Eine Geschichte. Einmal gab es einen Meister des Gebets, der immer beschäftigt war mit Gebeten, Gesängen und Lobpreisungen G-ttes, gelobt sei Er und er wohnte außerhalb der Zivilisation. Und sein Programm war es, dass er regelmäßig in die Zivilisation ging und sich einer Person näherte. Typischer Weise ging er auf niedrige Menschen zu, wie arme Leute und so weiter. Und er begann, mit der Person zu sprechen über den Sinn der ganzen Welt, dass es in Wahrheit keinen anderen Sinn gebe im Leben, als ein Leben lang G-tt zu dienen, dass man seine Jahre damit verbringen solle, zu G-tt, gelobt sei Er, zu beten, mit Gesang und Lobpreisungen zu G-tt, gelobt sei Er usw. …
Und er sprach solcherlei Sprache zu der Person, um sie zu erwecken, bis die Worte in sein Herz drangen und die Person gewillt war, ihm zu folgen. Und sofort, wenn die Person mit ihm einig war, nahm er sie mit zu seinem Ort, den er außerhalb der Zivilisation hatte. (D.h. außerhalb bewohnter Gebiete; nicht dort, wo Menschen wohnen).
Denn der Meister des Gebets hatte für sich einen Platz außerhalb der Zivilisation erwählt, davor gab es einen Fluss, Bäume und Früchte gab es auch dort und sie aßen die Früchte der Bäume. Und sie kümmerten sich überhaupt nicht um Kleidung – wie man ging, ging man.
Und so war die ständige Tagesordnung des Meisters des Gebets, in die Zivilisation zu gehen und Leute zu überzeugen, seine Wege zu gehen, sie sollten nur G-tt, gelobt sei Er, dienen – sie sollten sich nur mit Gebeten beschäftigen etc. Und wer auch immer auf ihn hörte, den nahm er und brachte ihn zu seinem Ort außerhalb der Zivilisation, wie schon erwähnt. Dort waren sie nur mit Gebeten beschäftigt, mit Gesang und Lobpreisungen an G-tt, gelobt sei Er, mit Fasten, Entbehrungen (das ist, wenn man den eigenen Körper peinigt), Buße und so weiter. Und der Meister des Gebets gab ihnen seine Kompositionen (Bücher), die er hatte, über Gebete, Lieder, Lobpreisungen und Geständnisse. Sie waren immer damit beschäftigt, in einem Ausmaß, dass man unter seinen Leuten, die er dort hingebracht hatte, solche finden konnte, die nun auch Leute zu G-tt, gelobt sei Er, bringen konnten. Er erlaubte gelegentlich einem seiner Leute, in die Zivilisation hinauszugehen, um Menschen zu erwecken zu dem Oberen, damit sie G-tt, gelobt sei Er, dienen konnten.
Der Meister des Gebets tat dies die ganze Zeit, zog Menschen nahe an sich und führte sie aus der Zivilisation, bis es einen Eindruck machte auf die Welt (in anderen Worten, es wurde auf der Welt bemerkt) und die Sache begann, berühmt zu werden. Denn plötzlich verschwanden Leute aus dem Land und niemand wusste, wo sie waren. Der eine vermisste einen Sohn, ein anderer seinen Schwiegersohn und niemand wusste, wo sie sich aufhielten, bis es bekannt wurde, dass es einen Mann des Gebets gebe, der geht und Personen überredet, G-tt, gelobt sei Er, zu dienen.
Nur fangen konnten sie ihn nicht, denn der Meister des Gebets verhielt sich sehr schlau und verkleidete sich für jede Person in einer anderen Verkleidung. Bei einem präsentierte er sich als armer Mann, bei einem anderen als Kaufmann und bei noch einem anderen noch anders.
Noch dazu, wenn er an eine Person geriet, bei der er verstand, dass er bei dieser Person nicht erreichen konnte was er wollte, verwirrte er diesen Menschen so sehr mit Reden, dass es nicht möglich war zu wissen, dass er das meinte – das heißt, ihn näher zu G-tt, gelobt sei Er, zu bringen. Es war unmöglich zu erkennen, dass er das meinte, obwohl das sein einziges Ziel war, denn in den Dingen, über die er sich mit den Personen unterhielt und besprach, meinte er nichts anderes als dies, das ist, sie näher zu G-tt, gelobt sei Er, zu ziehen. Nur wenn er verstand, dass er ihn nicht beeinflussen konnte, pflegte er ihn so zu täuschen und verwirren mit Gerede, dass er überhaupt nicht wusste, dass er das überhaupt wollte.
(Deshalb konnten sie den Meister des Gebets nicht fassen). Der Meister des Gebets blieb mit dieser Angelegenheit beschäftigt, bis auf der (ganzen) Welt eine Auswirkung und Propaganda zu spüren war; und sie wollten ihn fangen, doch es war unmöglich.
So verweilte der Meister des Gebets mit seinen Leuten außerhalb der Zivilisation. Sie waren nur beschäftigt mit Gebet, Gesang und Lobpreisungen für G-tt, gelobt sei Er, wie auch mit Geständnissen, Fasten, Kasteiungen und Buße. Es war auch des Meisters Art, dass er für alle „genügen“ konnte (mit anderen Worten, für ihn sorgen), was er brauchte. Wenn er verstand, dass einer seiner Leute, entsprechend seines Intellekts, um Haschem zu dienen, es brauchte, in ‚Gilden in Gestickt‘ (Gold und Stickerei) gekleidet zu sein, dann bot er ihm dies. Und umgekehrt, wenn ein reicher Mann ihm seelisch näherkam und er ihn aus der Zivilisation herausholte, verstand er, dass dieser reiche Mann es brauchte, in zerfetzter und degradierender Kleidung angezogen zu sein, dann ließ er ihn das tun.
Welchen Weg ein Mensch zu gehen brauchte, er bot es ihm. Und für die Personen, die G-tt, gelobt sei Er, nahekamen, war das Fasten oder die größte Entbehrung (sich selbst zu kasteien) wertvoller, als alle Freuden der Welt.
Und es kam ein Tag und es gab ein Land, in dem es enormen Reichtum gab. Alle waren reich. Nur ihr Benehmen war merkwürdig und verstörend. Denn bei ihnen ging alles um den Reichtum; eines Jeden Status und Ehre nahm Bezug auf seinen Reichtum. Es wurde von ihnen beschlossen, dass Derjenige, der eine gewisse Summe besaß – Tausende oder Zehntausende – zu gewissem Status und Ehre berechtigt war. Und wer so eine und so eine Summe besaß, dem gebührte ein anderer Status. Gleichermaßen war die Hierarchie so aufgebaut, dass alles davon abhing, wieviel Geld die Person hatte. Und einer der so viele, so viele Tausende und Zehntausende besaß, so beschlossen sie - der ist schon König.
Und gleichermaßen hatten sie Fahnen, wer so und soviel Geld unter seinem Banner vereinen konnte, der verdiente Status und Ehre durch diese Flagge. Und wer soviel besaß, gehört einer anderen Flagge an und verdiente den Status unter diesem Wimpel, alles abhängig von dem Geld. So wurde beschlossen, wieviel Geld jeder haben solle, um den Status seiner Flagge zu verdienen und wieviel er haben musste, um schon zu einer anderen Flagge zu gehören und dort Status und Ehre zu bekommen. Und auf diese Weise hing jedermanns Status und Ehre ab von der Menge seines Geldes, wie es von ihnen beschlossen worden war – wieviel Geld er haben musste für jeden Status und jede Ehre.
Und genauso wurde von ihnen beschlossen, wer nur eine gewisse Summe Geld hatte, der ist ein gewöhnlicher Mensch, während er, wenn er noch weniger hat, schon gar kein Mensch ist, sondern ein Tier oder Vogel. (Das ist nur ein Tier, das wie ein Mensch aussieht). Also hatten sie Tiere und Vögel, das heißt, wenn er wenig Geld hat, ist er nur ein Löwe – ein menschlicher Löwe; wenn er jedoch noch weniger Geld hat, ist er bloß ein Vogel. Und ebenso hatten sie andere Tiere und Vögel, denn wer kein Geld hat, ist bei ihnen überhaupt kein Mensch, nur ein Tier oder ein Vogel. Denn die wichtigste Sache war bei ihnen Geld und der Status und die Ehre eines Jeden galt nach der Menge seines Geldes.
Es wurde bekannt auf der Welt, dass es solch ein Land gab. Der Meister des Gebets stöhnte sehr darüber. Er pflegte darüber zu seufzen und sagte: „Wer weiß, wie weit sie sich darin verirren können“?
Einige seiner Leute waren zugegen und fragten überhaupt nicht nach seiner Meinung. Sie erhoben sich und gingen zu jenem Land, um sie daraus hervorzuholen.
Denn sie (das waren die Leute des Meisters des Gebets) hatten großes Mitleid mit diesem Land, das so irregeführt wurde durch das Verlangen nach Geld; und besonders, da der Meister des Gebets gesagt hatte, sie könnten noch weiter in die Irre gehen. Deshalb gingen die Leute des Meisters des Gebets zu diesem Land – in der Hoffnung, sie von dem Unsinn zu befreien.
Sie kamen in das Land und näherten sich einem, der ziemlich sicher von niedrigem Ansehen war, den sie ein Tier nannten. Sie begannen mit ihm zu sprechen, dass in Wahrheit Geld gar keinen Zweck hat und der wahre Zweck sei es, G-tt zu dienen und so weiter. Doch er hörte überhaupt nicht auf sie, denn es war bereits in seinem Denken verwurzelt, dass Geld die Hautsache sei. Und genauso sprachen sie mit einem anderen und der hörte auch nicht auf sie. Sie wollte noch mehr mit ihm reden, doch er sagte: „Ich habe keine Zeit mehr, mit dir zu sprechen“. Sie fragten ihn: „Warum“?
Er antwortete: „Weil wir alle das Land verlassen müssen, denn wir haben gesehen, dass das hauptsächliche Ziel Geld ist. Wir haben beschlossen, in so ein Land zu gehen, wo wir Geld verdienen können (d.h. dort gibt es eine Art von Erde, aus der man Gold und Silber machen kann). Deshalb haben wir beschlossen, dass wir alle in dieses Land reisen sollen.
Sie beschlossen auch, dass sie Sterne und Konstellationen (Masalois) haben wollten. Das heißt, wer so und so viel Geld hat – nach der Menge, die sie dafür beschlossen hatten – der würde ein Stern sein. Denn da er so viel Geld hat, hat er selbst die Macht eines Sterns, denn durch den Stern entsteht das Gold. Denn die Tatsache, dass es Erde gibt, aus der Gold gemacht wird, ist dem Stern zu verdanken, der so eine Erde hervorbringt, aus der Gold hergestellt wird. Da dieser Mensch so viel Gold hat, hat er die Macht dieses Sterns, daher ist er selbst ein Stern (so sprachen sie in dem Land, aufgrund ihres Irrglaubens über Geld).
Gleichermaßen sagten sie, sie wollen auch Konstellationen haben. Das wäre, wenn jemand so und soviel Geld haben würde – wieviel auch immer sie dafür bestimmt hatten – er sollte eine Konstellation (Masal) sein.
Noch dazu bestimmten sie für sich Engel, abhängig von der Menge des Geldes. Bis sie übereinkamen, dass sie auch Götter haben sollten. Dass einer der große (Mengen von) Geld – so und so viele Tausende und Myriaden – soviel sie dafür beschlossen hatten, er solle ein Gott sein. Denn da G-tt ihm so viel Geld gab, ist er selbst ein ‚Gott‘. Und so machten sie all das.
Des Weiteren sagten sie, es sei überhaupt nicht passend, dass sie in der Luft dieser Welt leben sollten und sie sollten gar nicht mit anderen Leuten zusammen sein, damit diese sie nicht verunreinigen. Denn andere Menschen der Erde seien total unrein im Vergleich zu ihnen und sie deshalb für sich einen sehr hohe Berge suchen mussten, die höher als die ganze Welt waren und sie würden dort leben, um höher zu sein, als die Luft der Welt. Sie sandten Leute aus, um hohe Berge zu suchen und sie fanden sehr hohe Berge. Das ganze Land ging und besiedelte sich dort auf den hohen Bergen. Das heißt, auf einem Gipfel eine Gruppe von Menschen aus dem Land, (in anderen Worten eine Stadt), so auch auf dem nächsten Gipfel usw….
Und um die Berge herum bauten sie Festungen und große Gräben um die Berge, bis es für Menschen unmöglich wurde, sie zu erreichen. Denn es gab (nur) einen verborgenen Weg zu dem Berg, so dass niemand sich ihnen nähern konnte. So auch bei dem nächsten Berg und auf allen Bergen – auf allen bauten sie Festungen und Gräben usw. Und sie bestimmten Wächter weit vor dem Berg, damit niemand sich ihnen nähern konnte. So lebten sie in den Bergen und verhielten sich auf die oben erwähnte Art.
