der Häresie, da ihre Weisheit nicht viel tiefen Sinn enthielt. Nur die Weisen und der Königssohn wurden zu Häretikern. Denn die Klugheit der Weisen war sehr tief und subtil – also konnte das gemeine Volk nicht in ihre anspruchsvolle Weisheit eindringen, daher schadete sie ihnen nicht.

Der Königssohn, der auch gute Charakterzüge besaß – denn er wurde mit Gutem geboren – erinnerte sich ab und zu: „Wo bin ich auf der Welt und was tue ich“? Darüber begann er zu jammern und zu seufzen. Er pflegte sich zu mahnen: „Soll ich denn in solchen Dingen vergehen, was geschieht mit mir, wo bin ich auf der Welt“? Und er seufzte tief.

Sobald er jedoch begann, seinen Intellekt zu nutzen, wurden die Wissenschaften der Häresie bei ihm verstärkt. So geschah es mehrmals, dass er sich mahnte, was er tue, wo er sei auf der Welt usw. und stöhnte und seufzte. Sobald er wieder begann, seinen Intellekt zu gebrauchen, erstarkte bei ihm die Häresie, wie oben genannt.

An einem gewissen Tag entstand in einem Land eine Panik und alle flüchteten. Als sie dahinliefen, kamen sie zu einem Wald. Dort verloren sie zwei Kinder, einen Jungen und ein Mädchen. Einer verlor einen Buben, ein anderer ein Mädchen. Sie waren noch kleine Kinder von vier bis fünf Jahren. Die Kinder hatten nichts zu essen und schrien und weinten, dass sie hungrig seien. Da begegnete ihnen ein Bettler mit Beuteln (die man Torbes nennt), in denen er sein Brot trug. Die Kinder näherten sich ihm und banden sich an ihn. Er gab ihnen Brot, das sie aßen. Er fragte sie: „Wo kommt ihr her“? Sie antworteten, es sei ihnen unbekannt, da sie kleine Kinder waren. Als er von ihnen fortgehen wollte, liefen sie ihm nach und baten ihn, sie mit sich mitzunehmen. Er sagte: „Ich will nicht, dass ihr mit mir geht“ und die Kinder bemerkten, dass der Bettler blind war. Die Kinder wunderten sich: „Wenn er doch blind ist, wie kann er dann gehen“! (In Wirklichkeit ist es erstaunlich, dass sie sich wunderten über diese Tatsache, denn sie waren noch klein. Sie waren jedoch kluge Kinder, deshalb wunderten sie sich). Der blinde Bettler segnete die Kinder: „Möget ihr so sein wie ich“. Er hinterließ ihnen noch mehr Brot und ging seiner Wege. Die Kinder begriffen, dass der Ewige, gelobt sei Er, sie beschützt hatte, über sie wachte und ihnen den blinden Bettler geschickt hatte, um ihnen Essen zu geben.

Später ging das Brot wieder zu Ende und sie schrien wieder um Essen. Doch es war Nacht und sie mussten dort übernachten. Am nächsten Morgen hatten sie noch immer kein Essen und sie schrien und weinten.

Da kam wieder ein Bettler des Weges, der deutete mit den Händen und sprach zu ihnen: „Ich höre nichts“. Auch er gab den Kindern Brot zu essen und wollte von ihnen weggehen. Sie baten auch ihn, sie mitzunehmen, doch auch er wollte nicht. Auch er segnete sie: „Möget ihr so sein wie ich“ und hinterließ ihnen ebenfalls Brot.

Später ging ihnen wieder das Brot aus und sie schrien und weinten, wie schon zuvor.

Wieder begegneten sie einem Bettler, der ein Stammler war (er stotterte). Sie begannen, mit ihm zu sprechen, er stotterte und sie verstanden seine Worte nicht. Er verstand die Kinder schon, doch sie konnten ihn nicht verstehen. Er gab ihnen ebenfalls Brot zu essen, segnete sie auch, sie mögen so sein wie er und ging seiner Wege.

Danach kam wieder ein Bettler, der hatte einen krummen Hals. Alles geschah, wie es sich auch schon zuvor ereignet hatte.

Danach kam ein Bettler vorbei, der war höckerig (man nannte ihn Hoiker) (er hatte einen Buckel). Danach kam ein Bettler ohne Hände, nach ihm kam einer ohne Füße. Alle gaben ihnen Brot und segneten sie, sie mögen so sein wie er, so wie alle oben genannten Bettler.

Das Brot ging ihnen wiederum aus und sie beschlossen, eine Siedlung zu suchen. Sie fanden einen Weg, den sie entlanggingen, bis sie zu einem Dorf kamen. Die Kinder gingen in ein Haus hinein und man gab ihnen auch dort Brot. In einem anderen Haus, in das sie eintraten, gab man ihnen ebenfalls Brot. So gingen sie von Tür zu Tür und sahen, dass es gut ging, jeder gab ihnen Brot. Deshalb beschlossen die Kinder, immer zusammen zu bleiben. Sie fertigten sich große Beutel an und gingen damit von Haus zu Haus, sowie auch zu Feierlichkeiten, wie Beschneidungsfesten oder Hochzeiten. Sie gingen auch zu Märkten und pflegten zwischen den Bettlern zu sitzen und auf den Leisten der Gebäude herumzusitzen, wie es bei denen gebräuchlich ist. Bis die Kinder bei allen Bettlern bekannt wurden, denn alle kannten sie und wussten, dass sie die Kinderchen waren, die im Wald verloren gegangen waren.

Einmal gab es einen großen Markt in einer großen Stadt, zu dem die Bettler gingen. Auch die Kinder gingen hin. Da kamen die Bettler auf den Gedanken, die zwei Kinder zu verloben, dass eines das andere heiraten solle.

Als man begann, davon zu reden, gefiel allen die Idee und man verlobte die beiden. Wie sollte man ihnen jedoch eine Hochzeitsfeier ausrichten? Da kam ihnen eine Idee: an einem gewissen Tag sollte das Geburtstagsfestessen (Mi-ni-nes) des Königs stattfinden, dort wollten die Bettler hingehen und Brot und Fleisch erbetteln, mit dem man den Kindern ein Hochzeitsfest veranstalten wollte.

So geschah es auch, alle Bettler gingen zu der Geburtstagsfeier des Königs und erbaten Fleisch und Brot (Koilitsch – große Brotlaibe für besondere Feste). Auch die Reste des Festmahls des Königs nahmen sie mit.

Sie gingen und hoben eine große Grube aus, in die hundert Menschen hineinpassen sollten. Sie bedeckten die Grube mit Schilf, Erde und Mist, begaben sich alle hinein, machten den Kindern ein Hochzeitsfest und brachten sie auch unter einen Hochzeitsbaldachin (Chuppa). Sie alle, wie auch der Bräutigam und die Braut waren sehr fröhlich.

**Erster Tag**

Da erinnerten sich der Bräutigam und die Braut an die Huld, die ihnen der Ewige, gelobt sei Er, erwiesen hatte, als sie im Wald waren. Sie begannen zu weinen und sehnten sich sehr nach dem ersten, blinden Bettler, der ihnen Brot gebracht hatte. Als sie sich so nach ihm sehnten, stand er auf und sprach: „Hier bin ich, ich bin auf eure Hochzeit gekommen und gebe euch ein Geschenk (der originale jiddische Ausdruck dafür ist Druschegeschenk, etwas, das man dem Bräutigam vor seiner Rede schenkt) mitgebracht für die Rede, die der Bräutigam vortragen wird. Möget ihr so alt werden wie ich, das schenke ich euch jetzt als vollendetes Hochzeitsgeschenk, dass ihr so ein langes Leben haben möget, wie ich. Ihr meint, ich sei ein Blinder, <<in Wahrheit>> bin ich jedoch nicht blind. Denn die ganze Zeit der Welt dauert bei mir keinen Augenblick“. (Daher sieht er wie blind aus, weil er die Welt nicht betrachtet, denn alle Zeit der Welt trifft nicht bei ihm ein, nicht einmal ein Augenblick. Deshalb gibt es bei ihm kein Sehen und kein Blicken auf die Welt).

„Denn ich bin sehr alt und bin doch gar jung und habe dennoch noch nicht angefangen zu leben - und trotzdem bin ich sehr alt. Dies ist nicht meine Aussage, sondern eine Bestätigung des großen Adlers. Ich werde euch eine Geschichte erzählen“. (Folgende sind die Worte des blinden Bettlers):

„Es gab einmal eine Zeit, da fuhren viele Menschen auf das Meer hinaus und es kam ein Sturmwind auf, der zertrümmerte ihre Schiffe. Die Menschen wurden gerettet, kamen zu einem Turm und stiegen hinauf. Sie fanden dort allerlei Speisen und Getränke, Bekleidung und alles, was sie brauchten. Es gab dort alles Gute, sowie alle Vergnügungen der Welt.

Sie beschlossen, jeder möge eine Geschichte erzählen, über die (früheste) Erinnerung, an die er sich erinnern konnte. Es gab junge und alte Menschen, da erwies man dem Ältesten die Ehre, er solle als Erster <<seine Geschichte>> erzählen. Da sagte er (der Greis): „Was soll ich euch erzählen, ich erinnere mich noch, als man den Apfel vom Baum abschnitt“. Keiner verstand, was er meinte. Doch es waren weise Leute dabei, die sagten: „Oho, das ist sicherlich eine ganz alte Geschichte“.

