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VOM KÖNIG, DER DIE KONVERSION BEFAHL

Eine Wundergeschichte

Es war einmal ein König, der erließ ein Dekret, nach dem man entweder konvertieren musste, oder man werde deportiert werden. Das heißt, wer im Lande bleiben wollte, musste konvertieren. Sollte er das Dekret nicht befolgen, werde er des Landes verwiesen werden.

Es gab so manche, die ihr ganzes Hab und Gut zurückließen und von dort mittellos weggingen, um bei ihrem Glauben bleiben zu können und Juden zu sein. Anderen tat es leid um ihr Vermögen und sie blieben dort. Sie waren Marranen (Anusim) >>erzwungene Konvertiten, das waren Kripto - Juden<<. Im Verborgenen befolgten sie die Gesetze der Juden, in der Öffentlichkeit durften sie sich jedoch nicht wie Juden benehmen.

Danach starb der König und sein Sohn folgte ihm auf den Thron. Er führte das Land mit großer Strenge, eroberte viele Länder und war sehr weise. Er unterdrückte seine Fürsten und sie unterlagen sehr strengen Regeln, deshalb verbündeten sie sich gegen ihn und schmiedeten ein Komplott, dass sie den König und alle seine Kinder ermorden wollten.

Unter diesen Fürsten befand sich einer der Marranen. Er überlegte sich: „Weswegen bin ich denn ein Marrane? Weil ich mein Hab und Gut und meinen Reichtum nicht verlieren wollte. Wenn man nun den König tötet, wird einer den anderen verschlingen, denn ein Land kann nicht ohne König sein“.

Daher entschloss er sich, zum König zu gehen und ihm den Plan zu verraten, ohne dass die anderen es wussten. Er ging und berichtete dem König, dass man sich gegen ihn verbündet hatte.

Der König überprüfte die Fakten, sah, dass sie stimmten und stellte Wachen auf. Als die Fürsten bei Nacht kamen, um den König zu überfallen, wurden sie gefangen genommen und jeder bekam sein persönliches Urteil.

Der König sagte zu dem Fürsten, der ein Marrane war: „Welche Ehre soll ich dir erweisen, dafür dass du mich und meine Kinder gerettet hast? Soll ich dich zu einem Fürsten machen? Du bist doch schon ein Fürst. Soll ich dir Geld geben? Du hast selbst viel Geld. Sag mir bitte, welche Ehre ich dir erweisen kann und ich werde deinen Wunsch erfüllen“.

Da fragte der Marrane: „Aber wirst du meinen Wunsch wirklich erfüllen“?

Der König versprach es ihm und sagte: Was du willst, deinen Wunsch werde ich mit Sicherheit erfüllen“!

Der Marrane sagte zu ihm: „Schwöre es mir bei deiner Krone und deinem Königreich“ und der König schwor es ihm.

Da sagte der Marrane zu ihm: „Meine ganze Ehre ist, dass mir erlaubt sei, in aller Öffentlichkeit Jude zu sein, dass es mir erlaubt sei, Tallit (Gebetsmantel) und Tefillin (Phylakterien) in aller Öffentlichkeit anzulegen“. Dies ärgerte den König sehr, denn im ganzen Lande war es verboten, Jude zu sein. Nun hatte er keine Wahl, denn er hatte geschworen, ihm seinen Wunsch zu erfüllen.

Am nächsten Morgen schon ging der Marrane und legte in aller Öffentlichkeit Tallit und Tefillin an.

Später starb der König und sein Sohn folgte ihm auf den Thron. Dieser führte das Land mit Güte, denn er hatte gesehen, dass man seinen Vater und dessen Familie hatte vernichten wollen. Er nahm viele Länder ein und wurde ein weiser König.

Eines Tages rief er alle Sterndeuter zusammen, sie sollten ihm verraten, wodurch sein Samen ausgerottet werden könne, damit sie sich vor dieser Gefahr schützen konnten.

Die Sterndeuter sagten, der Same werde nicht abgeschnitten werden, man solle sich nur hüten vor dem Ochsen und dem Lamm. Also schrieb man dies in das Buch der Chroniken. Der König befahl seinen Kindern, das Land ebenfalls mit Güte zu führen, so wie er, danach starb er.

Sein Sohn wurde nun König und führte das Land mit aller Strenge, wie sein Großvater. Er eroberte viele Länder und war so klug, einen Erlass in seine Länder zu verschicken, es solle sich nirgendwo ein Ochse oder ein Lamm befinden, damit sein Same nicht ausgerottet werde. Nun war er zufrieden und dachte, vor nichts mehr Angst haben zu müssen. Er führte das Land sehr streng und wurde zu einem großen Weisen.