Und sie hatten viele Götter, nach der Menge des Geldes.
Jedoch da Reichtum für sie das Hauptanliegen war – so weit, dass man durch großen Reichtum bei ihnen ein Gott werden konnte – hatten sie Angst vor Mord und Diebstahl. Denn jeder wäre ein Mörder oder Dieb, um ein Gott zu werden, durch das Geld, das er stahl. Doch sie sagten, da derjenige, der Geld besitzt, ein ‚Gott‘ ist, wird er sich vor Mord und Diebstahl zu schützen wissen.
Und sie führten Andacht und Opfergaben ein und beteten zu den ‚Göttern‘, um dadurch zu Geld zu gelangen. Und sie opferten Menschen als Opfergaben und opferten gar sich selbst den ‚Göttern‘, um in sie einzugehen und später als reiche Leute reinkarniert zu werden, denn ihr Glaube war nur an das Geld. Und sie hatten Andachten, Opfergaben und Weihrauch, mit denen sie den ‚Göttern‘ dienten (denen, die viel Geld hatten).
Trotzdem war das Land voller Mord und Diebstahl, denn wer auch immer nicht an die Andachten glaubte, wurde zu einem Mörder oder Dieb, um an Geld zu kommen. Denn die Hauptsache war für sie Geld, denn mit Geld konnte man alles kaufen – Essen und Kleidung – und das hauptsächliche Leben eines Mannes ist durch Geld. Daher war Geld ihr hauptsächlicher Glaube (so war ihr törichtes, fehlgeleitetes Denken). Und sie trachteten danach, dass das Geld sich nie vermindern sollte, denn Geld war für sie der Hauptglaube und Gott. Es war im Gegenteil wichtig, Geld von anderen Orten in das Land zu bringen. Kaufleute fuhren (von ihnen), um in anderen Ländern Handel zu treiben – um noch mehr Geld in das Land zu bringen.
Und Wohltätigkeit war natürlich ein großes Verbot für sie. Denn wie konnte es erlaubt sein, Geld wegzugeben, das ‚Gott‘ ihnen gegeben hatte – da es für sie die Hauptsache war, Geld zu haben. Wie kann es jemandem erlaubt sein, das wegzugeben? Daher war Wohltätigkeit ein sehr strenges Verbot für sie.
Und sie hatten Offiziere, das waren Leute, denen man aufgetragen hatte, jeden zu kontrollieren, ob er so viel Geld hatte, wie er angegeben hatte. Denn jeder musste immer angeben mit seinem Reichtum, um seinen Status und seine Ehre, die er wegen seines Geldes hatte, zu bewahren. (In anderen Worten, alle reichen Leute, die für sie ‚Götter‘, Sterne, Engel usw. waren, wegen ihres Geldes, mussten immer inspiziert werden, ob sie auch so viel Geld hatten, ob sie nicht falsche Götter waren und so weiter. Und Leute wurden angestellt, die das ständig überwachten).
Manches mal wurde bei ihnen ein Tier zu einer Person, oder eine Person zu einem Tier. Namentlich wenn ein reicher Mann sein Geld verlor, wurde er sofort zu einem nichtmenschlichen Wesen – ein Mann wurde zu einem Tier, weil er kein Geld mehr für sich selbst hatte. Und umgekehrt, wenn jemand Geld gewann, so wurde aus einem Tier ein Mensch. Und so verhielt es sich in allen Klassen, die bei ihnen vom Geld abhingen. (So geschah es auch gelegentlich, dass jemand ein Nicht – Gott wurde, weil er sein Geld schon verloren hatte).
Und sie hatten Figuren und Bilder und Portraits von den ‚Göttern‘ (die viel Geld hatten). Jeder hatte diese Bilder und sie umarmten und küssten sie, denn Geld war ihre einzige Hingabe und der einzige Glaube.
Und die tugendhaften Leute des Meisters des Gebets (die früher in dem Land gewesen waren) kehrten zurück an ihren Platz. Sie erzählten dem Meister des Gebets über den Unsinn in jenem Land, wie sie so abhängig und verloren waren in der Begierde nach Geld, dass sie ihr Land verlassen hatten und in ein anderes gezogen waren (wo sie Geld verdienen konnten) und dass sie bereits Sterne und Konstellationen machen wollten.
Der Meister des Gebets meldete sich zu Wort und sagte, er fürchte, dass sie weiter und weiter in die Irre gehen könnten. Danach hörte man, dass sie sich bereits zu Göttern gemacht hatten.
Der Meister des Gebets meldete sich zu Wort und sprach: „Das war es, was ich befürchtet hatte“ (das heißt, als er immer sagte, wenn er fürchtete, sie könnten sich weiter verirren, meinte er das).
Der Meister des Gebets hatte großes Mitleid mit ihnen und beschloss, sich selbst dorthin zu begeben; vielleicht würde er es schaffen, sie aus ihrem Irrsinn herauszuholen und sie von ihrem Irrglauben abzubringen. Der Meister des Gebets begab sich dorthin und kam zu den Wachen, die rund um die Berge standen.
Und die Wachen waren wahrscheinlich von niedrigem Rang, denen es erlaubt war, in der Atmosphäre der Welt zu stehen. Leute, die wegen ihres Geldes von höherem Rang waren, durften sich nicht in der Atmosphäre der Welt aufhalten - damit sie nicht verunreinigt wurden. Und sie durften überhaupt nicht mit Menschen der Welt sprechen, damit deren Atem sie nicht verunreinige. (Mit anderen Worten, in diesem törichten Land war die Welt im Vergleich zu ihnen total unrein). Deswegen waren die Wachen, die unten bei dem Berg standen, ganz sicher von niederem Rang. Doch sogar die Wachen hatten Abbilder (ihrer Götter) und sie pflegten sie zu umarmen und sie die ganze Zeit zu küssen, denn auch für sie war Geld das Hauptobjekt ihres Glaubens.
Also trat der Meister des Gebets an eine der Wachen heran und begann, zu ihm über den ultimativen Zweck zu sprechen und sagte zu ihm, der einzige Zweck sei, G-tt zu dienen: das Lernen der Thora, Gebet und gute Taten usw. Und Geld sei ausgesprochener Unsinn – nicht der wahre Zweck und so weiter. Doch der Wachposten hörte ihm überhaupt nicht zu, denn in ihm war es schon tief verwurzelt, dass nur Geld die wichtigste Sache sei.
Genauso ging der Meister des Gebets zu dem zweiten Wachmann und sprach zu ihm, wie vorher genannt und auch er hörte nicht zu. Und ebenso ging der Meister des Gebets zu allen Wachleuten und sprach zu ihnen in dieser Art und sie hörten ihm überhaupt nicht zu. Der Meister des Gebets entschloss sich und betrat die Stadt, die sich auf dem Gipfel des Berges befand.
Als er in der Stadt ankam, war es eine große Neuheit für sie und sie fragten ihn: „Wie bist du hierhergekommen“? Denn niemand konnte sie erreichen.
Er antwortete ihnen: „Wieso fragt ihr? Wie dem auch sei, ich bin schon in der Stadt“.
Der Meister des Gebets begann, mit einem von ihnen zu sprechen über die Bestimmung der Welt, dass Geld überhaupt kein Ziel sei usw. (wie er es üblicherweise tat), doch der Mann hörte ihm gar nicht zu. Wie auch ein anderer und ebenfalls alle anderen (mit anderen Worten, keiner hörte auf ihn). Da sie alle schon so verloren und in ihren Dummheiten verankert waren, hörten sie niemandem mehr zu.
Und es war ein Wunder für die Leute der Stadt, dass so ein Mensch gefunden werden konnte und zu ihnen von solchen Dingen sprechen konnte – dem genauen Gegenteil ihres Glaubens.
Es ging ihnen auf, dass er wohl der Meister des Gebets war, denn sie hatten schon gehört, dass es so einen Meister des Gebets gab, da sich dies bereits auf der Welt herumgesprochen hatte. Und die Menschen auf der Welt pflegten ihn „Der Frummer Baal Tefilla“ nennen (den frommen Meister des Gebets). Doch sie konnten ihn nicht fangen, denn er pflegte sich für jeden anders zu verkleiden: einem erschien er als Kaufmann, einem anderen als Bettler usw., wie erwähnt.
Und dann verschwand er plötzlich von dort (in anderen Worten, er ging schnell weg von ihnen).
Es kam ein Tag, als ein Krieger („Giboir“, ein Muskelmann oder ein tapferer, mächtiger oder starker Mann) kam, unter dessen Leitung sich andere Krieger versammelt hatten. Der Krieger und seine Kämpfer gingen und unterwarfen andere Länder. Und der Krieger wollte nichts anderes als Unterwerfung (in anderen Worten, dass sie ihm unterworfen seien). Wenn die Bürger des Landes sich ihm unterwarfen, ließ er sie sein, wenn nicht – zerstörte er das Land. Also ging er umher und unterwarf Länder und wollte überhaupt kein Geld – nur Unterwerfung, dass sie unter seiner Herrschaft seien. Und die Art des Kriegers war: er sandte Kämpfer in ein Land, wenn er noch weit davon entfernt war – fünfzig Meilen – um sie zu unterwerfen. Und so eroberte er Länder.
Und die Kaufleute des vorhergenannten, reichen Landes, die Handel mit fremden Ländern trieben, kehrten in ihr Land heim, wo sie von dem Krieger hörten. Ein großes Entsetzen befiel sie. Obwohl sie eingewilligt hätten, sich ihm zu unterwerfen, hörten sie, dass er Geld hasste und überhaupt kein Geld wollte, war das völlig gegenteilig ihres Glaubens, nämlich Geld.
Und sie fürchteten ihn sehr und sie begannen, ihre Andachten zu halten und ihren Göttern Opfer zu bringen (das heißt, jene, die viel Geld hatten). Sie nahmen ein Tier (jemanden, der wenig Geld hatte) und brachten ihn ihrem Gott als Opfer dar. So hielten sie auch andere Andachten (die Dinge, die sie ihren Göttern darbrachten).
Und der Krieger kam fortwährend näher zu ihnen und begann, seine Kämpfer zu ihnen vorauszusenden >>und zu fragen<<: „Was wollen sie“? – wie es sein üblicher Gebrauch war.
Eine große Panik ergriff sie und sie wussten nicht, was sie tun sollten. Ihre eigenen Kaufleute gaben ihnen einen Rat: Insofern sie in einem Land gewesen waren, in dem die ganze Bevölkerung ‚Götter‘ waren und sie reisten mit Engeln.
Das heißt, (dieses Land), das ganze Land, von klein bis groß, sind außergewöhnlich reiche Leute. In einem Ausmaß, dass selbst der Kleinste unter ihnen ein Gott ist (laut ihrer törichten Täuschung, weil die kleinste Person im Lande außergewöhnlich reich war und sie dachten, mit so viel Geld sei man bereits ein Gott). Und sie reisen mit Engeln, denn ihre Pferde sind bedeckt von so großem Reichtum, mit Gold usw., dass die Bedeckung eines Pferdes (in diesem Land) bei ihnen den Wert eines Engels hatte. (Das heißt, mit der Summe, die eine Pferdbedeckung in jenem Land wert ist, ist jemand in ihrem Land bereits ein Engel). So reisen sie mit Engeln, spannen drei Paare von Engeln vor ihre Wagen und reiten auf ihnen.
Deshalb müsst ihr Gesandte in jenes Land schicken und sie werden euch sicher helfen, denn sie sind alle ‚Götter‘.
Und der Meister des Gebets kam zu dem Entschluss, er werde nochmals in das Land reisen; vielleicht könne er sie von ihrem Irrglauben befreien. Also ging er dorthin und kam bis zu den Wachen. Er begann, wie üblich, mit einem der Wachen zu sprechen. Der Wachmann erzählte ihm von dem Krieger und dass sie in größter Angst vor ihm seien.
Der Meister des Gebets fragte ihn: „Was habt ihr im Sinn zu tun“?
Der Wachmann erzählte ihm von der Idee, in das Land zu senden, in dem alle ‚Götter‘ waren usw.
Der Meister des Gebets lachte herzlich und sagte zu ihm: „Das ist eine große Torheit! Weil sie Menschen sind, wie wir (d.h. das Land, in das sie Gesandte schicken wollten, besteht auch nur aus Männern). Und ihr alle, mit all euren Göttern, ihr seid alle bloß Menschen. Überhaupt keiner ist ein Gott, denn es gibt nur einen einzigen G-tt über die Welt: Er, der alles erschaffen hat. Und Ihm alleine soll man dienen, nur zu Ihm soll man beten und dies ist das einzige Ziel auf der Welt“. Dies und ähnliche Argumente besprach der Meister des Gebets mit dem Wachmann.
Und der Bewacher wollte noch immer nichts hören davon, denn der dumme Irrglaube war seit langer Zeit in ihm verankert.