Danach erwies man einem anderen Alten, der jünger war als der Vorhergehende, die Ehre zu erzählen. „Das soll eine alte Geschichte sein?“, sagte er (in einem verwunderten Ton). „Ich erinnere mich an diese Geschichte und ich erinnere mich sogar, wie das Kerzenlicht noch brannte“. Die Leute meinten, das sei eine noch ältere Geschichte, als die erste. Und sie waren verwundert, dass er eine noch ältere Geschichte wusste, als der Vorhergehende.

Danach erwies man dem dritten Alten, der noch jünger war als die beiden zuvor, die Ehre, er solle eine Geschichte erzählen. Da erzählte er: „Ich erinnere mich sogar, wie die Ausbildung der Frucht begann, d.h., als die Die Frucht begann, sich zu einer Frucht zu formen“. Da sagten alle dort zueinander: „Das ist eine noch ältere Geschichte“.

Danach sagte der vierte Alte, der noch jünger war: „Ich erinnere mich sogar daran, wie man das Kernchen in die Erde einpflanzte, um die Frucht zu pflanzen“.

Da sagte der fünfte, der noch jünger war: „Ich erinnere mich sogar noch an die Weisen, die es sich ausdachten, das Kernchen zu pflanzen“.

Sagte der sechste, der noch jünger war: „Icherinnere mich an den Geschmack der Frucht, bevor der Geschmack in die Frucht eindrang“. Da sagte der achte: „Und ich erinnere mich an den Duft der Frucht, bevor die Frucht diesen hatte“.

„Und ich war damals ein Baby (sagte der blinde Bettler) und bin auch dort gewesen. Ich erinnere mich an alle Geschichten und erinnere mich doch an nichts“. Diese Geschichte ist die Älteste von allen, sagten sie und dass das Baby sich an mehr erinnerte, als die Alten, das war für alle sehr verwunderlich.

Währenddessen kam ein großer Adler an den Turm, klopfte daran und sagte: „Höret auf, arme Leute zu sein. Kehret um zu euren Schätzen und benützt sie“. Er sagte ihnen, sie alle sollen aus dem Turm hinausgehen, nach ihrem Alter. Der Älteste solle als erster hinausgehen. Er holte alle aus dem Turm und das Baby führte er als ersten hinaus, denn in Wahrheit war er älter als alle. Wer jünger war, den führte er zuerst hinaus und den Ältesten führte er zuletzt hinaus. Da wer jünger war, der war älter und wer jünger war, erzählte eine ältere Geschichte. Und der Älteste war der Jüngste von allen.

Der große Adler sagte zu ihnen, er werde alle Geschichten erläutern, die sie erzählt hatten. „Derjenige, der erzählt hat, er erinnere sich, dass man den Apfel vom Zweig geschnitten habe, der meint, er erinnere sich daran, dass man seine Nabelschnur duchgeschnitten hatte. (Also sogar an das, was mit ihm geschah, sofort nachdem er geboren wurde, als man seine Nabelschnur durchtrennte).

Der andere, der gesagt hat, er erinnere sich sogar daran, dass das Licht brannte, der meint, er erinnere sich an die Schwängerung (im Talmud steht, während der Zeit, da das Kind sich im Mutterleib befindet, ein Kerzenlicht auf dem Kopf brennt usw.).

Und derjenige, der gesagt hat, er erinnere sich sogar daran, wie die Frucht sich geformt hatte, d.h. er erinnert sich daran, wie sein Körper anfing, sich zu formen, d.h. er erinnert sich noch, wie sein Körper anfing, sich zu entwickeln, zu der Zeit, als das Baby beginnt, geschaffen zu werden.

Und derjenige, der sich erinnert, wie man das Kernchen einpflanzte, um die Frucht zu pflanzen, er erinnert sich noch daran, wie der (Samen-) Tropfen geleitet wurde bei der Paarung.

Und der, der sich erinnert an die Weisen, die das Kernchen erdachten, als der Tropfen sich noch im Gehirn befand (da die Gehirne den Tropfen erfinden). Der, der sich an den Geschmack erinnert, das ist die Seele (Nefesch). Und der Duft, das ist der Geist (Ruach). Das Aussehen, das ist die Neschama, eine weit höhere Seele.

Das Baby hat gesagt, es erinnere sich an „gar nichts“, da das Baby erhabener ist, als ihr alle. Und er erinnert sich sogar daran, was vor Seele, Geist und Neschama gewesen ist. Deshalb hat er gesagt, er erinnere sich an „gar nichts“ (d.h.er erinnert sich daran, wie es war, als gar nichts gewesen ist und was sich dort getan hat und das ist erhabener als alles andere).

Der große Adler sprach zu ihnen: „Kehret zurück zu euren Schiffen, die eure Körper sind, die zerbrochen wurden. Sie werden wieder erbaut werden, kehret zurück zu ihnen. Und er segnete sie. Und zu mir (dem blinden Bettler, der das alles erzählt), sagte er: „Du, der du so bist wie ich, komm mit mir. Da du sehr alt bist und noch jung und hast noch nicht angefangen zu leben, bist du trotzdem sehr alt. Und ich bin auch so, da ich sehr alt bin und noch gar jung usw. So ist es also, dass ich eine Beglaubigung vom großen Adler habe, dass ich sehr alt bin und noch gar jung“.

„Und jetzt schenke ich euch dies als Druschegeschenk, dass ihr so alt werden möget, wie ich“. Da war dort große Freude und Heiterkeit und alle waren sehr fröhlich.

**Zweiter Tag**

Am zweiten Tag des siebentägigen Hochzeitsfestes (Schewa Brachot) erinnerten sich der Bräutigam und die Braut an den tauben Bettler, der sie belebt und ihnen Brot gegeben hatte. Sie weinten und sehnten sich nach ihm: „Wo kann er sein, der taube Bettler, der uns belebt hat“? Während sie sich so sehnten, kam er herein und sagte: „Hier bin ich“! Und er fiel ihnen um den Hals und küsste sie und sagte zu ihnen: „Nun gebe ich euch als Druschegeschenk, dass ihr so sein möget wie ich und so ein gutes Leben haben sollet, wie ich. Früher segnete ich euch, heute jedoch schenke ich euch mein ganzes Leben als vollkommenes Hochzeitsgeschenk. Ihr meintet, ich sei taub, ich bin überhaupt nicht taub, nur die ganze Welt dringt nicht an mein Ohr, auf dass ich ihre Mängel nicht hören solle. Denn alle Stimmen der Welt kommen nur aus Mangel, weil jeder über seinen Mangel schreit, darüber, was bei ihm fehlt. Sogar alle Feiern der Welt finden wegen des Mangels statt, weil man sich darüber freut, dass etwas fehlte und jetzt besitzt man es. So gelangt die Welt nicht an mein Ohr, damit ich deren Mängel nicht hören kann. Denn ich lebe ein gutes Leben, das überhaupt keinen Mangel kennt. Ich habe Beweise dafür, dass ich ein gutes Leben lebe, von dem Lande des Reichtums“. Sein gutes Leben bestand darin, dass er Brot aß und Wasser trank.

Er erzählte ihnen: „Es gibt ein Land, in welchem großer Reichtum herrscht. Sie (die Bewohner) haben große Schätze. Einmal versammelten sich alle Reiche und begannen, sich ihres Reichtums zu brüsten, welch gutes Leben sie lebten.

Und ein jeder erzählte vom Verlauf seines guten Lebens. Ich sprach und sagte zu ihnen (der taube Bettler, der die Geschichte erzählte): „Ich lebe ein besseres ‚gutes Leben‘ als ihr. Wenn ihr doch ein gutes Leben lebt, so helft doch jenem Land. Es gibt ein Land, in welchem sie (die Bewohner) einen Garten hatten, in dem es Früchte gab, die alle Geschmäcker der Welt in sich vereinten. Auch gab es dort alle Düfte der Welt, wie auch allerlei wundervolle Anblicke – alle Farben und alle Blumen der Welt (Kviatin) waren in jenem Garten vorhanden.

Über den Garten waltete ein Gärtner (A Grodnik – jemand, der sich um den Garten kümmert), der all das pflegte und die Landesbewohner lebten ein gutes Leben. Der Gärtner jedoch verschwand eines Tages und alles, was es gab in diesem Garten musste sicherlich zugrunde gehen, da der Gärtner nicht mehr da war, um sich um den Garten zu kümmern. Sie hätten noch immer von dem, was in dem Garten wuchs (von dem, was noch da war und zu Boden fiel), leben können, doch dann kam ein grausamer König (d.h. erbarmungslos) in das Land.

Der König konnte ihnen nichts anhaben, deshalb wollte er das gute Leben des Landes ruinieren. Er verwüstete den Garten zwar nicht, jedoch ließ er dort drei Scharen von Knechten zurück, denen er befahl auszuführen, was er ihnen angeordnet hatte. Durch den Befehl des Königs verdarben sie den Geschmack von allem, was in dem Garten wuchs. Denn durch die Machenschaften der Knechte schmeckte alles nach verdorbenem Kadaver. Und den Duft verdarben sie dermaßen, dass alles nach Galbanum (Chelbena) roch. Auch den Anblick hatten sie verdorben, sodass es in ihren Augen dunkel wurde, als ob es bewölkt wäre. (Das alles stellten die Scharen von Knechten in dem Land an, auf Befehl des schlechten Königs).