Eines Tages fiel ihm etwas Kluges ein, wie er die ganze Welt ohne Kriege erobern könne. Die Welt ist in sieben Teile geteilt und es gibt sieben Wandelsterne (also sieben Sterne, die sich um die sieben Tage der Woche drehen) und jeder Stern leuchtet in einem der sieben Teile der Welt.

Und es gibt sieben Sorten von Metall (Gold, Silber, Kupfer, Zinn usw.) und jeder Stern der sieben Sterne leuchtet auf eine bestimmten Metallsorte. Also ging der König und nahm von allen Metallsorten und ließ Portraits aller Könige, die in ihren Palästen hingen, zu ihm bringen. Aus den Metallen fertigte er einen Menschen. Der Kopf war aus Gold, der Körper aus Silber, alle anderen Glieder aus den anderen Metallsorten. Er stellte diesen Menschen auf einen hohen Berg und alle sieben Wandelsterne leuchteten in dem Menschen.

Wenn jemand einen Rat brauchte, ob er zum Beispiel einen Handel ausführen solle, dann stellte er sich zu dem Teil, der zu dem Teil der Welt gehörte, aus dem er stammte, und wenn er es tun sollte, leuchtete das entsprechende Glied auf und schien auf diesen Menschen. Wenn er es nicht tun sollte, verfinsterte sich das Glied. All dies tat der König und dadurch eroberte er die Welt und häufte viele Schätze an.

Jedoch diese Menschenfigur, die der König aus den verschiedenen Metallsorten hatte anfertigen lassen, hatte die oben genannten Fähigkeiten nur unter folgenden Umständen: Wenn der König die Stolzen erniedrigte und die Niedrigen erhöhte (d.h. erhabene Menschen sollte er von ihrer Höhe hinabwerfen, die kleineren Leute sollte er erheben). Also schickte der König Befehle an alle Generäle und Regenten, die etwas verwalteten oder eine Behörde befehligten und nahm ihnen ihre Rechte weg. Er entzog ihnen sogar Rechte, die sie von ihren Urgroßvätern geerbt hatten, die schon für ihn gearbeitet hatten. Und kleine Leute erhob er an ihre Stelle. Unter den Regenten, die der König entmachtete, befand sich auch der oben genannte Marrane. Der König fragte ihn: „Was verwaltest du“? Der antwortete ihm: „Meine Aufgabe ist es, vor aller Welt Jude sein zu dürfen, wegen des Gefallens, den ich dem alten König getan hatte“. Der König entzog ihm dieses Recht und er wurde wieder zum Marranen.

Einmal legte der König sich zum Schlafe nieder. Er sah im Traum einen klaren Himmel und alle zwölf Sternzeichen. (Die Sterne am Himmel sind in zwölf Sternzeichen geteilt, entsprechend der Monate des Jahres. Ein Sternzeichen (Masal) ist wie ein Lamm, dies ist das Sternzeichen des Monats Nissan. Und das Sternzeichen des Monats Ijar wird als Stier bezeichnet, d.h. ein Ochse.

Und ebenso hat jeder Monat ein Sternzeichen). Und er sah, wie der Ochse und das Lamm, die sich unter den Sternzeichen befinden, ihn auslachten.

Er erwachte mit großem Zorn, war sehr erschrocken und befahl, das Buch der Chroniken zu bringen. (Das Buch, in dem alles aufgeschrieben steht). Er sah dort geschrieben, dass durch einen Ochsen oder ein Lamm sein Same abgeschnitten werden würde. Da überfiel ihn große Furcht und er erzählte es der Königin. Auch über sie und die Kinder fiel eine große Furcht und sein Herz raste. Er ließ alle Traumdeuter rufen, die deuteten es jeder auf seine Weise, doch nichts Kluges fiel ihnen ein und er hatte große Angst.

Ein Weiser kam zu ihm und sagte dem König, er habe eine Überlieferung von seinem Vater, dass es 365 verschiedene Wandelbahnen der Sonne gebe (d.h. die Sonne habe 365 Bahnen) und es gebe einen Ort, auf den alle 365 Bahnen leuchten, dort gebe es eine Eisenrute. Und wenn einer Angst habe und käme zu dieser Rute, so werde er vor seiner Angst gerettet. (Dies sprach der Weise zum König)

Das gefiel dem König sehr wohl und er begab sich mit der Königin, seinen Kindern und all seinen Nachkommen zu diesem Ort. Auch der Weise ging mit ihnen.

In der Mitte des Weges steht ein Engel. Er ist der Befugte für den Zorn, denn durch Zorn erschafft man einen Zerstörungsengel (einen Engel, der ein Schädling, ein Verderber ist) und dieser Engel herrschte über alle Zerstörer. Diesen Engel fragt man nach dem Weg, es gibt nämlich einen guten Weg für Menschen, auch einen Weg voller Schlamm, einen Weg voller Gruben und noch viele weitere Wege.