Der Meister des Gebets jedoch debattierte ausgiebig mit ihm, bis der Bewacher ihm endlich antwortete: „Was kann ich denn tun? Ich bin nur ein Einzelner auf der Welt (und gegen mich sind zahlreiche Bewohner des Landes)“.
Diese Antwort hatte nun schon den Anschein einer Resonanz >>Buße<< und diese Antwort war ein kleiner Trost für den Meister des Gebets. Denn er verstand, dass seine Worte begonnen hatten, in die Ohren des Wachmanns einzudringen. Denn die Worte, die der Meister des Gebets vorher mit dem Wachmann gesprochen hatte und die Worte, die er jetzt sprach, hatten sich vereint, bis sie ich etwas rührten und einen Eindruck auf sein Herz machten (wegen der Antwort, die er gesagt hatte „Was soll ich tun“? usw. wurde aufgedeckt, dass die Worte des Meisters des Gebets begannen, ein wenig in sein Herz einzudringen), in dem Ausmaß, dass er ein wenig begann, Zweifel zu haben und ihm etwas entgegen zu kommen (wie man aus seiner Antwort entnehmen konnte).
Der Meister des Gebets ging zu einem anderen Bewacher und sprach auch zu ihm in seiner üblichen Weise, doch auch er wollte nicht zuhören, doch schlussendlich antwortete er, wie oben, „Ich bin nur eine Person“ und so weiter. Und alle Bewacher antworteten ihm am Ende auf diese Weise.
Danach betrat der Meister des Gebets die Stadt und begann, mit ihnen auf seine übliche Weise zu sprechen: wie sie alle total im Irrtum leben und dass Geld überhaupt kein Ziel darstelle. Sondern, das wesentliche Ziel sei nur, sich in die Thora zu vertiefen, in das Gebet und so weiter. Sie hörten nicht auf ihn, denn sie waren seit langer Zeit verwurzelt in dem Begriff Geld.
Sie erzählten ihm von dem Krieger und dass sie in das Land senden wollten, in dem alle ‚Götter‘ waren usw. …
Er lachte sie auch aus und sagte ihnen, das sei Unsinn und dass alle Menschen seien und sagte: „Und sie werden euch überhaupt nicht helfen können, denn ihr seid menschlich und sie sind menschlich und sie sind überhaupt keine Götter. Es gibt nur einen G-tt, gelobt sei Er, usw.“
Was den Kämpfer betrifft, antwortete er ihnen (indem er diesen Ausdruck verwendete) „Ist das nicht der Kämpfer (der mir bekannt ist)“? (Wie einer, der überlegt – ist es nicht der, den er kennt?)
Sie verstanden nicht, was er meinte. Und er ging von einem zum anderen und fuhr fort, so mit ihnen zu sprechen. Und bezüglich des Kriegers sagte er zu jedem: „Ist das nicht der Krieger usw.“? Sie verstanden seine Worte nicht – was er meinte.
In der Zwischenzeit war in der Stadt ein Tumult ausgebrochen, insofern jemand in der Stadt solche Sachen sagte, ihren Glauben verspottete und er sagte, es gäbe nur Einen (Einzigen), das sei G-tt, gelobt sei Er, usw. …und bezüglich des Kriegers sagt er immer „Ist das nicht der Krieger? Usw…. Sie verstanden, dass es der Meister des Gebets sein müsse, da er ihnen bereits gut bekannt war. Sie befahlen, ihn zu suchen und zu fassen. Obwohl er immer anders auftrat, das heißt, einmal stellte er sich als Kaufmann vor, ein anderes Mal als Bettler, und so weiter, deshalb konnte man ihn nicht fassen) wussten sie das auch, dass der Meister des Gebets sich immer anders darstellt. Sie befahlen eine Ermittlung über ihn, damit er gefangen werden könne. Er wurde gesucht, bis man ihn fangen konnte (den Meister des Gebets) und er wurde vor die Ältesten gebracht.
Sie begannen, mit ihm zu sprechen. Er sagte auch ihnen: „Ihr seid alle einem Irrtum verfallen und einer großen Torheit und es ergibt keinerlei Sinn – das heißt Geld ist überhaupt kein Ziel. Nur, es existiert Einer (Einziger), gelobt ist Er, namentlich der Schöpfer, gelobt sei Sein Name, der alles erschaffen hat. Ihm alleine soll man dienen und Geld ist völliger Unsinn usw. … Und das Land, von dem ihr sagt, alle seien Götter – sie werden euch überhaupt nicht helfen können, denn sie sind alle Menschen, usw. … (so sprach der Meister des Gebets zu ihnen.
Sie hielten ihn für geisteskrank, denn das ganze Land konzentrierte sich dermaßen auf das Geld und sie waren schon so verrückt, in einem Ausmaß, dass jeder, der etwas Gegensätzliches zu ihrem Wahnsinn sagte, bei ihnen als Verrückter galt.
Sie fragten ihn: „Was ist es, was du sagst über den Krieger – ist es nicht der Krieger“?
Er antwortete ihnen: „Insofern ich einmal bei einem König war und bei dem König wurde ein Krieger vermisst. Nun, wenn das dieser Krieger ist, ist er mir bekannt. Und überdies, dass ihr euch verlasst auf das Land, von dem ihr sagt, sie seien alle Götter – das ist Unsinn, denn sie werden euch überhaupt nicht helfen können. Im Gegenteil, es wird euer Untergang sein, wenn ihr euch auf sie verlasst“.
Sie fragten ihn: „Woher weißt du das“? (Dass dieses Land ihnen nicht helfen könne, sondern dass es überdies ihren Untergang bedeute).
Er antwortete ihnen: „Der König“, bei dem er sich aufgehalten hatte, „hatte bei sich eine Hand >>Jad<<. Das bedeutet, der König hatte etwas, das aussah wie eine Hand mit fünf Fingern und allen Rillen (das heißt allen Falten und Furchen), die sich auf einer Hand befinden.
Und die Hand war eine Landkarte aller Welten. Und all dessen, das seit der Schöpfung von Himmel und Erde existiert, bis an das Ende und was danach sein wird, das war alles dargestellt auf der Hand. Denn in den Rillen und Furchen der Hand befand sich das Diagramm aller Welten: wie jede Welt steht, mit allen Dingen jeder Welt im Detail. Alles stand hervor auf der Hand, wie auf einer Landkarte (wie es denen, die mit Landkarten vertraut sind, bekannt ist. Das heißt, auf dem Papier ist jede Stadt abgebildet, jedes Land und jede Brücke, wie auch andere Dinge: Flüsse, Wälder und so weiter). Auf diese Weise waren alle Welten auf dieser Hand durch Falten und Spalten dargestellt. Und in den Furchen der Hand befanden sich Andeutungen von Buchstaben; genauso wie Buchstaben auf einer Landkarte neben jeder Sache stehen, damit man wisse, was es darstellt – dass hier eine Stadt ist und hier ein Fluss, wie auch andere Dinge. Auf die gleiche Weise war es markiert durch die Furchen der Hand, wie Buchstaben, neben jeder Sache, die auf der Hand dargestellt wurden, damit es klar sei, was jede dargestellte Sache sei. So war jedes Land separat, jede Stadt und alle Flüsse, Brücken und Berge und andere Dinge dargestellt auf der Hand durch die Rillen und Spalten der Hand. Und neben allem standen Buchstaben, die zeigten dies ist eine Sache und das ist eine andere usw. … Und auch allen Menschen, die in jedem Land herumgehen und alle ihre Erfahrungen (das ist alles, das einem Menschen während seiner Lebenszeit geschieht) waren alle dargestellt auf der Hand.
Und es stand sogar geschrieben auf allen Straßen, von einem Land zum anderen und von einem Ort zum anderen. Und dadurch wusste ich den Weg hierher, in diese Stadt, die niemand betreten kann, (weil das reiche Land gegraben hatte rund um ihre Städte und keiner konnte zu ihnen gelangen).
Und auch wenn ihr mich in eine andere Stadt schicken würdet, weiß ich diesen Weg ebenso – alles durch die Hand.
Und auf der Hand war auch eingeprägt der Weg von einer Welt zu einer anderen Welt. Denn es gibt einen Weg und einen Gang, durch den man von der Erde in den Himmel aufsteigen kann. (Denn man kann nicht in den Himmel hinaufgehen, da man den Weg nicht kennt. Dort war jedoch der Weg in den Himmel abgebildet).
Und dort waren alle Wege abgebildet, die von einer Welt zu einer anderen führen. Denn Elijahu (Elija) stieg auf in den Himmel auf diesem Pfad – dieser Weg war dort aufgeschrieben. Moische Rabbeinu (Moses, unser Prophet) ging in den Himmel auf einem anderen Weg – dieser andere Weg war auch dort aufgeschrieben. Genauso stieg Chanoch (Enoch) auf in den Himmel auf noch einem anderen Pfad – auch dieser Pfad stand dort geschrieben. Und auch (die Wege) von einer Welt zu der anderen (noch höheren) Welt waren alle dort abgebildet auf dieser Hand durch die Furchen und die Falten auf der Hand.
Auch war alles dargestellt auf der Hand, wie es war bei der Schöpfung der Welt, wie es jetzt ist und wie es in der Zukunft sein wird. Zum Beispiel Sdom (Sodom) war dort abgebildet als Stadt, so wie sie war, bevor sie umgestürzt wurde. Und dann wurde sie gezeigt, wie sie aufgewühlt wurde – wie eine Stadt gestürzt wurde. Und auch war abgebildet, wie Sdom heute aussieht, nach der Zerstörung. Denn auf der Hand war abgebildet was war, was ist und was sein wird.
Und dort, auf der Hand habe ich gesehen, dass das Land, von dem ihr sagt, alle seien Götter, zusammen mit allen Menschen, die ihnen zu Hilfe kommen werden (das heißt, dass das Land ihnen helfen solle), sie werden (alle) ausgelöscht werden“. (All dies sagte ihnen der Meister des Gebets).
Das war eine außerordentliche Neuheit für sie, denn es war erkennbar, dass diese Reden die Wahrheit waren, denn es ist bekannt, dass alle Dinge auf einer Landkarte abgebildet werden. Sie verstanden auch, dass seine Worte wahr zu sein schienen, denn man kann selbst sehen, dass zwei Furchen auf einer Hand zusammenkommen und einen Buchstaben bilden können. Deshalb verstanden sie, dass seine Worte wahr waren, denn solche Dinge kann man sich nicht ausdenken. Sie verstanden, dass dies keine erfundene Sache war; also war es eine unerhörte Neuigkeit für sie.
Sie fragten ihn: „Wo ist der König? Vielleicht wird er uns einen Weg zeigen, Geld zu finden“?
Er antwortete ihnen (mit einer ehrfürchtigen und verärgerten Miene): „Ihr wollt immer noch Geld? Sprecht überhaupt nicht mehr von Geld“!
Sie sagten zu ihm: „Trotzdem, sag uns, wo der König ist“. Er sagte ihnen: „Ich weiß auch nichts über den König – wo er sich befindet“.
Und so geschah die Geschichte: Einst gab es einen König und eine Königin und sie hatten eine einzige Tochter. Als die Zeit für ihre Verehelichung sich näherte, bestimmten sie Berater (das ist immer noch der Meister des Gebets, der zu ihnen spricht), die bestimmen sollten, wen sie heiraten sollte. Und auch ich war unter den Beratern (weil der König mich gerne hatte). Mein Rat war, ihr den Krieger zum Mann zu geben, denn der Krieger hatte uns viele Vorteile gebracht, denn er hatte viele Länder erobert. Daher geziemte es sich, ihm die Tochter des Königs zur Frau zu geben.
Sie vermählten also die Tochter des Königs mit dem Krieger und die Königstochter gebar ein Kind. Dieses Baby war von außergewöhnlicher Schönheit, die gar keine weltliche Schönheit war: Sein Haar war golden und leuchtete in allen Farben, sein Gesicht war wie die Sonne und seine Augen waren (wie) andere Gestirne. Und das Kind wurde mit ausgereifter Weisheit geboren, denn sie sahen sofort, als er geboren wurde, dass er bereits ein großer Weiser war. Denn als Leute sprachen – im Palast, als es nötig war zu lachen, lachte er und noch andere solche Sachen. Man konnte bemerken, dass er ein großer Weiser war – nur hatte er noch nicht die Bewegungen eines Erwachsenen. Das heißt, er konnte noch nicht sprechen und andere solche Fähigkeiten – jedoch sah man gleich, dass er bereits ein Genie war.
Und bei dem König befand sich ein Redner, das heißt ein Sprecher, der ein Meister der Sprache und Rhetorik war, der konnte sehr wortgewandt sprechen – wunderbare Ausdrücke, Gesänge und Loblieder auf den König. Der Redner war an sich schon ein guter Redner, doch der König wies ihm den verborgenen Pfad und den Weg für ihn, aufzusteigen und die Weisheit der Rhetorik zu erwerben und dadurch ein ganz außergewöhnlich wunderbarer Redner zu werden.