„Und nun, wenn ihr ein gutes Leben lebt, so helft doch diesem Land“ (so sprach der taube Bettler zu den Bewohnern des reichen Landes, dessen Bewohner sich ihres Reichtums gerühmt hatten). „Ich sage euch, wenn ihr aber nicht helfen werdet, werden die obengenannten Verschlechterungen (des Geschmacks, des Geruchs und des Sehens), euch auch schaden“.

Also machten sich die Reichen auf den Weg zu jenem Land und ich ging mit ihnen. Auch unterwegs ließen sie es sich wohlergehen, da sie Schätze besaßen.

Als sie sich dem Land näherten, fühlten auch sie Veränderungen an ihrem Geschmack und an ihren anderen Sinnen, sie fühlten, wie sie verdorben wurden. Da sprach ich zu ihnen: „Wenn jetzt schon der Geschmack, der Geruch und das Sehen verdorben wurden, noch bevor ihr in das Land gelangt seid, wie wird es erst sein, wenn ihr in das Land kommen werdet? Nicht nur das, wie werdet ihr ihnen helfen können“?

Dann nahm ich mein Brot und mein Wasser und gab es ihnen. Sie erlebten in meinem Brot und meinem Wasser allen Geschmack und alle Düfte der Welt und alles, was ihnen verdorben worden war, wurde nun richtiggestellt.

Die Menschen des Landes, in welchem sich der genannte Garten befand, begannen sich um ihr Land, bei dem der Geschmack usw. verdorben worden war, zu kümmern. Sie wussten, dass es ein Land des Reichtums gab (genau jenes Land, von dem der Bettler gesprochen hatte) und sie realisierten, dass der Gärtner, der verloren gegangen war, aus der gleichen Wurzel (dem Ursprung) entstammte, wie die Menschen des Landes des Reichtums, die ein gutes Leben haben.

Deshalb kamen sie auf die Idee, <<Gesandte>> zu diesem Land des Reichtums zu schicken, denn sie waren sich dessen Hilfe sicher.

Als die Gesandten sich auf den Weg machten, begegneten sie unterwegs den Menschen aus dem Land des Reichtums. Die waren auf dem Weg zu ihnen, wie oben genannt. Sie fragten die Gesandten: „Wohin seid ihr des Weges“? Sie antworteten: „Wir gehen zu dem Land des Reichtums, damit sie uns helfen“. Darauf antworteten diese: „Wir selbst sind die Menschen aus dem Land des Reichtums und wir sind unterwegs zu euch“.

Da sprach der Bettler: „Ihr bedürft meiner noch, denn ihr seid nicht imstande dorthin zu gehen, um ihnen zu helfen. (Denn als sie sich nur dem Land näherten, schadete es ihnen schon). Also bleibt ihr da und ich werde mit den Gesandten gehen, um zu helfen.

Ich ging mit den Gesandten und betrat das Land. Ich ging in die Stadt und sah, dass Menschen sich näherten, die Spottgeschichten erzählten, dann kamen noch mehrere, bis sie zu einer Menge wurden, die Witzeleien (Wertlach) erzählten, sich amüsierten und lachten. Ich neigte meine Ohren zu ihnen und hörte Spottgeschichten und dass sie schmutzige Reden führten. Einer erzählte Schandgeschichten in schmutziger Rede, ein anderer erzählte etwas sanfter, ein anderer lachte und jeder hatte sein Vergnügen daran.

Danach ging ich in eine andere Stadt (des Landes) und sah zwei Männer streiten wegen eines Handels und sie gingen vor den Gerichtshof. Der Gerichtshof sprach den einen schuldig, den anderen unschuldig. Sie verließen den Gerichtshof und stritten wieder miteinander. Sie beschlossen, dass sie diesen Gerichtshof nicht wollten, also suchten sie sich einen anderen Gerichtshof. So zankte und stritt man dort, bis die ganze Stadt voller Gerichtshöfe war. Ich sah dies und verstand, dass es so war, weil es dort keine Wahrheit gab. Man beugte das Urteil, bevorzugte diesen, danach jenen, denn sie nahmen Bestechungsgelder an und kannten keine Wahrheit.

Dann sah ich, dass es dort Buhlerei gab, so viel Buhlerei, dass es gar wie die Legalität anmutete. Ich sagte ihnen, dass bei ihnen deshalb der Geschmack, der Geruch und die Sicht verdorben worden waren, weil der grausame König die Scharen von Knechten hinterlassen hatte, die das Land verdorben hatten. Sie brachten schmutzige Reden in das Land und durch dieses schmutzige Gerede wurde bei ihnen der Geschmack verdorben, sodass alles nach verdorbenem Kadaver schmeckte. Ebenso brachten sie Bestechung in das Land, deshalb wurde ihre Sicht vernebelt und es ward dunkel in ihren Augen. <<Exodus 23:8, Dewarim 16:19>>

Weil geschrieben steht „Bestechung blendet die Augen der Weisen“, das bedeutet, Bestechung macht die Augen blind. Die Sklavenhändler brachten auch die Buhlerei in das Land, dadurch wurde der Geruchssinn verdorben, denn durch Buhlerei geht der Geruchssinn verloren. (Siehe an anderem Ort <<Likutei Maharan 32>> in unseren Worten: Durch Wollust wird der Geruchssinn verdorben).

Daher solltet ihr zusehen, das Land in Ordnung zu bringen und diese drei Vergehen auszumerzen. Dann sollt ihr suchen nach diesen Menschen (den Knechten, die diese drei Vergehen ins Land gebracht haben) und sie vertreiben. Dann, wenn ihr das Land von diesen drei Vergehen befreien werdet, sage ich euch, dann werden euch nicht nur der Geschmack, das Sehen und der Geruch wieder gegeben werden, sondern noch mehr, den Gärtner, der bei euch entschwunden ist, werdet ihr wieder auffinden“.

So geschah es. Sie begannen, das Land von den drei Vergehungen zu reinigen, sowie nach den Menschen zu suchen (den vormaligen Knechten), schnappten sie und fragten: „Von wo kommst du hierher“? Bis sie alle Menschen des grausamen Königs (die drei Scharen von Knechten) gefangen hatten und verjagten sie und reinigten das Land von den Vergehungen.

Inzwischen entstand ein Getöse. Ein Verrückter ging herum, vielleicht war es der Gärtner und jeder hielt ihn für verrückt. Man warf ihm Steine nach und sagte, er sei verrückt und wollte ihn verjagen. Doch vielleicht war gerade er der Gärtner. Also ging man und brachte ihn (vor die Leute, die das Land korrigierten)

Ich sagte: (der taube Bettler, der das erzählt) „Aber sicher ist dies der Gärtner (der, den alle für irre hielten). Es stellt sich also heraus, dass ich ein gutes Leben lebe, da ich das Land wieder ins rechte Lot gebracht habe (dadurch ließ sich sogar der Gärtner wieder finden, durch ihn wurde das Land reguliert und sie lebten wieder ein gutes Leben wie vorher).

Jetzt schenke ich euch mein gutes Leben als vollkommenes Geschenk“. Nun wurde die Freude groß und sie waren sehr fröhlich. Der erste schenkte ihnen ein langes Leben (Chaim Aruchim – das ist langes Leben und der zweite schenkte ihnen Chaim towim – das ist gutes Leben), der zweite schenkte ihnen ein gutes Leben.

Danach kamen alle Bettler zu der Hochzeit und schenkten ihnen als Hochzeitsgeschenk das, was sie ihnen früher gewünscht hatten, sie mögen so sein wie sie. Sie schenkten es ihnen als vollkommenes Geschenk (Druschegeschenk).

**Dritter Tag**

Am dritten Tag erinnerten sich der Bräutigam und die Braut nochmals, weinten und sehnten sich: „Woher nimmt man den dritten Bettler, der ein Stotterer war (der mit dem Mund stammelte)“? Da kam er herein und sagte: „Hier bin ich“. Er fiel ihnen um den Hals, küsste sie und sagte ihnen: „Früher habe ich euch gesegnet, ihr möget so sein wie ich. Ihr dachtet, ich sei ein Stotterer, das bin ich aber nicht. Nur die Lobreden der Welt, die keine Lobreden des Gelobten sind, haben keine Vollkommenheit. (Deshalb wirkt er wie ein Stammler, der nicht gut sprechen kann, weil er kein Wort, das nicht ein Lob des Gelobten ist, sprechen will. Denn Reden, die kein Lob des Gelobten sind, haben keine Vollkommenheit, deshalb stammelt er beim Reden). In Wahrheit bin ich kein Stotterer.

Ganz im Gegenteil, ich bin ein so guter Poet und Redner, dass es ein Wunder ist. Ich kann Parabeln, Gesänge und Lieder sagen, die gewaltige Errungenschaften sind. Wenn ich beginne, meine Gesänge und Lieder zu sprechen, gibt es kein Geschöpf der Erde, das mir nicht lauschen möchte. Und sie (die Parabeln, Gesänge und Lieder, die er sagt), enthalten alle Weisheiten. Dafür habe ich die Bestätigung des Großen Mannes, der da heißt der ‚wahre Mann der Huld‘.