Auch gibt es einen Weg, auf dem es Feuer gibt, das einen schon vier Meilen vor dem Feuer verbrennt. Sie fragten den Engel nach dem Weg und er gab ihnen jenen an, auf dem sich das Feuer befindet.

Der König sah, dass viele Könige auf diesem Pfad wandelten, da sagte er, er werde auch dort gehen.

Sie gingen (der König mit allen seinen Nachfahren und mit dem Weisen) und der Weise blickte immer wieder nach vorne, ob das Feuer da wäre, denn sein Vater hatte ihm überliefert, dass dort dieses Feuer existiere.

Und er sah, dass Könige und Juden durch das Feuer gingen. (Bei diesen Königen waren Juden sesshaft in ihrem Land, darum konnten sie unversehrt durch das Feuer gehen). Da sagte der Weise zum König: „Ich besitze eine Überlieferung von meinem Vater, dass man vier Meilen vor dem Feuer verbrannt wird. Wenn du willst, gehe du weiter. Ich habe eine Überlieferung von meinem Vater, deshalb will ich nicht weitergehen“. Also ging der König mit allen seinen Nachkommen und das Feuer ergriff sie und sie wurden alle ausgerottet.

Als der Weise heimkam, wunderten sich die Regenten, wie es dazu gekommen war, dass der König mit allen seinen Nachkommen vernichtet worden war, da er sich doch vor Ochsen und Lämmern geschützt hatte. Antwortete der Marrane: „Durch mich wurde er vernichtet, weil die Sterndeuter sahen, (dass durch ein Lamm und einen Ochsen sein Samen abgeschnitten werden würde) und sie wussten nicht, was sie sahen. Denn aus einem Ochsen – aus dessen Haut macht man Tefillin; und ein Lamm – aus dessen Wolle macht man Zizit (Schaufäden) für den Tallit. Durch sie wurde der König abgeschnitten mit seinem Samen. Denn diejenigen Könige, in deren Ländern Juden wohnten, die mit Tallit und Tefillin angelegt gehen durften, konnten durch das Feuer gehen, ohne dass es ihnen schadete.

Aber jener König, in dessen Land Juden keinen Tallit und Tefillin besitzen durften, er wurde ausgerottet mit seinem Samen. Deswegen hatten der Stier und das Lamm ihn ausgelacht, denn die Sterndeuter sahen, dass durch Stier und Lamm sein Samen ausgerottet werden würde, sie wussten jedoch nicht, was sie sahen.

Und der König und sein Same wurde vernichtet. Amen, so mögen Ewiger, alle deine Feinde untergehen.

Anmerkungen nach der Geschichte

(Psalm 2): „Warum lärmen die Völker usw., Du zerschellst sie mit eisernem Stabe… Dass Er nicht zürne und ihr irregehet auf dem Wege usw.“

Diese Begebenheiten sind uralt und sehr verschlossen… Alles dies hörte ich (Rabbi Nathan). Weiters habe ich ein paar Andeutungen dieser Geschichte in diesem Psalm gefunden: „Zerreißen wir ihre Bande“. Bande sind Leder, dies entspricht den Tefillin; „Ihre Seile“, Seile entsprechen Zizit, so wie unsere Weisen diesen Vers im Traktat Avoda Zara (3b) im Bezug zu Zizit und Tefillin erläutert haben.

„Der in dem Himmel thronet, der lachet“, denn der Stier und das Lamm am Himmel lachten ihn aus.

„Dann wird Er zu ihnen sprechen in seinem Grimme und in seiner Zornesglut schreckte Er sie“, der Zorn und die Angst, wie beschrieben.

„Ich habe ja gesalbt Meinen König auf Zion, Meinem heiligen Berge“, vielleicht ist das eine Andeutung, dass die Menschenfigur, die der besagte König auf den hohen Berg stellte; das böse Gegenstück des Heiligen und dies ist das Gegenstück zu dem heiligen König auf dem Berge Zion, dem heiligen Berge, weil dort alle Teile der Welt enthalten sind usw. und das entspricht dem „Berge“ in dem Psalm.

„Nasachti“ (Ich habe gesalbt), das ist ein Begriff, wie in „Nesech vajitzak“ >>Gießen und gießen-Formen der Statue<< (Bereschit 35:15)

„Verlange von mir“ all die Ratschläge, wie besagt. „Völker Dir zum Eigentum und Dir zum Besitze die Enden der Erde“ – alle Enden der Erde zusammenhalten, d.h. alle sieben Teile der Welt und alle Könige und Völker werden Ihm zu Eigentum. „Dienet“ ist Zizit, „In Furcht“ ist Tefillin und „Und frohlocket mit Zittern“ – das besagte Zittern.

Die ganze Geschichte wird in diesem Kapitel angedeutet. Glücklich ist derjenige, der etwas begreift von diesen Geschichten, sie sind alle große Geheimnisse der Thora.

5.Geschichte

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