Der König hatte auch einen Weisen und der Weise war für sich schon ein Weiser, doch der König wies ihm den Weg, Weisheit zu erwerben und ein wundervoller, außergewöhnlich großer Weiser zu werden.
Auf ähnliche Weise war der Krieger an sich schon mächtig, der König jedoch zeigte ihm den Weg, um Kraft zu erwerben und dadurch wurde er zu einem sehr wunderbaren, eindrucksvollen, wilden großen Krieger.
Denn es gibt ein Schwert, das in der Luft hängt und es hat drei Kräfte. Wenn das Schwert erhoben wird, fliehen alle Offiziere der gegnerischen >>feindlichen<< Armee, dann fallen sie (die Feinde), denn wenn die Offiziere fliehen, ist niemand da, der die Schlacht führen kann, also fallen sie sicher. Trotzdem, die Überlebenden können immer noch Krieg führen. Jedoch hat das Schwert zwei scharfe Kanten, die zwei Kräfte besitzen. Durch eine Kante fallen alle nieder und durch die andere Kante bekommen sie die Krankheit ‚Daar‘ >>Schwindsucht<<. Namentlich werden sie (die Feinde, die kämpfen) mager (-ausgemergelt) und fallen vom Fleisch, wie es von dieser Krankheit bekannt ist; möge der Barmherzige uns verschonen. Das heißt, dass die Feinde, nur durch eine Bewegung mit dem Schwert, von den oben genannten Dingen befallen werden. Das ist, wenn man eine Seite benützt, fallen die Feinde, benützt man die andere Seite, werden sie von Daar befallen. Und der König zeigte dem Krieger den Weg (den es gibt) zu dem Schwert und dadurch erwarb er seine große Kraft.
Und der König zeigte auch mir mein Spezialgebiet; ich bekam dort, was ich brauchte (mit anderen Worten, der Meister des Gebets, der das alles erzählt, sagte, dass der König ihm den Weg zeigte, woher er Seines nehmen konnte, namentlich das Gebet).
Gleichermaßen hatte der König einen treuen Freund >>Oihev Neeman – einen buchstäblich treuen (oder wirklichen) Geliebten<< (mit anderen Worten, einen guten Freund, einen vertrauenswürdigen Freund >>der den König liebte<<, der den König mit einer wundervollen, eindrucksvollen Liebe liebte. Sie liebten einander so sehr, dass es ihnen unmöglich war, einander für einige Zeit nicht zu sehen. Nichtsdestotrotz gab es Zeiten, da sie getrennt sei mussten, also hatten sie Abbildungen, auf denen sie beide abgebildet waren. Sie pflegten sich zu erfreuen (mit anderen Worten Freude und Befriedigung empfinden) an dem Portrait, wenn sie einander nicht sehen konnten.
Die Bilder zeigten, wie der König und sein treuer Freund sich liebten und einander umarmten und küssten mit großer Liebe. Und die Abbildungen hatten die besondere Macht, dass jeder, der das Bild ansah, große Liebe erreichte (mit anderen Worten, man erwarb die Eigenschaft der Liebe, wenn man das Bildnis sah). Und der treue Freund bekam seine Liebe auch von dem Ort, den der König ihm zeigte.
Es kam eine Zeit, in der jeder zu seinem Ort ging, um dort seine Kraft zu erhalten. Das heißt, der Krieger und alle Leute des Königs, jeder ging hinauf zu seinem Platz, um seine Kraft zu erneuern.
Und eines Tages geschah es – ein sehr großer Sturm blies über die Welt. Und der Sturm vermischte die ganze Welt, stürzte das Meer um zu trockenem Land und trockenes Land in Meer; von der Wildnis in bewohnte Gebiete und von bewohnten Gebieten in Wildnis. Er stürzte die ganze Welt um. Und der Sturm wehte in die Kammer des Königs und tat dort überhaupt nichts (in anderen Worten, dort, in der Kammer des Königs bewirkte der Sturm absolut keinen Schaden).
Nur wehte der Sturm hinein und wehte das Kind der Königstochter weg. Und mitten in der Aufregung, als der Sturm das geliebte Kind wegblies, lief ihm die Königstochter sogleich nach. (In anderen Worten, die Königstochter begann sofort, dem Kind nachzulaufen, um es zurückzuholen; sie lief irgendwohin, niemand wusste, wohin). So auch die Königin und auch der König – sie alle liefen dem Kind nach, bis sie alle verstreut wurden und niemand wusste, wo sie waren. Und wir alle waren nirgendwo in der Nähe während dieser Vorkommnisse, denn damals waren wir alle zu unserem Ort gegangen, um unsere Kraft zu erneuern. Und als wir zurückkamen, konnten wir sie gar nicht mehr finden. Auch die Hand fehlte damals.
So also wurden wir alle verstreut und können nicht mehr zu unserem Ort gehen, um unsere Kraft zu erneuern. Denn da die Welt jetzt umgekippt worden ist, brauchen wir neue Wege; daher können wir nicht mehr hinaufgehen, jeder an seinen Ort, um die Kraft zu erneuern.
Jedoch ist der Eindruck, der uns allen geblieben ist (das heißt, das Zeichen, das kleine Bisschen, das uns allen geblieben ist von vor langer Zeit) ist auch sehr groß. Und wenn dieser Mächtige, (welchen das Land fürchtet) der Krieger des Königs ist, dann ist er sicher ein sehr mächtiger Krieger“. (All das erzählte der Meister des Gebets den Leuten).
Und sie hörten seinen Worten zu und waren sehr erstaunt. Sie hielten nun den Meister des Gebets fest und ließen ihn nicht mehr gehen (denn vielleicht ist der Kämpfer, der über sie kommen will, der Krieger des Königs, mit dem der Meister des Gebets bekannt ist).
Und dieser Krieger kam immer näher an das Land heran und schickte immer Gesandte zu ihnen, bis er das Land erreichte. Dann positionierte er sich unterhalb der Stadt und schickte Gesandte in die Stadt hinein, (um zu hören, was sie wollten – sich zu unterwerfen oder nicht). Sie fürchteten ihn sehr und flehten den Meister des Gebets an, ihnen eine Eitze (Ratschlag, Lösung) zu geben. Der Meister des Gebets sagte ihnen, es sei notwendig, das Verhalten des Kriegers zu inspizieren, damit er dadurch erkennen könne, ob dies der Krieger des Königs sei.
Der Meister des Gebets ging hinaus, dem Krieger entgegen. Er erreichte die Armee des Kriegers, die mit dem Krieger marschierte (das war einer der Wachen) (um zu eruieren, ob es der Krieger sei, den er kannte).
Der Meister des Gebets fragte ihn: „Was tust du? Auf welche Weise kommst du mit diesem Krieger zusammen“?
Er antwortete ihm (das heißt dieser eine Kämpfer antwortete dem Meister des Gebets):
„Was geschah, war dies: Es steht in ihren Chroniken, dass einmal ein großer Sturm über die Welt kam. Der Sturm kehrte die ganze Welt um. Er veränderte das Meer in festes Land und das Festland in Meer; Wildnis in bewohntes Gebiet und bewohnte Gegenden in Wildnis, so vermischte er die ganze Welt. Nach dem Lärm und dem Umbruch – dass die ganze Welt so verwirrt wurde, beschlossen die Menschen der Welt, sich einen König zu machen. Sie begannen zu forschen, wer zum König über sie gemacht werden sollte. Sie argumentierten: ‚Insofern das Wichtigste das ultimative Ziel (Tachles) ist, soll derjenige, der sich am meisten beschäftigt und bemüht ist am Sinn der Welt – er soll König werden‘. Sie begannen zu forschen, was der Zweck sei und viele Meinungen entstanden.
Eine Meinung besagte, der hauptsächliche Zweck sei Ehre. Denn ‚wir sehen, dass die Welt die Ehre als hauptsächlich betrachtet. Denn wenn ein Mensch nicht respektiert wird – das heißt, wenn ein Wort gegen seine Ehre ausgesprochen wird – erlebt er Blutvergießen, denn die wichtigste Sache der Welt ist Ehre. Und sogar nach deren Tod bemühen Menschen sich, ihren Toten Ehre zu erweisen. Sie begraben ihn mit Respekt und so weiter (und sagen ihm: ‚was für dich getan wird, geschieht zu deiner Ehre‘). Obwohl die tote Person nach dem Tod kein Geld mehr will und die tote Person hat jedenfalls keinen Wunsch mehr nach irgendetwas, trotzdem wird geachtet auf die Ehre des Toten und man schützt seine Ehre. Deshalb ist es die Ehre, die das hauptsächliche Ziel ist.
>>Nur einige werden hier in der Folge erklärt und der Rebbe, gesegneten Angedenkens, wollte nicht alle verwirrenden Argumentationen für diese Ansichten erklären. Es gibt darin einige Gedankengänge, die so verwirrend sind, dass man tatsächlich davon irregeleitet werden kann, möge der Barmherzige uns verschonen<<
Sie fuhren fort, derartige Vermutungen anzustellen, dass Ehre die wichtigste Zielsetzung auf der Welt sei, bis es bei ihnen akzeptiert wurde, dass Ehre der ultimative Zweck sei. Deshalb mussten sie eine ehrbare Person finden (das heißt, jemanden mit Ehre) und darüber hinaus solle diese Person nach Ehre streben. Denn das erstrebte Ziel ist schließlich die Ehre. Denn da diese Person Ehre erhält und danach strebt und die menschliche Natur, die den Wunsch nach Ehre hegt, unterstützt – deshalb strengt diese Person sich an für das wichtigste Ziel und hat es erreicht; deshalb verdient so eine Person, König zu sein. (All das war die törichte Meinung dieser Sekte für sie. Und so fanden sie törichte Vermutungen und Schlussfolgerungen, bis sie darin fehlgeleitet wurden und sagten, Ehre sei das Ziel. Genauso alle Fraktionen, die unten erwähnt werden, alle hatten törichte Argumente für törichte Vorstellungen).
Sie gingen auf die Suche nach einer Person. Sie sahen, wie ein Zigeunerbettler getragen wurde und ihm folgten vielleicht fünfhundert Zigeuner. Und der Bettler war blind und bucklig. Alle diese Menschen folgten ihm, weil sie mit ihm verwandt waren, denn er hatte Brüder, Schwestern und zerlumpte >>wörtlich: schlechte<< Nachkommen, bis da eine Vielzahl war – die ihm folgte und ihn trug.
Der alte Bettler war sehr bedacht auf seine Ehre, denn er war eine sehr zornige Person.
Er überhäufte sie immer mit Beschimpfungen und befahl, dass andere ihn tragen sollten und er wurde immer böse auf sie. Somit war er ein sehr ‚ehrbarer‘ Mann, da er so viel Ehre hatte. Auch strebte er nach Ehre, denn er war sehr streng wegen seiner Ehre. Daher gefiel ihnen dieser Bettler und sie nahmen in an als (einen) König. Und weil Land auch einen Effekt hatte, denn es gibt Land, das Ehre erzeugt und förderlich (mesugal) dafür ist und gleichermaßen gibt es Land, das besonders für eine andere Eigenschaft geeignet ist, deshalb wählte diese Sekte (die Ehre als Hauptziel betrachtete) Länder aus, die für die Ehre förderlich waren. Sie fanden so ein Land, das dafür förderlich ist und besiedelten das Land.
Eine andere Sekte sagte, das hauptsächliche Ziel sei nicht die Ehre. Ihr Konzept war, Mord sei das Hauptobjekt. Denn ‚wir sehen, dass alle Dinge, die man auf der Welt findet – Gräser und alle Pflanzen und Früchte und Menschen, sowie alles, das auf der Welt ganz ist – letzten Endes aufhört zu existieren. Daher ist es der wichtigste Zweck aller Dinge, fertig gemacht zu werden (das heißt vernichtet). Daher bringt ein Mörder, der Menschen tötet und vernichtet, die Welt zu ihrem Zweck.
Deshalb kamen sie zu dem Beschluss, das Ziel sei Mord. Sie suchten eine Person, welche ein Mörder war, eine wütende Person und eine extrem rachsüchtige Person. Denn so eine Person kommt dem Ziel am meisten entgegen (in ihrer getäuschten Denkweise) und er verdient es, König zu sein. Sie gingen eine solche Person suchen und hörten einen Schrei.
Sie fragten: „Was ist das - so ein Schrei“?!
Sie antworteten ihm: „Dieser Schrei bedeutet: jemand hat seinen Vater und seine Mutter hingeschlachtet“.
Sie sprachen: „Wo kann man so einen starkherzigen und zornigen Mörder finden, der fähig ist, seinen eigenen Vater und seine Mutter zu ermorden? Dieser Mann hier (das ist der, der seinen Vater und seine Mutter ermordet hat), hat sein Ziel erreicht“!