(Der emmeser Isch Chessed – das ist der Begriff, den der Rebbe, gesegneten Angedenkens, überlieferte)

Diesbezüglich gibt es eine ganze Geschichte. Einmal saßen alle Weisen zusammen und rühmten sich ihrer Weisheit. Einer rühmte sich, er habe mit seiner Weisheit Eisen erfunden. (Er sagte, er habe die Herstellung des Eisens aus dem Erdboden erfunden). Ein anderer rühmte sich, er habe eine andere Metallsorte (Zinn oder Blei) erfunden, wieder ein anderer rühmte sich, er habe mit seiner Weisheit Silber erfunden (die Herstellung von Silber), das sei von größter Wichtigkeit.

Ein anderer rühmte sich, er habe erfunden, dass man Gold herstellen könne und noch einer brüstete sich, er habe Kriegsinstrumente erfunden (er rühmte sich, Waffen, wie Büchsen oder Kanonen erfunden zu haben). Noch ein anderer rühmte sich, er könne Metalle herstellen, die nicht aus den Substanzen der anderen Metalle beschaffen wären.

Einer rühmte sich anderer Weisheiten, denn es sind viele Dinge auf der Welt vorhanden, die man mit Weisheit erfunden hat, wie Salpeter oder Schießpulver und dergleichen. Ein jeder brüstete sich mit seiner Weisheit.

Einer sagte: „Ich bin klüger, als der Tag“ und man verstand nicht, was er meinte mit ‚klug wie der Tag‘. (Auf diese Weise rühmte sich der vorher genannte Weise).

Er antwortete ihnen: „Weil alle eure Weisheiten gemeinsam, wenn man sie zusammennimmt, nicht mehr als eine einzige Stunde darstellen. Und obwohl jede Weisheit von einem anderen Tag erhalten <<abgeleitet>> wird, entsprechend der Schöpfung, die an diesem Tag entstand. Denn alle diese Weisheiten sind Verbindungen (d.h. mehrere Dinge, die verbunden werden und von dieser Wechselwirkung wird die Sache entstehen. Daher kommt jede Weisheit von dem Tag, an dem G-tt die Sache erschuf, aus der die Materiale entstehen. Sie werden verbunden, indem man die Weisheit benützt, um die Dinge herzustellen, wie Silber, Kupfer und so weiter). Trotz all dem, alle eure Weisheiten zusammengenommen, stellen nicht mehr als eine Stunde dar. Ich jedoch bin weise, wie ein ganzer Tag“. (So brüstete sich der letzte weise Mann)

Ich fragte ihn: „Wie welcher Tag bist du klug“? Antwortete er: „Dieser ist ja klüger als ich, weil er fragt, wie welcher Tag. Wie auch immer, so wie welchen Tag ihr wollt, bin ich klug“. Nun stellt sich die Frage, weshalb der, der gefragt hat, wie welcher Tag, klüger ist als der, der doch so klug ist, wie welchen Tag man möchte?

Nun, auch diesbezüglich gibt es eine ganze Geschichte: Der wahre Mann der Huld ist ein sehr großer Mann und ich (der Stammler, der erzählt) gehe umher und sammle alle wahren Wohltaten und bringe sie zu dem wahren Mann der Huld. Nur aus wahren Wohltaten entsteht hauptsächlich die Erschaffung der Zeit (dass es die Zeit gibt, denn die Zeit selbst, dass es Jahre und Tage geben solle auf der Welt, hat der Ewige, gelobt sei Er, geschaffen). Nun, ich gehe und sammle alle Wohltaten und bringe sie zum wahren Mann der Huld und daraus entsteht die Zeit.

Es gibt einen Berg, auf dem steht ein Stein. Aus diesem Stein entspringt eine Quelle (Kwall – Brunnen). Weiters hat jedes Ding ein Herz, selbst die Welt hat ein Herz. Das Herz der Welt ist ein ganzes Gebilde, mit einem Gesicht, Händen und Füßen.

Jedoch ein Fußnagel dieses Herzens der Welt ist herzlicher (hartziger) als die anderen.

Der Berg mit der Quelle steht an einem Ende der Welt, das Herz am anderen Ende. Und das Herz steht der Quelle gegenüber und sehnt und wünscht sich sehr, zu der Quelle zu kommen. Das Wünschen und Sehnen des Herzens ist gar wild, es schreit immerdar, zum Quell zu gelangen. Und auch die Quelle sehnt sich sehr nach dem Herzen.

Nun, das Herz hat zwei Schwächen (d.h. Schläfrigkeit). Die erste ist, dass die Sonne es sehr jagt und brennt (weil es sich wünscht, zum Quell zu kommen). Die andere Schwäche ist, dass es sich ständig wünscht und sehnt nach dem Quell und sich daran erschöpft. Es schreit, es möge zu dem Quell kommen, wie vorher genannt. Denn das Herz steht immerdar der Quelle gegenüber und schreit: „Helft mir“! und es verlangt sehr nach der Quelle.

Manchmal darf das Herz sich ein wenig ausruhen, um zu Atem zu kommen (‚up sappen‘), dann kommt ein großer Vogel, breitet seine Flügel über ihm aus und beschirmt es vor der Sonne. Aber auch wenn das Herz sich ausruht, sieht es dem Quell entgegen und sehnt sich danach.

Wenn es sich jedoch so sehr sehnt nach der Quelle, warum geht es dann nicht hin? Nur, sobald es hinüber gehen will zu dem Berg, auf welchem die Quelle sich befindet, sieht es den Gipfel nicht und kann die Quelle nicht mehr sehen. Das Herz würde, sollte es nicht mehr auf den Quell schauen können, vergehen. Weil die ganze Lebendigkeit des Herzens nur von der Quelle kommt.

Wenn es also dem Berg gegenüber steht sieht es die Bergspitze, auf der sich die Quelle befindet. Aber sobald es zum Berg hingehen möchte, sieht es die Spitze nicht mehr. (So ist es bei einem hohen Berg, wenn man weit davon steht, sieht man die Spitze, wenn man sich annähert, sieht man sie nicht mehr). Dann könnte es den Quell nicht mehr sehen und könnte vergehen, G-tt bewahre.

Wenn das Herz vergeht, G-tt bewahre, so verginge die ganze Welt, (und würde zerstört werden), weil das Herz das Leben aller Dinge ist. Wie könnte die Welt existieren ohne Herz? Deswegen kann das Herz nicht hingehen zu der Quelle, sondern steht immerdar gegenüber, verlangt und schreit ständig, es möge zu der Quelle kommen.

Die Quelle hingegen hat gar keine Zeit, weil sie nicht innerhalb der Zeit ist (d.h. die Quelle hat keinen Tag und keine Zeit auf der Welt, denn sie steht jenseits der weltlichen Zeit). Wie kann sich dann ein Quell auf der Welt befinden? (Denn nichts kann auf der Welt ohne Zeit existieren). Die Zeit der Quelle existiert nur, wenn das Herz der Quelle einen Tag als Gabe schenkt. Und sobald der Tag vergehen wird, wird die Quelle keine Zeit mehr haben und daher die Welt verlassen.

Sobald der Quell nicht mehr existieren wird, wird das Herz auch vergehen, G-tt behüte. Daher, wenn der Tag sich neigt, beginnen sie, sich gegenseitig zu segnen, sich zu verabschieden, (‚geseigenen‘ - Wünsche und Segen beim Verabschieden), das Herz und der Quell. Sie beginnen, einander sehr schöne Parabeln, Lieder und Gesänge vorzutragen, mit großer Liebe und sehr großer Sehnsucht, das Herz der Quelle und die Quelle dem Herzen. Und der wahre Mann der Huld hat Aufsicht darüber und behütet es. Wenn der Tag gänzlich zu Ende geht, (wenn der Tag vorübergeht, wird die Quelle keine Zeit mehr haben und wird verschwinden.

Dann wird auch das Herz vergehen, G-tt bewahre und die ganze Welt wird zunichte, G-tt bewahre). So kommt der Mann der Huld und schenkt dem Herzen einen Tag. Das Herz schenkt den Tag der Quelle und so hat die Quelle wieder Zeit. (Durch den Tag kann die Quelle wieder eine Existenz haben, so auch das Herz usw.)

Wenn nun der Tag ankommt, von wo er kommt, so kommt er auch mit Parabeln und mit schönen Gesängen, in welchen alle Weisheit enthalten ist. Es gibt auch Unterschiede zwischen den Tagen, denn es gibt die Wochentage, ebenso gibt es Neumondstage und Feiertage (der Tag kommt an mit den Gesängen, die diesen Tag betreffen). Und alle Zeit, die der wahre Mann der Huld hat, hat er durch mich (durch den Stammler, der das erzählt), denn ich gehe und sammle alle wahren Wohltaten, aus denen die Zeit entsteht. (Daher ist der Stotterer klüger als der Weise, der sich rühmte, er sei klüger als welchen Tag man möchte. Denn die Zeit entsteht nur durch den Stammler, der die wahren Wohltaten sammelt, aus denen die Zeit wird und er bringt sie zu dem wahren Mann der Huld, der dem Herzen einen Tag schenkt. Das Herz schenkt es dem Quell, wodurch die Welt existiert. Es stellt sich also heraus, dass die Schaffung der Zeit mit Parabeln und Liedern, in denen alle Weisheiten enthalten sind, durch den Stammler entstehen).

Es folgert daraus, dass ich die Zustimmung habe von dem wahren Mann der Huld, dass ich Parabeln und Gesänge sagen kann, in welchen alle Weisheiten enthalten sind (denn alle Parabeln und Gesänge werden gänzlich von ihm gesagt, wie oben genannt). Jetzt schenke ich euch ein vollkommenes Hochzeitsgeschenk, dass ihr so wie ich sein möget“. Da herrsche eitel Wonne und große Freude und sie feierten.

**Vierter Tag**

Nachdem sie die Feier beendet und danach übernachtet hatten, erinnerten sie sich in der Früh wieder und sehnten sich nach dem Bettler, der einen krummen Hals gehabt hatte.

Inzwischen kam er herein und sagte: „Hier bin ich. Früher segnete ich euch, ihr möget sein wie ich, heute schenke ich euch als (Druschegeschenk) Hochzeitsgeschenk, dass ihr so wie ich sein möget. Ihr meintet, ich habe einen krummen Hals, aber ich habe garkeinen krummen Hals. Ganz im Gegenteil, ich habe einen wohlausgerichteten Hals, einen wunderschönen Hals. Nur gibt es eitle Ausatmungen <<Havalim>> auf der Welt (d.h. alle Dummheiten der Welt) und ich möchte derlei Durchzug nicht in die Welt lassen (daher schien es, als habe er einen krummen Hals, weil er vor diesen Ausdünstungen den Hals verkrümmte, um sie nicht in die Welt zu lassen). In Wahrheit habe ich einen herrlichen Hals und eine wundervolle Stimme und alle Stimmen der Welt (Kolot), die bloß Stimmen sind ohne Sprache, kann ich nachahmen mit meiner Stimme.

Ich habe Beweise von jenem Land, in welchem man der Kunst der Musik sehr kundig ist (der Kunst des Spielens und Singens). Dort beschäftigen sich alle mit dieser Weisheit, sogar kleine Kinder. Es gibt dort kein Kind, das nicht auf irgendeinem Musikinstrument spielen kann. Der Kleinste im Land ist der der größte Musikkundige und Weise eines anderen Landes.

Die Weisen und der König des Landes sind sehr große Wissenschaftler der Musikkunde. Einmal saßen alle Weisen des Landes zusammen und jeder rühmte sich seiner Weisheit in der Kunst der Musik. Dieser rühmte sich, er könne auf einem gewissen Instrument spielen, jener rühmte sich, er könne auf einem anderen Instrument spielen. Einer rühmte sich sogar, er könne auf allen Instrumenten spielen. Noch ein anderer brüstete sich, er könne mit seiner Stimme dieses Musikinstrument nachahmen.

Ein anderer rühmte sich, er könne mit seiner Stimme etliche Instrumente nachahmen. Ein weiterer rühmte sich, er könne mit seiner Stimme einen Paukenschlag ganz präzise nachahmen, als ob man pauken würde. Einer behauptete, er könne mit seiner Stimme einen Kanonenschuss (den man Urmatis nennt) nachahmen.

Ich war auch dort (erzählte der Bettler mit dem krummen Hals). Ich sprach und sagte zu ihnen: „Meine Stimme ist besser als eure Stimmen. Der Beweis ist folgender: Wenn ihr doch so klug seid, so helft doch den zwei Ländern, die tausend Meilen voneinander entfernt sind.

Wenn es Nacht wird in den zwei Ländern, kann man nicht schlafen, denn wenn es Nacht wird, beginnen alle, mit heulender Stimme zu klagen, Männer, Frauen und Kinder. Man hört dort eine weinende Klagestimme, deswegen beginnen alle zu klagen, Männer, Frauen und Kinder, zum Stein erweichen. So ist es in beiden Ländern, denn in einem Land hört man die heulenden Stimmen und sie müssen alle klagen, wie erwähnt.

Im anderen Land verhält es sich ebenso und ein Land ist tausend Meilen weit entfernt vom anderen. Wenn ihr also so weise seid in der Kunst der Musik (ihr könnt spielen und singen), helft doch den zwei Ländern. Oder macht wenigstens die Stimmen nach (die heulende Stimme)“.

Sie fragten ihn: „Wirst du uns hinführen“? (Die Musik – Experten fragten den mit dem krummen Hals). Da sagte er: „Ja, ich werde euch hinführen“. Sie machten sich auf den Weg dorthin und kamen an zu (einem) der oben genannten Länder. Als die Nacht kam, war es so wie immer und sie alle begannen, zu klagen. Die Weisen klagten auch, daher verstanden sie, dass sie den Ländern nicht helfen konnten.

Da sagte er ihnen: (der mit dem krummen Hals sagte zu den besagten Weisen): „Sagt mir wenigstens, woher diese heulenden Stimmen kommen“. Er (das heißt, der mit dem krummen Hals) sprach: „Ich weiß es ganz sicher. Es gibt nämlich zwei Vögel, die sind einzigartig auf der Welt. Es sind nur zwei Vögel vorhanden, einer weiblich, einer männlich und sie sind das einzige Paar auf der Welt. Der weibliche Vogel ging verloren, er suchte sie und sie suchte ihn. Sie suchten einander sehr lange, bis sie sich verirrten und merkten, dass sie einander nicht mehr finden konnten. Also blieben sie, wo sie waren und jeder baute sich ein Nest. Er baute sich sein Nest in einem der Länder, nicht richtig nahe der Stadt, sondern seine Stimme war zu hören. Und sie baute sich ihr Nest neben der anderen Stadt (nicht richtig nahe, doch man konnte ihre Stimme hören).

Wenn die Nacht kommt, beginnt das Vogelpaar zu klagen, er beklagt ihren Verlust, sie den seinen, sehr laut, mit heulenden Stimmen. Und das ist die heulende Stimme, die in beiden Ländern zu hören ist, weshalb dort alle klagen müssen und nicht schlafen können“. (Das alles erzählte ihnen der krumme Hals). Sie wollten es nicht glauben.

Sie fragten ihn: „Wirst du uns dorthin führen“ und er antwortete, er könne sie hinführen. „Wie aber wollt ihr hingehen, wenn ihr schon hier die heulenden Stimmen nicht ertragen könnt und müsst auch klagen. Bei Tag kann man dort nicht hinkommen, denn bei Tag versammeln sich alle Vögel zu jedem persönlich, zu ihm und zu ihr und trösten sie. Diese freudigen Stimmen hört man nicht weit, nur wenn man dort hinkommt. Aber die heulenden Stimmen, die hört man weit, deswegen könnt ihr nicht hinkommen“.

Die Weisen fragten ihn: „Kannst du das Problem lösen“? und er antwortete: „Ja, das kann ich, denn ich kann alle Laute der Welt nachahmen und darüber hinaus kann ich Laute werfen. Ich kann die Stimme hier hinaussenden, dass man sie hier nicht hören kann, sondern man wird sie weit hören. Deswegen kann ich meine Stimme werfen von ihm zu ihr. Deshalb wird die Stimme, die ich nachzumachen vermag, zu dem Ort ankommen, wo er sich befindet. Gleichfalls kann ich ihre Stimme in seine Nähe werfen. Dadurch vermag ich sie zu vereinen, bis ich sie zusammenbringen werde. (Dadurch wird alles korrigiert werden). Doch wer sollte das glauben?

Also führte er sie in einen Wald, dort hörten sie, wie jemand eine Türe öffnete und wieder schloss und wie der Türriegel (‚Klamke‘) zuschnappte. Sie hörten eine Büchse schießen, wie der Hund nach der Beute geschickt wurde, um zu apportieren und wie der Hund etwas zerrte im Schnee. All das hörten sie, sahen sich um, konnten aber nichts sehen. Von ihm (mit dem krummen Hals) hatten sie auch keinen Laut gehört. Der mit dem krummen Hals hatte die Laute geworfen, nun sahen sie, dass er alle Laute nachahmen und Stimmen werfen konnte.

(Und weiter hat er >>Rabbi Nachman<< nicht erzählt. Es ist deutlich, dass er hier etwas übersprungen hat).

„Und so bestätigt sich von jenem Land, dass ich eine sehr schöne Stimme habe und dass ich alle Laute der Welt nachmachen kann. Jetzt schenke ich es euch als Hochzeitgeschenk (Druschegeschenk), dass ihr so sein möget wie ich“. Und es herrschte große Freude und Heiterkeit.

**Fünfter Tag**

Am fünften Tag waren sie auch fröhlich, sie erinnerten sich an den Bettler mit dem Buckel (Hoiker). Sie sehnten sich sehr nach ihm und sagten: „Wie könnten wir den buckligen Bettler herbringen, dann wären wir sehr froh“. Und als sie das sprachen, kam er an und sagte: „Hier bin ich, ich bin zu eurer Hochzeit gekommen“. Und er umarmte sie und küsste sie und sagte zu ihnen: „Früher habe ich euch gesegnet, ihr möget so sein wie ich, jetzt schenke ich euch als Hochzeitsgeschenk, ihr möget so sein wie ich.