Und sie waren sehr zufrieden mit ihm und setzten ihn als König über sie ein. Und sie suchten für sich ein Land, das Mord verursacht (das Mord bewirkte). Sie wählten einen Ort in den Bergen, in dem Mörder verweilen und sie gingen und wurden dort sesshaft.
Eine andere Gruppe behauptete, würdig ein König zu sein, sei einer, der eine große Menge Essen habe und das Essen anderer Leute nicht isst – nur feine Lebensmittel, (wie Milch, sodass sein Geist nicht grob werde) – so eine Person sollte König sein. Jedoch konnten sie nicht gleich so eine Person finden, die das Essen anderer Leute nicht essen würde. In der Zwischenzeit wählten sie sich einen reichen Mann, der eine Menge Essen hatte (das etwas feiner war), bis sie so eine Person finden würden, die nicht aß usw.
In der Zwischenzeit machten sie den reichen Mann zum König, bis sie einen fanden, den sie wollten; dann würde der reiche Mann abdanken von seiner Regierung und der andere würde als König eingesetzt werden. Und sie wählten sich ein Land, das dazu geeignet war und siedelten sich dort an.
Eine andere Fraktion sagte, eine schöne Frau sei würdig, König zu sein. Denn das Hauptziel ist schließlich, dass die Welt von Menschen bevölkert werde, denn dafür wurde die Welt erschaffen. Und da eine schöne Frau diese Begierde hervorruft, durch welche die Welt größer wird, (da mehr Menschen geboren werden) – ergibt es sich, dass sie die Welt an ihr Ziel bringt. Daher ist es standesgemäß, dass eine schöne Frau König werde. Sie suchten sich eine schöne Frau aus und sie wurde König über sie. Sie suchten ein Land, das dafür geeignet war und besiedelten es.
Eine andere Fraktion sagte, das vornehmliche Ziel sei die Sprache, denn die Unterscheidung zwischen dem Menschen und einem Tier sei nur die Sprache. Und da dies die Hauptsache sei, die einen Menschen größer mache als ein Tier, daher sei dies das hauptsächliche Ziel (d.h. die Sprache). Also suchten sie sich einen Sprecher (das heißt einen Redner), der wortgewandt sein sollte und der viele Sprachen konnte und immer, die ganze Zeit viel reden würde – denn so eine Person sei das Ziel.
Sie gingen und fanden einen französischen Verrückten, der herumging und zu sich selbst sprach. Sie fragten ihn, ob er Sprachen könne und er kannte einige Sprachen. Nun, solch ein Mann hatte das Ziel gewiss schon erreicht (laut ihrer törichten, getäuschten Meinung), da er ein Meister der Sprachen sei und viel rede – er sprach sogar zu sich selbst. Daher waren sie sehr zufrieden mit ihm und akzeptierten ihn als (einen) König. Sie wählten ein Land, das dafür förderlich war und gingen und ließen sich dort mit ihrem König nieder. Und sicherlich würde er sie auf den richtigen Weg führen!
Eine andere Gruppe sagte, das ultimative Ziel sei das Glück. Denn wenn ein Mensch geboren wird, ist man glücklich, Menschen sind glücklich, wenn eine Hochzeit stattfindet und wenn ein Land erobert wird, sind die Leute glücklich. Daraus lässt sich ableiten, der einzige Zweck sei, glücklich zu sein. Daher suchten sie einen Mann, der immer glücklich sein sollte – denn er ist am Ziel und er soll König über sie sein.
Sie gingen und sahen einen Nichtjuden, der in einem ekelhaften Hemd herumging und eine Flasche Brandy mit sich trug. Und dieser Nichtjude war sehr glücklich, weil er sehr betrunken war. Sie sahen, dass dieser Nichtjude sehr glücklich war und überhaupt keinerlei Sorgen hatte. Sie waren sehr erfreut über ihn, denn er hatte das Ziel erreicht, denn das Ziel ist glücklich sein. Sie akzeptierten, dass der Nichtjude (ein) König über sie sein solle. Und ohne Zweifel führte er sie auf den richtigen Weg!
Und sie suchten ein Land, das dafür geeignet war, das heißt, in dem es Weingärten gab, damit sie Wein herstellen konnten und aus den Samen der Trauben würden sie Brandwein erzeugen; und nichts von den Weinreben sollte verschwendet werden. Denn für sie war es das hauptsächliche Ziel – zu trinken und betrunken zu werden und immer glücklich zu sein, obwohl sie nicht den leisesten Schimmer hatten, weshalb, denn sie hatten gar nichts, um damit glücklich zu sein. Für sie war es jedoch das Hauptziel, immer glücklich zu sein. Und sie wählten ein Land, das dafür geeignet war und besiedelten es.
Eine andere Faktion sagte, das wichtigste Ziel sei Weisheit. Sie suchten sich einen großen Weisen und machten ihn zu (einem) König über sie. Sie suchten ein Land, das dafür geeignet war und sie gingen und ließen sich dort nieder.
Eine andere Gruppe sagte, das hauptsächliche Ziel sei, sich selbst zu kultivieren mit Essen und Trinken, das man Pilleven >>jiddisch<< nennt, um die Glieder zu vergrößern. Also suchten sie einen Mann, der große Glieder hatte und sich entwickelt, um seine Glieder zu vergrößern (d.h. die Glieder seines Körpers). Denn da er große Glieder hat, nimmt er mehr Platz ein in der Welt. Dieser Mann ist dem Ziel näher, denn der Zweck ist, die Glieder zu vergrößern. So eine Person solle daher König werden.
Sie gingen und fanden einen großen Mann (der ein Vejnger >>jiddisch<<). Er gefiel ihnen, da er große Glieder hatte und das war das Ziel. Sie suchten ein Land, das dafür geeignet war und wurden dort sesshaft.
Und es gab eine andere Gruppe, die sagte, alle diese Dinge seien überhaupt kein Ziel. Einzig sei das hauptsächliche Ziel, nur am Gebet zu G-tt, gelobt sei Sein Name, beteiligt zu sein und eine demütige Person zu sein und eine niedrige Person (mit anderen Worten, man solle nichts von sich halten) usw. Also suchten sie sich einen Gebetsleiter und machten ihn zu ihrem König.
(Man wird bereits von selbst verstehen, dass alle diese oben genannten Gruppen sehr falsch dachten und sich in großer Dummheit täuschten – jede Gruppe in ihrer Torheit, durch ihre törichte Logik und ihre törichten Schlussfolgerungen. Nur diese eine Gruppe traf die richtige Wahrheit – so glücklich sind sie!)“
All das berichtete einer der Wächter dem Meister des Gebets. Und er sagte ihm, dass sie (namentlich die Kämpfer, die mit dem Krieger gingen) – sie seien von der Gruppe der ‚Männer der Glieder‘ (das ist die Gruppe, die sagte, das einzige Ziel sei es, die Glieder zu kultivieren und sie zu vergrößern), die sich einen König genommen hatten, der ein ‚Mann der Glieder‘ war.
Und der Tag kam. Eine Kompanie von ihnen (in anderen Worten, viele der starken Männer gingen zusammen) mit den Waggons (die man Ibas >>ukrainisch<<), die ihr Essen, Trinken und andere Dinge transportierten. Nun, die Welt fürchtete diese Männer mit den großen Gliedern sicherlich, denn sie waren große und mächtige Männer. Wer ihnen begegnete, stieg sicher von der Straße hinab für sie.
In der Zwischenzeit, als das Camp der Großgliedrigen so marschierte, kam ein großer Krieger ihnen entgegen (und das war der Krieger, der jetzt mit ihnen geht). Und dieser Krieger ging in das Camp und zerstreute es gleich dort und die Leute im Camp waren sehr erschrocken vor ihm. Und er (der Krieger) ging mitten hinein zwischen die Waggons, die hinter ihnen hergezogen wurden und aß alles auf, was sich dort befand. Das war eine außergewöhnliche Neuigkeit für sie (dass er so tapfer war – dass er überhaupt keine Angst hatte und geradewegs zwischen sie trat und alles aufaß, was sich auf den Waggons befand).
Also fielen sie sofort vor ihn hin und sagten gleich ‚Lang lebe der König‘ (Das heißt, sie machten ihn gleich zu ihrem König). Laut ihrer Auffassung verdiente er sicherlich die Herrschaft, da sie dachten, das Ziel sei, große Glieder zu haben. Und der König wird sicherlich die Herrschaft abtreten, da er so ein Krieger, ein Mann mit Gliedern war. Und so war es – sie nahmen ihn zum König (den Krieger, der ihnen entgegenkam). Und dies war der Krieger, der gerade dabei war, die Welt zu erobern. Und er sagte (d.h. der Krieger, der nun König über sie geworden war), dass er damit etwas anderes meine – damit, dass er herumreist, um die Welt zu erobern. Denn das hatte er gar nicht im Sinn – dass die Welt ihm untergeordnet sei; eher meinte er etwas anderes damit“. (All dies sagte einer der Kämpfer zu dem Meister des Gebets, der ihn fragte, wie er sich den Kämpfern angeschlossen habe – er antwortete ihn all dies).
Der Meister des Gebets fragte ihn: „Woher kommt die Kraft des Kriegers, der nun euer König ist“?
Er antwortete ihm: „Da es ein Land gab, das sich ihm nicht unterordnen wollte, nahm der Krieger sein Schwert, das er besitzt und dieses Schwert hat drei Kräfte: wenn man es aufhebt, fliehen alle Offiziere der Armee usw.“ (und er beschrieb die drei Kräfte, die dem Schwert eigen waren, die dem Krieger seine Macht schenkten, wie schon früher erwähnt).
Als der Meister des Gebets das hörte, verstand er, dass dies sicherlich der Krieger des Königs war. Der Meister des Gebets fragte, ob es möglich sei, eine Audienz bei ihm zu bekommen. Sie antworteten, es müsse zur Genehmigung gemeldet (‚meldeven‘) werden. Sie gingen und meldeten das Gesuch und er wurde gerufen, hineinzugehen. Der Meister des Gebets kam herein zu dem Krieger. Als er hereinkam, erkannten sie einander und da war sehr große Freude zwischen ihnen, dass sie verdient hatten, einander wiederzusehen und vereint zu werden. Und da war Freude und Weinen (Glück und Tränen) zwischen ihnen, denn sie erinnerten sich des Königs und seiner Männer und weinten darüber; daher gab es zwischen ihnen Freude und Tränen. Der Meister des Gebets begann, mit dem Krieger zu diskutieren, wie es geschehen war, dass sie hier gelandet waren.
Der Krieger erzählte dem Meister des Gebets, es habe einen Sturmwind gegeben – als sie alle verstreut geworden waren – als er zurückkam von dort, wo er seine Kraft erneuert hatte, konnte er den König und alle seine Leute nicht finden, also ließ er sich führen, wohin er ging. Und er ging an allen vorüber, d.h. er verstand, dass er an einem Ort war, an dem der König war und an dem alle seine Leute sich befanden. Das heißt er war an einem bestimmten Ort und er verstand, dass der König sicherlich da war. An diesem Ort war es jedoch nicht möglich, ihn zu suchen und zu finden. Und er kam an einem anderen Ort vorüber und verstand, dass die Königin sicherlich dort war, es war jedoch unmöglich, sie zu suchen und zu finden. Und so kam er an allen Leuten des Königs vorbei.
„Nur an dir ging ich nicht vorüber“! (Das heißt, der Krieger sagte das zu dem Meister des Gebets, dass er an allen Orten vorbeigegangen war, nur an dem Platz des Meisters des Gebets ging er nicht vorbei).
Der Meister des Gebets antwortete ihm und sagte: „Ich ging an allen Orten vorbei, auch an deinem Ort, denn ich kam an einem gewissen Ort vorbei und sah die Königskrone dort stehen. Ich verstand, dass der König sicherlich dort war, jedoch konnte ich ihn nicht suchen und finden.
Und so ging ich weiter und ging vorbei an einem Meer von Blut. Ich verstand, dass dieses Meer sicherlich aus den Tränen der Königin besteht, die über all dies weint und dass die Königin sicher hier war, ich konnte sie jedoch nicht suchen und finden.
Und so kam ich an einem See aus Milch vorüber und ich verstand, dass dieser See aus der Milch der Königstochter besteht, deren Sohn verloren war. Die Milch drückte sie, daraus entstand der See aus Milch. Die Königstochter ist sicher dort, es war mir jedoch unmöglich, sie zu suchen und zu finden.
Ich ging weiter und sah das goldene Haar des Kindes ausgebreitet, aber ich nahm nichts davon. Und ich wusste, dass das Kind ganz sicher da war, jedoch konnte ich es weder suchen, noch finden.
Und so ging ich weiter und kam an einem Ozean voll Wein vorbei. Ich wusste, dass dieser Ozean ganz sicher durch die Rede des Redners erzeugt wurde, der steht und dem König und der Königin Trost ausspricht. Er wendet dann sein Angesicht und spricht der Königstochter Trost aus. Aus diesen Worten entstand der Ozean aus Wein (wie geschrieben steht >>Gesang 7:10<<, ‚dein Gaumen ist wie guter Wein‘); ich konnte ihn jedoch nicht finden.
Und so ging ich weiter und sah einen Stein, an dem gemeißelt war, genau wie auf der Hand mit ihren Furchen, die bei dem König gewesen war. Ich verstand, dass der Weise sich die Abbildungen auf der Hand in den Stein gemeißelt hatte, es war jedoch nicht möglich, ihn zu finden.
Und so ging ich weiter und sah auf einem Berg die goldenen Tische, die Vitrinen und die übrigen Schätze des Königs. Ich verstand, dass der Schatzmeister des Königs (d.h. jener, der für alle Schätze des Königs verantwortlich war) sicherlich da war, es war jedoch unmöglich, ihn zu finden“. (Dies alles erzählte der Meister des Gebets dem Krieger).
Der Krieger antwortete: „Ich ging auch an allen diesen Orten vorbei und ich nahm von dem goldenen Haar des Kindes, denn ich nahm sieben Haare, die alle verschiedenen Farben hatten und sie sind mir sehr lieb.
Ich ließ mich nieder und ernährte mich mit allem Möglichen, Gras und dergleichen, bis ich keine Nahrung mehr hatte. Ich ging, wohin der Weg mich führte. Und als ich meinen Platz verließ, vergaß ich meinen Bogen dort“.
Und der meister des Gebets sagte: „Ich habe diesen Bogen gesehen! Und es war sicherlich dein Bogen, aber ich konnte dich nicht finden“.
Der Krieger erzählte dem Meister des Gebets weiter: „Als ich meinen Ort verließ, ging ich, bis ich diese Kompanie traf (der Rest der großgliedrigen Menschen). Ich begab mich in ihre Mitte, weil ich sehr hungrig war und essen wollte. Sobald ich in ihrer Mitte war, machten sie mich gleich zu ihrem König. Und nun gehe ich, um die Welt zu erobern und mein Ziel ist: vielleicht werde ich den König und seine Leute finden können“.
Der Meister des Gebets begann, mit dem Krieger zu diskutieren: „Was soll geschehen mit diesem Volk“? Das heißt mit dem Land, das so sehr in die Begierde nach Geld gefallen ist, in einem Ausmaß, dass sie die verrückten Torheiten ausgedacht haben, dass die, welche Geld haben, Götter für sie sind, wie auch die anderen Torheiten, welche das Land hatte.
Der Krieger antwortete dem Meister des Gebets, dass er von dem König gehört hatte, dass es möglich sei, einen Menschen von allen möglichen Begierden zu befreien. Jedoch jemand, der der Begierde nach Geld verfallen war, den konnte man unmöglich, auf keine Weise, befreien.
„Deshalb wirst du keinerlei Wirkung auf sie haben, denn es ist ganz und gar unmöglich, sie davon zu befreien. Obgleich es den Weg gibt, sie durch die Kraft des Schwertes“ – durch die er seine Kraft erhält – „nur auf diesem Weg kann man die Begierde nach Geld lösen von jemandem, der ihr verfallen ist“. (So hatte er es vom König gehört).
Der Krieger blieb eine Weile mit dem Meister des Gebets zusammen. Was das Land betraf, das von dem Meister des Gebets verlangt hatte, für sie den Krieger aufzusuchen, sie gewährten die Zeit.
Danach machten sie untereinander Zeichen aus, das heißt der Meister des Gebets und der Krieger tauschten Zeichen aus, sodass sie einander erkennen konnten. Dann ging der Meister des Gebets seiner Wege.
Als der Meister des Gebets weiterging, sah er Leute gehen, die G-tt, gelobt sei Er, anflehten und beteten und Gebetbücher trugen. Er hatte Angst vor ihnen und sie hatten auch Angst vor ihm. Er begann zu beten und sie standen ebenfalls auf, um zu beten.
Dann fragte er sie „Wer seid ihr“?
Sie antworteten ihm: „Insofern es einen Sturmwind gegeben hat, wurde die Welt in viele Fraktionen geteilt – die wählten eine Sache, die anderen eine andere (wie alle verschiedenen Fraktionen, die früher erklärt wurden). Zu dieser Zeit wählten wir für uns, die Hauptsache sei, immer mit Gebeten zu G-tt, gelobt sei Er, beschäftigt zu sein. Wir suchten und fanden einen Meister des Gebets und machten ihn zu unserem König.
Als der Meister des Gebets dies hörte, wurde er sehr erfreut, denn das war es, was er wollte. Er begann, sich mit ihnen zu unterhalten und zeigte ihnen die Reihenfolge seiner Gebete, seine Bücher und seine Sachen >>Ideen<<, die er hatte, was Gebete betraf. Als sie ihn reden hörten, wurden ihre Augen geöffnet und sie sahen die Größe des Meisters des Gebets. Sie machten ihn augenblicklich zu ihrem König und ihr König sagte seine Regentschaft ihm zugunsten ab. Denn sie sahen in ihm einen sehr großen Menschen und dass er auf einem sehr hohen Niveau erhaben war. Der Meister des Gebets unterrichtete sie, erleuchtete ihre Augen und zeigte ihnen, wie man zu G-tt, gelobt sei Er, betete. Und er machte sie zu sehr großen, vollständigen Zaddikim (gerechten Menschen). Denn sie waren auch vorher Zaddikim gewesen, da sie sich nur mit Gebeten beschäftigt hatten, doch der Meister des Gebets öffnete ihre Augen und sie wurden zu besonders großen Zaddikim. Der Meister des Gebets sandte einen Brief an den Krieger und informierte ihn, dass er so privilegiert war und solche Menschen gefunden hatte, die er gewünscht hatte und König über sie geworden war.
Nun, dieses Land (das war das Land des Reichtums, dessen hauptsächliche Zielsetzung Geld war usw.) fuhr fort, sich mit ihren Dingen und Andachten zu beschäftigen (d.h. sie taten verrückte Dinge und brachten ihren Göttern Opfer dar – d.h. denen, die viel Geld hatten). Und die zusätzliche Frist, die der Krieger ihnen gewährt hatte, würde bald ablaufen. Sie fürchteten sich sehr und hielten Andachten und brachten Opfer und Weihrauch und betätigten sich mit Gebeten zu ihren Göttern. Sie fingen ein kleines Tier, das heißt, jemanden, der wenig Geld hatte und brachten ihn als Opfer für ihre Götter. Und sie waren überzeugt, dass sie ihren ersten Plan - zu dem Land zu senden, in dem alle Götter waren, beizubehalten, denn sie hatten dort außerordentlich großen Reichtum (was sie in ihren Augen alle zu Göttern machte). Jenes Land würde sie sicher retten, da sie alle ‚Götter‘ waren. Sie taten es und schickten Gesandte in jenes Land.
In der Zwischenzeit, als die Gesandten auf dem Weg waren, verirrten sie sich. Sie machten einen Mann aus, der mit einem Stock ging und dieser Stock war mehr Wert, als alle ihre Götter. Das heißt, der Stock war mit überaus teuren Diamanten besetzt, so dass der Stock mehr Wert besaß, als alle ihre Götter, sogar der Götter des Landes, zu dem sie unterwegs waren. Außerdem trug der Mann einen Hut, der mit Diamanten besetzt war und ebenfalls ein Vermögen Wert war.
Sobald die Gesandten diesen Mann sahen, fielen sie vor ihm nieder und bückten sich vor ihm. Denn laut ihrer törichten Anschauung war dies der Gott über alle Götter, da er solch überaus großen Reichtum besaß. (Der Mann, dem sie begegneten, war der Schatzmeister des Königs.
Der Mann sprach zu ihnen: „Dies ist für euch ein Novum? Kommt mit mir, ich werde euch Reichtum zeigen“!
Er führte sie auf den Berg hinauf, wo die Schatzkammer des Königs eingerichtet war und er zeigte ihnen die Schatzkammer. Sobald sie die Schatzkammer sahen, fielen sie nieder und bückten sich, denn er war ein Gott über alle Götter (laut ihrem törichten und fehlgeleiteten Verstand, da ihr wesentlicher Glauben Geld war).
Obgleich sie keine Opfer darbrachten, denn sie hätten sich ihm sicherlich selbst geopfert – jedoch als die Gesandten abreisten, hatte man sie gewarnt, unterwegs keine Opfer zu bringen, sonst wäre keiner von ihnen übriggeblieben. Denn sie fürchteten, falls sie unterwegs Opfer bringen wollten, würde keiner bleiben. Denn vielleicht würde einer auf dem Weg einen Schatz finden – vielleicht würde einer in einem Badehaus einen Schatz finden (der für ihn einen Gott darstellte). Er würde sich ihm dann selbst opfern wollen und keiner würde übrigbleiben. Daher hatte das Land die Gesandten gewarnt, sie sollen unterwegs keinesfalls Opfer bringen. Daher brachten die Gesandten dem Schatzmeister kein Opfer dar, doch eines war ihnen klar – dass er ein Gott über alle Götter war, da er so unermesslichen, erstaunlichen Reichtum besaß.
Die Gesandten kamen zu dem Beschluss: „Welchen Grund hatten sie noch, zu dem Land zu gehen, zu dem sie geschickt worden waren, in dem alle extrem reiche Leute waren, die sie als Götter betrachteten? Dieser Mann war viel besser, denn von ihm konnten sie sicher eine Errettung erwarten. Denn er ist ein Gott über alle Götter (laut ihrer wahnsinnigen Vorstellung), da er solch außergewöhnlichen, großen Reichtum besitzt, mehr als jeder (vielmals mehr)“?
Deshalb flehten sie den Mann an, er solle mit ihnen in ihr Land gehen. Er willigte ein, ging mit ihnen und betrat das Land. In dem Land wurde groß gefeiert, dass sie so einen ‚Gott‘ erworben hatten. Jetzt waren sie sicher, dass sie eine Erlösung erfahren würden, da er ein Gott war, weil er so ein großes Vermögen besaß.
Dieser Mann (der des Königs Schatzmeister war und von den Landsleuten als ‚Gott‘ angenommen worden war) ordnete an, dass einstweilen, bis erforderliche Ordnung im Lande herrschen würde, keine Opfer dargebracht werden sollten. (Denn dieser Schatzmeister war in Wirklichkeit ein großer Zaddik)
Die Leute des Landes flehten ihn an wegen des Kriegers, vor dem sie schreckliche Angst hatten.
Der Schatzmeister antwortete ihnen auch: „Könnte das der Krieger sein (den er kannte)“?
Der Schatzmeister ging hinaus und ging zu dem Krieger und fragte die Leute des Kriegers, ob es wohl möglich sei, dass man ihm eine Audienz bei ihm gewähre. Sie sagten, sie würden es erfragen.
Sie meldeten es. Er ordnete an, er solle hineingelassen werden und der Schatzmeister trat vor den Krieger. Sie erkannten einander und es wurde gefeiert und sie weinten wie früher (das heißt, sie waren glücklich, dass sie es verdient hatten, einander zu finden, weinten jedoch sehr heftig – wie könne der Rest der früher genannten Menschen auch hergebracht werden?)
(Und sie erzählten einander, wie es sich entwickelt hatte, dass sie hier angekommen seien). Der Schatzmeister erzählte, er sei an allen vorbeigekommen, das heißt, dem Palast des Königs mit all seinen Leuten. Nur bei beiden sei er nicht vorbeigekommen, an dem Ort des Meisters des Gebets und an dem Krieger, da sei er nicht vorbeigegangen.
Der Schatzmeister sprach mit dem Krieger über das Land, das so irregeleitet worden war und so getäuscht durch Geld, in dem Ausmaß, dass sie solchen Torheiten verfallen waren.
Der Krieger antwortete dem Schatzmeister, was er dem Meister des Gebets gesagt hatte, das er vom König gehört hatte, dass wer auch immer der Gier nach Geld verfallen sei, auf keine Weise davon befreit werden könne, außer durch das Schwert, durch welches der Krieger seine Macht erhielt.
Sie verlängerten die Frist, das heißt, der Schatzmeister überzeugte den Krieger, dem Land noch eine Frist zu gewähren. Der Krieger gewährte ihnen noch eine Frist.