Ich habe garkeinen Buckel, im Gegenteil, ich habe solche Schultern (Pleitzes – breite Schultern), welche die Eigenschaft von „Das Wenige trägt das Viele“ haben. Und ich habe einen Beweis dafür. Es war einmal eine Besprechung, bei der gewisse Menschen sich dieser Eigenschaft rühmten. Jeder von ihnen rühmte sich, die Eigenschaft „Das Wenige trägt das Viele“ zu haben (d.h. ein kleiner Platz trägt viel). Einen lachte man nur aus, den übrigen glaubte man. Diese anerkannte man.

Jedoch mein „Das Wenige trägt das Viele“ ist größer als das der anderen.

Einer rühmte sich, sein Gehirn sei ein „Weniges trägt Vieles“, denn er hatte in seinem Hirn Zehntausende Menschen gespeichert, mit all ihren Bedürfnissen, ihrem Benehmen, mit ihren allen Aufenthaltsorten und Bewegungen. Dies alles trug er in seinem Gehirn, deshalb war er ein „Weniges trägt Vieles“.

Man lachte ihn aus und sagte zu ihm: „Du bist nichts und deine Leute sind nichts“.

Einer stand auf und sagte: „Ich habe diese Art von „Weniges trägt das Viele“ schon einmal gesehen, denn ich ging zu einem Berg und sah, dass auf dem Berg viel Mist und Unrat lag. Ich war erstaunt, wie auf einem Berg so viel Mist und Unrat liegen konnte. Ein Mensch stand neben dem Berg und sagte: „Das alles ist von mir“. Denn er hielt sich dort auf und warf ständig die Abfälle seines Essens und Trinkens und seine Exkremente auf den Berg. All der Schmutz stammte von ihm. Es stellte sich heraus, dass dieser Mensch ein „Weniges trägt Vieles“ war, denn all der Unrat stammte von ihm. (Genau so ist auch derjenige, der alles in seinem Gehirn speichert, ein „Weniges trägt Vieles“).

Einer rühmte sich, er habe auch die Eigenschaft des „Weniges trägt Vieles“, weil er ein Stück Land hatte, das sehr viele Früchte trug. Wenn man ausrechnete, wieviel Ertrag sein Land eingebracht hatte, erkannte man, dass das Land gar nicht so viel Gebiet enthielt, wie es für diese Ernte notwendig gewesen wäre. Er hatte nicht genug Land, um so viele Früchte ernten zu können. Deshalb erwies sich, dass er ein „Weniges trägt das Viele“ war. Seine Worte gefielen, denn dies ist sicher ein „Weniges trägt Vieles“.

Ein anderer erzählte, er habe einen wunderbaren Obstgarten (Pardes), dort gab es herrliche Früchte. Viele Menschen und Regenten fuhren dorthin, denn es war ein wunderschöner Garten, in dem sie spazieren gingen. In Wahrheit war in dem Garten nicht genug Platz, um all diesen Menschen Raum bieten zu können. Also sei er ein „Weniges trägt Viele“. Auch er gefiel ihnen.

Einer sagte, sein Reden sei ein „Weniges trägt Vieles“, denn er war Sekretär bei einem großen König, zu dem sehr viele Menschen kamen. Viele kamen mit Lobreden zum König, mit Bitten und Dergleichen. Der König kann sie nicht alle anhören. „Also kondensiere ich ihre Reden in nur wenigen Worten und erzähle dem König dann kurzgefasst alle Lobreden, ihre Bitten und Anliegen. Alles ist enthalten in meinen wenigen Worten, die ich dem König vortrage, also erweist es sich, dass ich ein „Weniges trägt das Viele“ bin“.

Einer sagte, sein Schweigen sei ein „Das Wenige trägt das Viele“, denn er hatte viele Widersacher und böse Zungen standen gegen ihn auf, bekriegten und verleumdeten ihn. Was immer man gegen ihn tat, wie viel böse Nachrede man ihm auch nachsagte, auf alles antwortete er mit Schweigen. Das sei seine Reaktion auf Anfechtungen und Gerede, das man über ihn verbreite. Deshalb sei sein Schweigen ein „Weniges trägt das Viele“.

Einer erzählte, er sei ein „Weniges trägt das Viele“, denn es gab einen Armen, der blind war und er war von sehr großer Statur. Und er (der sich der Sache rühmte), sei sehr klein gewachsen, trotzdem führe er den großen Blinden. Der Blinde hätte ausrutschen können, er hält ihn dadurch, dass er ihn führte. Deswegen sei er ein „Das Wenige trägt das Viele“, weil er ein kleiner Mensch ist und führt den großen Blinden.

„Und ich war auch dort“ (der Bucklige, der das alles erzählt) und ich sprach: „Es ist wahr, dass ihr die Eigenschaft von ‚Das Wenige trägt das Viele‘ habt und ich verstehe, was ihr alle gemeint habt.

Der Letzte, der sich rühmte, den großen Blinden zu führen, er ist größer als ihr. Aber ich bin noch größer und erhabener als ihr alle. Derjenige, der sich rühmte, er führe den großen Blinden, er denkt, er führe den Kreislauf des Mondes (die Sphäre, in welcher der Mond sich befindet). Denn der Mond wird ‚Ein Blinder‘ genannt, denn er leuchtet nicht von selbst, er hat kein eigenes Licht. Er führt den Mond, obwohl er kleiner ist und der Kreislauf des Mondes ist sehr groß. Das ist die Existenz der ganzen Welt, denn die Welt benötigt den Mond. Es ist erwiesen, dass er ein richtiger „Das Wenige trägt das Viele“ ist.

Mein „Das Wenige trägt das Viele“ ist jedoch gar viel erhabener als alle und hier ist der Beweis. Es war einmal eine Gruppe, die Folgendes erforschte: Jedes Tier hat einen Schatten, denn es sucht sich seinen Schatten und es will ausgerechnet nur in diesem Schatten ruhen. Und ebenso hat jedes Geflügel seinen besonderen Zweig, auf dem es unbedingt ruhen möchte, auf keinem anderen Zweig will es rasten.

Die Gruppe wollte erkunden, ob sich ein solcher Baum finden ließe, in dessen Schatten alle Tiere ruhten. Auf den Zweigen des Baumes sollten die Geflügel ruhen. Sie fanden heraus, dass es solch einen Baum gab und wollten sich dorthin begeben, denn die Freude bei diesem Baum ist ohne Ausmaß. Denn dort befinden sich alle Tiere und Geflügel und keinem entsteht ein Schaden wegen der Tiere.

Alle Tiere vergnügen sich dort miteinander, sie spielen zusammen und es ist sehr beglückend, sich bei diesem Baum aufzuhalten.

Sie begannen zu überlegen, in welche Richtung man gehen solle, um zu dem Baume zu gelangen. Da entstanden Unstimmigkeiten zwischen ihnen, denn einer sagte, man solle in eine Richtung gehen, der andere sagte, in die andere Richtung und keiner konnte sich entscheiden. Einer wollte nach Osten gehen, ein anderer wollte nach Westen, einige wollten hierhin, andere dorthin, sodass sie die richtige Richtung zu dem Baum nicht finden konnten.

Da kam ein Weiser und sprach zu ihnen: „Wieso wollt ihr denn die richtige Richtung klären, klärt doch erst einmal, welche Menschen überhaupt zu dem Baum kommen dürfen, denn nicht jeder darf dorthin gehen. Man kann nicht zu dem Baum kommen, wenn man die Eigenschaften des Baumes nicht besitzt. Denn der Baum hat drei Wurzeln. Eine Wurzel ist Glaube (dass man an G-tt, gelobt sei Er, glauben soll), die zweite Wurzel ist Ehrfurcht und die dritte Wurzel ist Demut (dass man nicht eingebildet sein soll).

Und der Stamm des Baumes ist Wahrheit, der Baum selbst ist Wahrheit und von ihm gehen die Zweige aus. Deshalb kann keiner zu dem Baum kommen, der nicht die Eigenschaften des Baumes hat (er soll an G-tt glauben, ehrfürchtig sein und nicht auf sich selbst eingebildet und wahrheitsliebend muss er sein)“. Das sagte der Weise zu der Gruppe.

Aber die Menschen der Gruppe hatten nicht alle diese Eigenschaften, nur ein Teil von ihnen. Sie waren jedoch alle einer Meinung und hielten sehr zusammen. Sie wollten sich nicht trennen, dass einige zu dem Baum gehen sollten (jene, welche die erforderlichen Eigenschaften besaßen), die anderen aber nicht, denn sie waren sich sehr einig.

Nun musste man warten, bis alle sich diese Eigenschaften erarbeitet hatten, damit alle zu dem Baum gehen konnten.

Als sie alle sich die Eigenschaften angeeignet hatten (sie warteten aufeinander, bis alle die oben genannten Eigenschaften besaßen und Glauben, Ehrfurcht usw. hatten). Alle waren nun auch einer Meinung und einigten sich auf einen Weg, mit dem alle einverstanden waren. Sodann machten sie sich auf den Weg und gingen eine Zeitlang. Von Weitem erblickten sie schon den Baum und bemerkten, dass er gar keinen Ort hatte. Und wenn etwas keinen Ort hat, wie kann man dann dorthin gelangen?