Dann machten sie Zeichen aus – der Schatzmeister und der Krieger – und der Schatzmeister verließ den Krieger und kehrte zurück in das Land. (Nun tadelte der Schatzmeister sie, indem er sie streng zurechtwies wegen ihrer bösen Wege – dass sie derart erniedrigt geworden waren in (ihrer Gier nach) Geld. Doch er konnte sie nicht davon abbringen, da sie bereits so fest verwurzelt waren darin. Nichtsdestotrotz, da der Meister des Gebets, wie auch der Schatzmeister viel mit ihnen sprachen, wurden sie schon etwas verwirrt. Sie pflegten zu sagen: „Im Gegenteil! Überzeugt uns“! Obwohl sie festhielten an ihrer törichten Vorstellung und nicht überzeugt werden wollten, von ihrem Unsinn abzulassen. Trotzdem, wenn sie getadelt wurden, sagten sie immer: „Im Gegenteil, wenn es wirklich so ist, dass wir uns irren, bitte überzeugt uns von unserem Irrtum“!
Der Schatzmeister antwortete ihnen: „Ich habe einen Vorschlag für euch (gegen den Krieger). Denn ich kenne die Macht des Kriegers und woher er seine Kraft holt“. Und er erzählte ihnen von dem Schwert, woher der Krieger seine Kraft holte.
„Deshalb werde ich mit euch zu dem Ort des Schwertes gehen und dadurch werdet ihr euch gegen den Krieger erheben können (denn ihr werdet auch von dort Kraft holen).
Und die Absicht des Schatzmeisters war: Wenn sie einmal an den Ort des Schwerts kämen, wären sie schon befreit von ihrer Gier nach Geld (denn durch die Wege des Schwerts wird ein Mensch von dem Verlangen nach Geld geheilt).
Das Land akzeptierte seinen Vorschlag und schickte ihre Magnaten, die für sie Götter waren, damit sie mit dem Schatzmeister zu dem Schwert mitgehen konnten. (Und die Götter, das heißt die Magnaten gingen in Gold und Silber gekleidet, da dies für sie das Wichtigste war). So gingen sie zusammen, der Schatzmeister und die Magnaten des Landes, die sie Götter nannten.
Der Schatzmeister informierte den Krieger von diesem Vorhaben, da er mit ihnen ging, um den Ort des Schwerts aufzusuchen und seine Absicht war, vielleicht würde er würdig sein, den Ort des Königs und seiner Leute zu finden.
Der Krieger antwortete: „Ich werde auch mit dir gehen (damit die Leute, die mit dem Schatzmeister gingen, nicht wissen sollten, dass er der Krieger selbst war) und er ging auch mit dem Schatzmeister mit. Sie (der Schatzmeister und der Krieger) beschlossen, den Meister des Gebets ebenfalls darüber zu informieren. Sie informierten ihn und er antwortete, er werde auch mitgehen. Und der Meister des Gebets befahl seinen Leuten dafür zu beten, dass G-tt, gelobt sei Er, ihr Unternehmen erfolgreich machen solle – damit sie würdig seien, den König und seine Leute zu finden.
Der Meister des Gebets pflegte immer dafür zu beten, dass der König und seine Leute gefunden werden mögen. Er pflegte seine Leute immer zu bitten, dafür zu beten und schrieb ihnen Gebete auf, damit sie dafür beten konnten. Jetzt, da er mit dem Schatzmeister und dem Krieger mitgehen wollte, damit sie gemeinsam nach dem König und seinen Leuten suchen konnten, drängte er sehr darauf, dass sie noch mehr und ständig dafür beten sollten – damit sie es verdienen mögen, sie zu finden.
Der Meister des Gebets kam zu dem Schatzmeister und dem Krieger und zwischen ihnen gab es natürlich große Freude – Feiern und Tränen, wie früher.
Alle drei gingen zusammen, das heißt, der Schatzmeister, der Krieger und der Meister des Gebets, mit den Göttern, das heißt, den Magnaten des Landes (die in ihrem Land Götter genannt wurden). Rund um das Land standen Wachen.
Sie fragten die Wachen: „Welche Art von Land ist dies und wer ist sein König“?
Die Wachen antworteten: „Insofern es einen großen Sturm gegeben hat, durch den die Welt in viele verschiedene Fraktionen geteilt wurde (das heißt, viele Meinungen, jede Abteilung hatte ihre eigene Meinung), hatten die Leute dieses Landes für sich entschieden, Weisheit sei die größte Wissenschaft – und sie nahmen sich einen großen Weisen als König. Vor nicht zu langer Zeit fanden sie einen außergewöhnlich großen weisen Mann, der ein unglaublich großer Gelehrter sei. Der König gab seinen Thron für ihn auf und sie nahmen ihn als König, da für sie das Wichtigste die Weisheit ist.
Die Drei (der Schatzmeister, der Krieger und der Meister des Gebets) sagten, es scheine, dass dies unser Weiser (das heißt der Weise des Königs) sein müsse. Sie fragten, ob es möglich sei, eine Audienz bei ihm gewährt zu bekommen.
Sie antworteten ihm: „Es muss angekündigt werden“.
Sie gingen und beantragten eine Audienz und er bat sie herein. Sie (das heißt die Drei) gingen hinein zu dem Weisen, der in dem Land König geworden war. Sie erkannten einander und dieser Weise war tatsächlich der Weise des Königs. Da gab es sicherlich große Feierlichkeiten – Freude und Weinen, denn sie weinten: „Wie kann es uns vergönnt sein, den König zu finden“?
Sie fragten den Weisen, ob er etwas wisse über des Königs Hand. Er antwortete ihnen, die Hand sei bei ihm, jedoch seit der Zeit, da sie durch den großen Sturmwind verstreut worden waren, wolle er die Hand überhaupt nicht mehr ansehen, denn die Hand gehöre ausschließlich dem König. Nur hatte er sich ein Abbild der Hand in einen Stein gemeißelt, um es ein wenig für seine Belange zu benützen, in der Hand jedoch sehe er nicht mehr nach.
Sie diskutierten mit dem Weisen, auf welche Weise sie hierhergekommen waren. Er erzählte ihnen, dass er seit der Zeit des großen Sturmwinds hierhin und dahin gegangen sei (und als er so ging, kam er an allen Leuten des Königs vorbei, außer an ihnen, das heißt bei dem Ort des Meisters des Gebets, des Kriegers und des Schatzmeisters), bis dieses Land ihn gefunden hatte und ihn annahm als ihren König. Und nun, in der Zwischenzeit, müsse er sie leiten, wie es ihre Art ist, übereinstimmend mit ihren Paradigmen, bis er sie, mit verstreichender Zeit, zu der richtigen Wahrheit führen könne.
Sie sprachen mit dem Weisen über dieses Land, das vom Geld so verführt worden war usw.
Sie sagten: „Wenn wir verworfen worden wären und verstreut, nur wegen dieses Landes, damit wir es verbessern können und die Menschen zu der Wahrheit bekehren, so wäre auch dies es Wert, denn sie sind so verführt“.
Denn in Wahrheit waren alle diese erwähnten Fraktionen, die jede ihren Unsinn gewählt hatte – diese wollten Ehre, die anderen Mord usw. - sie waren alle getäuscht und verloren und mussten zu dem richtigen Weg geführt werden. Denn sogar die Sekte, die für sich gewählt hatte, Weisheit sei das Wichtigste, auch sie hatten den wirklichen Zweck nicht erreicht und mussten von ihrem Irrglauben hinweggeführt werden. Denn sie waren unter dem Einfluss fremder Weisheiten und der Häresie. Jedoch ist es leichter, Menschen von all diesen Torheiten zu befreien, doch diese, die sich so sehr täuschen, dass sie dem Götzendienst des Geldes verfallen, sie kann man nicht davon befreien.
Und der Weise antwortete ihnen auch, dass auch er von dem König gehört hatte, es sei möglich, Menschen von allerlei Begierden zu befreien, jedoch von der Begierde nach Geld sei es nicht möglich, befreit zu werden, nur durch das Schwert. Der Weise sagte, er werde auch mit ihnen gehen und alle vier machten sich gemeinsam auf den Weg. Und die törichten ‚Götter‘ (das waren die Reichen des Landes) gingen auch mit ihnen.
Sie kamen zu einem gewissen Land und fragten ebenfalls den Wächter: „Was für eine Art von Land ist dies und wer ist euer König“?
Sie antworteten: „Insofern es einen großen Sturmwind gegeben hat, wählten die Leute dieses Landes für sich, das wahre Ziel sei die Sprache. Sie wählten einen wortgewandten Redner, der ein Meister der Sprachen ist, zu ihrem König. Später fanden sie einen außergewöhnlich großen Barden und Redner – einen Meister der Sprache und Rhetorik. Sie nahmen in als König an, da der König ihm zugunsten abdankte, weil er so wortgewandt war.
Sie erkannten: „Das ist sicherlich der Sprecher unseres Königs“. Sie fragten ebenfalls, ob es möglich sei, eine Audienz bei dem König zu erhalten.
Sie antworteten: „Es muss angekündigt werden“.
Sie kündigten es an und er befahl, sie hereinzulassen.
Sie gingen hinein zu dem König und es war der Sprecher des Königs. Sie erkannten einander und auch hier gab es große Freude, wie auch Tränen zwischen ihnen.
Der Sprecher ging auch mit ihnen und sie begaben sich weiter auf die Suche – vielleicht würden sie alle Restlichen finden. Denn sie sahen, dass G-tt, gelobt sei Er, ihnen half; jedes Mal fanden sie ihre Freunde. Und sie schrieben dies ihrem koscheren Meister des Gebets zu, der immer dafür betete und durch seine Gebete verdienten sie es, jedes Mal ihre Freunde zu finden.
Sie gingen und kamen zu einem gewissen Land und fragten: „Was für ein Land ist das und wer ist euer König“?
Sie antworteten ihm, sie seinen von der Gruppe, die für sich gewählt hatte, das Hauptziel sei, betrunken zu werden und glücklich zu sein. Sie hatten sich einen Trunkenbold als König gewählt, weil der immer glücklich war. Später fanden sie einen Mann, der mitten in einem Ozean von Wein saß und sie waren sehr begeistert über ihn, denn er musste wahrhaftig ein sehr großer Trunkenbold sein, wenn er in einem Meer von Wein saß. Sie ernannten ihn zum König.
Sie baten um eine Audienz bei ihm und sie (die Wachen) gingen und erbaten es. Sie gingen hinein zum König und es war des Königs treuer Freund, der in einem Meer von Wein gesessen hatte, das von der Rede des Sprechers stammte, der sie getröstet hatte, wie beschrieben. (Und die Landsleute dachten, er sei ein großer Trunkenbold, da er in einem Ozean voller Wein saß, also machten sie ihn zum König). Als sie hineingingen, erkannten sie einander und es war voller Freude und Tränen, wie zuvor. Und der treue Freund ging auch mit ihnen.
Sie gingen weiter und kamen zu einem gewissen Land. Sie fragten die Wächter: „Wer ist euer König“?
Sie antworteten, ihr König sei eine schöne Frau, insofern als sie das Ziel erreicht habe – denn das Ziel ist die Bevölkerung der Welt (das heißt, die Welt soll von Menschen bewohnt werden). Anfänglich hatten sie eine schöne Frau zur Königin; danach fanden sie eine Frau von ganz außergewöhnlicher Schönheit und sie nahmen sie als Königin an.
Sie verstanden, dass dies sicherlich die Tochter des Königs sein musste. Sie baten auch hier um eine Audienz und sie verkündeten es. Sie traten ein bei der Königin und erkannten, dass es die Tochter des Königs selbst war. Und die Freude, die dort herrschte, war sicherlich unbeschreiblich.
Sie fragen: „Wie bist du hierhergekommen“? Sie erzählte ihnen, dass der Sturmwind das geliebte (männliche) Kind aus seiner Krippe gerissen hatte, sie sei unmittelbar während der Panik dem Kind nachgelaufen, konnte es jedoch nicht finden. Die Milch drückte sie und daraus entstand der See aus Milch. Dieses Land hatte sie gefunden und als Königin akzeptiert. Dann gab es ein großes Freudenfest.
Und sie weinten auch sehr über das Kind, das nicht da war und über ihren Vater und ihre Mutter, über deren Wohlergehen sie >>des Königs Tochter << nichts wusste. Und das Land hatte bereits einen König, denn der Gemahl der Königstochter – die hier Königin geworden war – denn der Krieger war ihr Gatte – also hatte das Land schon einen König.
Die Königstochter bat den Meister des Gebets, in der Zwischenzeit in ihrem Land herumzureisen und es ein wenig zu läutern von seinem abstoßenden Laster. Da bei ihnen die Hauptsache eine schöne Frau war, waren sie sicherlich sehr beschmutzt und ihrer Lust tief verfallen.
Daher bat sie den Meister des Gebets, er solle sie in der Zwischenzeit etwas reinigen (das heißt, er solle ihnen Mussar (Tadel) sagen, damit sie nicht so tief in diesem Begehren nach Zügellosigkeit seien), damit sie nicht so grob seien in diesem Laster. Denn außer dem Verlangen war es bei ihnen wie ein Glauben (denn bei allen Gruppen, die ihr Laster als Zweck betrachteten, war das wie ein Glauben). Darum bat sie den Meister des Gebets, zu ihnen zu gehen, um sie ein wenig zu läutern.