Und ich (der Bucklige, der das alles erzählte) war auch mit dabei. Ich sprach zu ihnen: „Ich kann euch zu dem Baum bringen! Denn der Baum hat gar keinen Ort, weil er jenseits des Raumes steht (d.h. er ist höher als der Raum der Welt). ‚Das Wenige trägt das Viele‘ existiert nur im Raum (d.h. ein kleiner Ort trägt viel mehr, als dort Platz hat), deswegen ist es noch im Raum. Ich als Buckliger habe ein solches ‚Weniges, das das Viele trägt‘, sodass das Wenige, welches das Viele trägt, schon total am Ende des Raumes ist. Höher als das, existiert kein Raum mehr. Daher kann ich euch zu dem Baum tragen, der höher ist, als der Raum“. Deshalb konnte der Bucklige sie von dem Raum hinaufführen zu Höhen über dem Raum. Und verstehe.

„Ich nahm sie und trug sie zu dem Baum und das ist der Beweis, dass ich das ‚Wenige trägt das Viele‘ habe. (Deswegen erscheint er wie ein Buckliger, denn er trägt Vieles auf dem Buckel, denn er ist ein ‚Weniges, das Vieles trägt‘). Jetzt schenke ich es euch als Gabe, dass ihr so sein möget, wie ich“. Dann war dort große Freude und sehr großes Vergnügen.

**Sechster Tag**

Auch am sechsten Tag waren sie fröhlich und ersehnten sich: „Woher nimmt man den Bettler ohne Hände“ und schon kam er herein und sagte: „Hier bin ich. Ich bin zu eurer Hochzeit gekommen“, sprach zu ihnen, wie die anderen, umarmte und küsste sie und sagte zu ihnen: „Ihr meint, ich habe einen Makel an den Händen, ich habe jedoch keinen Schaden an meinen Händen! Ich habe sehr wohl Kraft in den Händen, ich benütze die Kraft meiner Hände nicht auf dieser Welt. Ich benötige diese Kraft für etwas anderes, worauf ich einen Beweis des Wasserschlosses besitze. <<Fun dem wasserigen Schloss>>

Einmal saß ich mit mehreren Menschen zusammen. Alle rühmten sich der Kraft in ihren Händen. Einer rühmte sich dieser Kraft in den Händen, ein anderer brüstete sich mit jener Stärke in den Händen. Auf diese Weise rühmte jeder sich der Stärke, die er in den Händen hatte.

Einer erzählte, er habe solche Kraft in den Händen, dass er einen Pfeil, den er abgeschossen habe, wieder zurückziehen könne. Denn er hatte solche Kraft in den Händen, dass er den Pfeil, obwohl er ihn schon abgeschossen hatte, wieder zurückziehen konnte. Da fragte ich ihn (derjenige ohne Hände, der erzählt): „Welche Pfeile kannst du zurückziehen, es gibt nämlich zehn Sorten von Pfeilen. Wenn man einen Pfeil schießen will, bestreicht man ihn mit Gift und es gibt zehn Arten von Giften. Welches Gift man auch benützt, die Pfeile sind immer schädlich. Es gibt Gifte, die schädlicher sind als andere und auf diese Weise kennt man zehn verschiedene Gifte, wobei jedes schädigender ist, als das vorhergehende. Das ist es, was die zehn Sorten von Giften ausmacht, denn die Pfeile sind alle gleich. Jedoch wegen der verschiedenen Gifte werden sie zehn Sorten von Pfeilen genannt“.

Daher fragte ich ihn: „Welche Art von Pfeil kannst du zurückziehen“. Er antwortete: „Sogar einen Pfeil, der schon jemanden getroffen hat, sogar den kann ich zurückziehen“. Da sprach ich zu ihm: „Doch welche Art von Pfeilen kannst du zurückziehen?“ Er antwortete: „So eine gewisse Art von Pfeilen kann ich zurückholen“.

(Der ohne Hände, der das erzählt): „Dann kannst du die Königstochter nicht heilen. Denn wenn du nur eine Art von Pfeilen zurückziehen kannst, kannst du die Königstochter nicht heilen“.

Einer rühmte sich, er habe solche Kraft in den Händen, dass er, von wem er empfängt, ihm gibt. (D.h. dadurch, dass er von jemandem etwas annimmt und empfängt, dadurch gibt er ihm). Offensichtlich ist er ein Spendengeber. Ich fragte ihn: „Welche Sorte von Spenden gibst du, es gibt nämlich zehn Sorten von Spenden“. Er antwortete, er gäbe ein Zehent. Da sprach ich zu ihm: „Wenn das so ist, kannst du die Königstochter nicht heilen, denn du kannst nicht zu ihrem Ort vordringen (weil du nur ein Zehent gibst). Denn du kannst nur eine Mauer durchdringen (nicht die, hinter der die Königstochter sich befindet), daher kannst du nicht zu ihr gelangen“.

Einer rühmte sich, er habe eine gewisse Kraft in den Händen. Es gibt Befugte auf der Welt (Menschen, die die Ältesten sind des Landes, die über eine Stadt oder ein Land regieren) und jeder von ihnen bedarf der Weisheit. Er habe eine solche Kraft in den Händen, dass er Weisheit geben könne mit seinen Händen, indem er ihnen die Hände auflege. Ich fragte ihn: „Welche Art von Weisheit kannst du mit deinen Händen verleihen? Es gibt zehn Maß Weisheit (d.h. zehn Arten von Weisheit). Er antwortete, er könne eine gewisse Art von Weisheit geben. Da sprach ich zu ihm: „Dann kannst du die Königstochter nicht heilen, da du ihren Puls nicht messen kannst. Denn es gibt zehn Arten von Pulsen und du kannst nur einen Puls erkennen, weil du nur eine Weisheit in deinen Händen besitzt.

Einer rühmte sich, er habe solche Kraft in den Händen, dass er den Sturmwind aufhalten könne. Er könne den Sturmwind ergreifen und mit seinen Händen zurückhalten. Weiters könne er dem Wind ein Maß geben, damit der Wind gehörig sein solle, im richtigen Maß. Ich fragte ihn: „Was für einen Wind kannst du mit den Händen ergreifen, es gibt zehn Arten von Winden“. Er antwortete, er könne einen gewissen Wind ergreifen. Da antwortete ich ihm: „Dann kannst du die Königstochter nicht heilen, weil du die Melodie nicht vor ihr spielen kannst, denn es gibt zehn Arten von Melodien und du kannst ihr nur eine Melodie vorspielen“.

Da sprachen sie: „Was kannst du denn“? und er (der ohne Hände, der alles erzählte): „Ich kann das, welches ihr alle nicht könnt, neun Teile jeder Sache, die ihr alle nicht könnt, neun Teile jener Kräfte, deren ihr euch gerühmt habt und die ihr nicht könnt, ich kann sie alle“!

Dazu gibt es eine Geschichte. Einmal begehrte ein König eine Königstochter <<und er schwärmte so sehr, wörtlich, er kochte>> und wendete viele Listen an, um sie zu fangen, bis die Gelegenheit sich bot und er sie fing.

Einmal träumte der König, die Königstochter sei gegen ihn aufgestanden und habe ihn getötet. Er wachte auf und der Traum traf ihn tief ins Herz. Er ließ einen Traumdeuter kommen, der deutete ihm die einfache Bedeutung, der Traum, dass sie ihn töten werde, würde sich erfüllen. Der König war ratlos und wusste nicht, was er mit ihr tun sollte. Sie zu töten, das tat ihm leid, sie wegzuschicken, das war sehr verdrießlich, denn dann könnte ein anderer sie aufnehmen. Das kränkte ihn sehr, denn er bemühte sich sehr um sie und wollte sie keinem anderen überlassen.

Außerdem, wenn sie bei einem anderen wäre, könne der Traum sich ebenso erfüllen, dass sie ihn töten würde. Sie bei sich zu behalten, davor fürchtete er sich wegen des Traumes, vielleicht werde sie ihn töten. Der König wusste nicht, was er mit ihr tun sollte. Inzwischen kühlte seine Liebe zu ihr etwas ab wegen des Traumes (er liebte sie nicht mehr so wie früher). Auch ihre Liebe zu ihm wurde immer weniger, bis sie umschlug in Hass ihm gegenüber und sie lief davon.

Der König ließ sie suchen und man kam und sagte ihm, es gäbe ein Wasserschloss, das habe zehn Mauern, eine innerhalb der anderen und alle Mauern seien aus Wasser. Der Boden innerhalb des Schlosses, auf welchem man gehe, sei auch aus Wasser, wie auch der Garten, die Bäume mit den Früchten, alles sei aus Wasser. Die Schönheit des Schlosses, alle seine Wunder, darüber müsse man gar nicht reden, es sei wirklich wundersam, denn das ganze Schloss sei aus Wasser. Man könne nicht in das Schloss hineingehen, denn man würde ertrinken, weil alles aus Wasser bestehe.

Als die Königstochter davonlief, kam sie zu dem Wasserschloss. Sie ging rund um das Schloss, also berichtete man dem König, sie ginge rund um das Schloss. Der König kam mit seiner Armee, um sie einzufangen. Als die Königstochter sah, dass die Armee sie fangen würde, wollte sie in das Schloss hineinlaufen. Denn es war ihr lieber, zu ertrinken als vom König gefangen zu werden und wieder bei ihm sein zu müssen.