Danach gingen sie alle auf die Suche nach den anderen. Sie gingen und kamen zu einem gewissen Land und fragten: „Wer ist euer König“?
Sie antworteten, ihr König sei ein Einjähriger. Denn sie waren von der Fraktion, die es für sich gewählt hatten, dass wer immer eine Fülle von Essen hatte und sich nicht ernährt davon, was andere essen – er solle ihr König sein. Sie hatten übergangsmäßig einen reichen Mann als König aufgenommen. Dann fanden sie einen Mann, der in einem See aus Milch saß und sie waren außergewöhnlich zufrieden mit ihm, weil er sich sein Leben lang von Milch ernährt hatte und nicht von dem ernährt wurde, was andere Menschen essen – deshalb erwählten sie ihn zu ihrem König. Und aus diesem Grund wurde er Einjähriger genannt – da er von Milch lebte, wie ein Einjähriger.
Sie erkannten, dass dies sicherlich ihr Kind war. Sie erbaten eine Audienz bei ihm und man ging und verkündete es. Sie gingen zu ihm hinein und sie erkannten einander. Er erkannte sie auch, obwohl er nur ein kleines Kind gewesen war, als er weggerissen worden war. Nichtsdestotrotz, weil er seit seiner Geburt eine reifer Weiser war, da er mit großer Weisheit geboren worden war, deshalb erkannte er sie und sie erkannten ihn selbstverständlich. Dort gab es natürlich eine sehr große Feier, obwohl sie immer noch weinten, dass sie nichts wussten über den König und die Königin.
Und sie fragten ihn: „Wie bist du hierhergekommen“? Er erzählte ihnen, als der Sturmwind ihn davongetragen hatte, trug er ihn, wohin er ihn trug. Er war dort, an jenem Ort und ernährte sich davon, was er vorfand, bis er zu dem See voller Milch kam. Er verstand, dass dieser See ganz gewiss aus der Milch seiner Mutter bestand, denn die Milch setzte sie unter Druck, auf diese Weise kam der See zustande. Er wurde dort sesshaft und wurde von der Milch ernährt, bis diese Landsleute kamen und ihn als König einsetzten.
Danach kamen sie zu einem Land und sie fragten: „Wer ist euer König“? Und sie antworteten, dass sie sich als Ziel Mord ausgewählt hatten und einen gewissen Mörder zum König gemacht hatten. Dann fanden sie eine Frau, die in einem See von Blut saß, also nahmen sie sie als König, denn sie dachten, das sei sicher ein großer Mörder, da sie in einem Ozean aus Blut saß. Sie baten auch hier um eine Audienz und man ging und verkündete es. Sie gingen zu ihr hinein und es war die Königin, die unaufhörlich weinte und ihre Tränen wurden zu einem Ozean voll Blut. Sie erkannten einander und es gab natürlich ein riesengroßes Fest dort, obgleich sie immer noch weinten, da sie nichts wussten von dem König.
Sie gingen weiter und kamen zu einem gewissen Land. Sie fragten: „Wer ist euer König“? Sie antworteten, sie hätten sich eine gewisse ehrbare Person als König gewählt, denn Ehre sei der Hauptzweck. Dann fanden sie einen alten Mann auf einem Feld sitzen, mit einer Krone auf dem Kopf. Sie waren sehr zufrieden mit ihm, denn er musste viel Ehre besitzen, da er in einem Feld saß, geschmückt mit einer Krone. Also ernannten sie ihn zu ihrem König.
Sie erkannten, dass dies sicherlich ihr König selbst sein musste und baten auch um eine Audienz bei ihm. Sie gingen und fragten und sie kamen zu ihm hinein und erkannten, dass er der König selbst war.
Und die Freude, die sie empfanden, war sicherlich nicht nachvollziehbar. Und die törichten ‚Götter‘, (das waren die sehr Reichen von dem Land des Reichtums, die mit ihnen gingen) reisten mit ihnen und konnten auf keinerlei Weise verstehen, was da vorging – weshalb es hier so viel Freude gab.
Und jetzt war die ganze heilige Versammlung >>Kibbutz<< wieder zusammengekommen, der König und alle heiligen Menschen. Sie sandten den Meister des Gebets in alle Länder (d.h. alle Länder, die sich etwas Schlechtes zum Ziel gesetzt hatten), damit er sie verbessern und läutern konnte; er solle sie von ihren Irrtümern befreien, jedes Land aus seinem Laster und seinem Unsinn, denn sie waren alle getäuscht. Nun hatte der Meister des Gebets sicherlich die Macht, zu ihnen zu gehen und sie auf den rechten Weg zu führen, denn er hatte die Macht und Erlaubnis erhalten von dem König aller Länder, denn hier waren alle Könige (weil der König und seine Leute, die zusammengekommen waren – sie alle waren die Könige aller Länder und Fraktionen).
Der Meister des Gebets ging mit ihrer Macht, um sie zu läutern und sie zu „Tschuwa“ (Buße) zurückzubringen.
Der Krieger sprach mit dem König bezüglich des Landes, das so sehr in den Götzendienst des Geldes gefallen war.
Der Krieger sprach zum König: „Ich habe von dir gehört, dass durch die Kraft, die ich durch das Schwert habe – durch sie ist es möglich, jemanden, der in den Götzendienst an Geld verfallen ist, herauszuholen“.
Der König antwortete: „Ja, so verhält es sich“.
Der König sagte zu dem Krieger (die Art, wie man sie aus der Gier nach Geld herausholen kann): „Insofern es auf dem Weg, den man zu dem Schwert gehen muss, einen Seitenweg gibt, auf diesem Weg kommt man zu einem feurigen Berg und auf diesem Berg kauert ein Löwe. Und dieser Löwe, wenn er essen muss, überfällt er die Herden und nimmt sich Schafe und Vieh und frisst sie auf. Und die Hirten wissen das und hüten die Schafe sehr intensiv vor ihm, jedoch der Löwe achtet nicht darauf – wann immer er essen will, überfällt er die Herden. Die Hirten knallen und klopfen und stürmen gegen ihn; der Löwe jedoch hört das alles nicht, er nimmt sich einfach ein Schaf oder ein Stück Vieh, brüllt und frisst es auf. Und der feurige Berg ist total unsichtbar (mit anderen Worten, es gibt einen Berg aus Feuer dort, nur sieht man ihn nicht).
Und darüber hinaus gibt es noch einen anderen Weg, auf diesem Weg kommt man an einen Ort, der Kech (Küche) genannt wird. Und dort, in jener Küche gibt es alle Arten von Essen. Und in der Küche gibt es überhaupt kein Feuer; vielmehr wird das Essen durch den feurigen Berg gekocht. Und der feurige Berg ist sehr weit entfernt von dort, doch Kanäle und etwas Ähnliches wie Röhren führen von dem feurigen Berg in die Küche und dadurch wird das Essen gekocht. Und die Küche ist überhaupt nicht sichtbar, jedoch gibt es ein Zeichen (-Hinweis) – es gibt Vögel, die dort stehen auf der Küche und durch sie weiß man, dass sie dort ist. Und die Vögel schweben mit ihren Flügeln und fachen auf diese Art das Feuer an oder blasen das Feuer aus. Das bedeutet, durch das Flattern der Flügel blasen sie auf das Feuer fachen es an und auch durch dieses Flattern blasen sie es aus, damit es nicht zu sehr flammen solle, mehr als notwendig). Und sie blasen auf das Feuer, wie es für die Speisen notwendig ist, das heißt, eine Speise braucht so ein Feuer, eine andere Speise braucht ein anderes Feuer – immer abhängig von dem Essen, so blasen die Vögel auf das Feuer“. (Der König sagte das alles zu dem Krieger).
„Deshalb sollst du sie führen (die Leute des Landes des Reichtums, die dort ‚Götter‘ sind), vorerst gegen den Wind, damit die Aromen der Speisen sie erreichen. Dann, wenn du ihnen die Speisen gibst, werden sie sicher schon die Gier nach Geld abwerfen“.
Der Krieger tat alles so und führte diese Leute, die Magnaten aus dem Land des Reichtums, die in ihrem Land ‚Götter‘ sind, die mit dem Schatzmeister hierherkamen. Und als sie das Land mit dem Schatzmeister verließen, gaben ihnen die Landsleute Erlaubnis zu tun, was getan werden musste und das ganze Land muss sich dem fügen, was sie tun würden.
Der Krieger nahm diese Menschen und führte sie auf den Weg (den der König ihm gesagt hatte) und brachte sie bis zu der Küche, wo die Speisen waren. Und zuerst führte er sie gegen den Wind und die Aromen der Speisen waberten über sie. Sie begannen, ihn intensiv anzuflehen, er solle ihnen von diesen wunderbaren Speisen geben. Dann führte er sie (weg) von dem Wind.
Sie fingen an zu schreien: „Es stinkt fürchterlich“!
Da brachte er sie wieder gegen den Wind und wieder erreichte der Geruch der Speisen ihre Nasen und wieder baten sie inständig, er solle ihnen von den Speisen geben. Dann führte er sie wieder (weg) von dem Wind.
Wieder begannen sie zu schreien: „Es stinkt maßlos“!
Der Krieger antwortete ihnen: „Seht ihr nicht, dass es hier überhaupt nichts gibt, das stinkt? Es muss sicher so sein, dass ihr es seid, die stinken, denn hier gibt es nichts, das solch einen schlechten Geruch hat“.
Danach gab er ihnen von den Speisen. Sobald sie von den Speisen gegessen hatten, begannen sie sofort, ihr Geld (von sich selbst) wegzuwerfen. Jeder von ihnen grub sich ein Grab und begrub sich selbst darin, ob der großen Schande, die sie überfiel. Denn sie fühlten, wie Geld intensiv stinkt – wie echte Fäkalien – weil sie das Essen gekostet hatten. Sie zerkratzten ihre Gesichter und gruben sich ein. Sie konnten ihre Gesichter überhaupt nicht erheben und jeder von ihnen schämte sich vor dem anderen. (Denn dies ist die besondere Macht >>Segula<< dieser Speisen, dass jeder, der von ihnen isst, großen Hass auf Geld bekommt). Denn dort, an jenem Ort ist Geld die größte Schmach aller Schanden. Wenn einer etwas Erniedrigendes über einen anderen sagen wollte, warf er ihm entgegen: „Du hast Geld“! Denn Geld ist dort eine große Peinlichkeit und je mehr Geld jemand besitzt, desto mehr schämt er sich. Deshalb gruben sie sich aus großer Schande ein und ein jeder konnte sein Gesicht nicht erheben vor dem anderen, noch mehr so vor dem Krieger. Und wer auch immer auf sich noch einen Gulden (Dinar) oder Grusch (Penny) fand, befreite sich sofort davon du warf ihn von sich.
Danach kam der Krieger zu ihnen, befreite sie aus ihren Gruben, wo sie sich vor Schande eingegraben hatten.
Er sagte zu ihnen: „Kommt mit mir, denn nun müsst ihr den Krieger nicht mehr fürchten, denn ich selbst bin der Krieger“!
Sie baten den Krieger inständig, ihnen von den Speisen zu geben, um sie in ihr Land zu bringen. Denn sie selbst würden jetzt Geld sicher verachten, sie wollten jedoch das ganze Land von der Gier nach Geld befreien. Der Krieger gab ihnen von den Speisen und sie brachten sie in ihr Land.
Sobald sie ihnen von dem Essen gegeben hatten, begannen alle, ihr Geld wegzuwerfen und vor Scham gruben sie sich in der Erde ein. Die sehr Reichen und die ‚Götter‘ schämten sich am meisten. Und die kleineren Leute, die man ‚Tiere‘ oder ‚Vögel‘ nannte, schämten sich auch, dass sie in ihren eigenen Augen so wenig gegolten hatten, weil sie kein Geld hatten. Denn jetzt erkannten sie, dass im Gegenteil – Geld die hauptsächliche Schmach war. Denn diese Speisen haben so einen Effekt (Segula), dass jeder der davon isst, Geld sehr stark verabscheut, denn er fühlt den Gestank des Geldes nach Fäkalien. Sie alle warfen ihr Geld, ihr Gold und Silber von sich.
Danach schickte man ihnen den Meister des Gebets und er gab ihnen Tschuvos (Versöhnung – Wege, um Wiedergutmachung zu leisten und zu G-tt zurückzukehren) und Tikunim (Behebungen) und er reinigte sie. Und der König wurde König über die ganze Welt und die ganze Welt kehrte zurück zu G-tt, gelobt sei Er. Sie waren alle nur beschäftigt mit Thora, Gebeten und Teschuwa und guten Taten. Amen, möge es so Sein Wille sein, gelobt sei G-tt in Ewigkeit, Amen und Amen.
Geschichte 13