Als der König sah, dass sie in das Wasser hineinlief, befahl er, sie zu beschießen, würde sie getroffen werden, solle sie sterben. Man beschoss sie und alle zehn Sorten von Pfeilen, die mit zehn Giftsorten bestrichen waren, trafen sie. Die Königin lief hinein in das Wasserschloss und ging durch alle Tore der Wassermauern, bis in das Innere des Schlosses. Dort fiel sie nieder und blieb ohnmächtig liegen.

„Ich heilte sie“ (sagte der ohne Hände, der das erzählte). „Denn wer nicht alle zehn Sorten von Spenden gibt, der kann nicht hineingehen in das Schloss, weil er ertrinken wird. Der König und seine Armee jagten der Königin nach und sie ertranken in den Fluten. Ich aber kann hineingehen, durch alle Mauern des Wasserschlosses. Und die Wassermauern – das sind die Wellen des Meeres, die wie eine Mauer stehen. Und die Winde sind es, die die Wellen des Meeres aufstellen, sie erheben die Wellen. Und die Wellen, welche die zehn Mauern sind, sie stehen immer dort, nur die Winde sind es, die die Wellen halten und erheben.

Und ich konnte hineingehen, durch alle zehn Mauern des Wasserschlosses und ich konnte der Königstochter alle zehn Pfeile herausziehen. Ich kenne auch alle zehn Sorten von Pulsen, denn mit jedem Finger kann man einen anderen Puls fühlen, alle zehn Arten von Pulsen. Ich konnte die Königstochter heilen durch alle zehn Arten von Melodien (denn ihre Heilung erfolgt durch Melodien, wie oben genannt). So beweist sich, dass ich solch eine Kraft in meinen Händen habe. Jetzt schenke ich sie euch als Gabe“. Da war dort große Freude und sie waren sehr fröhlich.

Es ist für mich sehr schwer, diese Geschichte zu erzählen. Nun, da ich schon angefangen habe, sie zu erzählen, muss ich sie ausführen >>Rabbi Nachman<<

In dieser Geschichte ist nicht ein Wort vorhanden, das nicht eine Bedeutung hat. Wer in den Büchern kundig ist, kann etwas verstehen, ein paar Andeutungen. Bezüglich der Pfeile, wo er sich rühmte, er könne Pfeile zurückziehen, das steht in Vers 5 (5.Buch Mosis 32:41): „Und Meine Hand das Gericht erfasset“, so wie Raschi interpretierte: „Fleisch und Blut wirft einen Pfeil – und kann ihn nicht zurückziehen; und der Heilige, gelobt sei Er, wirft einen Pfeil und zieht ihn zurück“. Die Spende, die Wassermauern entspricht, die die Meereswellen sind, das steht auch in einem Vers (Jesaia 48:18) „Und Deine Huld wie die Meereswellen“ und der genannte Wind >>Der Sturmwind<<, den er mit seinen Händen greifen kann, das entspricht (Mischlei 30:4): „Wer sammelt die Winde in Seinen Fäusten“. (Das alles entspricht der Melodie, wie anderswo erläutert). Die zehn Arten von Pulsen und zehn Arten von Melodien, das steht auch im Sohar. All dies haben wir von >>Rabbi Nachman<< ausdrücklich zu hören bekommen. Jedoch wer, wann und was hat er nicht gesagt. Wer die alle sind, was das ist und wann das alles geschehen ist, das ist zu tief, um es zu wissen.

Das Ende dieser Geschichte, was am siebenten Tag geschah mit dem Bettler ohne Füße, sowie das Ende vom Anfang der Geschichte, bezüglich des Königssohnes, mit dem die Geschichte begonnen hatte, das hat er >>Rabbi Nachman<< nicht mehr erzählt und gesagt, er werde es nicht mehr erzählen. Dies ist ein großer Verlust, denn wir werden nicht würdig sein, es zu hören, bis Maschiach kommen wird, bald in unseren Tagen, Amen.

Darüber hinaus sagte er: Wenn ich nichts mehr wüsste, gar keine Sache, bis auf diese Geschichte, so wäre es ein großes Wunder. Denn diese Geschichte ist eine enorme Erhellung, sie hat viel Tugendlehre in sich und viel Thora. Die Geschichte beinhaltet viele Lehren und spricht von früheren Zaddikim >>Gerechten<<. Von König David, Friede sei mit ihm, denn König David stand an einem Ende der Welt und schrie zu dem Quell, der aus dem Stein entspringt, welcher auf dem Berg steht, wie schon berichtet. So, wie es in den Psalmen steht (6:13): „Vom Ende der Welt ruf ich zu Dir, wenn mein Herz schmachtet, dass Du mich auf den Felsen, der mir zu hoch ist, führst“.

All dies bekamen wir ausdrücklich aus seinem Mund zu hören. Aus seinen Worten ist verständlich, dass König David, Friede sei mit ihm, dem Herzen entspricht, wie ausgeführt (Sohar, Schemot, Blatt 108/2). Auf ihn wird in der Geschichte hingewiesen – mit dem Herzen der Welt, das am Ende der Welt steht, dem Quell gegenüber, der ständig zu ihm schreit und sich nach ihm sehnt usw. Und dennoch sind diese Angelegenheiten verborgen; glücklich ist der, der würdig ist, diese Geschichte zu begreifen.

Die Andeutung von König David und dem oben genannten Vers „Vom Ende der Welt…“, auf die in der Geschichte angespielt wird, gehört zum dritten Tag. Denn dort wird von dem Herz gesprochen und von dem Quell. Betrachte die Worte dort gründlich und du wirst Wunder sehen, wie in jedem Detail wunderbare Angelegenheiten angedeutet werden. In dieser Geschichte erschließen sich enorm große Thorageheimnisse, vom Anfang der Geschichte, bis zum Ende.

Alle Geschichten in diesem Buch bestehen aus Geheimnissen der Thora, jedes Wort, jedes Detail, bedeutet etwas anderes. Besonders von der furchtbaren Größe dieser (letzten) Geschichte kann man gar nicht sprechen, denn sie übersteigt alle. Glücklich, glücklich ist der, der sie auch nur auf der kommenden Welt ein klein wenig verstehen wird. Wer mit Intelligenz gesegnet ist, dem werden sich die Haare sträuben und er wird ein wenig die Größe des Schöpfers, gelobt sei Er, und die Größe der wahren Zaddikim verstehen, wenn er gründlich diese Geschichte, dergleichen es nicht zu hören gibt, studieren wird.

Bezüglich des oben genannten Verses „Vom Ende der Welt…“, der zum dritten Tag gehört, habe ich ausdrücklich aus seinem >>aus Rabbi Nachmans<< s.A. heiligem und furchtbarem Mund gehört. Siehe und noch Folgendes habe ich herausgefunden: Der Psalm, in dem dieser Vers steht, dies ist Psalm 61. In fast allen seinen Worten werden Anspielungen auf erhabene Geheimnisse der Geschichte des dritten Tages angeführt. „Tage füge hinzu zu den Tagen des Königs…“, denn es ist immer notwendig, dass man Tage zu seinen Tagen hinzufügt usw., wie schon genannt.

„Huld und Wahrheit bemanne zu seiner Hut“, dies entspricht dem wahren Mann der Huld, der Große Mann, denn die gesamte Zeit und alle Tage entstehen durch den Großen Mann, der der wahre Mann der Huld ist, in der Geschichte. Und er gibt und fügt immer Tage hinzu zu den Tagen des Königs – das ist das oben genannte Herz, das König David, Friede sei mit ihm, entspricht. Und das entspricht: „…zu seiner Hut“, da er es beaufsichtigt und behütet, dass alsbald der Tag schon fast vergeht, dann würde der Quell und das Herz und die ganze Welt vergehen, G-tt behüte, dann beaufsichtigt und behütet es der wahre Mann der Huld und kommt und gibt dem Herzen einen Tag usw. Dies ist „So will ich besingen Deinen Namen ewiglich, zu bezahlen meine Gelübde Tag für Tag“, denn ein jeder Tag, den er ihm gibt, kommt mit Gesängen und Liedern usw., wie oben genannt. „…mich bergen im Schutze Deiner Flügel, Selah“, denn wenn das Herz der Ruhe bedarf, kommt ein großer Vogel und breitet über ihm seine Flügel aus usw. Und das ist: Mich bergen im Schutze Deiner Flügel usw.

**Zum ersten Tag:**

Bezüglich all der Alten, die sich brüsten, woran sie sich erinnern können, einer sogar, dass er sich erinnert, wie man seine Nabelschnur durchgeschnitten hat und er war der kleinste Alte von allen usw., sagte unser Rebbe, s.A., dass im Talmud (Jeruschalmi, Jebamot) etwas gleicher Art ausgeführt werde. Dass Schmuel sich rühmte, er erinnere sich an den Schmerz seiner Beschneidung usw., siehe dort.

Wer könnte verherrlichen, wer könnte erzählen, wer könnte bewerten, wer könnte sich auch nur einen Schimmer eines tausendsten und abertausendsten Bruchteils eines Funkens weniger Andeutungen der wundervollen Großartigkeit, der furchtbaren und erhabenen Geheimnisse dieser furchtbaren Geschichte verstehen, die voller verborgener Geheimnisse ist. Doch der Sachkundige wird Gutes herausfinden, einen Funken einiger Andeutungen, seinem Wertmaß entsprechend.
